Corona. Und jetzt? – Der Podcast: Erste Lockerungen

Die Zahl der Infektionen geht runter – die Zahl der Impfungen steigt und plötzlich ging es dann doch ganz schnell. In NRW haben in einigen Städten am Wochenende schon die Biergärten geöffnet. Zumindest durften sie das, ob sie wirklich geöffnet haben, ist nochmal eine andere Frage. Und damit sind wir mittendrin in der kritischen Betrachtung: War darf öffnen? Und wer tut es tatsächlich? Und hatte man uns nicht immer versprochen, dass wenn es Lockerungen gibt, dass sie dann im Schul- und Kitabereich stattfinden? Was erlaubt eigentlich die neue Corona-Schutz des Landes?

Lockerungen bei Inzidenz unter 100

In der Tat: Seit diesem Wochenende darf in Städten und Landkreisen, die stabil unter einer Inzidenz von 100 liegen, wieder die Außengastronomie öffnen. Das traf jetzt am Samstag (15.05.) bzw. am Samstag und am Sonntag insgesamt auf 12 Kommunen zu:

  • im Kreis Soest
  • im Rhein-Sieg-Kreis
  • in der Stadt Mülheim an der Ruhr
  • im Kreis Viersen
  • und in den Kreisen Borken, Ennepe-Ruhr, Kleve, Siegen-Wittgenstein und Wesel

Überall durfte spätestens am Sonntag die Außengastronomie öffnen. Und nicht nur die – hier ein Überblick über das, was die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung in NRW erlaubt:

Gastronomie: Eingeschränkte Öffnungen der Außengastronomie werden wieder erlaubt, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen unter 100 Neuinfektionen liegt. Voraussetzung ist eine verminderte Gästezahl. Zugang haben Getestete, Geimpfte und Genesene. Innenbereiche der Gastronomie dürfen ab einer Inzidenz unter 50 wieder geöffnet werden.

Hotels: Für private Gäste dürfen Hotels unter Auflagen bei einer stabilen Wocheninzidenz unter 100 wieder öffnen – also, wenn der Wert in der Kommune an mindestens fünf Tagen darunter liegt. Die Erlaubnis ist aber auf maximal 60 Prozent der Hotelkapazitäten begrenzt, jedenfalls solange bis die Inzidenz unter 50 fällt.

Camping: Auch Übernachtungen in Ferienwohnungen sowie auf Camping- und Wohnmobilplätzen werden bei einer stabilen Wocheninzidenz unter 100 für Negativgetestete, Geimpfte und Genesene wieder möglich.

Einzelhandel: Unter der Inzidenz von 100 dürfen alle Geschäfte öffnen – ohne Terminbuchung, aber nur für Kunden mit einem der drei Gs: Getestet, geimpft oder genesen

Messen: Als erstes Bundesland bekommen auch Messen eine Perspektive: Sie werden mit beschränkter Besucherzahl und nach demselben Flächen-Schlüssel vom vergangenen September erlaubt, wenn die Inzidenz unter 50 liegt. Für Kongresse und Tagungen sollen die gleichen Regeln gelten.

Kultur: In Regionen mit einer Wocheninzidenz unter 100 werden kulturelle Freiluft-Veranstaltungen mit bis zu 500 Gästen erlaubt. Der Besuch von Museen, Kunstausstellungen, Galerien, Schlössern, Burgen, Gedenkstätten und ähnlichen Einrichtungen ist mit Terminbuchung möglich. Zulässig ist in geschlossenen Räumen maximal ein Besucher pro 20 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Freizeit: Bei einer Inzidenz unter 100 dürfen kleinere Außeneinrichtungen für Geimpfte, negativ Getestete und Genesene öffnen, etwa Minigolf, Kletterparks, und Hochseilgärten. Freibäder dürfen für eine begrenzte Besucherzahl zum Sport zulassen; die Liegewiesen dürfen nicht genutzt werden. Private Veranstaltungen werden erst ab einer Inzidenz unter 50 erlaubt: im Außenbereich mit maximal 100 Personen, innen mit maximal 50 Personen jeweils mit negativem Testergebnis. Und: Unterhalb der 50er-Marke wären wieder Treffen mit zehn Personen aus bis zu drei Haushalten plus Kindern bis 14 Jahre erlaubt.

