Gibt es bald Sputnik V für Deutschland? – Das Corona Update vom 08. April 2021

Der russische Impfstoff Sputnik V ist mittlerweile in 56 Ländern zugelassen, in der EU aber noch nicht. Die Bayern haben trotzdem schon mal eine Bestellung aufgegeben. Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, wenn alles passt werde eine Firma in Bayern den russischen Impfstoff produzieren. “Sollte Sputnik zugelassen werden in Europa, dann wird der Freistaat Bayern mit dieser Firma und über diese Firma, die in Bayern Illertissen tätig ist, zusätzliche Impfdosen, ich glaube es sind 2,5 Millionen Impfdosen, wohl im Juni dann erhalten”, erklärt Söder.

Auch Bundesgesundheitsminister Spahn für Einführung von Sputnik V

Auch Mecklenburg-Vorpommern hat sich noch vor der möglichen EU-Zulassung eine Option auf eine Million Dosen gesichert. Und auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angebissen. Es würden Gespräche mit Russland über eventuelle Sputnik-Lieferungen geführt. Spahn fordert aber von Russland weitere Daten für eine EU-weite Zulassung. Ohne die könne der Impfstoff in Deutschland nicht verwendet werden. Außerdem pocht Spahn auf verbindliche Aussagen über Liefermengen und -zeiten. Nach einer Anfang Februar in der britischen Fachzeitschrift “The Lancet” veröffentlichten Studie hat Sputnik V eine Wirksamkeit von 90 Prozent, ähnlich wie die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

Stiko-Vorsitzender optimistisch

Der Vorsitzende der Stiko, der Ständigen Impfkommission Thomas Mertens, sagte im ZDF das was er an Daten bezüglich Sputnik kenne, sehe sehr gut aus, denn, “wenn der Impfstoff geprüft und zugelassen wird, hätte ich persönlich auch nichts gegen den Einsatz des Impfstoffes einzuwenden.” Dem russischen Impfstoff hat bislang keiner so recht über den Weg getraut. Das liegt auch daran, dass er so verdammt schnell fertig war – schon im August des vergangenen Jahres.

Kommt ein “Brücken-Lockdown” oder nicht? – Das Corona Update vom 07. April 2021

CDU-Chef Armin Laschet hatte ja versucht Druck zu machen, damit die Bund-Länder-Gespräche über die Corona-Krise noch diese Woche stattfinden. Das wird wohl nicht passieren. Am Mittwoch hat Laschet in seiner Funktion als Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident eine Drive-In-Impfstation in Schwelm besucht. Anschließend hat er sich noch mal über seine Idee des Brücken-Lockdowns geäußert. Mehr dazu erfahrt ihr im neuen Corona-Update mit Timo Schnitzer .

Ein bisschen verzweifelt wirkt er schon, Armin Laschet, wie er da im Schneeregen vor dem Impfzelt für seinen Vorschlag wirbt. “Der Brückenlockdown ist ja bisher eine Anregung von mir, dass wir da zu einem Ergebnis kommen. Auch da geht’s nur bundesweit, wir können es nur zusammen machen”, erklärt der CDU-Parteichef. Nur so recht will keiner mitmachen. Wenigstens aus dem Lager der Bundeskanzlerin erhielt Laschet indirekt Rückendeckung. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte, angesichts der Lage sei “jede Forderung nach einem kurzen einheitlichen Lockdown richtig.”

Laschet fragt nach Gegenvorschlägen

Doch was sagt man eigentlich denen, die vom Brücken-Lockdown gar nichts halten? “jetzt ein Vorschlag auf dem Tisch und ich bitte einfach die anderen…Was sind denn eure Ideen?”, fragt Laschet. Noch ist der Brückenlockdown nicht ganz vom Tisch, aber der Papierkorb rückt näher. Wie es mit den Schulen in Nordrhein-Westfalen weitergeht, wäre auch interessant zu wissen. Immerhin sind am Montag die Ferien zu Ende. Da verweist Laschet auf die Kultusministerkonferenz, sagt allerdings: “„Eines ist für mich klar: Schule kann nur öffnen, wenn überall das Testen funktioniert.”

