Einfachere Einreise nach Frankreich und Ende der Impfpriorisierung: Das Corona Update vom 4. Juni 2021

Am Montag (7. Juni) fällt die Impfpriorisierung weg. Das heißt, dann kann sich jeder der will um einen Impftermin bemühen. Das heißt aber nicht, dass das dann auch klappt, weil wer, wann geimpft werden kann, das bestimmt nicht so sehr die Priorisierung als vielmehr die Menge an vorhandenem Impfstoff. Und der ist weiterhin nur begrenzt verfügbar.

Videocall für die Nationalmannschaft

Bei großen Fußball-Turnieren schneit Bundeskanzlerin Angela Merkel gerne mal überraschend bei der deutschen Nationalmannschaft rein. Das soll auch am kommenden Donnerstagabend so sein, also einen Tag vor Beginn der paneuropäischen Europameisterschaft, aber leider nicht persönlich, so Regierungssprecher Steffen Seibert „Es hat in den vergangenen Jahren vor den großen Turnieren wie Sie wissen immer wieder persönliche Besuche im Trainingslager gegeben das ist dieses Mal nicht möglich also findet der Termin in dieser digitalen Form kurz vor der EM statt.“

In München, wo alle drei Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft ausgetragen werden, gibt es jetzt auch endgültige Klarheit über die zugelassene Zuschauermenge im Stadion. Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt 14.000 Fans dürften hinein, das gebe die Inzidenz her: „…da auch München deutlich unter 35 liegt, Bayern insgesamt unter 30 liegt, ist es insgesamt möglich mit einem strengen Hygiene- Konzept …mit Test… mit Maske…glauben wir dass das vertretbar ist in dem Fall bis zu 20% der Zuschauer zuzulassen das sind die ca 14.000.“

Die Partien vor Zuschauern könnten als Pilotprojekt für den weiteren Profisport betrachtet werden sagte Söder.

Einfachere Einreise für EU-Bürger nach Frankreich 

Frankreich erleichtert ab dem kommenden Mittwoch die Einreise für EU-Bürger: wie der Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari in einem Fernsehinterview mitgeteilt hat, dass ab dem 9. Juni vollständig geimpfte EU-Bürger keinen negativen Corona-Test mehr vorweisen müssen, um nach Frankreich einreisen zu können. Für alle anderen reicht dann ein höchstens 72 Stunden alter Schnelltest statt des bisher vorgeschriebenen PCR-Tests. Es soll auch weiter gelockert werden in Frankreich. Ab Mittwoch dürfen Gäste wieder in die Innenräume von Cafés und Restaurants und die nächtliche Ausgangssperre beginnt dann erst um 23 Uhr statt bisher um 21 Uhr.

Corona: Dreharbeiten vom neuen Mission Impossible Film unterbrochen

Die Dreharbeiten zu dem Action-Streifen „Mission Impossible 7“ sind wegen eines positiven Coronavirus-Tests am Set gestoppt worden. Die Crew rund um Hollywoodstar Tom Cruise dreht gerade in London. Die Daily Mail berichtet von 14 Personen die positiv getestet worden seien. Wir fragen uns, wer da wohl jetzt gefeuert wird, denn Tom Cruise ist im vergangenen Dezember schon mal ausgerastet, als er Mitarbeiter am Filmset erwischt hat, die sich nicht an die AHA-Regeln gehalten haben. Sein Wutausbruch ist aufgenommen worden. Tausende Jobs hängen von dieser Produktion ab schimpfte Cruise und sollte er das noch mal sehen werde jemand gefeuert. Jetzt soll Cruise eine Szene in einem Nachtclub mit vier Tänzerinnen gefilmt haben, die später positiv getestet wurden. Cruise und das gesamte 60-köpfige Filmteam befinden sich jetzt zwei Wochen in Quarantäne.

Keine Erstimpfungen in Impfzentren, Notbremse kostet Umsatz: Das Corona Update vom 2. Juni 2021

Diese Nachricht dürfte bei vielen für Frust sorgen: In den Impfzentren NRWs werden bis Mitte Juni keine Termine mehr für Erstimpfungen vergeben.  Das hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mitgeteilt. Hintergrund ist die Impfstoff-Knappheit. Eigentlich war der kommende Montag, der 7. Juni, als großer Tag angekündigt worden, an dem die Impfpriorisierung wegfallen würde. Doch die bittere Wahrheit ist: Wegfall hin oder her –  die Impfstoff-Bestände sind alle für die Zweitimpfungen reserviert. Wörtlich sagt Laumann: Zum jetzigen Zeitpunkt habe man keinen Puffer mehr. Das bedeutet auch: Der Druck auf die Hausärzte steigt. Bei den Hausärzten stehen die Telefone nicht mehr still. Auch sie stellen fest: Der Impfstoff ist knapp und ein Teil der Impfdosen muss auch hier für die Zweitimpfungen reserviert werden.

