Kommt ein “Brücken-Lockdown” oder nicht? – Das Corona Update vom 07. April 2021

CDU-Chef Armin Laschet hatte ja versucht Druck zu machen, damit die Bund-Länder-Gespräche über die Corona-Krise noch diese Woche stattfinden. Das wird wohl nicht passieren. Am Mittwoch hat Laschet in seiner Funktion als Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident eine Drive-In-Impfstation in Schwelm besucht. Anschließend hat er sich noch mal über seine Idee des Brücken-Lockdowns geäußert. Mehr dazu erfahrt ihr im neuen Corona-Update mit Timo Schnitzer .

Ein bisschen verzweifelt wirkt er schon, Armin Laschet, wie er da im Schneeregen vor dem Impfzelt für seinen Vorschlag wirbt. “Der Brückenlockdown ist ja bisher eine Anregung von mir, dass wir da zu einem Ergebnis kommen. Auch da geht’s nur bundesweit, wir können es nur zusammen machen”, erklärt der CDU-Parteichef. Nur so recht will keiner mitmachen. Wenigstens aus dem Lager der Bundeskanzlerin erhielt Laschet indirekt Rückendeckung. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte, angesichts der Lage sei “jede Forderung nach einem kurzen einheitlichen Lockdown richtig.”

Laschet fragt nach Gegenvorschlägen

Doch was sagt man eigentlich denen, die vom Brücken-Lockdown gar nichts halten? “jetzt ein Vorschlag auf dem Tisch und ich bitte einfach die anderen…Was sind denn eure Ideen?”, fragt Laschet. Noch ist der Brückenlockdown nicht ganz vom Tisch, aber der Papierkorb rückt näher. Wie es mit den Schulen in Nordrhein-Westfalen weitergeht, wäre auch interessant zu wissen. Immerhin sind am Montag die Ferien zu Ende. Da verweist Laschet auf die Kultusministerkonferenz, sagt allerdings: “„Eines ist für mich klar: Schule kann nur öffnen, wenn überall das Testen funktioniert.”

NRW zu inkonsequent bei der Notbremse? Laschet widerspricht

Dem Eindruck, in NRW werde nicht konsequent genug von der Notbremse Gebrauch gemacht, widerspricht der Ministerpräsident. “Die Notbremse wird in Nordrhein-Westfalen komplett umgesetzt, so wie beschlossen.” Allerdings setze man darauf, dass in Verbindung mit Corona-Tests zum Beispiel das Einkaufen möglich ist.

Sein Kollege aus München, Markus Söder, könnte sich übrigens vorstellen, wenn schon nicht die Lockdownregelung so wenigstens das mit der Notbremse dem Bund zu überlassen. Damit es kein Gemauschel gibt. “Eine Notbremse bundesgesetzlich zu verankern, so dass sie für alle in gleicher Weise, gleich konsequent greift.”

Wichtig wäre wohl aber, dass sich alle Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten wirklich Gedanken darüber machen, worüber sie denn bei der nächsten Konferenz am Montag reden wollen, wenn sie denn am Montag stattfindet. Weil – um es vorsichtig zu formulieren – noch so “ein Quark” wie die “Osterruhe” brauchen sie niemandem aufzutischen.

Der Brücken-Lockdown, Johnson will Bier trinken – Das Corona Update vom 06. April 2021

Er hat versprochen nachzudenken und er hat geliefert – Armin Laschet ist über Ostern was eingefallen, was andere schon seit geraumer Zeit fordern. Damit seine Idee aber trotzdem irgendwie neu wirkt hat Laschet dafür einen frischen Begriff verwendet: “Brücken-Lockdown”. Mit diesem Brücken-Lockdown solle die Zeit überbrückt werden, bis so viele Menschen geimpft sind, dass wieder gelockert werden kann. Weil das Wort allein noch keine Strategie ist, wurde Laschets Idee nicht gerade kritiklos bejubelt, um es mal so zu formulieren. Im ZDF-Morgmenmagazin hat der CDU-Chef den Plan nochmal erläutert: “Wir haben so etwas ähnliches ja einmal erdacht, mit der Osterruhe.” Nicht ausgeschlossen, dass den Brückenlockdown sogar das gleiche Schicksal ereilt wie die Osterruhe und Laschet die Kanzlerin zitieren muss.

