Kreuzimpfung von Stiko empfohlen: Das Corona Update vom 02. Juli 2021

Die Ständige Impfkommission reagiert auf die Delta-Variante. Die Stiko empfiehlt Menschen, die bereits einmal mit Astrazeneca geimpft wurden die Zweitimpfung mit Biontech oder Moderna. Grund: Die Kombination aus Astrazeneca und einem mRNA-Impfstoff wirkt laut einer Studie der Oxford-Universität deutlich besser. Gesundheitsminister Spahn sagte dazu: „Wir haben viele Dosen von Astrazeneca, die uns in diesen Tagen geliefert werden und die weitergeleitet werden an die Länder vorrätig, um viele Impfwillige kurzfristig mit einer ersten Impfung Astrazeneca impfen zu können. Die Kombination Astrazeneka und Biontech schützt mindestens so gut wie Biontech/Biontech.“ Zusätzlich kann bei dieser sogenannten Kreuzimpfung der Zeitraum zwischen Erst-und Zweitimpfung auf 4 Wochen verkürzt werden.

Corona-Lage in Portugal spitzt sich zu

Die Corona-Lage in Portugal spitzt sich weiter zu. Die Regierung hat darum eine Ausgangssperre zwischen 23 und 5 Uhr verhängt. Auch Spanien warnt zum Ferienstart jetzt wieder vor steigenden Infektionszahlen. Auf Mallorca ist die Sieben-Tage-Inzidenz in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen und liegt jetzt bei über 70. Grund sind unteranderem Abschlussfahrten spanischer Schulklassen. Darum wird es bei der Rückkehr nach Deutschland strenge Kontrollen geben, sagt Berlins regierender Bürgermeister Müller im „ZDF“: „Wir haben die Chance über die Fluggesellschaften zu klären, wer steigt mit welchem Status ein und die Testnachweise müssen erbracht werden. Wir können bei uns an den Flughäfen lückenlos kontrollieren und landseitig wer mit dem Auto und der Bahn kommt, können wir mindestens Stichproben machen.“

Videokonferenzen bei Deutschen unbeliebt

Homeoffice ja – aber am liebsten ohne Videokonferenzen. Das ist das Ergebnis einer Yougov-Umfrage. Danach würde die Mehrheit der Deutschen nach der Pandemie gerne auf Videokonferenzen und -chats verzichten. Stattdessen möchten die meisten lieber wieder mit dem guten alten Telefon oder Messengerdiensten kommunizieren. Schade, wir werden sie vermissen: die Video-Fails mit Mitarbeitern auf dem Klo, in Unterhosen oder die Videochats unserer Politiker.

Unser Update zur Coronakrise

Corona sorgt immer noch Tag für Tag für zahlreiche Meldung. Wir helfen, den Überblick zu behalten und filtern für Euch die Nachrichten. Viel Spaß mit unserem Snack-Podcast für Zwischendurch!

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Corona. Und jetzt?

Das Corona-Update

Regeln für Reiserückkehrer: Das Corona Update vom 01. Juli 2021

Ab heute gelten für über 80 Staaten keine Reisewarnungen mehr. Und das europäische Impfzertifikat soll zeitgleich das Reisen innerhalb der EU erleichtern. Doch so leicht wird das Reisen im bevorstehenden Sommer-Urlaub gar nicht. Das hat Bundesgesundheitsminister Spahn heute klargestellt. Denn er rechnet damit, dass schon im Juli die hoch ansteckende Delta-Variante bis zu 80% des Infektionsgeschehens in Deutschland ausmachen könnte.