NRW zu inkonsequent bei der Notbremse? Laschet widerspricht

Dem Eindruck, in NRW werde nicht konsequent genug von der Notbremse Gebrauch gemacht, widerspricht der Ministerpräsident. “Die Notbremse wird in Nordrhein-Westfalen komplett umgesetzt, so wie beschlossen.” Allerdings setze man darauf, dass in Verbindung mit Corona-Tests zum Beispiel das Einkaufen möglich ist.

Sein Kollege aus München, Markus Söder, könnte sich übrigens vorstellen, wenn schon nicht die Lockdownregelung so wenigstens das mit der Notbremse dem Bund zu überlassen. Damit es kein Gemauschel gibt. “Eine Notbremse bundesgesetzlich zu verankern, so dass sie für alle in gleicher Weise, gleich konsequent greift.”

Wichtig wäre wohl aber, dass sich alle Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten wirklich Gedanken darüber machen, worüber sie denn bei der nächsten Konferenz am Montag reden wollen, wenn sie denn am Montag stattfindet. Weil – um es vorsichtig zu formulieren – noch so “ein Quark” wie die “Osterruhe” brauchen sie niemandem aufzutischen.

Laschet unter Druck, Frankreich im Lockdown – Das Corona Update vom 01. April 2021

Die Osterruhe der Kanzlerin war ein Flop, hoffentlich kommen wir trotzdem alle ein bisschen runter vom Corona-Stress und können ein bisschen abschalten. So wie Armin Laschet.

Laschet gibt kein gutes Bild ab

Der CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident will die Feiertage nutzen um mal so richtig nachzudenken. Endlich Zeit für mich, denkt Armin Laschet. Im ZDF heute-journal wollte er sich nicht aus seiner Osterruhe bringen lassen. „Das hat nicht funktioniert und deshalb müssen wir jetzt gemeinsam über die Ostertage nachdenken, was ist denn eine Ersatzmöglichkeit.“ Das klingt als wäre das eine gute Idee. Hätte man nur vielleicht schon früher mal versuche sollen, dieses Nachdenken. Es ist nicht sicher, ob wir es uns erlauben können über Ostern einfach mal Pandemie sein zu lassen und gründlich darüber nachzudenken. Armin Laschet: „Nein, wir haben die Zeit nicht, aber wir haben an dem Beispiel Gründonnerstag/Karsamstag gesehen, dass, wenn man zu schnell was entscheidet, die Praktiker sagen: Es geht nicht.“
Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich noch mal zu Wort gemeldet, bevor er sich zum österlichen Nachdenken in Klausur begibt. Spahn äußerte sich zum Start der Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen kommende Woche: „Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger.“ Und er begrüßte die Meldung, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich werbewirksam und vorbildhaft mit dem umstrittenen Impfstoff Astrazeneca hat impfen lassen.

Frankreich verhängt Lockdown

Wie die deutsche, so hat auch die französische Regierung erhebliche Schwierigkeiten eine effektive Krisenpolitik zu etablieren. Frankreich muss jetzt zum dritten Mal in den Lockdown, das hat Präsident Emanuel Macron verkündet. Ab Samstag, ganz Frankreich, für vier Wochen. Das bedeutet: Geschäfte bleiben geschlossen, abendliche Ausgangssperre ab 19 Uhr, nicht weiter von der eigenen Wohnung entfernen als in einem 10 Kilometer-Radius. Besonders bitter für Präsident Macron – er musste die Schließung der Schulen für drei Wochen anordnen. Frankreich war besonders stolz darauf, dass es gelungen war die Schulen während der Krise offen zu halten. Sie waren nur während des ersten strengen Lockdowns im vergangenen Frühjahr geschlossen.

Kein Astrazeneca für Menschen unter 60 – wie es weitergeht: Das Corona Update vom 31. März 2021

Wieder Verwirrung um den Impfstoff von Astrazeneca. Der soll nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern ab Mittwoch, 31. März, in der Regel nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Mehr dazu im neuen Corona-Update mit Timo Schnitzer.