Stiko will sich Zeit lassen bei Zulassung für Kinder-Impfstoff

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will sich bei ihrer Entscheidung zu Impfungen für Kinder weiter Zeit lassen. Das kündigte Stiko-Chef Thomas Mertens im „NDR“ an. Man biete den Kindern ja kein Lakritzbonbon an – das sei ein medizinischer Eingriff. Die Daten aus der Zulassungsstudie des Herstellers reichten aber nicht aus, sagte Mertens. Außerdem müsse man das Krankheitsrisiko für Kinder berücksichtigen. Schwere Covid-19-Erkrankungen bei Kindern seien wirklich selten.

Einzelhandel büßt ordentlich an Umsatz ein

Die bundesweite Notbremse hat dem Einzelhandel das Geschäft vermiest. Von März auf April sanken die Umsätze um rund fünfeinhalb Prozent, sagt das Statistische Bundesamt. Vier Wochen davor hatte es im Einzelhandel noch ein kräftiges Umsatz-Plus gegeben – von 7,7 Prozent.

Zum Schluss noch eine Vorhersage: Menschen mit Masken wird es wohl noch länger geben. Fast die Hälfte der Bundesbürger will zum Schutz vor Krankheiten auch nach der Corona-Pandemie Masken tragen. 44,7 Prozent gaben das in einer Civey-Umfrage für die „Augsburger Allgemeine“ an. Unter anderem durch die Maske ist die Zahl anderer Infektionskrankheiten deutlich zurückgegangen. Die normale Grippesaison fiel fast komplett aus. 

Diskussion um Schulen, RKI-Chef Wieler gegen weitere Lockerungen: Das Corona Update vom 1. Juni 2021

Auch die EU-Kommission hat jetzt Grünes Licht für die Verwendung des Corona-Impfstoffs von Biontech / Pfizer bei Kindern ab zwölf Jahren Grünes Licht gegeben. Das heißt: Rein rechtlich steht einer Impfung bei Kindern nichts mehr im Wege. Aber: Die Ständige Impfkommission in Deutschland hat noch keine Empfehlung ausgesprochen. Dort wird darüber nachgedacht, eine Empfehlung nur für Kinder mit Vorerkrankungen gegeben werden sollte.

Sieben-Tage-Inzidenz bei 35,2: Lage stabilisiert sich weiter

So langsam stabilisiert sich die Lage: Das Robert Koch-Institut hat die Gefahrenlage für Deutschland offiziell von “sehr hoch” auf “hoch” heruntergestuft. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit bei 35,2. Das ist zwar ein ganz leichter Anstieg – weil sie gestern noch 35,1 lag. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, er blicke trotzdem optimistisch auf die kommenden Tage. Das könne ein guter Sommer werden, sagte er.

Für neue Lockerungen reicht es im Moment aber noch nicht, so RKI-Chef Lothar Wieler. Um wirklich sicher zu sein, müssten rund 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger vollständig geimpft sein. Aktuell sind es aber erst 18 Prozent. 

Lehrerverbände diskutieren schon wieder über Schulschließungen

Die Schulen haben jetzt den zweiten Tag in Folge in Vollpräsenz geöffnet – schon wird darüber diskutiert, ob und wann sie wieder geschlossen werden sollten: Die Frage von Schulschließungen sollte nach Ansicht des Lehrerverbandes auch im nächsten Schuljahr weiter an die Inzidenz gekoppelt werden. Solange nicht alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit zur Impfung hätten, habe der Schulbetrieb Rücksicht zu nehmen – das sagt Verbandspräsident Meidinger. Überhaupt wird auch unter den Eltern darüber diskutiert, ob die jetzigen Schulöffnungen zur richtigen Zeit kommen. Das ist das Top-Thema in unserem Podcast „Corona. Und jetzt“ – den gibt es ab Donnerstag (2. Juni) überall dort, wo es Podcasts gibt.