Holland-Reisen: Eine neue Einreiseverordnung des Bundes siehtvor, dass Reisende, die länger als 24 Stunden in den Niederlanden gewesen sind, fünf Tage in Quarantäne müssen. Erst am fünften Tag könnten sich die Betroffenen frei testen lassen. Das ist neu: Die bisherige nordrhein-westfälische Regelung, dass man sich direkt nach der Rückkehr frei testen lassen kann, gilt nicht mehr. Das hatte für viel Verwirrung gesorgt, denn Gesundheitsminister Laumann hier in NRW hatte vergangene Woche gesagt, Die Quarantänepflicht gelte erst ab einem Aufenthalt von 48 Stunden – richtig ist: Er gilt schon ab 24 Stunden.

Betriebe bleiben teilweise trotz Lockerungen zu

Es gibt da einen Verband, der dürfte sich über diese Entwicklung gefreut haben, der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA. Sprecher Thorsten Hellwig: „Nach sieben Monaten Lockdown hat die Branche natürlich auf erste Öffnungsschritte gewartet. Wir vom DEHOGA hätten uns gewünscht, dass es ein Gesamt-Öffnungskonzept für die gesamte Branche gegeben hätte, also nicht nur für die Außengastronomie und eingeschränkt für die Hotellerie, sondern für alle zusammen auch für die innen Gastronomie. Insofern war das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge verknüpft.“ Trotzdem haben laut Thorsten Hellwig nicht alle Cafés und Restaurants geöffnet. Durch das teilweise schlechte Wetter und die Beschränkung auf die Außengastronomie habe sich das für einige Betriebe nicht gelohnt. Zusätzlich kamen die Lockerungen für die Betreiber sehr kurzfristig. Nach sieben Monaten Lockdown einen Betrieb innerhalb von drei Tagen wieder zu öffnen ist schon sehr sportlich, so Hellwig.

Wie geht es mit den Schulen und Kitas weiter?

In dieser Woche treffen sich in NRW die zuständigen Minister für Kitas, für Schulen und für die Hochschulen und wollen darüber beraten, wie nun Öffnungsschritte in diesen Bereichen aussehen. Denn: Angesichts des Versprechens, man wolle im Zuge von Öffnungen Schulen und Kitas zuerst öffnen ist das eine drängende Frage. Schon heute (17.5.) will man sich zusammensetzen – aber noch gibt es nichts Neues.

Corona. Und jetzt? – Der Podcast: Wie urlaubsreif sind wir?

Großes Interesse an Urlaubsbuchungen im Norden: Nachdem ohnehin Schleswig-Holstein aufgrund hervorragender Corona-Infektionszahlen das Bundesland für Touristen fast vollständig öffnet, ziehen auch Niedersachsen und Bayern nach. Urlaub außerhalb NRWs ist also bald schon wieder möglich.

Urlaub in der Corona-Pandemie: Ein Hotelchef aus Mecklenburg-Vorpommern berichtet

In den Tourismuszentralen der Inneren Lübecker Bucht, der Schleiregion, des Kreises Nordfriesland und der Gemeinde Büsum laufe nach Angaben der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein beispielswiese die Telefone heiß. Auch auf Rügen in Mecklenburg-Vorpommern bereitet man sich auf einen Ansturm vor. Dort arbeitet Boris Bergen, der Gästehäuser und Ferienwohnungen bewirtschaftet. Was er für Gedanken zur Perspektive hat, wie er die Situation für Geimpfte und nicht geimpfte Personen einschätzt und ob es Sinn macht, vorerst nur Touristen aus dem eigenen Bundesland zu begrüßen, das erklärt er José Narciandi im Interview in der neuen Episode.

Corona. Und jetzt? – Der Podcast: Impftempo, Privilegien und Elternfrust

Das Impfen beherrscht die Debatten auf Bundes- aber auch Landesebene. Viele Themenpunkte sorgen für Diskussionen. Gleichzeitig haben wir mit einer frustrierten Mutter gesprochen, die gegenüber NRW-Schulministerin Gebauer mal Dampf ablassen möchte.

Ein Prozent aller NRW-Bürger an einem Tag verimpft

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte am Mittwoch den Landtag zu unterrichten. Dabei ging es ihm zum einen darum, klarzustellen, dass er die Brücke zum Sommer und zum nahen Ende der Pandemie weiter aufrechterhalten lassen möchte. Mit vier Eckpfeilern: „einem konsequenten Lockdown, einer Steigerung der Impfquote, flächendeckende Tests und digitale und effiziente Kontaktnachverfolgung.“

Außerdem erklärte Laschet, dass in NRW am Mittwoch rund 180.000 Dosen verabreicht werden konnten. „Das ist ein Prozent der Bevölkerung und das ist ungefähr das Impftempo, das die USA an einem Tag haben“, so Laschet im Landtag. Rund 18 Millionen Menschen leben bekanntlich bei uns in NRW. Die Opposition hielt von diesen Ansagen wenig, aber darauf gehen wir in der neuen Podcast-Folge konkret ein.

