Homeschooling-Bilanz: Das Corona Update vom 21. Juni 2021

Wieviel Zuschauer kann eine sportliche Großveranstaltung verantworten? Diese Frage beantwortet gerade jeder Organisator anders. Bei der Fußball-EM In Budapest wird vor vollem Haus und über 60.000 Fans gespielt. In München vor nur rund 14.000.

Bei der WM in Katar im kommenden Jahr sollen nur Geimpfte ins Stadion dürfen. Und bei den Olympischen Spielen ab 23. Juli in Tokyo wollen die Organisatoren bis zu 10.000 einheimische Zuschauer bei allen Wettkämpfen zulassen. Das hat das Nationale Olympische Komitee heute entschieden – aber wie immer in Corona-Zeiten – unter Vorbehalt.

Schlechtes Zeugnis für Homeschooling

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß – Homeschooling ist für die Tonne. Das ist jetzt mal frei übersetzt das Ergebnis einer neuen Studie der Goethe Universität in Frankfurt. Dort hatten sich Forscher Daten aus aller Welt angesehen. Ergebnis: die Schulschließungen haben bei den Schülerinnen und Schülern zur Stagnation des Lernens mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen geführt. Der Effekt des Homeschoolings liege damit im Bereich der Sommerferien, so die Wissenschaftler. Trotzdem glaubt Bundesgesundheitsminister Spahn, dass Wechselunterricht und Hygienemaßnahmen im kommenden Herbst weiter notwendig sind.

Vierte Welle kommt?

Denn es droht eine 4. Welle – ausgelöst durch Delta – der indischen Variante. Virologe Alexander Kekulé rechnet fest damit: „Die kommt hauptsächlich dadurch zu Stande, dass einfach in der kälteren Jahreszeit sich diese Viren einfach stärker ausbreiten. Das ist nicht zu vermeiden. Wir sind dann auch häufiger in geschlossenen Räumen. Nach den Sommerferien werden die Schulen dann wieder losgehen und die Kinder sind dann ja nicht geimpft – das wird bis dahin auch nicht der Fall sein.“

Darum sei es jetzt wichtig, dass über den Sommer möglichst viele Menschen den vollen Impfschutz haben, so Kekulé. Denn sonst bestünde kein ausreichender Infektionsschutz vor der Delta-Variante. Hessens Ministerpräsident Bouffier hält auch neue Kontaktbeschränkungen für möglich, sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder nach oben schnellen.

Dennoch glaubt Experte Dr. Christoph Specht bei n-tv, dass eine 4. Welle nicht mehr so gefährlich wird: „Das Ziel ist natürlich, und so war es immer angelegt, dass man die vulnerablen Gruppen schützt. Das muss uns bis zum Herbst gelingen, dass die entsprechend geimpft sind. Und dann kann es tatsächlich so sein, wir haben zwar wieder Infektionszahlen aber eben keine schwere Krankheitslast.“

Kaum noch Maskenpflicht

Aber noch sind die Infektionszahlen in NRW ja Bombe. Alle kreisfreien Städte und Kreise in NRW liegen nun stabil unter der Inzidenz von 35. Heißt: Die Maskenpflicht im Freien ist in NRW seit heute weitgehend aufgehoben. Auch auf Schul- und Pausenhöfen und im Außenbereich von Schulen muss jetzt kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. In Innenräumen bleibts aber bei der Maskenpflicht. Ausnahme ist die Millionenstadt Köln. Dort bleibt die Maskenpflicht in einigen Bereichen noch bis einschließlich 28. Juni gültig.

Laschet stellt weitere Lockerungen in Aussicht – Das Corona Update vom 16. Juni 2021

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat im Landtag weitere Lockerungen in Aussicht gestellt. Die Maskenpflicht hält Laschet angesichts der weiter sinkenden Infektionszahlen für überflüssig – aber nicht überall: „Wir wollen kein Risiko eingehen und wo es nötig ist – in Innenräumen – weiter auf Masken setzen. Im Außenraum kann die Maskenpflicht, auch in den Städten und Kommunen wo sie immer noch gilt, beendet werden“. Auch Großveranstaltungen sollen ab September in NRW wieder möglich sein. „Wenn die Infektionszahlen niedrig bleiben, sind ab September auch wieder größere Veranstaltungen möglich. Musikfestivals, Sportfeste, Volksfeste und weitere Rücknahmen von Beschränkungen“, so Laschet. Trotzdem mahnt er weiter zur Vorsicht, damit eine vierte Welle durch die Delta-Variante im Herbst verhindert werden kann. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet nämlich damit, dass die indische Variante auch bei uns dann Probleme bereiten könnte.

Gesundheitsminister beraten sich

Am 16. Juni beraten die Gesundheitsminister der Länder unter anderem darüber, wie die Wiedereinreiseregeln nach dem Sommer-Urlaub aussehen könnten. Laut einer Beschlussvorlage könnte es bei der Testpflicht vor der Rückreise bleiben. Zudem wird auch eine zweite negative Testung nach fünf bis sieben Tagen diskutiert. Im Straßenverkehr und bei Bahn-Verbindungen aus ausländischen Risikogebieten soll es im Sommer „im grenznahen Bereich verstärkt stichprobenhafte Kontrollen“ geben. Damit soll verhindert werden, dass Virus-Mutationen eingeschleppt werden.

New York hebt alle Beschränkungen auf

Gute Nachrichten gibts für alle Mallorca-Urlauber. Da wird nämlich die Sperrstunde für Gastro-Betriebe und Nachtlokale ab Samstag auf 2 Uhr morgens verlegt. Clubs bleiben auf den Balearen aber noch bis mindestens bis Mitte Juli geschlossen.

In New York hat Gouverneur Andrew Cuomo sogar alle Beschränkungen aufgehoben – denn 70% der New Yorker sind geimpft.“Jetzt können wir wieder unser Leben leben“, so Cuomo. „Die richtigen, staatlichen Einschränkungen, die uns durch diese Pandemie gebracht haben, werden ab sofort aufgehoben.“ Dabei war New York vor einem Jahr das Epizentrum der Pandemie mit Hunderten Toten pro Tag. Jetzt wird das Ende der Pandemie groß gefeiert. Mit einem Feuerwerk heute Nacht.