Privatinsolvenzen deutlich häufiger als zuvor

Die Zahl der Privat-Insolvenzen ist durch die Corona-Pandemie deutlich angestiegen. In den ersten drei Monaten des aktuellen Jahres gab es rund 31.800 Privatinsolvenzen in Deutschland. Das sind nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel knapp 57 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 

Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Damit Firmen in der Corona-Pandemie weiter ausbilden, gibt es ab heute eine höhere Prämie. Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern erhalten pro Azubi bis zu 6000 Euro. Das ist doppelt so viel wie bisher. 

Kinder sind zurück in den Schulen: Das Corona Update vom 31. Mai 2021

Einige Schüler dürften heute in NRW aufgeregt gewesen sein: Seit heute gibt es wieder ganz normalen Unterricht: „Mit alle-Mann im Klassenraum“ – alle Mitschüler sehen. Nebeneinander im Klassenraum sitzen. Nicht mehr am Computer hängen, um zu lernen.

Endlich wieder „normaler“ Unterricht?

Es ist Monate her, dass sowas selbstverständlich war. Für die restlichen fünf Wochen bis zu den Sommerferien geht es wieder jeden Tag zur Schule. Und das gilt für alle Schulformen. Aber nicht für alle Städte: In Hagen und Remscheid bleibt es erstmal beim Wechselunterricht, weil diese beiden Kommunen noch nicht stabil unter der Inzidenz von 100 liegen. Man muss an fünf Werktagen in Folge unter 100 liegen. Aber das ist auch in den beiden letzten Kommunen nur noch eine Frage der Zeit. Für die Schüler, die wieder täglich zum Unterricht gehen heißt das aber auch – die strengen Hygiene-Regeln mit regelmäßigen Tests und Maskenpflicht – auch im Unterricht gehen weiter. Die Tests wiederum sorgen für neuen Ärger: Ab heute müssen die Schulen den Schülern auch Bescheinigungen über einen negativen Test ausstellen. Das gilt sowohl für die Schnelltests als auch für die PCR-Tests. Das regt die Lehrergewerkschaften auf. Sinngemäß heißt es da: Die Schulen würden als Testzentren missbraucht.

Test-Betrüger sind am Werk

Die Tests sorgen auch auf anderen Ebenen für Ärger: Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben über den Betrugsverdacht bei einigen privaten Corona-Teststellen diskutiert. Jetzt soll es strengere und häufigere Kontrollen geben. Offen ist aber, wer die Kontrollen durchführen soll. Die Kommunen, der Bund und die Kassenärztliche Vereinigung schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu. Einigen Teststellen wird vorgeworfen, deutlich mehr Tests abgerechnet zu haben als tatsächlich durchgeführt wurden – auch bei uns in NRW. Pro Test zahlt der Staat aktuell 18 Euro – auch diese Summe soll auf den Prüfstand, weil die Tests insgesamt billiger geworden sind.  

Warnung vor Langzeitfolgen von Covid-19

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor den Langzeitfolgen nach einer Corona-Erkrankung. Es gebe viele Formen von Long-Covid, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Er geht davon aus, dass sich die Zahl der Patienten mit chronischer Erschöpfung verdoppeln könnte – und das werde auch die Arbeitswelt zu spüren bekommen. Betroffene würden womöglich lange nicht so leistungsfähig sein wie früher. Sie würden mehrfach im Jahr ausfallen. 

Zum Schluss dann doch etwas Zuversichtliches: Die Corona-Zahlen sind bundesweit weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut meldet 1.978 Neuinfektionen. Das sind rund 700 weniger als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 35.

Kinder sollen von Lockerungen profitieren – Schummelei bei Schnelltests: Das Corona Update vom 28. Mai 2021

Kriegen Kinder und Jugendliche einen unbeschwerten Sommer mit Urlauben und Schwimmbadbesuchen? Wenn es nach der neuen Bundesfamilienministern Christine Lambrecht gehe, dann sollten Kinder und Jugendliche auch von allen Lockerungen profitieren. Allerdings unabhängig von einer Corona-Impfung. Wie wir auch mittlerweile wissen, ist ja ohnehin nicht mehr vorgesehen, dass die Länder vom Bund zusätzliche Impfdosen für Kinder und Jugendliche erhalten sollen. Also macht sich Skepsis breit.

