Bundesrat beschließt die Corona-Notbremse: Das Corona Update vom 22. April 2021

Fast 30.000 Corona-Neuinfektionen und eine Wocheninzidenz von rund 161. Die Zahlen sind weiter hoch, aber das exponentielle Wachstum, vor dem Spitzenpolitiker und Virologen gewarnt haben, scheint sich nicht einzustellen. Trotzdem hat auch der Bundesrat die Corona-Notbremse beschlossen. Das neue Corona-Update mit Michael Boom.

Bundesärztekammer: Durchseuchung Deutschlands sollte erforscht werden

Wie schön, dass jetzt endlich gemeinsame Maßnahmen kommen, von denen sich kein Ministerpräsident mehr frei machen kann. Die Frage ist nur: Braucht es das jetzt eigentlich noch, nach über einem Jahr Pandemie und der mittlerweile gut laufenden Impf-Kampagne? Die Bundesäztekammer empfiehlt der Bundesregierung, das mal erforschen zu lassen, wie es schon seit langem in Großbritannien gemacht wird. Wie steht es aktuell um die Durchseuchung, wie viele Menschen haben vielleicht schon eine Erkrankung hinter sich, ohne es bemerkt zu haben? Die Ärzte ärgern sich darüber, dass man immer noch nicht weiß, wie gefährlich es ist, die Schulen geöffnet zu halten. Entscheidungen treffen auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen wird gefordert.

Chaos beim Impfen mit Astrazeneca lässt nicht nach

Beim Impfen mit Astrazeneca ist das Chaos wirklich perfekt. Wie übel der Ruf dieses Mittels beschädigt wurde ist offensichtlich. Selbst Wetterexperte Jörg Kachelmann hat von übler Nachrede gesprochen und gleich eine Liste mit guten Anwälten weitergeleitet. In Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern wird jetzt die Altersbeschränkung aufgehoben, weil man darauf hofft, dass sich wenigstens junge Menschen mit Astrazeneca schützen lassen, bevor sie weiter warten müssen. Nur so viel: Wissenschaftler haben das Sterberisiko nach einer Impfung mit Astrazeneca berechnet und herausgefunden, dass es ungefähr genauso groß ist, wie bei vier Tagen Ski-Urlaub auf der Piste zu sterben.

Impfen: Günther Jauch erhält zig Hass-Mails

Wir sind in der Endphase der Pandemie und es lohnt sich einfach nicht mehr, noch schlechter drauf zu sein. Zwei Fakten dazu: Kaum einer heiratet mehr. Es gibt nach Zahlen unserer NRW-Landesstatistiker aktuell einen historischen Tiefststand. Aber klar, tanzen, küssen und umarmen gehen schlecht zusammen mit Hygiene-Auflagen, Konaktbeschränkungen und Ausgangssperren. Außerdem gibt es mittlerweile so viele Corona-Skeptiker in Deutschland, dass selbst Günther Jauch offener Hass entgegen schlägt. Jauch hat bei „SternTV“ erzählt, dass er massenhaft Hass-Briefe bekommt, weil er für die Impf-Kampagne der Bundesregierung wirbt.

Spahn für einheitlichen Lockdown, vorerst keine MPK – Das Corona Update vom 08. April 2021

Mehr als 25 000 Neuinfektionen, Bundesgesundheitsminister wirkt Jens Spahn besorgt. „Das sind, um es ganz deutlich zu sagen, zu viele.“ So könne es nicht weitergehen. „Es braucht einen Lockdown um die aktuelle Welle zu brechen, und dauerhaft und stabil unter 100, deutlich unter 100 idealerweise bei der Inzidenz zu kommen.“ Es bräuchte also Maßnahmen und eigentlich sei die Bund-Länder-Runde hierfür das richtige Format. „Aber wenn manche schon die Einschätzung der Lage nicht teilen, dann wird es natürlich schwierig“, zeigte sich Spahn enttäuscht.

