Gibt es bald Sputnik V für Deutschland? – Das Corona Update vom 08. April 2021

Der russische Impfstoff Sputnik V ist mittlerweile in 56 Ländern zugelassen, in der EU aber noch nicht. Die Bayern haben trotzdem schon mal eine Bestellung aufgegeben. Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, wenn alles passt werde eine Firma in Bayern den russischen Impfstoff produzieren. „Sollte Sputnik zugelassen werden in Europa, dann wird der Freistaat Bayern mit dieser Firma und über diese Firma, die in Bayern Illertissen tätig ist, zusätzliche Impfdosen, ich glaube es sind 2,5 Millionen Impfdosen, wohl im Juni dann erhalten“, erklärt Söder.

Auch Bundesgesundheitsminister Spahn für Einführung von Sputnik V

Auch Mecklenburg-Vorpommern hat sich noch vor der möglichen EU-Zulassung eine Option auf eine Million Dosen gesichert. Und auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angebissen. Es würden Gespräche mit Russland über eventuelle Sputnik-Lieferungen geführt. Spahn fordert aber von Russland weitere Daten für eine EU-weite Zulassung. Ohne die könne der Impfstoff in Deutschland nicht verwendet werden. Außerdem pocht Spahn auf verbindliche Aussagen über Liefermengen und -zeiten. Nach einer Anfang Februar in der britischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten Studie hat Sputnik V eine Wirksamkeit von 90 Prozent, ähnlich wie die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

Stiko-Vorsitzender optimistisch

Der Vorsitzende der Stiko, der Ständigen Impfkommission Thomas Mertens, sagte im ZDF das was er an Daten bezüglich Sputnik kenne, sehe sehr gut aus, denn, „wenn der Impfstoff geprüft und zugelassen wird, hätte ich persönlich auch nichts gegen den Einsatz des Impfstoffes einzuwenden.“ Dem russischen Impfstoff hat bislang keiner so recht über den Weg getraut. Das liegt auch daran, dass er so verdammt schnell fertig war – schon im August des vergangenen Jahres.

Corona Update – Der Podcast: 4. März 2021

Werden Selbsttests das neue Klopapier? Denn ohne Test geht es bei der Wiedereröffnung von Biergärten und Kinos wohl nichts. Die ersten Drogerie- und Supermarktketten stehen darum schon in den Startlöchern. ALDI will sogar schon ab Samstag Selbsttests verkaufen – fünf Schnelltests für 25 Euro. Aber für jeden Kunden gibt es nur eine Packung – ihr wisst schon – wegen der Erfahrung mit dem Klopapier… DM und Rossmann starten den Verkauf ab Dienstag.

Merkel: Der Frühling 2021 wird anders sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel malte gestern Nacht in Berlin ein düsteres Bild: „Der Frühling 2021 wird anders sein als der Frühling vor einem Jahr“. Ja, nämlich vor allem deutlich komplizierter. Fünf Stufen, drei Inzidenzen, Notbremse, Öffnung mit und ohne Termine. Wer soll da noch durchblicken? Darum gab es heute durchwachsene Reaktionen auf die Beschlüsse von vergangener Nacht. Zu kompliziert, zu Inzidenz-fixiert – und Grünen-Chef Robert Habeck kritisiert bei WELT, wie jetzt die fehlenden Schnelltests beschafft werden sollen: „Statt also pragmatisch vorzugehen gründen wir einen Arbeitskreis aus sieben Ministerien unter der Führung des Gesundheits- und des Verkehrsministeriums. Als ich das gehört habe, habe ich gedacht, jetzt bin ich in der Comedy-Sendung gelandet“. Und wäre die Titanic ein deutsches Schiff gewesen, hätte man auf dem Schiff wahrscheinlich auch einen Arbeitskreis gebildet, um die Katastrophe zu verhindern…

Laschet kündigt Öffnungsschritte für den Handel in NRW an

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat heute im Düsseldorfer Landtag erste Öffnungsschritte für den Handel angekündigt. Ab Montag können Einzelhändler in NRW Einkaufstermine oder Click und Collect-Geschäfte anbieten. Und einige Freizeiteinrichtungen dürfen öffnen. Laschet: „Darüber hinaus können Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten ebenfalls mit Terminreservierung öffnen, und Individualsport und Sport in Gruppen ist entsprechend der Kontaktbeschränkungen ebenfalls möglich“.

Nichts Neues zu Schulen und Osterurlaub

Bei den Schulen gibt es wohl keine kurzfristigen Öffnungen. Da laufen noch Gespräche der Landesregierung mit Eltern- und Lehrervertretern. Auch das Thema Osterurlaub steht erst bei der nächsten Bund-Länder-Schalte am 22. März auf der Agenda.

EU prüft Zulassung von Impfstoff „Sputnik“

Neues gibt es auch in Sachen Impfstoff. Die Ständige Impfkommission empfiehlt laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Astrazeneca jetzt auch für über 65-Jährige.

Während dessen prüft die EU-Arzneimittelbehörde ab sofort, ob der russische Impfstoff Sputnik zugelassen werden kann. Laut der Studie in einer britischen Fachzeitschrift soll Sputnik eine Wirksamkeit von knapp 92 Prozent haben.