Einzelhandel und Osterurlaub: Das Corona Update vom 22. März 2021

Heute Abend schauen viele wieder gebannt nach Berlin. Dort treffen sich in diesen Minuten die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin per Videoschalte. Es geht um die Frage: Wie geht es weiter mit dem Lockdown und den Corona-Einschränkungen angesichts steigender Infektionszahlen und der um sich greifenden britischen Virus-Mutation. Und als wenn das nicht schon schwierig genug wäre, ist jetzt auch noch das Oberverwaltungsgericht in Münster mit einem wichtigen Urteil dazwischen „gegrätscht“.

Corona-Regeln für den Einzelhandel von Gericht „kassiert“

Es ist die zweite Hammer-Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster. Erst haben die Richter die Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer in NRW gekippt – jetzt die ungleichen Regeln im Einzelhandel, wie Terminbuchung und Kundenbeschränkung pro Quadratmeter. Anwalt Arnd Kempgens verrät uns, was hinter der Entscheidung steckt: „Supermärkte dürfen mit einer Mindestfläche öffnen ohne Termin. Und es gibt die Betriebe, die nur mit Termin öffnen dürfen. Und da sagt das Oberverwaltungsgericht: Das ist ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“. Jetzt muss sich das Land kurzfristig neue Regeln für den Einzelhandel aufstellen.

Mallorca ja, Ostsee nein: Diskussionen um den Osterurlaub gehen weiter

Nach dem vergangenen Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Krise sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach: „Das Ganze ist – glaube ich – jetzt ein Konzept der Verlässlichkeit“. Zum Glück hatte sie damals schon das „glaube ich“ eingeschoben. Denn von dem Öffnungsplan in fünf Schritten ist jetzt noch ein Zurücktreten mit einem großen Schritt geblieben. Die dritte Corona-Welle ist da, der Impfstoff nicht und die Teststrategie auch nicht – also drohen heute beim Bund-Länder-Gipfel erneut Einschränkungen. Der Lockdown soll bis zum 18. April verlängert werden, und es droht sogar eine nächtliche Ausgangssperre für Regionen mit hoher Inzidenz. Streit droht auch beim Thema Osterurlaub. Die Küstenländer wollen für ihre Einwohner zumindest Urlaub im eigenen Bundesland möglich machen – in Ferienwohnungen oder im Wohnmobil. Während das umstritten ist, hebt ein Flieger nach dem anderen fröhlich Richtung Mallorca ab. Für Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil im ZDF schwer zu erklären: „Wir merken, dass die Mallorca-Entscheidung der Bundesregierung ein richtiger Stimmungskiller ist, weil Leute natürlich fragen „warum darf ich eigentlich nicht in die Lüneburger Heide in ein Ferienhaus fahren, aber ich darf einen Flieger buchen nach Mallorca“. Die Antwort der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin könnte heute eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer sein – egal, ob sie jetzt aus einem Risikogebiet kommen, oder nicht. Gemeinsames Eiersuchen im engsten Familienkreis könnte Ostern aber möglich sein. Treffen mit vier weiteren Mitgliedern aus dem engsten Familienkreis und aus anderen Hausständen, zuzüglich Kindern, sollen erlaubt werden heißt es im aktualisierten Beschlussentwurf.

Astrazeneca: Neue Studien mit guten Ergebnissen

Eine neue Untersuchung des Astrazeneca-Impfstoffs hat ergeben, dass es kein erhöhtes Thromboserisiko gibt. Laut einer unabhängigen Expertengruppe gebe es darum keine Sicherheitsbedenken. Außerdem schützt Astrazeneca laut einer neuen großangelegten US-Studie zu 80% vor einer Infektion und sogar zu 100% vor einem schweren Verlauf.

Neuer Lockdown und kein Oster-Urlaub: Das Corona Update vom 19. März 2021

Gute Laune machen die Corona-Zahlen leider seit ein paar Wochen gar nicht mehr. Wir haben heute eine Inzidenz von 95,6. Hamburg hat jetzt die Corona-Notbremse gezogen, dort wurde an drei Tagen nacheinander die 100er Marke gerissen. Ab morgen werden einige Öffnungsschritte in Hamburg wieder zurückgenommen. Wenigstens eine gute Nachricht: Ab heute wird Astrazeneca wieder verimpft.

