Impfstopp und Urlaub auf Mallorca: Das Corona Update vom 16. März 2021

Der Impfstoff mit Astrazeneca erhitzt auch heute weiter die Gemüter. Jetzt kommt raus: Der Impfstopp hatte wohl auch rechtliche Gründe. Denn da es ja eine staatliche Impfkampagne ist, hätten sonst Körperverletzungs-Klagen gedroht. Wie geht es jetzt weiter mit Astrazeneca?

Lauterbach: Hoffnung auf nur kurzen Astrazeneca-Impfstopp

Sieben Thrombose-Fälle nach 1,6 Millionen Impfungen – für viele ist der Astrazeneca-Impfstopp darum vergleichbar mit der Abschaffung von Sicherheitsgurten, weil nach Unfällen vereinzelt blaue Flecken beobachtet wurden. Zu diesen Kritikern des Stopps zählt auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Lauterbach glaubt zwar, dass es einen Zusammenhang zwischen möglichen Thrombosen und Astrazeneca gibt, trotzdem überwiegt für ihn der Nutzen des Impfstoffs: „Ich hoffe, dass es nur eine ganz kurze Prüfung sein wird, so dass wir bereits in der nächsten Woche den Impfstoff wieder einsetzen können. Wenn der Impfstoff nicht zur Verfügung stünde, was ich aber nicht glaube, dann wäre die Impfstrategie über die Hausärzte natürlich ernsthaft gefährdet“. Die Europäische Arzneimittelbehörde will die gemeldeten Problemfälle bis Donnerstag prüfen. Darum wird der für morgen geplante Impfgipfel zwischen Bund und Ländern verschoben bis klar ist, ob Astrazeneca wieder verimpft werden kann.

Söder will Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer

Auf Mallorca startet der Tourismus – an Nord- und Ostsee ist alles dicht. Finde den Fehler. Übrigens: Den Spaniern geht es auch nicht besser, sie dürfen über Ostern im eigenen Land auch nicht verreisen und sogar ihre Regionen nur in wichtigen Fällen verlassen. TUI hat dagegen das Reiseangebot für Mallorca verdoppelt und bietet jetzt 300 Hin- und Rückflüge an. Aber bevor ihr jetzt schon den feucht-fröhlichen Sangria-Abend plant – den besser auf den Nachmittag verlegen, denn es gibt auf Mallorca immer noch eine Ausgangssperre zwischen 22.00 und 6.00 Uhr. Und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat heute eine Testpflicht bei Rückkehr ins Spiel gebracht: „Wir hören sogar auch aus Mallorca heraus Sorge, ob da nicht ein zu großer Ansturm der Touristen kommt“, so Söders Begründung. Was den Pfingst- und Sommerurlaub angeht, ist Söder dagegen optimistisch.

Bier unter freiem Himmel: In Großbritannien öffnen bald wieder die Pubs

Da verblasst selbst ein Skandal-Interview von Harry und Meghan: Was den Briten wirklich am Herzen liegt ist die Frage „Wann gibt es wieder Bier in den Pubs?“. Und viele können es offenbar gar nicht mehr erwarten. Laut Pandemieplan dürfen die Pubs ab dem 12. April wieder die Außengastronomie öffnen – und wer Glück hat, bekommt im Herbst noch einen Platz. Es ist nämlich schon heute bis dahin alles ausgebucht. Na dann Cheers!

Corona Update – Der Podcast: 26. Februar 2021

Spahn: Erste Erfolge beim Impfen

Es hat lange gedauert – aber mittlerweile zeigen sich laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erste Erfolge der Impfkampagne. Fast alle Bewohner von Pflege- und Altenheimen seien geimpft, in einigen Bundesländern sogar auch die Mehrheit der über 80-Jährigen – mit positiven Folgen, so Spahn: „Das Risiko, an Corona zu erkranken, hat sich für unsere höchstbetagten Bürgerinnen und Bürger deutlich reduziert. Die 7-Tage-Inzidenz lag in der Altersgruppe der über 80-Jährigen Anfang Februar noch bei fast 200, inzwischen ist sie bei 70“.

Lockerungen bleiben ein Diskussions-Thema

Beim Thema Lockerungen tritt Spahn aber vor dem Bund-Länder-Treffen in der kommenden Woche auf die Bremse. Er will nur schrittweise lockern und danach gucken, wie sich das jeweils auf das Infektionsgeschehen auswirkt. Der Chef des Robert Koch Instituts, Lothar Wieler, warnt zudem davor, die Schnelltests als Wunderwaffe zu sehen: „Der Test ist tatsächlich eine Momentaufnahme und es kann sein, dass man zum Testzeitpunkt eben nicht ansteckend war, aber es ist kurz darauf vielleicht der Fall.“ Einige Bundesländer schaffen bei den Lockerungen aber schon mal Fakten und öffnen ab März zum Beispiel Bau- und Gartenmärkte.

EU-Impfpass wird kommen

Er kommt doch – der europäische Impfpass. Das haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten auf ihrem Gipfeltreffen beschlossen. Die Vorbereitungen für den europäischen Impfpass laufen bereits. Der Pass soll Geimpften ihre Rechte zurückgeben. Allerdings ist noch nicht klar welche das sind, so Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ihn zu haben ist für die Zukunft auf jeden Fall richtig. Das heißt aber nicht, dass nur reisen darf, wer einen Impfpass hat.“ Die EU-Staaten sollen selbst entscheiden können, welche Rechte mit dem Pass verbunden werden. Die Urlaubsländer am Mittelmeer wollen vor allem Tourismus so wieder möglich machen. Darum jubelt der Reiseveranstalter TUI bereits: „Reisen im Sommer wird möglich sein, sicher und verantwortungsvoll“, sagt Tui-Chef Fritz Joussen. Der europäische Impfpass und Schnelltests könnten dabei helfen

Auch die Queen ist nun geimpft

Die britische Queen Elisabeth II. ist jetzt auch geimpft – das hat sie in einer Videokonferenz verraten – obwohl Informationen zur Gesundheit eigentlich Privatsache sind. Der Piekser in den royalen Arm war gar nicht schlimm, sagt die 94jährige. Es sei harmlos, schnell und schmerzlos gewesen – und jetzt fühle sie sich geschützt. Und dann konnte die Queen sich ganz „unroyal“ auch eine kleine Spitze gegen alle Impfverweigerer nicht verkneifen: Sie habe zwar Verständnis für Ängste – aber die Leute sollten eher an andere als an sich denken.