Regeln für Reiserückkehrer

Morgen startet NRW in die Sommerferien und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spielt jetzt schon mal den Spielverderber und erinnert schon vor der Abreise an die Regeln der Rückreise: „Wer aus einfachen Risikogebieten, aus Hochinzidenzgebieten oder Virusvariantengebieten kommt, muss eine digitale Einreiseanmeldung vorlegen. Jeder der sich in einen Flieger nach Deutschland setzt, muss ein negatives Testergebnis oder einen gültigen Impf- oder Genesenen-Nachweis vor Betreten des Flugzeugs vorweisen.“ Da steigt die doch die Urlaubsvorfreude in ungeahnte Höhen. Aber es geht noch eine Stufe höher. Bundesinnenminister Horst Seehofer hat heute verschärfte Kontrollen auch auf dem Landweg nach Deutschland angekündigt: „Da muss man nach derzeitigem Stand darauf hinweisen, dass die Schleierfahndung hinter der Grenze sich vor allem nach derzeitigem Stand darauf richten wird, wer aus der Balkanroute aus der Türkei zurückkommt oder die Auto-Route aus Großbritannien in die Bundesrepublik Deutschland. “ Seehofer kritisierte auch die UEFA scharf – Spiele in vollen Stadien stattfinden zu lassen sei „verantwortungslos“. 2000 schottische Fußballfans zum Beispiel hatten sich offenbar bei einem EM-Spiel in St. Petersburg infiziert. Und der scharfsinnige Horst hat da so eine Vermutung, warum die UEFA so entschieden hat: „Ich hab da ein bisschen den Verdacht, dass es da um Kommerz geht“.

Blick auf das nächste Schuljahr

Vor den Ferien ist nach den Ferien – und da siehts wohl unverändert aus. Nach zwei Corona-Schuljahren droht auch das kommende Schuljahr schwierig zu werden. Masken und Tests werden in NRW erstmal zum Alltag gehören. NRW Ministerpräsident Laschet will dann kurzfristig entscheiden, ob die Maskenpflicht im Unterricht wegfallen kann. Auch bei den Luftfiltern passiert wenig. Es gibt zwar ein Förderprogramm des Bundes – der sei für den Einbau aber nicht zuständig, sagt Gesundheitsminister Spahn: „Das Einbauen von Filtern in Schulräumen kann jedenfalls nicht der Bund anordnen oder vornehmen, das können nur Schulträger oder diejenigen, die in der Organisation zuständig sind.“ Und ich bin mal kühn und behaupte: damit meint Spahn wohl die Bundesländer.

Kinos machen wieder auf

Endlich kann man mal eine Netflix-Pause einschieben. Heute öffnen viele Kinos wieder. Zum Start gibts mit dem Oscar-Abräumer „Nomadland“ einen echten Blockbuster. Dazu gibts Action mit „Godzilla vs. Kong“ und „Catweazle“ mit Otto Waalkes, und der kann sich noch gut an die Corona-Drehbedingungen erinnern. „Die Kameraleute hatten schwarze Masken, die Ausstatter grüne, die Lichtleute rote, und die Hygienebeauftragten war immer da ‚halt, halt auseinander, Abstand einhalten'“.

Gedenkfeier für Corona-Opfer: Das Corona Update vom 30. Juni 2021

Im NRW-Landtag hat es heute eine offizielle zentrale Gedenkstunde für die Opfer der Corona-Pandemie gegeben. In der bewegenden Zeremonie hat unter anderem Ministerpräsident Armin Laschet an die Opfer aber auch an die vielen Helfer erinnert.

Bewegende Worte für die Opfer der Pandemie

„Keiner von uns – weder in Deutschland noch in einem anderen Land der Welt – war vorbereitet auf das, was seit März 2020 über uns gekommen ist“, sagt Landtagspräsident André Kuper, der in Worte fasste, was alle Teilnehmer an dieser Zeremonie bewegte: Es waren Angehörige und auch Ärzte, Pfleger und Seelsorger. Seit Ausbruch der Pandemie sind in NRW 17.000 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Im Landtag wurden für die Opfer Kerzen angezündet. Und der Landtagspräsident hat auch an alle die erinnert, die wegen der strengen Corona-Regeln Opfer bringen mussten: „Wie in kaum einem anderen Ereignis in der jüngeren Geschichte haben die staatlich eingeleiteten Maßnahmen, Menschenleben zu schützen, bei der Corona-Pandemie jede und jeden Einzelnen direkt betroffen. Ja – wie sollte es anders sein – es sind auch Fehler gemacht worden.“

