Notbremse, Schulstreit und Betrug: Das Corona Update vom 18. März 2021

Ist das noch Corona? Oder schon Wahlkampf. Einige vor allem SPD-geführte Kommunen wollen partout die Schulen vor Ostern schließen – weil es so viele Infektionen gibt. Das Land wittert Wahlkampf und wiegelt ab. Und: Der nächste Bund-Länder-Gipfel wirft seine Schatten voraus.

Söder fordert Einhalten der Corona-Notbremse  

Am Montag beraten die Ministerpräsidenten gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie es mit den Corona-Verboten weitergeht. Und wenn man Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder so hört, dann können wir das Thema Lockerungen wohl vergessen. Alle Bundesländer sollten sich gefälligst an die vereinbarte Notbremse bei einer 100er Inzidenz halten, fordert Söder: „Wir brauchen eine harte Notbremse, damit wir überhaupt richtig agieren können. Und im Moment stehen wir auf einem Sprungbrett zur nächsten Stufe einer exponentiellen Entwicklung. Deswegen muss och einmal alles auf dem Prüfstand stehen. Ich kann mir jetzt weitere große Öffnungen nicht vorstellen“. Söder ist außerdem dafür, Astrazeneca-Exporte aus der EU in andere Länder zu stoppen, besonders in die Länder, die selbst herstellen und nicht in die EU exportieren

Immer mehr Kommunen in NRW fordern Schulschließungen vor den Oster-Ferien

Auch in Nordrhein-Westfalen steigen die Infektionen weiter stark an. Die landesweite Inzidenz liegt bei 92,1 – also kurz vor der 100er Marke für die vereinbarte Notbremse, wo Schluss ist mit Lockerungen. Und jetzt bahnt sich auch noch Streit an zwischen einzelnen Kommunen und der Landesregierung. Die Stadt Dortmund nimmt heute bei der Landesregierung einen neuen Anlauf mit dem Ziel, ab Montag die Schulen wieder zu schließen. In Dortmund hätte sich der Anteil der Infizierten unter 20 Jahre verdreifacht, so Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal: „Wir haben die Situation, dass die britische Variante des Virus das Ruder des Infektionsgeschehens in Deutschland übernimmt“. Nach Duisburg und Dortmund fordert jetzt auch Wuppertal Schulschließungen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung ist aber weiter dagegen. Erst müssten andere Maßnahmen getroffen werden, und in jedem Fall muss das Land zustimmen, heißt es in einem Erlass. Auch dem geplanten Kita-Notbetrieb in Duisburg erteilte NRW-Familienminister Joachim Stamp heute eine Absage.

NRW: Razzia gegen mutmaßliche Coronahilfen-Betrüger

In NRW gab es heute eine Razzia wegen eines mutmaßlich großangelegten Betrugs mit Corona-Soforthilfen. Die Polizei hat 58 Wohnungen und Firmen in mehreren nordrhein-westfälischen Städten und in Berlin durchsucht. Ein per Haftbefehl gesuchter 52 Jahre alter Verdächtiger aus Grevenbroich wurde festgenommen. Die insgesamt rund 30 Verdächtigen sollen Corona-Soforthilfen im Gesamtumfang von 450.000 Euro zu Unrecht beantragt zu haben. Ausgezahlt wurden bereits 170.000 Euro.

Studie: Unter 65-Jährige nach Infektion weitgehend vor Corona geschützt

Wer Corona-infiziert war, ist in den Folgemonaten vor einer weiteren Infektion weitgehend geschützt. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Studie aus Dänemark – allerdings gibt es ein großes „Aber“. Denn bei Menschen über 65 kommt es häufiger zu Neuinfektionen als bei Jüngeren. Daher sollten sich gerade ältere Infizierte impfen lassen, so die Autoren der Studie.

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Tja, wären wir mit dem Impfen mal so schnell wie die Briten. Die haben ihre Handtücher jetzt schon ausgerollt. Zypern lässt ab Mai nämlich geimpfte Touristen aus Großbritannien einreisen. Ein negativer Test ist dann nicht mehr nötig. Wie es bei uns mit dem Oster-Urlaub aussieht, das wird wohl erst bei der nächsten Sitzung der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin am 22. März beschlossen.

Corona-Schnelltests in den Discountern

Ab morgen gibt es bestimmt wieder Schlangen bei ALDI. Der Discounter verkauft nämlich als erster Selbsttests. In der kommenden Woche folgen dann auch Rossmann und DM. Bei den kostenlosen Schnelltests, die ab Montag eigentlich bundesweit starten sollten, könnte es in Nordrhein-Westfalen zu Beginn noch einige Engpässe geben, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl Josef-Laumann: „Wir werden sicherstellen, dass unsere Apotheken das auch außerhalb der Apotheke machen dürfen. Es gibt sehr viele Anbieter auch von großen, bekannten Ketten aus dem Drogeriebereich, die haben wir ja auch in allen Städten, so dass ich sicher bin, dass wir diese Struktur ganz schnell aufgestellt kriegen“. Die Selbsttests könnten schon bald ein wichtiger Baustein sein, um zum Beispiel wieder ins Kino, Theater oder Restaurant gehen zu können. In NRW wäre das ab 22. März im Außenbereich möglich, und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat auch schon eine Idee, wie das praktisch aussehen könnte: „Tisch 15, fünf Leute, kommt um 19.15 Uhr, da ist draußen vielleicht ein kleines Zelt aufgebaut, macht den Selbsttest unter Aufsicht, kriegt dabei ein Getränk, geht dann rein“.

Robert Koch Institut hat weiter Angst vor Mutationen

Sorgen bereitet dem Robert Koch Institut weiter die Ausbreitung der britischen Virusmutation. Mittlerweile liegt der Anteil bei 40 Prozent – und das RKI rechnet darum mit weiter steigenden Infektionszahlen. Aber es zeigen sich auch erste Erfolge beim Impfen. RKI-Chef Lothar Wiehler: „Was mich auch sehr freut, dass in den Altersgruppen, in denen geimpft wird, auch die Inzidenzen deutlich zurück gehen – also besonders bei den über 80-Jährigen“. Ab Ende März soll auch in den Hausarztpraxen in NRW geimpft werden. Die ersten sind die chronisch Kranken.

Kita-Betrieb in NRW weiter eingeschränkt, Schulen bald komplett offen

In NRW bleibt der Kita-Betrieb bis mindestens Ostern eingeschränkt, so NRW-Familienminister Joachim Stamp heute. Ab 15. März holt NRW auch alle Schüler der weiterführenden Schulen wieder zurück – zumindest tageweise. Der Wechselmodus soll dann bis zum Sommer gelten und kein Schüler soll länger als 1 Woche ohne Präsenzunterricht bleiben.

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