Aller Skepsis zum Trotz, die Bundeskanzlerin hat quasi den Ärmel schon hochgekrempelt. “Wenn ich dran bin, lass ich mich impfen, auch mit Astrazeneca”, sagt Angela Merkel und macht damit den Menschen Mut, die sich mit dem Impfstoff überhaupt noch impfen lassen dürfen.

Ab Samstag Terminbuchung für Astrazeneca in NRW möglich für Ü60-Personen

Es geht um die Gefahr sogenannter Hirnvenen-Thrombosen. Bei 2,7 Millionen Impfungen mit Astrazeneca sind bisher in Deutschland 31 Fälle von solchen Blutgerinnseln bekannt, vor allem bei jüngeren Frauen. Nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Gesundeheitsminsiter Karl-Josef Laumann, gab es in NRW bei mehr als 600.000 Impfungen mit Astrazeneca acht Fälle von Hirnvenenthrombosen, fünf davon endeten tödlich. Alle waren unter 60 Jahre alt. Deshalb soll Astrazeneca vorerst nur noch bei Personen über 60 Jahren ohne Einschränkung verabreicht werden.

Laumann kündigte dabei eine überraschend flexible Regelung an. Am Samstag kommt nämlich eine weitere Lieferung von 380.000 Dosen Astrazeneca in NRW an. Diese sollen nun zügig an über 60-jährige, die wollen, verimpft werden. Seine Erklärung: “Es wird so laufen, dass wir, am Samstag vor Ostern, das Terminsystem der beiden Krankenversicherungen dafür freischalten und dann können die Menschen Termine dafür buchen in den 53 Impfzentren und wir werden auch mit der Verimpfung dieses Impfstoffes sicherlich an den Ostertagen beginnen.”

Öffnungszeiten von Impfzentren an Ostern umstritten

Die Öffnungszeiten der Impfzentren werden sich dementsprechend ändern müssen. Dem ohnehin schon arg ramponierten Ruf des Impfstoffs ist diese neue Wendung nicht dienlich. Laumann wirbt dennoch dafür: “Ich hoffe, dass wir vor allem das Vertrauen der älteren Menschen in diesen Impfstoff herstellen können. Er ist in den nächsten Wochen für die Impfkampagne in Deutschland doch ein gewisser Baustein, das muss man ganz klar sehen.”

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca selbst wirbt unterdessen ebenfalls um Vertrauen für seinen Impfstoff. Dessen Nutzen übersteige deutlich die Risiken. Übrigens wurde der Impfstoff umbenannt. Offiziell heißt er ja “Covid-19 Vaccine Astrazeneca”, künftig soll er „Vaxzeveria“ heißen. Wahrscheinlich um dem Verdacht vorzubeugen, Astrazeneca versuche mit einem möglichst unaussprechlichen Impfstoff-Namen aus den Negativschlagzeilen zu kommen, versicherte der Konzern aber schon, dass die Namensänderung schon seit Monaten geplant gewesen sei.

Wieder Probleme mit Astrazeneca, erhöhte Inzidenz in Modellregion: Das Corona Update vom 30. März 2021

Viel los am Dienstag, 30. März, in Sachen Corona. Führende Unikliniken in NRW sprechen sich für einen Impfstopp mit Astrazeneca bei bestimmten Menschen aus. Ein Reiseverbot ist vom Tisch und es gibt auch eine erste Zwischenbilanz des Tübinger Modells – und die sieht nicht so schön aus. Alle Details hat Thorsten Ortmann im Corona-Update.

Rüffel von Söder für Laschet – Tübingen muss Rückschlag hinnehmen

Die Politik streitet sich weiter um den richtigen Weg aus der Pandemie – Von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gab es am Dienstag, 30. März, sogar einen Seitenhieb gegen CDU-Chef Armin Laschet. “Meiner Einschätzung nach hat die Bundeskanzlerin Recht. Mit ihrer Sorge, Prognose und Einschätzung”, sagt er und ergänzt: “Ich finde es sehr seltsam, wenn der CDU-Vorsitzende mit der CDU-Kanzlerin ein halbes Jahr vor den Wahlen streitet.