Spahn fordert: „Parteienstreit herunterfahren“

Und weil es eben so aussieht, als kämpfe der eine oder andere Politiker eher gegen den Lockdown als gegen das Coronavirus mahnt der Gesundheitsminister: „Ich empfehle uns allen, den Parteienstreit – Wahljahr hin oder her – herunterzufahren und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Bekämpfung der Pandemie.“ Ein bundesweiter, einheitlicher Lockdown wird erst mal nicht beschlossen werden. Da hilft nur an die Vernunft und die Geduld der Bevölkerung zu appellieren, weiter eigenverantwortlich Kontakte zu vermeiden wo es geht, ob im privaten, schulischen oder beruflichen Alltag.

Überhaupt keine Ministerpräsidentenkonferenz nächste Woche

Nicht nur die für Montag geplante Bund-Länder-Runde ist abgesagt worden, es wird in der kommenden Woche überhaupt keine Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin geben. Stattdessen will die Bundesregierung im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz verschärfen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer versicherte aber, das bedeute nicht, dass es überhaupt keine Bund-Länder-Runden mehr gebe. „Diese Einigung auf eine Änderung im Infektionsschutzgesetz ist in gutem Einvernehmen zwischen Bunde und Ländern gelaufen, sonst wäre eine solcher Änderung ja gar nicht möglich“, so Demmer. Ziel sei es, eine bundesweit einheitliche Notbremsen-Regelung zu schaffen – für Kreise ab einer Inzidenz von 100.

Der Brücken-Lockdown, Johnson will Bier trinken – Das Corona Update vom 06. April 2021

Er hat versprochen nachzudenken und er hat geliefert – Armin Laschet ist über Ostern was eingefallen, was andere schon seit geraumer Zeit fordern. Damit seine Idee aber trotzdem irgendwie neu wirkt hat Laschet dafür einen frischen Begriff verwendet: „Brücken-Lockdown“. Mit diesem Brücken-Lockdown solle die Zeit überbrückt werden, bis so viele Menschen geimpft sind, dass wieder gelockert werden kann. Weil das Wort allein noch keine Strategie ist, wurde Laschets Idee nicht gerade kritiklos bejubelt, um es mal so zu formulieren. Im ZDF-Morgmenmagazin hat der CDU-Chef den Plan nochmal erläutert: „Wir haben so etwas ähnliches ja einmal erdacht, mit der Osterruhe.“ Nicht ausgeschlossen, dass den Brückenlockdown sogar das gleiche Schicksal ereilt wie die Osterruhe und Laschet die Kanzlerin zitieren muss.

Bei den Briten läufts einfach besser

Irgendwie besser als bei uns läuft es in Großbritannien. Im Kalender des britischen Premiers, Boris Johnson, steht für kommenden Montag 12. April der Termin: ein Bier trinken. An dem Tag werde er vorsichtig aber doch unverhinderbar ein Bierglas an seine Lippen heben. „Im Gegensatz zur deutschen Impfkampagne ist die britische weit fortgeschritten. Ebenfalls anders als in Deutschland, gibt es in Großbritannien eine klare, fünfstufige Exitstrategie. Am kommenden Montag steht schon Stufe drei an, mit dem Öffnen von Geschäften, Museen und eben den Außenbereichen der Pubs.“

Impfung in Hausarztpraxen startet

Ab dem 6. April darf auch offiziell in den Hausarztpraxen geimpft werden. Das soll der Impfkampagne einen richtigen Wumms geben. In der ersten Woche erhält jede Praxis rein rechnerisch 26 Impf-Dosen. Klingt eher nach Wümmschen, als nach Wumms. Ab Ende April soll es dann aber richtig losgehen, wenn an die Hausärzte mehr als drei Millionen Dosen geliefert werden sollen.

Links:
Fragen und Antworten zum Impfen in Arztpraxen

Armin Laschets „Brücken-Lockdown“-PK aus Aachen

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