Ministerpräsident Armin Laschet hat in einer sehr offenen Rede für eben diese Fehler um Verzeihung gebeten: „Manche sagen, dass auch die Einsamkeit, die soziale Isolation zum Tod eines geliebten Angehörigen geführt hat. Ich glaube das stimmt. Auch dem müssen wir, die wir Verantwortung tragen, uns stellen. Die Entscheidungen, die dazu geführt haben, dass Menschen einsam sterben mussten, waren ein gravierender Fehler. Mir bleibt nur, die Angehörigen von ganzem Herzen um Verzeihung zu bitten.“ Und Laschet dankte allen Helfern, die für die Covid-Patienten und deren Angehörige da waren: „Ihnen allen möchten wir heute unsere Anerkennung und unseren größten Respekt ausdrücken. Viele Leben konnten gerettet viel Leid gelindert und vermieden werden, weil Sie alle über Monate hinweg bis zur Belastungsgrenze – und oft weit darüber hinaus – beinah Übermenschliches geleistet haben.“

Leicht steigende Fallzahlen

Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen weltweit ist in der vergangenen Woche wieder leicht gestiegen. Gleichzeitig wurden nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit so wenig Todesfälle gemeldet wie seit November nicht mehr. 

Leichter Rückgang in Deutschland

Die Corona-Lage bei uns in Deutschland entspannt dagegen weiter. Das RKI meldet für heute rund 800 neue Infektionen und eine bundesweite Wocheninzidenz von 5,2 – ein bisschen weniger als gestern. Da lag die Inzidenz bei 5,4.

Portugal wird Virusvarianten-Gebiet – Homeoffice-Pflicht läuft aus: Das Corona Update vom 29. Juni 2021

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen geht trotz der Delta-Variante bei uns in Deutschland weiter zurück. Die Gesundheitsämter haben in 24 Stunden 404 neue Fälle gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz wird mit 5,4 angegeben. Vor einer Woche lag sei bei 8,0. Auch bei uns in NRW ist die Corona-Wocheninzidenz auf niedrigem Niveau weiter gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt sie bei 5,6. Innerhalb eines Tages wurden 108 neue Fälle gezählt.

Quarantäne für Portugal- und Russlandurlauber

Während sich bei uns die Corona-Lage weiter entspannt, siehts in Europa hier und da anders aus – beispielsweise in Portugal und Russland. Beide Länder gelten seit Dienstag, 29. Juni, als Virus-Variantengebiete. Im Fall von Portugal betrifft das vor allem viele Urlauber. Die Rückkehrer aus beiden Ländern müssen in Quarantäne. Für andere Reise-Rückkehrer bleibt erstmal alles so, wie es ist.

Dafür werden die Balearen strenger: Nach der Ansteckung von rund 1000 Schülern mit dem Coronavirus auf Mallorca hat die Regionalregierung der Balearen die Einreiseregeln verschärft. Das betrifft im Moment allerdings nur Teilnehmer von organisierten Gruppenreisen. Die Schüler kommen aus fast allen Teilen Spaniens und waren im Rahmen von Abschlussfahrten nach Mallorca gereist.

Seehofer kritisiert die UEFA

Bundesinnenminister Seehofer hat an die UEFA appelliert, die Zuschauerzahlen bei der Fußball EM wegen der Pandemie deutlich zu reduzieren. Das Verhalten sei unverantwortlich, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“. Für das Achtelfinale England gegen Deutschland heute sind 45.000 Zuschauer zugelassen.

Das beliebte Homeoffice

Die Corona-Krise hat das Homeoffice  – so wie es aussieht – sehr beliebt gemacht. Laut „DAK“-Umfrage können sich 57 Prozent der Deutschen vorstellen, auch in Zukunft die Hälfte ihrer Arbeit von zuhause aus zu erledigen. 60 Prozent glauben außerdem, dass sie zuhause produktiver sind als im Büro. Morgen endet für die Arbeitgeber die Pflicht, Homeoffice anzubieten. Die Arbeitgeberverbände freuen sich darüber. Die Gewerkschaften fordern auf der anderen Seite einen dauerhaften Mix aus Homeoffice und Präsenzarbeit – wenn der Arbeitnehmer das möchte.