Übrigens auch in der viel gelobten Modellstadt Tübingen, in der die Außengastronomie geöffnet ist und Geschäften mit negativen Tests besucht werden dürfen, infizieren sich wieder mehr Menschen. Die Inzidenz stieg innerhalb einer Woche von 71 auf 104. Unteranderem weil sich viele nicht mehr an die Regeln halten, so die medizinische Leiterin des Projekts, Lisa Federle bei “n-tv”: “Das Problem im Moment, dass viele das Gefühl haben, in Tübingen ist alles super. Da gibt es kein Virus und wir lassen Masken weg. Das ist nicht Sinn der Sache. Getestet werden bedeutet nicht, dass man tun kann, was man will.”

Unikliniken fordern Impfstopp für jüngere Frauen bis 55 Jahre mit Astrazeneca

Unterdessen fordern fünf der sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen einen vorläufigen Stopp der Astrazeneca-Impfung für jüngere Frauen. Das Risiko weiterer Todesfälle sei zu hoch, so die Leiter der Unikliniken. Die Gesundheitsminister wollen sich zu diesem Thema sehr kurzfristig beraten und eine Entscheidung treffen, wie damit umzugehen sei.

Gleichzeitig sind Reiseverbote wohl erstmal vom Tisch. Urlaubsreisen ins Ausland sollen weiter möglich sein, erklärte Bundesinnenminister Seehofer. Allerdings gilt ab sofort eine Testpflicht bei der Rückkehr. “Für alle Flugreisenden nach Deutschland gilt: Kein Flug ohne negatives Testergebnis. Die Fluggesellschaften sind angewiesen, Passagiere nur mit aktuellem negativen Test zu befördern.

Nach Ostern Bekanntgabe der NRW-Modellregionen

Alle Städte und Kreise, die demnächst dank erweiterter Teststrategie langsam öffnen wollen, müssen dabei strenge Kriterien erfüllen. Geöffnet werden können Kultur, Sport, Handel und Außengastronomie, so NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart. Die Modellregionen bekommen allerdings bei steigenden Infektionen eine Notbremse, so dass die Öffnungen wieder zurückgenommen werden sollten. Nach Ostern will das Land bekanntgeben, welche Städte und Kreise zu Modellregionen werden.

Einzelhandel und Osterurlaub: Das Corona Update vom 22. März 2021

Heute Abend schauen viele wieder gebannt nach Berlin. Dort treffen sich in diesen Minuten die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin per Videoschalte. Es geht um die Frage: Wie geht es weiter mit dem Lockdown und den Corona-Einschränkungen angesichts steigender Infektionszahlen und der um sich greifenden britischen Virus-Mutation. Und als wenn das nicht schon schwierig genug wäre, ist jetzt auch noch das Oberverwaltungsgericht in Münster mit einem wichtigen Urteil dazwischen “gegrätscht”.

Corona-Regeln für den Einzelhandel von Gericht „kassiert“

Es ist die zweite Hammer-Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster. Erst haben die Richter die Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer in NRW gekippt – jetzt die ungleichen Regeln im Einzelhandel, wie Terminbuchung und Kundenbeschränkung pro Quadratmeter. Anwalt Arnd Kempgens verrät uns, was hinter der Entscheidung steckt: „Supermärkte dürfen mit einer Mindestfläche öffnen ohne Termin. Und es gibt die Betriebe, die nur mit Termin öffnen dürfen. Und da sagt das Oberverwaltungsgericht: Das ist ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“. Jetzt muss sich das Land kurzfristig neue Regeln für den Einzelhandel aufstellen.

