Wird die EM zum Pandemietreiber?: Das Corona Update vom 22. Juni 2021

32% der Deutschen sind mittlerweile vollständig geimpft. Darum gehen die Infektionszahlen weiter stetig zurück. Allerdings warnen Experten jetzt schon vor einer neuen Mutations-Variante – Nein, nicht Delta. Die UEFA-Mutante. Denn die teilweise vollen Stadien bei der EM treiben einigen Virologen dann doch die Sorgenfalten auf die Stirn.

Nur noch 455 Neuinfektionen an einem Tag. In NRW sinkt die Inzidenz auf 8,2. Darum blickt jetzt sogar Dr. Uwe Jansens von der Gesellschaft für Intensivmediziner bei n-tv etwas entspannter auf die Lage: „Da kommt uns zugute, dass wir die Impfungen am Start haben und vielleicht, wenn wir glücklich sind, Ende September sogar die meisten Deutschen durchgeimpft haben. Und das wird uns tatsächlich vor einem schwereren Verlauf einer 4. Welle schützen. Deshalb gehen wir nicht mit großen Sorgenfalten in den Herbst aber warnen immer noch davor, im Moment zu locker mit der Situation umzugehen.“

Darum warnt die Bundesärztekammer auch vor Urlaubsreisen in Länder, wo die Delta-Variante grassiert.

Die Lage in Großbritannien

Zum Beispiel in Großbritannien. Auf der Insel sollen trotz Delta-Variante und steigender Infektionszahlen die Corona-Beschränkungen ab 19.Juli fallen – der Termin war um 4 Wochen verschoben worden. Dann sollen Geimpfte auch wieder ohne Quarantäne ins Ausland fliegen dürfen. Eine Lösung zeichnet sich auch für das EM-Finale am 11.Juli im Londoner Wembley Stadion ab. 60.000 Zuschauer dürfen danach dabei sein. Die strittige Quarantäne-Regelung für VIPs und Medienmitarbeiter soll dabei nicht gelten. Damit könnte eine Verlegung vom Tisch sein

Voller Schulbetrieb nach den Ferien

Für die Bundesregierung hat die Rückkehr zu einem vollen Schulbetrieb nach den Sommerferien hohe Priorität. Allerdings hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schon angedeutet, dass auch dann Distanzunterricht weiter notwendig sein wird. Ines Weber vom Bundeselternrat hat die Bundesregierung darum aufgefordert, die Schulen jetzt schon auf den Herbst vorzubereiten: „Die Eltern brauchen Perspektiven, dass Lüftungsanlagen eingebaut werden worüber seit eineinhalb Jahren gesprochen wird.“

Trumps Planspiele

Man ist von Trump in der Corona-Krise vieles gewohnt. Er wollte Infizierten Desinfektionsmittel spritzen oder sie von Innen mit UV-Licht bestrahlen. Und dazu passt auch diese Meldung der Washington Post. Danach soll Trump zu Beginn der Pandemie ernsthaft darüber nachgedacht haben, Infizierte Amerikaner auf die Guantánamo-Insel zu verfrachten, andererseits: wer fragt, ob man einen Hurrikan mit einer Atombombe stoppen kann – dem ist auch das zuzutrauen.

Homeschooling-Bilanz: Das Corona Update vom 21. Juni 2021

Wieviel Zuschauer kann eine sportliche Großveranstaltung verantworten? Diese Frage beantwortet gerade jeder Organisator anders. Bei der Fußball-EM In Budapest wird vor vollem Haus und über 60.000 Fans gespielt. In München vor nur rund 14.000.

Bei der WM in Katar im kommenden Jahr sollen nur Geimpfte ins Stadion dürfen. Und bei den Olympischen Spielen ab 23. Juli in Tokyo wollen die Organisatoren bis zu 10.000 einheimische Zuschauer bei allen Wettkämpfen zulassen. Das hat das Nationale Olympische Komitee heute entschieden – aber wie immer in Corona-Zeiten – unter Vorbehalt.

Schlechtes Zeugnis für Homeschooling

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß – Homeschooling ist für die Tonne. Das ist jetzt mal frei übersetzt das Ergebnis einer neuen Studie der Goethe Universität in Frankfurt. Dort hatten sich Forscher Daten aus aller Welt angesehen. Ergebnis: die Schulschließungen haben bei den Schülerinnen und Schülern zur Stagnation des Lernens mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen geführt. Der Effekt des Homeschoolings liege damit im Bereich der Sommerferien, so die Wissenschaftler. Trotzdem glaubt Bundesgesundheitsminister Spahn, dass Wechselunterricht und Hygienemaßnahmen im kommenden Herbst weiter notwendig sind.