Bei den Briten läufts einfach besser

Irgendwie besser als bei uns läuft es in Großbritannien. Im Kalender des britischen Premiers, Boris Johnson, steht für kommenden Montag 12. April der Termin: ein Bier trinken. An dem Tag werde er vorsichtig aber doch unverhinderbar ein Bierglas an seine Lippen heben. “Im Gegensatz zur deutschen Impfkampagne ist die britische weit fortgeschritten. Ebenfalls anders als in Deutschland, gibt es in Großbritannien eine klare, fünfstufige Exitstrategie. Am kommenden Montag steht schon Stufe drei an, mit dem Öffnen von Geschäften, Museen und eben den Außenbereichen der Pubs.”

Impfung in Hausarztpraxen startet

Ab dem 6. April darf auch offiziell in den Hausarztpraxen geimpft werden. Das soll der Impfkampagne einen richtigen Wumms geben. In der ersten Woche erhält jede Praxis rein rechnerisch 26 Impf-Dosen. Klingt eher nach Wümmschen, als nach Wumms. Ab Ende April soll es dann aber richtig losgehen, wenn an die Hausärzte mehr als drei Millionen Dosen geliefert werden sollen.

Links:
Fragen und Antworten zum Impfen in Arztpraxen

Armin Laschets “Brücken-Lockdown”-PK aus Aachen

Laschet unter Druck, Frankreich im Lockdown – Das Corona Update vom 01. April 2021

Die Osterruhe der Kanzlerin war ein Flop, hoffentlich kommen wir trotzdem alle ein bisschen runter vom Corona-Stress und können ein bisschen abschalten. So wie Armin Laschet.

Laschet gibt kein gutes Bild ab

Der CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident will die Feiertage nutzen um mal so richtig nachzudenken. Endlich Zeit für mich, denkt Armin Laschet. Im ZDF heute-journal wollte er sich nicht aus seiner Osterruhe bringen lassen. „Das hat nicht funktioniert und deshalb müssen wir jetzt gemeinsam über die Ostertage nachdenken, was ist denn eine Ersatzmöglichkeit.“ Das klingt als wäre das eine gute Idee. Hätte man nur vielleicht schon früher mal versuche sollen, dieses Nachdenken. Es ist nicht sicher, ob wir es uns erlauben können über Ostern einfach mal Pandemie sein zu lassen und gründlich darüber nachzudenken. Armin Laschet: „Nein, wir haben die Zeit nicht, aber wir haben an dem Beispiel Gründonnerstag/Karsamstag gesehen, dass, wenn man zu schnell was entscheidet, die Praktiker sagen: Es geht nicht.“
Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich noch mal zu Wort gemeldet, bevor er sich zum österlichen Nachdenken in Klausur begibt. Spahn äußerte sich zum Start der Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen kommende Woche: „Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger.“ Und er begrüßte die Meldung, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich werbewirksam und vorbildhaft mit dem umstrittenen Impfstoff Astrazeneca hat impfen lassen.

Frankreich verhängt Lockdown

Wie die deutsche, so hat auch die französische Regierung erhebliche Schwierigkeiten eine effektive Krisenpolitik zu etablieren. Frankreich muss jetzt zum dritten Mal in den Lockdown, das hat Präsident Emanuel Macron verkündet. Ab Samstag, ganz Frankreich, für vier Wochen. Das bedeutet: Geschäfte bleiben geschlossen, abendliche Ausgangssperre ab 19 Uhr, nicht weiter von der eigenen Wohnung entfernen als in einem 10 Kilometer-Radius. Besonders bitter für Präsident Macron – er musste die Schließung der Schulen für drei Wochen anordnen. Frankreich war besonders stolz darauf, dass es gelungen war die Schulen während der Krise offen zu halten. Sie waren nur während des ersten strengen Lockdowns im vergangenen Frühjahr geschlossen.