Mallorca ja, Ostsee nein: Diskussionen um den Osterurlaub gehen weiter

Nach dem vergangenen Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Krise sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach: „Das Ganze ist – glaube ich – jetzt ein Konzept der Verlässlichkeit“. Zum Glück hatte sie damals schon das “glaube ich” eingeschoben. Denn von dem Öffnungsplan in fünf Schritten ist jetzt noch ein Zurücktreten mit einem großen Schritt geblieben. Die dritte Corona-Welle ist da, der Impfstoff nicht und die Teststrategie auch nicht – also drohen heute beim Bund-Länder-Gipfel erneut Einschränkungen. Der Lockdown soll bis zum 18. April verlängert werden, und es droht sogar eine nächtliche Ausgangssperre für Regionen mit hoher Inzidenz. Streit droht auch beim Thema Osterurlaub. Die Küstenländer wollen für ihre Einwohner zumindest Urlaub im eigenen Bundesland möglich machen – in Ferienwohnungen oder im Wohnmobil. Während das umstritten ist, hebt ein Flieger nach dem anderen fröhlich Richtung Mallorca ab. Für Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil im ZDF schwer zu erklären: „Wir merken, dass die Mallorca-Entscheidung der Bundesregierung ein richtiger Stimmungskiller ist, weil Leute natürlich fragen „warum darf ich eigentlich nicht in die Lüneburger Heide in ein Ferienhaus fahren, aber ich darf einen Flieger buchen nach Mallorca“. Die Antwort der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin könnte heute eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer sein – egal, ob sie jetzt aus einem Risikogebiet kommen, oder nicht. Gemeinsames Eiersuchen im engsten Familienkreis könnte Ostern aber möglich sein. Treffen mit vier weiteren Mitgliedern aus dem engsten Familienkreis und aus anderen Hausständen, zuzüglich Kindern, sollen erlaubt werden heißt es im aktualisierten Beschlussentwurf.

Astrazeneca: Neue Studien mit guten Ergebnissen

Eine neue Untersuchung des Astrazeneca-Impfstoffs hat ergeben, dass es kein erhöhtes Thromboserisiko gibt. Laut einer unabhängigen Expertengruppe gebe es darum keine Sicherheitsbedenken. Außerdem schützt Astrazeneca laut einer neuen großangelegten US-Studie zu 80% vor einer Infektion und sogar zu 100% vor einem schweren Verlauf.

Neuer Lockdown und kein Oster-Urlaub: Das Corona Update vom 19. März 2021

Gute Laune machen die Corona-Zahlen leider seit ein paar Wochen gar nicht mehr. Wir haben heute eine Inzidenz von 95,6. Hamburg hat jetzt die Corona-Notbremse gezogen, dort wurde an drei Tagen nacheinander die 100er Marke gerissen. Ab morgen werden einige Öffnungsschritte in Hamburg wieder zurückgenommen. Wenigstens eine gute Nachricht: Ab heute wird Astrazeneca wieder verimpft.

Astrazeneca wird wieder verimpft

Die EMA hat grünes Licht gegeben: Der Impfstoff Astrazeneca sei sicher, es gibt keine Einschränkungen für bestimmte Personengruppen, nur der Beipackzettel wird jetzt noch ein bisschen länger, um über Risiken in Sachen Thrombose aufzuklären. Und genau an der Stelle melden Forscher jetzt einen Durchbruch. Experten der medizinischen Universität in Greifswald haben offenbar die Ursache für die schweren Hirnthrombosen gefunden, die zum Impfstopp geführt hatten. Das meldet der NDR – und noch besser: Das geeignete Gegenmittel soll auch schon bereitstehen. Demjenigen, der nach einer Impfung mit Astrazeneca Probleme an einer Thrombose erkrankt, dem kann sofort mit diesem neuen Medikament geholfen werden.