Vierte Welle kommt?

Denn es droht eine 4. Welle – ausgelöst durch Delta – der indischen Variante. Virologe Alexander Kekulé rechnet fest damit: „Die kommt hauptsächlich dadurch zu Stande, dass einfach in der kälteren Jahreszeit sich diese Viren einfach stärker ausbreiten. Das ist nicht zu vermeiden. Wir sind dann auch häufiger in geschlossenen Räumen. Nach den Sommerferien werden die Schulen dann wieder losgehen und die Kinder sind dann ja nicht geimpft – das wird bis dahin auch nicht der Fall sein.“

Darum sei es jetzt wichtig, dass über den Sommer möglichst viele Menschen den vollen Impfschutz haben, so Kekulé. Denn sonst bestünde kein ausreichender Infektionsschutz vor der Delta-Variante. Hessens Ministerpräsident Bouffier hält auch neue Kontaktbeschränkungen für möglich, sollten die Infektionszahlen im Herbst wieder nach oben schnellen.

Dennoch glaubt Experte Dr. Christoph Specht bei n-tv, dass eine 4. Welle nicht mehr so gefährlich wird: „Das Ziel ist natürlich, und so war es immer angelegt, dass man die vulnerablen Gruppen schützt. Das muss uns bis zum Herbst gelingen, dass die entsprechend geimpft sind. Und dann kann es tatsächlich so sein, wir haben zwar wieder Infektionszahlen aber eben keine schwere Krankheitslast.“

Kaum noch Maskenpflicht

Aber noch sind die Infektionszahlen in NRW ja Bombe. Alle kreisfreien Städte und Kreise in NRW liegen nun stabil unter der Inzidenz von 35. Heißt: Die Maskenpflicht im Freien ist in NRW seit heute weitgehend aufgehoben. Auch auf Schul- und Pausenhöfen und im Außenbereich von Schulen muss jetzt kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. In Innenräumen bleibts aber bei der Maskenpflicht. Ausnahme ist die Millionenstadt Köln. Dort bleibt die Maskenpflicht in einigen Bereichen noch bis einschließlich 28. Juni gültig.

Einfachere Einreise nach Frankreich und Ende der Impfpriorisierung: Das Corona Update vom 4. Juni 2021

Am Montag (7. Juni) fällt die Impfpriorisierung weg. Das heißt, dann kann sich jeder der will um einen Impftermin bemühen. Das heißt aber nicht, dass das dann auch klappt, weil wer, wann geimpft werden kann, das bestimmt nicht so sehr die Priorisierung als vielmehr die Menge an vorhandenem Impfstoff. Und der ist weiterhin nur begrenzt verfügbar.

Videocall für die Nationalmannschaft

Bei großen Fußball-Turnieren schneit Bundeskanzlerin Angela Merkel gerne mal überraschend bei der deutschen Nationalmannschaft rein. Das soll auch am kommenden Donnerstagabend so sein, also einen Tag vor Beginn der paneuropäischen Europameisterschaft, aber leider nicht persönlich, so Regierungssprecher Steffen Seibert „Es hat in den vergangenen Jahren vor den großen Turnieren wie Sie wissen immer wieder persönliche Besuche im Trainingslager gegeben das ist dieses Mal nicht möglich also findet der Termin in dieser digitalen Form kurz vor der EM statt.“

In München, wo alle drei Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft ausgetragen werden, gibt es jetzt auch endgültige Klarheit über die zugelassene Zuschauermenge im Stadion. Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt 14.000 Fans dürften hinein, das gebe die Inzidenz her: „…da auch München deutlich unter 35 liegt, Bayern insgesamt unter 30 liegt, ist es insgesamt möglich mit einem strengen Hygiene- Konzept …mit Test… mit Maske…glauben wir dass das vertretbar ist in dem Fall bis zu 20% der Zuschauer zuzulassen das sind die ca 14.000.“

Die Partien vor Zuschauern könnten als Pilotprojekt für den weiteren Profisport betrachtet werden sagte Söder.

Einfachere Einreise für EU-Bürger nach Frankreich 

Frankreich erleichtert ab dem kommenden Mittwoch die Einreise für EU-Bürger: wie der Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari in einem Fernsehinterview mitgeteilt hat, dass ab dem 9. Juni vollständig geimpfte EU-Bürger keinen negativen Corona-Test mehr vorweisen müssen, um nach Frankreich einreisen zu können. Für alle anderen reicht dann ein höchstens 72 Stunden alter Schnelltest statt des bisher vorgeschriebenen PCR-Tests. Es soll auch weiter gelockert werden in Frankreich. Ab Mittwoch dürfen Gäste wieder in die Innenräume von Cafés und Restaurants und die nächtliche Ausgangssperre beginnt dann erst um 23 Uhr statt bisher um 21 Uhr.