Diskussion um Urlaubsrückkehrer: Das Corona Update vom 28. Juni 2021

Am Freitag startet NRW in die Ferien. Viele ziehts in den Süden Europas und da droht vielen Urlaubern Ungemach bei der Rückkehr. Portugal ist jetzt Virus-Mutationsgebiet, verbunden mit einer 14-tägigen Quarantäne bei der Rückkehr. Und auch bei der Wiedereinreise aus anderen Ländern drohen schärfere Regeln. Laut der BILD-Zeitung berät sich Kanzleramts-Chef Helge Braun heute mit den Chefs der Staatskanzleien, um neue Regeln für unseren Urlaub festzulegen.

Quarantäne nach dem Urlaub?

Die DELTA-Variante hat zunehmend das Potential uns den Sommer-Urlaub zu vermiesen. Immer mehr Länderchefs fordern härtere Kontrollen, mehr Tests und strengere Quarantäneregeln bei der Wiedereinreise auch aus normalen Risikogebieten. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bei n-tv: „Wir müssen tatsächlich die Impfnachweise und auch die Tests prüfen, die gemacht werden. Wir haben hier ja die besondere Situation, dass wir uns durch den Urlaub ein Problem ins Land holen können, das dann im Herbst viele betrifft.“
Wie schnell das gehen kann, zeigt aktuell ein Fall aus Spanien. Da haben sich fast 850 spanische Schüler nach Abschlussfahrten nach Mallorca infiziert. Allerdings mit der britischen Variante. Carsten Watzl von der Deutschen Gesellschaft für Immunologie glaubt jedoch, dass die noch ansteckendere Delta-Variante bis Ende Juli über 50% der Infektionen ausmachen wird. Watzl im Zweiten: „Das einzig Gute ist, dass das auf sehr niedrigem Niveau passiert. Das heißt, wir haben aktuell sehr niedrige Inzidenzen. Das heißt, wir haben einen gewissen Puffer und starten sehr niedrig.“
Auch Lauterbach rechnet mit einer Vierten Welle im Herbst. Die Frage sei nur, wie groß sie sein wird. Er fordert darum verpflichtende Tests vor der Rückreise und 5 Tage danach.

Probleme für Fußball-Fans in Wembley

Corona spielt auch im bevorstehenden Länderspielkracher England – Deutschland eine Rolle. Denn auf den Rängen heißt die Begegnung: 40.000 England-Fans gegen 2000 Deutsche. Grund sind die strengen Einreise-Regeln für Fans. Robin Goosens motiviert das aber sogar: „Is immer geil, wenn die Hütte mit eigenen Fans gefüllt ist. Aber, fast genauso geil ist es, wenn das ganze Stadion gegen einen ist und man kann die gegnerischen Fans zum Verstummen bringen…“

Britischer Gesundheitsminister muss zurücktreten

Und wir bleiben noch kurz auf der Insel. Da musste jetzt der Gesundheitsminister zurücktreten – also die britische Ausgabe von Jens Spahn. Der pikante Grund: er hatte trotz Kontaktbeschränkungen, die er selbst verordnet hat, eine enge Mitarbeiterin im Büro geküsst. Blöd nur, dass eine Überwachungskamera das private Techtelmechtel aufgenommen hat: Der Minister dazu schmallippig: „Diejenigen, die die Regeln machen, müssen sie auch einhalten.“
Möglich, dass ihm nach dem politischen „Aus“ jetzt auch noch der Rauswurf zu Hause droht. Hancock ist nämlich verheiratet – oder war es bisher.

Corona bleibt uns erhalten: Das Corona Update vom 25. Juni 2021

Mehr als die Hälfte der Deutschen plant in diesem Sommer einen Urlaub, anders als vor der Pandemie. 48% wollen auf Reisen in bestimmte Regionen verzichten – besonders wenn das mit einem Flug oder einer Bus-bzw. Bahnfahrt verbunden ist. 33% wollen sogar gar nicht fahren.