Rücknahme und Entschuldigung: Das Corona Update vom 24. März 2021

Was ein denkwürdiger Tag! Die Kanzlerin entschuldigt sich bei uns – der Bevölkerung und kippt die umstrittene Oster-Ruhe. Gründonnerstag und Ostersamstag werden also keine Feiertage.

Merkel nimmt die Osterruhe zurück und entschuldigt sich bei der Bevölkerung

Der Corona-Gipfel der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin war offenbar dann doch nicht nur für Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow zu viel: „Ich habe sechs Stunden auf einen Bildschirm geschaut und mich gefragt, was hier eigentlich passiert“. Und schlimmer noch – es war auch noch alles vergebens. Das „Team Vorsicht“ ist nämlich über das „Team Volkszorn“ gestolpert. Nach der massiven Kritik an der Osterruhe hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die beschlossene Regelung heute ganz überraschend wieder einkassiert. Der eilig zusammengetrommelten Presse erklärte Merkel zur Kehrtwende in Sachen Osterruhe: „Sie hatte ihre guten Gründe, war aber in der Kürze der Zeit nicht gut genug umsetzbar – wenn sie überhaupt jemals so umsetzbar ist, dass Aufwand und Nutzen in einem halbwegs vernünftigen Verhältnis stehen. Und dafür bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung“. Trotzdem könnten die Kommunen aber weiter auf steigende Zahlen reagieren, so Merkel: „Mit der Notbremse, mit der Möglichkeit von regional zu entscheidenden Ausgangsbegrenzungen und Kontaktbeschränkungen, mit dem Ausbau des Testens“.

Tübingen als Modell für Städte in NRW

Der Geist von Tübingen weht nach Ostern auch durch Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Armin Laschet hat für die Zeit nach Ostern Öffnungsmodelle nach dem Beispiel Tübingens angekündigt. Bedeutet: Städte, in denen für Menschen mit negativem Test wieder ansatzweise normales Leben möglich sein könnte, so Laschet: „Warum nicht auch bei uns jemandem mit Testergebnis ermöglichen, dass man wieder öffnet, in ein Kino geht, in ein Restaurant geht, in eine Sportveranstaltung geht, warum nicht unter sicheren Bedingungen einmal probieren, kriegen wir das hin?“ Im Gespräch sind fünf bis sechs Modell-Kommunen, so Laschet. Es sollen sowohl große Städte, als auch kleinere und Kreise dabei sein.

Rekord für Banksy-Werk zu Corona

Neuer Rekord für ein bekanntes Werk des britischen Streetart-Künstlers Banksy. Ein Kunstfreund hat dafür in einer Auktion 19,5 Millionen Euro auf den Tisch des Auktionshauses geblättert. Banksy hatte das Bild an das Krankenhaus in Southampton geschickt, um sich für den Einsatz des Personals in der Pandemie zu bedanken. Es zeigt einen Jungen mit einer Krankenschwester-Puppe in Superman-Pose. Dahinter liegen die Figuren von Batman und Spiderman in einem Papierkorb. Der Erlös geht an die Uniklinik in Southhampton und an das britische Gesundheitssystem

Lockdown und Oster-Ruhe: Das Corona Update vom 23. März 2021 SONDERAUSGABE

Das war ja mal eine Marathon-Sitzung! Bis tief in die Nacht haben die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin um die neue Corona-Strategie gerungen. Ergebnis: der Lockdown wird wieder verlängert, und zwar bis zum 18. April. Und für die Osterfeiertage wird eine strenge Ruhepause gelten, in der das öffentliche Leben fast komplett heruntergefahren wird.

Ostern wird zur Ruhepause für Deutschland

Das ist wohl der überraschendste Beschluss: Ostern wird eine Ruhephase. Man könnte es auch Knallhart-Lockdown nennen. Das ganze Land soll von Gründonnerstag bis Ostermontag runtergefahren werden. Das Motto laut Bundeskanzlerin Angela Merkel „Wir bleiben zu Hause.“ Heißt: Das wirtschaftliche und private Leben soll ruhen. Bereits geöffnete Außengastronomie muss schließen, es gibt ein Versammlungsverbot. Supermärkte öffnen nur am Karsamstag. Kirchen und andere Religionsgemeinschaften sollen Gottesdienste nur online anbieten. Nach Ostern soll dann verstärkt getestet werden – in Schulen, Kitas und Testzentren.