So zum Beispiel beim Deutschen Lehrerverband. Der Vorsitzende Meidinger zweifelt beim „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, ob die neusten Beschlüsse positive Auswirkungen auf den Schulbetrieb im nächsten Schuljahr hätten. Hier bei uns in NRW soll es auch laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann keine Corona-Impfungen in Schulen geben. Man müsse die Empfehlung der Ständigen Impfkommission erst einmal abwarten und es soll kein Druck auf Eltern ausgeübt werden.

Ungewöhnliche Methode für Klassenunterricht

Da ab dem 31. Mai in NRW wieder Präsenzunterricht bei einer Inzidenz unter 100 gilt, könnte man ja nochmal überlegen, ob man die Klassenräume bis dahin optimieren mag. Wie wäre es denn mit Unterricht im Festzelt? Im niederbayrischen Deggendorf haben zwei Schulen ihre Schüler dahin geschickt, wo sonst die Maßkrüge fliegen. Kam bei Schule und Schülern gut an – schließlich hatten sie mehr Freiräume um Abstände halten zu können. Ob allerdings auf der Schulbank getanzt wurde, wissen wir nicht.

MediCan-Schnelltestzentrenten unter Betrugsverdacht

Erst gefälschte Impfpässe, jetzt Betrug in Schnelltestzentren. Offenbar wird deren Arbeit nur selten kontrolliert. Denn nach Medienberichten des Westdeutschen- und Norddeutschen Rundfunks und der „Süddeutschen Zeitung“ müssen die Betreiber nur mitteilen, wie viele Personen sie getestet haben – dann kann ohne jeden Beleg abgerechnet werden. 18 Euro können pro Test in Rechnung gestellt werden. Journalisten haben mehrere Testzentren in Nordrhein-Westfalen überprüft und Besucherdaten mit der Datenbank des Landes abgeglichen. Demnach wurden deutlich mehr Menschen gemeldet als getestet.

Links

Betrugsverdacht bei MediCan-Schnelltestzentren

Lockerungen in NRW ab 28. Mai

Unterricht in Bayern in einem Festzelt

Impfgipfel zwischen Bund und Ländern: Das Corona Update vom 27. Mai 2021

Beim Impfgipfel sprechen die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin in der Bund-Länder-Schalte das weitere Vorgehen beim Impfen. Es gibt viel zu besprechen.

Unter anderem die Lieferengpässe bei Biontech/Pfizer.  Laut Bundesgesundheits-Ministerium werden in den ersten beiden Juni Wochen weniger Dosen geliefert als zugesagt. Danach soll aber mehr Nachschub kommen. Und selbstverständlich auch das Impfen für Kinder und Jugendliche wird Thema sein.

Können Eltern bald ihre Kinder impfen lassen?

Wird es ein Impfangebot für Kinder- und Jugendliche geben? Die Ständige Impfkommission wird wohl erstmal keine generelle Impf-Empfehlung für Kinder aussprechen. Die Europäische Arzneimittelbehörde gibt vermutlich morgen ihre Entscheidung bekannt, ob sie den Biontech-Impfstoff für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren zulässt. Moderna würde auch nachziehen wollen. Wie werden sich also unsere Politiker entscheiden? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon bereits angekündigt, dass er Kindern und Jugendlichen auch ohne allgemeine Empfehlung der STIKO ein Impfangebot machen wolle. Niedersachsens Ministerpräsident Weil würde ebenfalls gerne allen Kindern ab 12 Jahren ein Impfangebot anbieten. Auch Berlins regierender Bürgermeister Müller ist für zeitnahe Impfungen.

Hausärzteverband NRW empfiehlt keine allgemeine Corona-Impfung von Kindern

Und die Mediziner? Der Hausärzteverband in Nordrhein-Westfalen lehnt eine allgemeine Corona-Impfung von Kindern ab. Da sprechen sie allerdings nicht für alle Ärzte. Kinderärztin Mehrsad Klemm spricht sich für Impfungen aus: „Wir wären sofort bereit und würden das auch organisatorisch hinbekommen. Denn wir glauben, dass der Ausweg nur darin besteht, dass wir die Jugendlichen und Kinder impfen.“ Auch der geplante digitale Impfnachweis, der noch vor den Sommerferien kommen soll und auch die Verteilung von Impfstoffen für die Bundesländer werden heute Themen in der Schalte sein.