Dahinter könnte womöglich die Angst vor der Delta-Variant stecken. Dazu gab es heute frische Infos vom Robert Koch Institut.

Es ist Freitag und das heißt: Bühne frei für Lothar Wieler. Der Chef des Robert Koch Instituts, der seit über einem Jahr mit schiffsdieselhaftem Gleichmut durch die Krise führt, der Dauerwarner, die angezogene Handbremse im blauen Anzug, so nennt der Spiegel ihn. Und auch heute mahnt Wieler – diesmal vor der ansteckenden Delta-Variante. Die werde sich weiter ausbreiten und dagegen helfe neben maximaler Vorsicht auch im Sommer nur: impfen, impfen, impfen: „Wir wissen, dass Menschen, die vollständig geimpft sind, dass die gegen schwere Erkrankungen mit Delta geschützt sind. Das ist wirklich eine, wichtige und gute Nachricht. Ich beton aber: der vollständige Impfschutz ist wichtig“.

Momentan verdoppeln sich die Infektionszahlen mit Delta etwa jede Woche. Der Anteil liegt derzeit bei 15%. Betroffen sind vor allem unter 60jährige. Delta sorgt auch für mehr Krankenhausaufenthalte, so das RKI. Wie der Herbst wird, entscheidet auch das Verhalten jetzt im Sommer, so Gesundheitsminister Jens Spahn: „Wer will, dass die Schulen nach den Ferien sorgenfreier starten können, der sollte sich und seine Familie nach der Rückkehr aus dem Urlaub 1,2,3 Mal in einigen Tagen Abstand testen lassen, wie es ja kostenlos möglich ist. Und eben auch das Impfen hilft uns bei dieser Variante.“

Genug Impfstoff ist im Anmarsch, so Spahn, so dass alle Erwachsene bis Ende Juli mindestens einmal geimpft werden können und alle 12-18-jährigen bis Ende August. Wer sich nicht impfen lässt, der werde sich früher oder später infizieren, so Spahn

Positive Tests nach Stadionbesuch

Delta hat auch die Fußball Europameisterschaft zunehmend im Griff: nach den drei EM-Spielen in München sind 12 Fans positiv getestet worden. Schlimmer hats die Finnen erwischt. Nach den Spielen im russischen St. Peterburg gegen Russland und Belgien hatten sich mindestens 86 Fans angesteckt. Man rechnet mit weiteren Fällen. Auch die Briten ziehen wegen Delta die Handbremse an. Deutsche Fans dürfen beim Achtelfinale in Wembley nur dabei sein, wenn sie in Großbritannien wohnen. Auch für Fans, die ohne Karte nach London wollen, gelten strenge Quarantäne-Regeln.

Eine Länder wieder mit härteren Maßnahmen

Wie gefährlich Delta werden kann, zeigt sich auch in Sidney – da gehen Teile der Stadt wieder in den Lockdown und Israel hat nach deutlich steigenden Zahlen die Maskenpflicht in Innenräumen wieder eingeführt. Abgeschafft wird die Maskenpflicht dagegen in Spanien. Wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann, darf man ab Samstag dann draußen „oben ohne“ rumlaufen – also – ohne Maske meine ich…

Weiter Sorge vor der Delta-Variante: Das Corona Update vom 24. Juni 2021

Jeder Dritte Deutsche ist mittlerweile geimpft. Und hoffentlich hilft das gegen die weitere Ausbreitung der Delta-Variante. Die Ärzteschaft will darum noch mehr aufs Impftempo drücken und auch die Kanzlerin ist trotz der niedrigen Infektionszahlen weiter beunruhigt.