Es bleibt bei harten Kontaktverbtoten

Die Kontaktbeschränkungen werden Ostern nicht gelockert, so die Kanzlerin: „Private Zusammenkünfte sind in dieser Zeit im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands und mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt“. Kinder unter 14 zählen dabei nicht.

Notbremse soll bei Inzident von mehr als 100 gezogen werden

Die vereinbarte Notbremse bei Inzidenzen über 100 soll bundesweit in den betroffenen Regionen umgesetzt werden. Auch für Nordrhein-Westfalen hat das Folgen. Alle bereits umgesetzten Öffnungsschritte werden in NRW zurückgenommen. Ministerpräsident Armin Laschet: „Es bedeutet insbesondere – was besonders bedauerlich ist – „Click and Meet“, also mit einem Termin in einem Laden einkaufen zu können, wird dann zurück genommen werden müssen“.  NRW werd die Notbremse in den kommenden Tagen ein zu eins umsetzen, so Laschet. In Regionen mit Inzidenzen von mehr als 100 sollen die Corona-Beschränkungen sogar nochmal verschärft werden. Zum Beispiel müssen dann Mitfahrer in privaten Autos Masken tragen. Möglich sind auch schärfere Kontaktbeschränkungen und regional beschränkte Ausgangssperren in Hotspots.

Urlaub zu Ostern fällt weitgehend ins Wasser

Ein Punkt über den besonders lange gestritten wurde. Der Urlaub im eigenen Bundesland ist gestrichen und alle, die aus dem Ausland per Flugzeug zurückreisen, müssen sich vor dem Abflug testen lassen. Im Detail erklärte Merkel nach der Bund-Länder-Runde: „Deshalb haben wir mit den Fluggesellschaften vereinbarten, dass Tests von Crew und Passagieren vor dem Rückflug stattfinden“. Besonders die Mallorca-Urlauber will die Kanzlerin im Blick behalten, denn zu groß ist die Angst vor der brasilianischen Mutation, die auf der Insel aufgetaucht ist. Darum arbeitet auch NRW bereits an einem Testkonzept an den Flughäfen. Ministerpräsident Laschet erklärte bereits in der Nacht: „Verkehrsminister Hendrik Wüst hat mit den Geschäftsführern der großen nordrhein-westfälischen Flughäfen gesprochen, um Modalitäten für Testungen nach der Landung jetzt bereits vorzubereiten“. Dass dieser Lockdown nach Ostern endet, ist auch noch nicht ausgemacht. Denn dazu müssten die Inzidenzen deutlich und stabil unter 100 sinken…

Corona Update – Der Podcast: 4. März 2021

Werden Selbsttests das neue Klopapier? Denn ohne Test geht es bei der Wiedereröffnung von Biergärten und Kinos wohl nichts. Die ersten Drogerie- und Supermarktketten stehen darum schon in den Startlöchern. ALDI will sogar schon ab Samstag Selbsttests verkaufen – fünf Schnelltests für 25 Euro. Aber für jeden Kunden gibt es nur eine Packung – ihr wisst schon – wegen der Erfahrung mit dem Klopapier… DM und Rossmann starten den Verkauf ab Dienstag.