USA untersuchen Ursprung der Corona-Pandemie

US-Präsident Joe Biden hat neue Geheimdienst-Untersuchungen zum Ursprung der Corona-Pandemie angeordnet. Die Nachrichtendienste sollen herausfinden, ob es sich doch um einen Laborunfall im chinesischen Wuhan handelt. Hatte Donald Trump also doch recht? Der ehemalige US-Präsident hatte das Corona-Virus immer wieder als China-Virus bezeichnet, weil es ja dort herstammen würden. Zudem auch der Wink mit dem Zaunpfahl, es könne durch Menschenhand entstanden sein. Auch der Top-Virologe der USA Anthony Fauci hatte die natürliche Herkunft des Virus hinterfragt. Laut Biden sollen wir in 90 Tagen schlauer seien.

Diskussion um Kinder-Impfung: Das Corona Update vom 26. Mai 2021

Die Corona-Zahlen bei uns sinken immer weiter: Bundesweit ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf 46,8 gefallen. Damit liegen wir bundesweit zum ersten Mal seit Oktober unter der Marke von 50 Neu-Infektionen.

Gestern keine Corona-Toten in NRW

Auch bei uns in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Neuinfektionen weiter gesunken. Das Robert-Koch-Institut meldet eine landesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 51,6 für NRW. Und laut RKI wurde kein Todesfall registriert. 22 der 53 Kreise und Städte im Land liegen aktuell unter einer Inzidenz von 50. Aber Vorsicht: Wegen Pfingsten sind die Zahlen weniger verlässlich: An Feiertagen lassen sich weniger Menschen testen. 

Corona-Forschung: Kinder verbreiten weniger Aerosole als Erwachsene

Kinder verbreiten beim Sprechen und Singen viel weniger Aerosole als Erwachsene. Das haben Wissenschaftler der Charité und der Technischen Universität Berlin jetzt festgestellt. Fazit: Die Anzahl der feinsten Schwebeteilchen, die ein Mensch ausstößt, hängt stark von der Lautstärke ab. Wenn ein Kind spricht, stößt es so viele Aerosole aus, wie ein Erwachsener beim Atmen. Beim Singen stoßen Kinder so viel aus, wie ein Erwachsener beim Sprechen. Diese Erkenntnis wiederum – sagen die Wissenschaftler – lasse beim Singen in der Schule und in Kinderchören mehr Spielraum zu.

Gastronomen gegen harte Corona-Auflagen in Innenräumen

Die Gastronomen in Nordrhein-Westfalen sind unzufrieden. Das hat damit zu tun, dass die Corona-Schutz-Verordnung bei uns besonders streng ist, wenn es um die Abstandsregeln für Drinnen geht. Das Land hat verfügt, dass zwischen den Tischen ein Abstand von 2 Metern eingehalten werden muss. In anderen Bundesländern sind es nur 1 Meter 50. Der Hotel- und Gaststättenverband hat so laut gemeckert, dass das Gesundheitsministerium in Düsseldorf diese Regel jetzt überprüfen will.

Weiter Diskussion um Impfung für Kinder und Jugendliche

Wann sollen Schüler gegen Corona geimpft werden – das ist eine Frage, die schon länger diskutiert wird. Die Ständige Impfkommission, die Stiko, ist da eher vorsichtig. Stiko-Mitglied Rüdiger von Kries sagte dem RBB: Momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. Bei unklarem Risiko gebe es vorerst keine Impf-Empfehlung, sagte er sinngemäß. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen. Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn sagte bei RTL, er wolle daran auch festhalten. Darüber soll auch morgen diskutiert werden, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder sich wieder mal zum Impfgipfel zusammenschalten. Nach jetzigem Stand wird es aber wohl keine Massenimpfungen bei Minderjährigen geben. 

USA machen weiter Tempo bei der Corona-Impfung

Und zum Schluss noch ein Blick in die USA: Dort ist inzwischen die Hälfte aller Erwachsenen vollständig geimpft. 130 Millionen Menschen innerhalb von fünf Monaten. Dort kann man sich in Apotheken im Rathaus ohne Termin impfen lassen. Bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli will US-Präsident Joe Biden 70 Prozent aller Erwachsenen geimpft haben.

War es doch ein Laborunfall? Das Corona Update vom 25. Mai 2021

58,4 – das ist die heutige Inzidenz in Deutschland. Bundesweit sind wir also weiter auf einem guten Weg, wenn man die Zahlen so sieht. Letzte Woche Dienstag war die Zahl noch bei 79,5. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir ein langes Wochenende hatten und deswegen auch weniger Neuinfektionen gemeldet wurden. Aber wir haben einfach mal die Hoffnung, dass trotz der Öffnungen von Außen- und Innengastronomie die Zahlen weiter runtergehen und nicht steigen.