In sozialen Brennpunkten soll vermehrt geimpft werden

Angesichts hoher Corona-Infektionen in einigen Kölner Stadtteilen Schwerpunktaktionen für sozialen Brennpunkte angekündigt. „Mich hat besonders das Beispiel aus Köln beeindruckt. Köln-Chorweiler Inzidenz 500, Köln-Hahnwald Inzidenz 0“, sagte Laschet am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf. „Da wo Menschen in beengteren Wohnverhältnissen leben, ist die Gefahr sich anzustecken größer als bei jemanden, der in einem großzügig angelegten Einfamilienhaus wohnt.“ Daraus entstehe eine soziale Frage. „Und deshalb müssen wir jetzt hier auch einen besonderen Schwerpunkt setzen, dass geimpft werden muss dort, wo Menschen enger zusammenleben als anderswo“, betonte Laschet.

Der Frust bei den Eltern ist groß

Nadine Jacobströr (aus Gelsenkirchen), Mutter von drei schulpflichtigen Kindern, ist in den vergangenen zwei Wochen mit einem Video, das sie spontan bei Facebook gepostet hat, im Netz ziemlich viral gegangen. Sie hat sich, als nach den Osterferien die Landesregierung angekündigt hatte, dass die Kinder sich in der Schule nun zwei mal die Woche auf Corona testen müssen einfach den Kaffee auf, wie sie uns hinterher sagte: „Ich habe mir das angeguckt und gedacht: Das kann doch nicht sein. Das Grundrecht auf Bildung ist an Voraussetzungen geknüpft und das finde ich schwierig.“ Was sie sonst noch José Narciandi zu erzählen hatte, erfahrt ihr in der Episode.

Corona. Und jetzt? – Der Podcast: Sehen wir es mal spielerisch

Maske beim Friseur, vor dem Besuch bei Mama ein Wattestäbchen in die Nase, Konferenzen in Jogginghose. Corona hat unser Leben in jedem Bereich geändert. Auch bei so nebensächlich scheinenden Sachen wie Computer- und Videospielen. Wie gesagt: „nebensächlich scheinend“. Denn die Gaming-Industrie ist mittlerweile viel mehr als nur der Versorger für den netten, virtuellen Zeitvertreib. Der Großteil der Deutschen zockt regelmäßig, eine der weltweit wichtigsten und größten Messen der Spielebranche, die Gamescom, findet bei uns in Deutschland statt, die Umsätze sind längst in Bereichen der Film- und Musikindustrie angekommen – und wenn ein Spiel später rauskommt (wegen Corona), dann trifft es so manche Gamerinnen und Zocker härter als der Abstieg des Lieblings-Fußballvereins.

Gaming: Nur ein „nebensächlicher Zeitvertreib?

In diese Melange aus ernster Pandemie, finanzstarker Industrie und emotional-aufgeladenem Hobby haben sich heute zwei Kollegen gesetzt und eine ganz besondere Podcast-Folge aufgenommen. José Narciandi – eigentlich Host bei „Corona. Und jetzt?“, dem Podcast der NRW-Lokalradios, in dem aus dem politischen Herzens NRWs alles Wichtige rund um Corona besprochen wird. Und Matthias Hensel, neben Joschka Heinemann und David Müller einer der Hosts beim Gaming-Podcast „addON – der Gaming News-Podcast“.

Die Auswirkungen auf die Gaming-Kultur und was hat die Politik für die Spielbranche übrig?

Sie haben sich gefragt: Was für Auswirkungen hatte Corona denn eigentlich bisher auf die Gaming-Branche? Was hat sich geändert? Wie sieht es mit der Gamescom dieses Jahr aus? Zocken eigentlich mehr Menschen, seitdem das Treffen mit Freunden in der „echten“ Welt schwieriger geworden ist? Wobei können uns Videospiele in dieser Zeit vielleicht sogar helfen? Und hat die Politik eigentlich noch Zeit, sich um die deutsche Spielebranche zu kümmern? Welche Antworten sie gefunden haben, hört ihr in der neusten Folge. 

Links:

Behind the Scenes-Doku: Sackboy: A Big Adventure – Working From Home 

Armin Laschet zockt: 

https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/ministerpraesident-armin-laschet-laedt-zum-2-games-gipfel-nach-koeln-wichtiger

Corona. Und jetzt? – Der Podcast: Impftermine, Infektionszahlen unter 50 und die Frage „hält unser Internet“?