Merkel: Der Frühling 2021 wird anders sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel malte gestern Nacht in Berlin ein düsteres Bild: „Der Frühling 2021 wird anders sein als der Frühling vor einem Jahr“. Ja, nämlich vor allem deutlich komplizierter. Fünf Stufen, drei Inzidenzen, Notbremse, Öffnung mit und ohne Termine. Wer soll da noch durchblicken? Darum gab es heute durchwachsene Reaktionen auf die Beschlüsse von vergangener Nacht. Zu kompliziert, zu Inzidenz-fixiert – und Grünen-Chef Robert Habeck kritisiert bei WELT, wie jetzt die fehlenden Schnelltests beschafft werden sollen: „Statt also pragmatisch vorzugehen gründen wir einen Arbeitskreis aus sieben Ministerien unter der Führung des Gesundheits- und des Verkehrsministeriums. Als ich das gehört habe, habe ich gedacht, jetzt bin ich in der Comedy-Sendung gelandet“. Und wäre die Titanic ein deutsches Schiff gewesen, hätte man auf dem Schiff wahrscheinlich auch einen Arbeitskreis gebildet, um die Katastrophe zu verhindern…

Laschet kündigt Öffnungsschritte für den Handel in NRW an

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat heute im Düsseldorfer Landtag erste Öffnungsschritte für den Handel angekündigt. Ab Montag können Einzelhändler in NRW Einkaufstermine oder Click und Collect-Geschäfte anbieten. Und einige Freizeiteinrichtungen dürfen öffnen. Laschet: „Darüber hinaus können Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten ebenfalls mit Terminreservierung öffnen, und Individualsport und Sport in Gruppen ist entsprechend der Kontaktbeschränkungen ebenfalls möglich“.

Nichts Neues zu Schulen und Osterurlaub

Bei den Schulen gibt es wohl keine kurzfristigen Öffnungen. Da laufen noch Gespräche der Landesregierung mit Eltern- und Lehrervertretern. Auch das Thema Osterurlaub steht erst bei der nächsten Bund-Länder-Schalte am 22. März auf der Agenda.

EU prüft Zulassung von Impfstoff „Sputnik“

Neues gibt es auch in Sachen Impfstoff. Die Ständige Impfkommission empfiehlt laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Astrazeneca jetzt auch für über 65-Jährige.

Während dessen prüft die EU-Arzneimittelbehörde ab sofort, ob der russische Impfstoff Sputnik zugelassen werden kann. Laut der Studie in einer britischen Fachzeitschrift soll Sputnik eine Wirksamkeit von knapp 92 Prozent haben.

Corona Update – Der Podcast: 4. März 2021 SONDERAUSGABE

Corona Update – Der Podcast: 3. März 2021

Was kann wann öffnen und unter welchen Voraussetzungen? Allein diese drei Fragen werden heute für stundenlange Diskussionen sorgen, wenn sich die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin zur Videoschalte treffen. Der Druck zu lockern ist groß – aber die Vorschläge der Kanzlerin geben das offenbar nicht her.

Merkel wohl doch zu Zugeständnissen bereit

Der Lockdown wird wohl bis zum 28. März verlängert, aber einige regionale Lockerungen soll es geben – nur ab welcher Inzidenz? Die Kanzlerin ist jetzt wohl doch bereit, kleinere Lockerungen bei Corona-Inzidenzen schon unter 100 und über 35 zuzulassen, aber nur unter Bedingungen sagt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet: „Wenn man dann öffnen will trotz der nicht erreichten 35 braucht man andere Mittel, die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Und dazu gehört testen, impfen, verfolgen“. Geplant ist, dass jeder sich einmal pro Woche mit einem Schnelltest testen lassen darf, zum Beispiel in der Apotheke.  Ansonsten droht heute aber ein Öffnen in Trippelschritten. Gartenmärkte und Beautystudios könnten ab Montag wieder öffnen, und es könnte Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen geben. Demnach dürften sich bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen. Größere Lockerungen, wie etwa die Öffnung der Außengastronomie, Sport in Kleingruppen oder Shoppen, sollen erst ab stabilen Inzidenzen unter 35 möglich sein. Eine Notbremse soll es auch geben: Ab einer Inzidenz von mehr als 100 müssen Lockerungen wieder einkassiert werden.