FDP und Linke fordern konkrete Schritte für niedrige Inzidenz im Sommer

Die 35er-Schwelle bei der Sieben-Tage-Inzidenz dürfte, wenn es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht, gerne diesen Sommer konstant unterboten werden. Er hatte der Bild am Sonntag als Zielmarke für Lockerungen im Sommer eine Corona-Inzidenz von unter 20 genannt. Dafür bekommt er aber nun Kritik von der FDP- und Linksfraktion. Sie fordern konkrete Problemlösungen anstatt „schwurbeliger Ankündigungen“. Die Probleme lägen bei Impfstoffmangel, schlechten Testsituationen in Schulen und Wechselunterricht.

Mehrheit der Deutschen für baldige Rückkehr zum Präsenz-Unterricht an den Schulen

Apropos Wechselunterricht. Der würde nach dem Wunsch von fast zwei Dritteln der Deutschen bald vorbei sein. Das hat eine Civey-Umfrage für die FDP ergeben. Deutliche Mehrheit der Befragten wünscht sich demnach eine sofortige Rückkehr der Schulen zum Präsenzunterricht – wenn Test- und Hygienekonzepte eingehalten werden.

USA: Hinweise auf Labor-Unfall als Quelle der Corona-Pandemie

Und zum Schluss kommt wie fast so häufig nochmal Donald Trump um die Ecke. Der Ex-US-Präsident hat den Corona-Virus ja schon während seiner Amtszeit als „China-Virus“ betitelt. Er wollte damals schon seine Theorie untermauern, das Virus entstamme aus einem Labor-Unfall. Jetzt bekommt er tatsächlich Unterstützung für die Theorie. Selbst US-Chef-Virologe Fauci schließt nicht mehr aus, dass ein Laborunfall am Virusforschungsinstitut von Wuhan den Corona-Virus hat entstehen lassen. In einer Zeitschrift antwortet er auf die Frage, ob er an eine natürliche Entstehung des Virus glaube, dass er nicht mehr davon überzeugt sei und die Herkunft weiter untersucht werde.

Der digitale Impfpass kommt: Das Corona Update vom 21. Mai 2021

Mit einer Corona-Impfung zum Millionen-Gewinn: Das ist jetzt Im US-Bundesstaat New York möglich. Dort werden Menschen nämlich ab Montag mit Lotterie-Tickets zur Impfung gelockt. Wer sich impfen lässt, bekommt ein Ticket geschenkt. Damit kann man dann Beträge zwischen 20 und 5 Millionen Dollar gewinnen.

Zahl der Corona-Geimpften in Deutschland steigt

Deutschland kommt beim Impfen endlich voran. 40 Prozent der Bevölkerung sind mittlerweile mindestens einmal geimpft. Der Rest hofft endlich auf einen Termin. Gesundheitsminister Jens Spahn hat da heute nochmal um Geduld gebeten:

„Wenn Sie unbedingt sauer sein wollen, weil es nicht gleich beim ersten Anruf klappt, dann seien Sie im Zweifel sauer auf mich.“

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Das ist doch mal ein Wort. Spahn ist sich sicher, dass jeder jetzt sogar schon früher als Ende des Sommers ein Impfangebot bekommt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reeker hat bei der Pressekonferenz des Robert Koch Instituts heute auch ein positives Fazit der Impf-Aktion in den Hochhaussiedlungen gezogen:

„Schon die Impfaktionen in den ersten beiden Sozialräumen haben gezeigt, dass wir mit diesem mobilen Impfangebot Menschen erreicht haben, für die eine Anmeldung im Impfzentrum oder auch der Besuch bei einem Hausarzt eine hohe Hürde darstellt.“

Henriette Reeker, Oberbürgermeisterin Köln

In den nächsten Wochen soll es darum weitere Impf-Aktionen in den Kölner Brennpunkten geben.