Astrazeneca wird wieder verimpft

Die EMA hat grünes Licht gegeben: Der Impfstoff Astrazeneca sei sicher, es gibt keine Einschränkungen für bestimmte Personengruppen, nur der Beipackzettel wird jetzt noch ein bisschen länger, um über Risiken in Sachen Thrombose aufzuklären. Und genau an der Stelle melden Forscher jetzt einen Durchbruch. Experten der medizinischen Universität in Greifswald haben offenbar die Ursache für die schweren Hirnthrombosen gefunden, die zum Impfstopp geführt hatten. Das meldet der NDR – und noch besser: Das geeignete Gegenmittel soll auch schon bereitstehen. Demjenigen, der nach einer Impfung mit Astrazeneca Probleme an einer Thrombose erkrankt, dem kann sofort mit diesem neuen Medikament geholfen werden.

Lauterbach: „Wir müssen zurück in den Lockdown“

Die Zahlen sind deutlich, die dritte Welle rollt, und zwar rasant. Wir sind nicht am Anfang, wir sind mittendrin, die Zahlen wachsen exponentiell. Der Vizechef des Robert Koch Instituts, Lars Schade, hat uns schonmal auf weitere harte Wochen

Vorbereitet: „Es ist sehr gut möglich, dass wir um Ostern eine ähnliche Lage haben wie vor Weihnachten, mit sehr hohen Fallzahlen, sehr vielen schweren Verläufen, vielen Todesfällen und Krankenhäusern, die stark belastet sind“. Und die steigenden Zahlen hätten auch nichts damit zu tun, dass mehr getestet wird. Für den SPD- Gesundheitsexperten Karl Lauterbach gibt es nur eine Lösung: „Man kann es drehen und wenden wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown“.

Robert Koch Institut mahnt: Über Ostern nicht verreisen

Gut zwei Wochen sind es noch bis Ostern. Die Flieger nach Mallorca sind ausgebucht. Fast zwei Drittel der Deutschen halten es für falsch, dass die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben worden ist sagt, so das Ergebnis einer YouGov-Umfrage. Und hier in Deutschland? Kopfschütteln darüber, dass Urlaub im eigenen Land nicht möglich sein soll. Aber RKI-Vize Lars Schade warnt deutlich: „Ich bitte Sie auch: Verzichten Sie auf Reisen im In- und Ausland. Mobilität und Kontakte sind die Treiber der Pandemie. Wenn an Ostern Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammenkommen, könnte die Pandemie zusätzlich angeheizt werden“. Wie, wo und ob wir zu Ostern Urlaub planen können, darüber wird wohl am Montag entschieden bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder.

Tests in Tübingen, Astrazeneca und Schimpansen-TV: Das Corona Update vom 17. März 2021

Wenn Ihr ab dem 1. Juni verreisen wollt, dann braucht ihr wahrscheinlich zwei Ausweise: Den Personalausweis oder Reisepass und den Corona-Impfpass. Den will die EU nämlich bis zur Sommerreise-Saison fertig haben. Damit könnte das Reisen für Geimpfte wieder leichter werden.

Tübingen: Groß angelegter Test für mehr Freiheiten in der Corona-Krise

Mal in Ruhe shoppen, oder ins Kino, danach noch ein kühles Helles im Biergarten…. Nein, das ist kein Rückblick in die Vor-Corona-Zeit, sondern das ist gerade Realität in Tübingen. Dort ist ein Pilotprojekt gestartet. An mehreren Stellen kann man sich in der Stadt testen lassen und mit einem negativen Test bekommt man dann ein Tagesticket. Das ist dann die Eintrittskarte fürs Theater, die Geschäfte oder eben das Straßencafé. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer: „Wir glauben sogar, dass eine Chance besteht, durch intensives Testen die Zahlen runter zu kriegen. Wenn es uns gelingt, diejenigen zu finden, die infiziert sind und die in Quarantäne zu schicken, dann können alle, die nicht infiziert sind, ins Theater, in die Außengastronomie und in den Handel gehen“. Auch eine Drogeriekette beteiligt sich mit einem Testzentrum an dem Modellprojekt. Und die Uni Tübingen begleitet den Versuch wissenschaftlich. Klar ist aber auch: Die Tübinger sollen sich nicht als Versuchskaninchen fühlen, sagt Notärztin Lisa Federle: „Was wir ganz klar bedenken müssen ist, dass wir niemanden gefährden. Und ich werde garantiert alles tun, dass es funktioniert. Wenn nicht, muss ich ganz klar sagen, müssen wir halt abbrechen“. Wäre ja schön, wenn das Modell Erfolg hat und auf andere Städte übertragen werden kann.