Schlechte Karten für den Osterurlaub

Auch für Familienbesuche über Ostern und Reisen sieht es mau aus. In der aktuellen Beschlussvorlage ist davon nicht mehr die Rede. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hofft aber noch und sagte im ZDF, „dass es überhaupt gar keinen Grund dafür gibt, in der jetzigen Phase generell eine Absage an den Tourismus über Ostern auszusprechen“. Die große Frage ist aber ohnehin: Was bleibt am Ende von den gemeinsamen Beschlüssen übrig? Denn wenn die Ministerpräsidenten anschließend wieder ihre eigenen Regeln beschließen, droht erneut ein Flickenteppich.

Astrazeneca bald auch an über 65-Jährige impfen?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass der Astrazeneca-Impfstoff demnächst auch bei den über 65-Jährigen verimpft wird. Neue Daten aus Großbritannien würden zeigen, dass Astrazeneca auch bei Älteren gut wirke, so Spahn. Er will auch das Impfen in den Impfzentren beschleunigen. Die Testreihenfolge soll zwar bleiben, aber die Impfzentren sollten flexibler entscheiden, wer geimpft werden kann – mit einem «prinzipiengeleiteten Pragmatismus» – was immer das auch heißt.

Corona Update – Der Podcast: 2. März 2021

Merkel will Lockdown bis Ostern verlängern

Team Locker gegen Team Lockdown. Vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt es offenen Streit darüber, wie es mit dem Lockdown weitergehen soll. Merkel will den Lockdown offenbar bis zum 28. März verlängern. Auf dieser Linie liegt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: „Ich finde, das Schlimmste ist, wenn wir jetzt alles öffnen ohne Plan, ohne Konzept und dann in drei Wochen wieder vor einem Scherbenhaufen stehen“.

Ostern könnten Familienbesuche erlaubt werden

Einige Lockerungen könnte es laut einem Vorschlag aus dem Kanzleramt aber geben. Zum Beispiel bei den Kontaktbeschränkungen. Ostern sollen sogar Familientreffen möglich sein. Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte könnten mit Auflagen öffnen. Kostenlose Schnelltests sollen die Lockerungen absichern.

Luca-App soll Kontaktverfolgung erleichtern

Eine wichtige Rolle könnte morgen auch Smudo von den Fantastischen Vier spielen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ist großer Fan seiner App „Luca“, mit der man sich digital per QR-Code in Restaurants, Bars, Clubs und sogar Stadien einloggen kann. „Luca“ kann die Kontaktverfolgung vereinfachen und vor allem beschleunigen, so Smudo: „Das heißt, selbst ohne einen Rückruf vom Gesundheitsamt, bekommt man mit, dass man im Risiko gewesen ist“. Dazu kann die App „Luca“ laut Smudo auch besonders infektiöse Superspreader aufspüren, die gleich viele Menschen auf einmal anstecken.

Britische Studie: Impfstoff von Astrazeneca wirkt bei Älteren genauso gut wie der von Biontech / Pfizer

Die Briten schwören weiter auf den bei uns verschmähten Astrazeneca-Impfstoff. Nach einer neuen Studie soll er genauso gut bei älteren Menschen wirken, wie der von Biontech / Pfizer, sagt Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock. Selbst die erste Impfung von Astrazeneca oder Biontech verhindere schwere Verläufe bei den über 70-Jährigen und beide Impfstoffe verringerten die Krankenhausaufenthalte um 80 Prozent. Der Schutz vor einer Infektion 35 Tage nach der Impfung sei beim Astrazeneca-Impfstoff sogar etwas besser als bei dem von Biontech / Pfizer. Auch bei uns in Deutschland hat die Ständige Impfkommission angekündigt, den Impfstoff von Astrazeneca schon bald auch für ältere Menschen empfehlen zu wollen.

Auf Mallorca öffnen Restaurants und Bars wieder

Und noch eine schöne Nachricht zum Schluss: Nach sieben Wochen Lockdown dürfen ab heute die Kneipen und Restaurants auf Mallorca wieder öffnen – erstmal allerdings nur im Außenbereich und nur bis 17.00 Uhr. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf Mallorca liegt derzeit unter 35. Darum überlegen erste Hotels jetzt schon den Saisonstart vorzuziehen und so Osterurlaub möglich zu machen.

Corona Update – Der Podcast: 23. Februar 2021