Zum letzten Mal ist die Kanzlerin heute mit einer Rede vor den Bundestag getreten. Dabei hat sie vor dem EU-Gipfel heute Bilanz gezogen. Die Pandemie hätte gezeigt, dass Europa beim Krisenmanagement viel zu zögerlich reagiert habe, so Angela Merkel. Beim Thema Öffnungen will Merkel trotz sinkender Zahlen vorsichtig bleiben, die Pandemie sei weltweit noch nicht vorbei: „Wir in Deutschland und Europa bewegen uns immer noch auf dünnem Eis. Besonders neu aufkommende Virus-Varianten – jetzt vor allem die Delta-Variante – mahnen uns zur Vorsicht. Deswegen müssen wir den Weg aus der Pandemie weiter mit Augenmaß gehen.“

Und die Kanzlerin ist weiter dafür, dass die Patente für die Impfstoff-Herstellung nicht frei gegeben werden, damit auch ärmere Länder ihn selbst herstellen können. Stattdessen sollte es aber erlaubt sein, die Impfstoffe in Lizenz herzustellen.

RKI sorgt sich wegen Delta-Variante

Neue Zahlen des Robert Koch Instituts zeigen auch, dass die Delta-Variante im Herbst zu einem Problem werden kann. Ihr Anteil an den Infektionen hat sich nämlich innerhalb einer Woche auf 15% verdoppelt. Darum appelliert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor dem Start der Reisesaison an alle Urlauber, vorsichtig zu sein und sich testen zu lassen. Doch was ist, wenn ein gebuchter Urlaubsort urplötzlich zum Virusvariantengebiet wird? Dazu Expertin Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland: „Wenn jetzt wirklich während meines Urlaubs mein Reiseziel zum Virusvariantengebiet wird, dann bin ich berechtigt vom Reisevertrag zurückzutreten bzw. ihn zu kündigen. Alle nicht genutzten Leistungen kann ich dann auch zurückfordern und wenn es vertraglich vereinbart war, muss mich mein Reiseanbieter auch an den Heimatort zurücktransportieren.“

Daher wichtig: vor der Buchung das Kleingedruckte lesen oder gleich eine Reiseabbruchversicherung abschließen.

Ungewohntes, normales Leben

Wir finden uns so langsam wieder ins normale Leben zurück, und das ein oder andere kommt einem dabei echt sonderbar vor – gemeinsam Fußballgucken in einer Gruppe zum Beispiel, ohne die Hausstände zählen zu müssen zum Beispiel – und auch Promis fremdeln mit den wieder zurück gewonnenen Freiheiten – Lena zum Beispiel: „Ich geh so durch die Straßen und denk so: dass ist alles nicht richtig, das ist alles viel zu viel, ich kann damit überhaupt nicht umgehen, wie soll ich mich verhalten. Ich hab echt das Gefühl, dass ich über die eineinhalb Jahre so’n bisschen zur Sozialphobikerin geworden bin“.

Hoffentlich gilt das am Ende nicht für ihre eigene, kleine Familie.

Neuere Lockerungen in zwei Wochen in NRW: Das Corona Update vom 23. Juni 2021

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat weitere Lockerungen in zwei Wochen angekündigt. „Es wird jetzt um die Fragen gehen: Brauchen wir für alle Bereiche noch Testpflichten? In welchen Bereichen ist die Maske noch erforderlich? Wir haben jetzt für den Außenbereich die Maskenpflicht abgeschafft. Ich denke mal, wir haben noch wenige Tage bis zu den Schulferien, so dass wir hier jetzt im Innenbereich an der Maskenpflicht nichts ändern“, so der Kanzlerkandidat der Union. Und: Die Schulen sollen nach den Ferien offen bleiben.

Delta-Variante wohl weiter verbreitet – Drosten mit leichter Entwarnung

Die Delta-Variante ist offenbar zumindest in Teilen Deutschlands auf dem Vormarsch. Bundesweit liegt der Anteil bei rund 6% aber im Raum München liegt der Anteil schon bei rund 25%. Auch in Hessen breitet sich die indische Virus-Mutation weiter aus, sagt Gesundheitsminister Kai Klose. „Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon in über 25% der Fälle dominiert, daran sehen sie, dass das sehr schnell geht.“