Lauterbach: „Wir müssen zurück in den Lockdown“

Die Zahlen sind deutlich, die dritte Welle rollt, und zwar rasant. Wir sind nicht am Anfang, wir sind mittendrin, die Zahlen wachsen exponentiell. Der Vizechef des Robert Koch Instituts, Lars Schade, hat uns schonmal auf weitere harte Wochen

Vorbereitet: „Es ist sehr gut möglich, dass wir um Ostern eine ähnliche Lage haben wie vor Weihnachten, mit sehr hohen Fallzahlen, sehr vielen schweren Verläufen, vielen Todesfällen und Krankenhäusern, die stark belastet sind“. Und die steigenden Zahlen hätten auch nichts damit zu tun, dass mehr getestet wird. Für den SPD- Gesundheitsexperten Karl Lauterbach gibt es nur eine Lösung: „Man kann es drehen und wenden wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown“.

Robert Koch Institut mahnt: Über Ostern nicht verreisen

Gut zwei Wochen sind es noch bis Ostern. Die Flieger nach Mallorca sind ausgebucht. Fast zwei Drittel der Deutschen halten es für falsch, dass die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben worden ist sagt, so das Ergebnis einer YouGov-Umfrage. Und hier in Deutschland? Kopfschütteln darüber, dass Urlaub im eigenen Land nicht möglich sein soll. Aber RKI-Vize Lars Schade warnt deutlich: „Ich bitte Sie auch: Verzichten Sie auf Reisen im In- und Ausland. Mobilität und Kontakte sind die Treiber der Pandemie. Wenn an Ostern Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammenkommen, könnte die Pandemie zusätzlich angeheizt werden“. Wie, wo und ob wir zu Ostern Urlaub planen können, darüber wird wohl am Montag entschieden bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder.

Notbremse, Schulstreit und Betrug: Das Corona Update vom 18. März 2021

Ist das noch Corona? Oder schon Wahlkampf. Einige vor allem SPD-geführte Kommunen wollen partout die Schulen vor Ostern schließen – weil es so viele Infektionen gibt. Das Land wittert Wahlkampf und wiegelt ab. Und: Der nächste Bund-Länder-Gipfel wirft seine Schatten voraus.

Söder fordert Einhalten der Corona-Notbremse  

Am Montag beraten die Ministerpräsidenten gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie es mit den Corona-Verboten weitergeht. Und wenn man Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder so hört, dann können wir das Thema Lockerungen wohl vergessen. Alle Bundesländer sollten sich gefälligst an die vereinbarte Notbremse bei einer 100er Inzidenz halten, fordert Söder: „Wir brauchen eine harte Notbremse, damit wir überhaupt richtig agieren können. Und im Moment stehen wir auf einem Sprungbrett zur nächsten Stufe einer exponentiellen Entwicklung. Deswegen muss och einmal alles auf dem Prüfstand stehen. Ich kann mir jetzt weitere große Öffnungen nicht vorstellen“. Söder ist außerdem dafür, Astrazeneca-Exporte aus der EU in andere Länder zu stoppen, besonders in die Länder, die selbst herstellen und nicht in die EU exportieren

Immer mehr Kommunen in NRW fordern Schulschließungen vor den Oster-Ferien

Auch in Nordrhein-Westfalen steigen die Infektionen weiter stark an. Die landesweite Inzidenz liegt bei 92,1 – also kurz vor der 100er Marke für die vereinbarte Notbremse, wo Schluss ist mit Lockerungen. Und jetzt bahnt sich auch noch Streit an zwischen einzelnen Kommunen und der Landesregierung. Die Stadt Dortmund nimmt heute bei der Landesregierung einen neuen Anlauf mit dem Ziel, ab Montag die Schulen wieder zu schließen. In Dortmund hätte sich der Anteil der Infizierten unter 20 Jahre verdreifacht, so Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal: „Wir haben die Situation, dass die britische Variante des Virus das Ruder des Infektionsgeschehens in Deutschland übernimmt“. Nach Duisburg und Dortmund fordert jetzt auch Wuppertal Schulschließungen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung ist aber weiter dagegen. Erst müssten andere Maßnahmen getroffen werden, und in jedem Fall muss das Land zustimmen, heißt es in einem Erlass. Auch dem geplanten Kita-Notbetrieb in Duisburg erteilte NRW-Familienminister Joachim Stamp heute eine Absage.

