Laschet im Landtag, Lockerungen in den Niederlanden: Das Corona Update vom 28. April 2021

Kanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet ist mal wieder in seiner Funktion als Ministerpräsident aufgetreten. Im Landtag in Düsseldorf hat Laschet eine Erklärung zur Corona-Situation in Nordrhein-Westfalen abgegeben. Unter anderem kündigte Laschet eine Impfkampagne in Problemvierteln an.

Arme Menschen sind häufiger infiziert 

Gerade in Großstädten wie Köln geht die Infektions-Schere weiter auseinander. Heißt: in Problem-Vierteln mit ärmerer Bevölkerung infizieren sich viel mehr Menschen als in Vierteln mit wohlhabenderen Einwohnern. Für solche sozialen Brennpunkte kündigte Ministerpräsident Armin Laschet besondere Impfaktionen mit mobilen Teams und einer Informationskampagne an. Laschet: „Wir wollen auch den Menschen, die vielleicht aus einer anderen kulturellen Erfahrung, Skepsis haben beim Impfen, die Chancen erklären die mit dem Impfen verbunden sind.“ Wo die Menschen enger zusammenlebten als anderswo müsse ein Impfschwerpunkt gesetzt werden sagte Laschet. „Wenn die ganze Gesellschaft zusammenhalten soll, darf es nicht von der Postleitzahl abhängen wo die Inzidenzen hoch sind.“

In den Niederlanden wird gelockert – trotz hoher Zahlen

Die Inzidenzzahl kann nicht der Grund sein, die liegt nämlich bei etwa 220, aber bei unseren niederländischen Nachbarn wird ab heute trotzdem großzügig geöffnet. Die Ausgangssperre ist vorbei, Geschäfte dürfen wieder Kunden empfangen, ohne vorher Termine vereinbaren zu müssen, Restaurants dürfen auf den Terrassen wieder Gäste bewirten. Ihre optimistische Entscheidung der Regierung basiert auf der Hoffnung, dass die Infektionszahlen wegen der Impfungen schnell abnehmen werden. Premier Mark Rutte spricht von einem „kalkulierten Risiko“. Die Landräte von grenznahen Kreisen in NRW, wie Heinsberg oder Borken, appellierten an ihre Bürger trotzdem besser auf Ausflüge ins Nachbarland zu verzichten und selbst wenn es schwer fällt den Lockungen der brodelnden Fischfritteusen zu widerstehen.

Auch in den USA wird gelockert

Gelockert wird auch in den USA. Dort sind mittlerweile fast 30 Prozent der Bevölkerung schon doppelt geimpft. Diese Menschen sollen jetzt wieder etwas mehr Freiheiten erhalten und beim Spazierengehen, Radfahren, Treffen in kleineren Gruppen oder Restaurantbesuche nicht mehr unbedingt eine Maske tragen müssen. US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Lockerungen als Anreiz für alle noch nicht Geimpften, sich die Spritze geben zu lassen.

Corona Update – Der Podcast: 26. Februar 2021

Spahn: Erste Erfolge beim Impfen

Es hat lange gedauert – aber mittlerweile zeigen sich laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erste Erfolge der Impfkampagne. Fast alle Bewohner von Pflege- und Altenheimen seien geimpft, in einigen Bundesländern sogar auch die Mehrheit der über 80-Jährigen – mit positiven Folgen, so Spahn: „Das Risiko, an Corona zu erkranken, hat sich für unsere höchstbetagten Bürgerinnen und Bürger deutlich reduziert. Die 7-Tage-Inzidenz lag in der Altersgruppe der über 80-Jährigen Anfang Februar noch bei fast 200, inzwischen ist sie bei 70“.

Lockerungen bleiben ein Diskussions-Thema

Beim Thema Lockerungen tritt Spahn aber vor dem Bund-Länder-Treffen in der kommenden Woche auf die Bremse. Er will nur schrittweise lockern und danach gucken, wie sich das jeweils auf das Infektionsgeschehen auswirkt. Der Chef des Robert Koch Instituts, Lothar Wieler, warnt zudem davor, die Schnelltests als Wunderwaffe zu sehen: „Der Test ist tatsächlich eine Momentaufnahme und es kann sein, dass man zum Testzeitpunkt eben nicht ansteckend war, aber es ist kurz darauf vielleicht der Fall.“ Einige Bundesländer schaffen bei den Lockerungen aber schon mal Fakten und öffnen ab März zum Beispiel Bau- und Gartenmärkte.

EU-Impfpass wird kommen

Er kommt doch – der europäische Impfpass. Das haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten auf ihrem Gipfeltreffen beschlossen. Die Vorbereitungen für den europäischen Impfpass laufen bereits. Der Pass soll Geimpften ihre Rechte zurückgeben. Allerdings ist noch nicht klar welche das sind, so Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ihn zu haben ist für die Zukunft auf jeden Fall richtig. Das heißt aber nicht, dass nur reisen darf, wer einen Impfpass hat.“ Die EU-Staaten sollen selbst entscheiden können, welche Rechte mit dem Pass verbunden werden. Die Urlaubsländer am Mittelmeer wollen vor allem Tourismus so wieder möglich machen. Darum jubelt der Reiseveranstalter TUI bereits: „Reisen im Sommer wird möglich sein, sicher und verantwortungsvoll“, sagt Tui-Chef Fritz Joussen. Der europäische Impfpass und Schnelltests könnten dabei helfen

Auch die Queen ist nun geimpft

Die britische Queen Elisabeth II. ist jetzt auch geimpft – das hat sie in einer Videokonferenz verraten – obwohl Informationen zur Gesundheit eigentlich Privatsache sind. Der Piekser in den royalen Arm war gar nicht schlimm, sagt die 94jährige. Es sei harmlos, schnell und schmerzlos gewesen – und jetzt fühle sie sich geschützt. Und dann konnte die Queen sich ganz „unroyal“ auch eine kleine Spitze gegen alle Impfverweigerer nicht verkneifen: Sie habe zwar Verständnis für Ängste – aber die Leute sollten eher an andere als an sich denken.