Deutschlands Top-Virologe Prof. Christian Drosten wirkt da auch etwas ratlos. Er hält es auch für möglich, dass Delta in Deutschland einen anderen Verlauf nehmen könnte als in Großbritannien, wo die Infektionen in den vergangene Wochen wieder stark angestiegen sind. „Ich glaube eine Sache, die man sich für Deutschland zu Gute halten kann ist, dass wenn es so sein sollte, dass im Juli die Fallzahlen wieder ansteigen, dann werden wahrscheinlich die Schulferien, die kommen, wieder eine Entspannung bringen. Und diese Möglichkeit hatten natürlich unsere Kollegen in England nicht.“

Drosten geht davon aus, dass die Inzidenzen im Herbst auf jeden Fall wieder steigen. Darum müssten bis dahin jetzt möglichst viele Menschen komplett geimpft werden. Besonders Eltern von Schulkindern. Der Impfstoffhersteller Biontech geht außerdem weiter davon aus, dass man den Impfstoff nicht wegen der Delta-Variant anpassen muss. Allerdings könnte eine Auffrischung im Herbst nötig sein.

Impftermin-Vergabe in Impfzentren – aber nur priorisiert

Ab heute kann man in den Impfzentren in NRW wieder einen Termin für die erste Impfung vereinbaren. Die Terminbuchung ist online möglich über www.116117.de und  telefonisch über die zentrale Rufnummer 116 117. Allerdings ist die Erstimpfung weiter den über 60-jährigen und Vorerkrankten vorbehalten – trotz Wegfall der Priorisierung. Alle anderen noch ohne Impfangebot sollen es stattdessen zunächst bei den Haus- oder Betriebsärzten versuchen.

Wird die EM zum Pandemietreiber?: Das Corona Update vom 22. Juni 2021

32% der Deutschen sind mittlerweile vollständig geimpft. Darum gehen die Infektionszahlen weiter stetig zurück. Allerdings warnen Experten jetzt schon vor einer neuen Mutations-Variante – Nein, nicht Delta. Die UEFA-Mutante. Denn die teilweise vollen Stadien bei der EM treiben einigen Virologen dann doch die Sorgenfalten auf die Stirn.

Nur noch 455 Neuinfektionen an einem Tag. In NRW sinkt die Inzidenz auf 8,2. Darum blickt jetzt sogar Dr. Uwe Jansens von der Gesellschaft für Intensivmediziner bei n-tv etwas entspannter auf die Lage: „Da kommt uns zugute, dass wir die Impfungen am Start haben und vielleicht, wenn wir glücklich sind, Ende September sogar die meisten Deutschen durchgeimpft haben. Und das wird uns tatsächlich vor einem schwereren Verlauf einer 4. Welle schützen. Deshalb gehen wir nicht mit großen Sorgenfalten in den Herbst aber warnen immer noch davor, im Moment zu locker mit der Situation umzugehen.“

Darum warnt die Bundesärztekammer auch vor Urlaubsreisen in Länder, wo die Delta-Variante grassiert.

Die Lage in Großbritannien

Zum Beispiel in Großbritannien. Auf der Insel sollen trotz Delta-Variante und steigender Infektionszahlen die Corona-Beschränkungen ab 19.Juli fallen – der Termin war um 4 Wochen verschoben worden. Dann sollen Geimpfte auch wieder ohne Quarantäne ins Ausland fliegen dürfen. Eine Lösung zeichnet sich auch für das EM-Finale am 11.Juli im Londoner Wembley Stadion ab. 60.000 Zuschauer dürfen danach dabei sein. Die strittige Quarantäne-Regelung für VIPs und Medienmitarbeiter soll dabei nicht gelten. Damit könnte eine Verlegung vom Tisch sein

Voller Schulbetrieb nach den Ferien

Für die Bundesregierung hat die Rückkehr zu einem vollen Schulbetrieb nach den Sommerferien hohe Priorität. Allerdings hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schon angedeutet, dass auch dann Distanzunterricht weiter notwendig sein wird. Ines Weber vom Bundeselternrat hat die Bundesregierung darum aufgefordert, die Schulen jetzt schon auf den Herbst vorzubereiten: „Die Eltern brauchen Perspektiven, dass Lüftungsanlagen eingebaut werden worüber seit eineinhalb Jahren gesprochen wird.“

Trumps Planspiele

Man ist von Trump in der Corona-Krise vieles gewohnt. Er wollte Infizierten Desinfektionsmittel spritzen oder sie von Innen mit UV-Licht bestrahlen. Und dazu passt auch diese Meldung der Washington Post. Danach soll Trump zu Beginn der Pandemie ernsthaft darüber nachgedacht haben, Infizierte Amerikaner auf die Guantánamo-Insel zu verfrachten, andererseits: wer fragt, ob man einen Hurrikan mit einer Atombombe stoppen kann – dem ist auch das zuzutrauen.