NRW: Razzia gegen mutmaßliche Coronahilfen-Betrüger

In NRW gab es heute eine Razzia wegen eines mutmaßlich großangelegten Betrugs mit Corona-Soforthilfen. Die Polizei hat 58 Wohnungen und Firmen in mehreren nordrhein-westfälischen Städten und in Berlin durchsucht. Ein per Haftbefehl gesuchter 52 Jahre alter Verdächtiger aus Grevenbroich wurde festgenommen. Die insgesamt rund 30 Verdächtigen sollen Corona-Soforthilfen im Gesamtumfang von 450.000 Euro zu Unrecht beantragt zu haben. Ausgezahlt wurden bereits 170.000 Euro.

Studie: Unter 65-Jährige nach Infektion weitgehend vor Corona geschützt

Wer Corona-infiziert war, ist in den Folgemonaten vor einer weiteren Infektion weitgehend geschützt. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Studie aus Dänemark – allerdings gibt es ein großes “Aber”. Denn bei Menschen über 65 kommt es häufiger zu Neuinfektionen als bei Jüngeren. Daher sollten sich gerade ältere Infizierte impfen lassen, so die Autoren der Studie.

Tests in Tübingen, Astrazeneca und Schimpansen-TV: Das Corona Update vom 17. März 2021

Wenn Ihr ab dem 1. Juni verreisen wollt, dann braucht ihr wahrscheinlich zwei Ausweise: Den Personalausweis oder Reisepass und den Corona-Impfpass. Den will die EU nämlich bis zur Sommerreise-Saison fertig haben. Damit könnte das Reisen für Geimpfte wieder leichter werden.

Tübingen: Groß angelegter Test für mehr Freiheiten in der Corona-Krise

Mal in Ruhe shoppen, oder ins Kino, danach noch ein kühles Helles im Biergarten…. Nein, das ist kein Rückblick in die Vor-Corona-Zeit, sondern das ist gerade Realität in Tübingen. Dort ist ein Pilotprojekt gestartet. An mehreren Stellen kann man sich in der Stadt testen lassen und mit einem negativen Test bekommt man dann ein Tagesticket. Das ist dann die Eintrittskarte fürs Theater, die Geschäfte oder eben das Straßencafé. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer: „Wir glauben sogar, dass eine Chance besteht, durch intensives Testen die Zahlen runter zu kriegen. Wenn es uns gelingt, diejenigen zu finden, die infiziert sind und die in Quarantäne zu schicken, dann können alle, die nicht infiziert sind, ins Theater, in die Außengastronomie und in den Handel gehen“. Auch eine Drogeriekette beteiligt sich mit einem Testzentrum an dem Modellprojekt. Und die Uni Tübingen begleitet den Versuch wissenschaftlich. Klar ist aber auch: Die Tübinger sollen sich nicht als Versuchskaninchen fühlen, sagt Notärztin Lisa Federle: „Was wir ganz klar bedenken müssen ist, dass wir niemanden gefährden. Und ich werde garantiert alles tun, dass es funktioniert. Wenn nicht, muss ich ganz klar sagen, müssen wir halt abbrechen“. Wäre ja schön, wenn das Modell Erfolg hat und auf andere Städte übertragen werden kann.

Hoffnung auf weitere Corona-Impfungen mit Astrazeneca

Es gibt wieder Hoffnung, dass der Astrazeneca-Impfstoff wieder verimpft werden kann. Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides macht vorsichtig Hoffnung auf einen schnellen Neustart mit Astrazeneca. Die gemeldeten Thrombose-Fälle bei Geimpften seien nach ersten Untersuchungen nicht höher als in der Gesamtbevölkerung

Die Schulen in NRW bleiben geöffnet

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen bleiben bis Ostern offen – trotz steigender Infektionen gerade bei den Jugendlichen. Das hat NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bestätigt. Zuletzt hatten die Städte Dortmund und Duisburg sofortige Schulschließungen gefordert.