Digitaler Corona-Impfausweis bald auch in Deutschland

Nachdem sich die EU auf einen digitalen Impfausweis geeinigt hat – will jetzt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn endlich Gas geben. In den kommenden Wochen soll es den Ausweis geben. Hier wird dann digital erfasst, ob man zum Beispiel geimpft oder genesen ist. Spahn verspricht die Einführung des digitalen Impfausweises bis spätestens Ende Juni. Mit dem digitalen Impfpass soll das Reisen und Urlauben in der EU erleichtert werden, verspricht Spahn:

„Wenn wir es jetzt schaffen als Europäische Union mit 27 Mitgliedsstaaten, dass mit einem QR-Code auf meinem Handy ich in Italien im Restaurant das Ding vorzeige und der QR-Code-Leser in Italien das erkennt als Impfnachweis – oder in Finnland, oder in Portugal – dann ist das weltweit einmalig“.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Apotheker und Praxen sollen bei der Digitalisierung der analogen Impfpässe helfen, so Spahn. Sie sollen die Dokumente auch auf Echtheit prüfen und dafür bezahlt werden.

Erste Öffnungen von Außengastronomie zu Pfingsten

Am bevorstehenden Pfingstwochenende kann man endlich wieder mal einen Kaffee oder Bier im Biergarten genießen. In gut der Hälfte aller kreisfreien Städte und

Kreise in Nordrhein-Westfalen darf die Außengastronomie unter Auflagen wieder öffnen. Allerdings bleibt auch vieles geschlossen. Denn nach Schätzungen des Gaststättenverbandes will gut ein Drittel der Gastronomen nicht öffnen – und hier ist mal nicht der Corona-Virus schuld, sondern das schlechte Wetter.

Biergärten vor der Öffnung: Das Corona Update vom 20. Mai 2021

Das Pfingstwochenende steht vor der Tür. In Nordrhein-Westfalen machen sich viele Wirte bereit für eine Öffnung der Außengastronomie. Und: In Deutschland wird über eine Corona-Impfpflicht für Kinder diskutiert.

Viele Öffnungen zu Pfingsten in NRW erwartet

Vielleicht war es ja dieses Mal rechtzeitig. Die EU hat bei Biontech / Pfizer groß eingekauft. 1,8 Milliarden Impfstoff-Dosen. Darin enthalten sind Dosen für Kinder und Auffrischungsimpfungen für Erwachsene. Während dessen kärchern viele Gastronomen in Nordrhein-Westfalen schonmal ihre Terrassen. Denn zum Start des Pfingstwochenendes können in gut der Hälfte der Regionen NRWs die Außengastronomie sowie Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze unter Auflagen öffnen. Münster könnte am Freitag sogar die erste Stadt sein, in der die Innengastronomie öffnen darf. Die Inzidenz liegt in Münster unter 50.

Open Air-Veranstaltungen in NRW für den Spätsommer erwartet

Stehen wir im Spätsommer wieder in den Innenstädten vor Open Air-Bühnen – im Idealfall mit einem Bier in der Hand? Könnte sein. Denn NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kann sich dann erste regionale Volksfeste unter freiem Himmel vorstellen. Allerdings müssten sich die Infektionszahlen weiter so gut entwickeln und es muss nach Laumanns Vorstellungen ein Hygiene-Konzept und Kapazitätsgrenzen geben.

Diskussion um Corona-Impfpflicht für Kinder

Noch gibt es ja keinen Impfstoff für Kinder. Aber dafür eine Diskussion um eine mögliche Impfpflicht – wie etwa bei Masern. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht ist aber dagegen. Sie setzt darauf, dass sich Kinder freiwillig impfen lassen. Außerdem sei die Corona-Infektion nicht vergleichbar mit Masern, so Lambrecht

Britische Regierung prüft dritte Impfung zum Schutz vor Corona-Mutationen

Die indische Virus-Mutation breitet sich in Großbritannien weiter aus. Bislang gibt es 3.000 bestätigte Fälle. Das sind fast 30 Prozent mehr als noch zu Beginn der Woche. Nach ersten Beobachtungen wirken die Impfstoffe nur eingeschränkt gegen die indische Variante – sie würden aber auch nicht vollständig versagen, so die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Uniklinik Frankfurt. In Großbritannien fällt auf, dass besonders Ungeimpfte gefährdet sind, sagt Gesundheitsminister Hancock. Fast 90 Prozent der Krankenhauspatienten hätten keine zweite Impfung. Das zeige, wie wichtig die doppelte Impfung ist. Die britische Regierung will jetzt mit einer Studie untersuchen, wie effektiv sogar eine dritte Auffrischungs-Impfung im Kampf gegen Mutationen sein kann.