Homeschooling-Bilanz: Das Corona Update vom 21. Juni 2021

Wieviel Zuschauer kann eine sportliche Großveranstaltung verantworten? Diese Frage beantwortet gerade jeder Organisator anders. Bei der Fußball-EM In Budapest wird vor vollem Haus und über 60.000 Fans gespielt. In München vor nur rund 14.000.

Bei der WM in Katar im kommenden Jahr sollen nur Geimpfte ins Stadion dürfen. Und bei den Olympischen Spielen ab 23. Juli in Tokyo wollen die Organisatoren bis zu 10.000 einheimische Zuschauer bei allen Wettkämpfen zulassen. Das hat das Nationale Olympische Komitee heute entschieden – aber wie immer in Corona-Zeiten – unter Vorbehalt.

Schlechtes Zeugnis für Homeschooling

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß – Homeschooling ist für die Tonne. Das ist jetzt mal frei übersetzt das Ergebnis einer neuen Studie der Goethe Universität in Frankfurt. Dort hatten sich Forscher Daten aus aller Welt angesehen. Ergebnis: die Schulschließungen haben bei den Schülerinnen und Schülern zur Stagnation des Lernens mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen geführt. Der Effekt des Homeschoolings liege damit im Bereich der Sommerferien, so die Wissenschaftler. Trotzdem glaubt Bundesgesundheitsminister Spahn, dass Wechselunterricht und Hygienemaßnahmen im kommenden Herbst weiter notwendig sind.

Vierte Welle kommt?

Denn es droht eine 4. Welle – ausgelöst durch Delta – der indischen Variante. Virologe Alexander Kekulé rechnet fest damit: „Die kommt hauptsächlich dadurch zu Stande, dass einfach in der kälteren Jahreszeit sich diese Viren einfach stärker ausbreiten. Das ist nicht zu vermeiden. Wir sind dann auch häufiger in geschlossenen Räumen. Nach den Sommerferien werden die Schulen dann wieder losgehen und die Kinder sind dann ja nicht geimpft – das wird bis dahin auch nicht der Fall sein.“

Darum sei es jetzt wichtig, dass über den Sommer möglichst viele Menschen den vollen Impfschutz haben, so Kekulé. Denn sonst bestünde kein ausreichender Infektionsschutz vor der Delta-Variante. Hessens Ministerpräsident Bouffier hält auch neue Kontaktbeschränkungen für möglich, sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder nach oben schnellen.

Dennoch glaubt Experte Dr. Christoph Specht bei n-tv, dass eine 4. Welle nicht mehr so gefährlich wird: „Das Ziel ist natürlich, und so war es immer angelegt, dass man die vulnerablen Gruppen schützt. Das muss uns bis zum Herbst gelingen, dass die entsprechend geimpft sind. Und dann kann es tatsächlich so sein, wir haben zwar wieder Infektionszahlen aber eben keine schwere Krankheitslast.“

Kaum noch Maskenpflicht

Aber noch sind die Infektionszahlen in NRW ja Bombe. Alle kreisfreien Städte und Kreise in NRW liegen nun stabil unter der Inzidenz von 35. Heißt: Die Maskenpflicht im Freien ist in NRW seit heute weitgehend aufgehoben. Auch auf Schul- und Pausenhöfen und im Außenbereich von Schulen muss jetzt kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. In Innenräumen bleibts aber bei der Maskenpflicht. Ausnahme ist die Millionenstadt Köln. Dort bleibt die Maskenpflicht in einigen Bereichen noch bis einschließlich 28. Juni gültig.