Tierische Entspannung: Schimpasen-Fernsehen

Und zum Schluss noch ein Tipp für echte Corona-Entspannung: Schimpansen-Fernsehen. Ja, gibt es wirklich. Weil den Schimpansen in den tschechischen Zoos der Lockdown zu langweilig war, haben sich ihre Pfleger was ganz Besonderes einfallen lassen. Über zwei Großbildschirme können sich die Schimpansen zweier Zoos gegenseitig beobachten. Und wie sehr wir von den Affen abstammen sieht man an ihrem Verhalten, sagt eine Pflegerin. Entweder geben sie vor ihren Artgenossen mit ihrem Essen an oder schauen ihren Pflegern beim Saubermachen zu. Und wir können beim Schimpansen-Fernsehen online auch dabei sein…

Impfstopp und Urlaub auf Mallorca: Das Corona Update vom 16. März 2021

Der Impfstoff mit Astrazeneca erhitzt auch heute weiter die Gemüter. Jetzt kommt raus: Der Impfstopp hatte wohl auch rechtliche Gründe. Denn da es ja eine staatliche Impfkampagne ist, hätten sonst Körperverletzungs-Klagen gedroht. Wie geht es jetzt weiter mit Astrazeneca?

Lauterbach: Hoffnung auf nur kurzen Astrazeneca-Impfstopp

Sieben Thrombose-Fälle nach 1,6 Millionen Impfungen – für viele ist der Astrazeneca-Impfstopp darum vergleichbar mit der Abschaffung von Sicherheitsgurten, weil nach Unfällen vereinzelt blaue Flecken beobachtet wurden. Zu diesen Kritikern des Stopps zählt auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Lauterbach glaubt zwar, dass es einen Zusammenhang zwischen möglichen Thrombosen und Astrazeneca gibt, trotzdem überwiegt für ihn der Nutzen des Impfstoffs: „Ich hoffe, dass es nur eine ganz kurze Prüfung sein wird, so dass wir bereits in der nächsten Woche den Impfstoff wieder einsetzen können. Wenn der Impfstoff nicht zur Verfügung stünde, was ich aber nicht glaube, dann wäre die Impfstrategie über die Hausärzte natürlich ernsthaft gefährdet“. Die Europäische Arzneimittelbehörde will die gemeldeten Problemfälle bis Donnerstag prüfen. Darum wird der für morgen geplante Impfgipfel zwischen Bund und Ländern verschoben bis klar ist, ob Astrazeneca wieder verimpft werden kann.

Söder will Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer

Auf Mallorca startet der Tourismus – an Nord- und Ostsee ist alles dicht. Finde den Fehler. Übrigens: Den Spaniern geht es auch nicht besser, sie dürfen über Ostern im eigenen Land auch nicht verreisen und sogar ihre Regionen nur in wichtigen Fällen verlassen. TUI hat dagegen das Reiseangebot für Mallorca verdoppelt und bietet jetzt 300 Hin- und Rückflüge an. Aber bevor ihr jetzt schon den feucht-fröhlichen Sangria-Abend plant – den besser auf den Nachmittag verlegen, denn es gibt auf Mallorca immer noch eine Ausgangssperre zwischen 22.00 und 6.00 Uhr. Und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat heute eine Testpflicht bei Rückkehr ins Spiel gebracht: „Wir hören sogar auch aus Mallorca heraus Sorge, ob da nicht ein zu großer Ansturm der Touristen kommt“, so Söders Begründung. Was den Pfingst- und Sommerurlaub angeht, ist Söder dagegen optimistisch.

Bier unter freiem Himmel: In Großbritannien öffnen bald wieder die Pubs

Da verblasst selbst ein Skandal-Interview von Harry und Meghan: Was den Briten wirklich am Herzen liegt ist die Frage „Wann gibt es wieder Bier in den Pubs?“. Und viele können es offenbar gar nicht mehr erwarten. Laut Pandemieplan dürfen die Pubs ab dem 12. April wieder die Außengastronomie öffnen – und wer Glück hat, bekommt im Herbst noch einen Platz. Es ist nämlich schon heute bis dahin alles ausgebucht. Na dann Cheers!