Hoffnung auf weitere Corona-Impfungen mit Astrazeneca

Es gibt wieder Hoffnung, dass der Astrazeneca-Impfstoff wieder verimpft werden kann. Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides macht vorsichtig Hoffnung auf einen schnellen Neustart mit Astrazeneca. Die gemeldeten Thrombose-Fälle bei Geimpften seien nach ersten Untersuchungen nicht höher als in der Gesamtbevölkerung

Die Schulen in NRW bleiben geöffnet

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen bleiben bis Ostern offen – trotz steigender Infektionen gerade bei den Jugendlichen. Das hat NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bestätigt. Zuletzt hatten die Städte Dortmund und Duisburg sofortige Schulschließungen gefordert.

Tierische Entspannung: Schimpasen-Fernsehen

Und zum Schluss noch ein Tipp für echte Corona-Entspannung: Schimpansen-Fernsehen. Ja, gibt es wirklich. Weil den Schimpansen in den tschechischen Zoos der Lockdown zu langweilig war, haben sich ihre Pfleger was ganz Besonderes einfallen lassen. Über zwei Großbildschirme können sich die Schimpansen zweier Zoos gegenseitig beobachten. Und wie sehr wir von den Affen abstammen sieht man an ihrem Verhalten, sagt eine Pflegerin. Entweder geben sie vor ihren Artgenossen mit ihrem Essen an oder schauen ihren Pflegern beim Saubermachen zu. Und wir können beim Schimpansen-Fernsehen online auch dabei sein…

Impfstopp und Urlaub auf Mallorca: Das Corona Update vom 16. März 2021

Der Impfstoff mit Astrazeneca erhitzt auch heute weiter die Gemüter. Jetzt kommt raus: Der Impfstopp hatte wohl auch rechtliche Gründe. Denn da es ja eine staatliche Impfkampagne ist, hätten sonst Körperverletzungs-Klagen gedroht. Wie geht es jetzt weiter mit Astrazeneca?

Lauterbach: Hoffnung auf nur kurzen Astrazeneca-Impfstopp

Sieben Thrombose-Fälle nach 1,6 Millionen Impfungen – für viele ist der Astrazeneca-Impfstopp darum vergleichbar mit der Abschaffung von Sicherheitsgurten, weil nach Unfällen vereinzelt blaue Flecken beobachtet wurden. Zu diesen Kritikern des Stopps zählt auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Lauterbach glaubt zwar, dass es einen Zusammenhang zwischen möglichen Thrombosen und Astrazeneca gibt, trotzdem überwiegt für ihn der Nutzen des Impfstoffs: „Ich hoffe, dass es nur eine ganz kurze Prüfung sein wird, so dass wir bereits in der nächsten Woche den Impfstoff wieder einsetzen können. Wenn der Impfstoff nicht zur Verfügung stünde, was ich aber nicht glaube, dann wäre die Impfstrategie über die Hausärzte natürlich ernsthaft gefährdet“. Die Europäische Arzneimittelbehörde will die gemeldeten Problemfälle bis Donnerstag prüfen. Darum wird der für morgen geplante Impfgipfel zwischen Bund und Ländern verschoben bis klar ist, ob Astrazeneca wieder verimpft werden kann.

Söder will Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer

Auf Mallorca startet der Tourismus – an Nord- und Ostsee ist alles dicht. Finde den Fehler. Übrigens: Den Spaniern geht es auch nicht besser, sie dürfen über Ostern im eigenen Land auch nicht verreisen und sogar ihre Regionen nur in wichtigen Fällen verlassen. TUI hat dagegen das Reiseangebot für Mallorca verdoppelt und bietet jetzt 300 Hin- und Rückflüge an. Aber bevor ihr jetzt schon den feucht-fröhlichen Sangria-Abend plant – den besser auf den Nachmittag verlegen, denn es gibt auf Mallorca immer noch eine Ausgangssperre zwischen 22.00 und 6.00 Uhr. Und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat heute eine Testpflicht bei Rückkehr ins Spiel gebracht: „Wir hören sogar auch aus Mallorca heraus Sorge, ob da nicht ein zu großer Ansturm der Touristen kommt“, so Söders Begründung. Was den Pfingst- und Sommerurlaub angeht, ist Söder dagegen optimistisch.

Bier unter freiem Himmel: In Großbritannien öffnen bald wieder die Pubs

Da verblasst selbst ein Skandal-Interview von Harry und Meghan: Was den Briten wirklich am Herzen liegt ist die Frage „Wann gibt es wieder Bier in den Pubs?“. Und viele können es offenbar gar nicht mehr erwarten. Laut Pandemieplan dürfen die Pubs ab dem 12. April wieder die Außengastronomie öffnen – und wer Glück hat, bekommt im Herbst noch einen Platz. Es ist nämlich schon heute bis dahin alles ausgebucht. Na dann Cheers!