Corona: Dreharbeiten vom neuen Mission Impossible Film unterbrochen

Die Dreharbeiten zu dem Action-Streifen „Mission Impossible 7“ sind wegen eines positiven Coronavirus-Tests am Set gestoppt worden. Die Crew rund um Hollywoodstar Tom Cruise dreht gerade in London. Die Daily Mail berichtet von 14 Personen die positiv getestet worden seien. Wir fragen uns, wer da wohl jetzt gefeuert wird, denn Tom Cruise ist im vergangenen Dezember schon mal ausgerastet, als er Mitarbeiter am Filmset erwischt hat, die sich nicht an die AHA-Regeln gehalten haben. Sein Wutausbruch ist aufgenommen worden. Tausende Jobs hängen von dieser Produktion ab schimpfte Cruise und sollte er das noch mal sehen werde jemand gefeuert. Jetzt soll Cruise eine Szene in einem Nachtclub mit vier Tänzerinnen gefilmt haben, die später positiv getestet wurden. Cruise und das gesamte 60-köpfige Filmteam befinden sich jetzt zwei Wochen in Quarantäne.

München bleibt EM-Austragungsort und das Abi startet: Das Corona Update vom 23. April 2021

In Nordrhein-Westfalen bekommen wir um Mitternacht die bundesweite Corona-Notbremse zu spüren. Fast überall treten Ausgangssperren in Kraft, denn Städte und Landkreise unter einer Wocheninzindenz von 100 findet man kaum noch. Die Städte und Gemeinden sind aufgefordert worden, das heute noch bekannt zu geben. Das Corona-Update mit Michael Boom:

Der Wandel der Corona-Politik in den vergangenen Monaten

Und dabei haben wir in der Pandemie-Bekämpfung mal so stark angefangen – vor etwas mehr als einem Jahr. Zustände wie in Bergamo haben wir damals mit entschlossenem Handeln verhindert und Leben gerettet. Vor genau einem Jahr hat das Fachmagazin „the Atlantic“ in den USA geschrieben, an der Spitze der Regierung in Berlin habe eine Chef-Wissenschaftlerin die Corona-Krise bisher mit „charakteristischer Rationalität, verbunden mit uncharakteristischer Sentimentalität“ relativ erfolgreich bewältigt. Heute muss man hervorheben, Ja, Kanzlerin Merkel war gemeint. Leider sind uns nach der ersten Welle die Ideen ausgegangen und wir waren immer einen Schritt zu spät. Wo war die bundesweite Corona-Notbremse als im Dezember und Januar täglich eintausend Menschen starben.

München bleibt Austragungsort der Fußball-EM

So, her mit den guten Meldungen der Pandemie. München bleibt Gastgeber von insgesamt vier Partien bei der Fußball-EM. Drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale sind dabei. Die UEFA hat die Entscheidung getroffen, nachdem klar war, dass bei allen Spielen mindestens 14 500 Zuschauer dabei sein dürfen. Für 79.000 Schüler in Nordrhein-Westfalen sind trotz Pandemie heute die Abi-Prüfungen gestartet. Heute gab es die Klausuren in Englisch. Mehr als 22 Prozent der Bundesbürger haben jetzt zumindest eine Corona-Impfung bekommen, sind also schon gut vor einer schweren Ansteckung geschützt. Und laut der Landesstatistiker in NRW sind im vergangenen Monat deutlich weniger Menschen gestorben als im März letzten Jahres. Es gab einen Rückgang um mehr als elf Prozent.

Laschet verteidigt Brücken-Lockdown und Japaner gegen Terminplanung für Olympia: Das Corona Update vom 12. April 2021

Nach Biontech, Moderna und Astrazenca kann jetzt auch der Impfstoff von Johnson und Johnson in der Europäischen Union verimpft werden. Der Stoff wird ab heute ausgeliefert, gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen. Anders als die anderen Impfstoffe muss der von Johnson & Johnson nur einmal gespritzt werden.

Laschet verteidigt seinen Vorschlag zu einem Brücken-Lockdown

CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet soll Kanzlerkandidat der Unionsparteien werden, das zumindest wünschen sich die Spitzen der CDU. Aus diesem Anlass hat Laschet seine Idee vom Brücken-Lockdown heute noch mal verteidigt: „Lieber eine kurze, auch harte Periode, als eine wochenlange Hängepartie. So, das ist die Idee, die dahintersteht. Wir würden es in ganz Deutschland brauchen“. Die Bundesregierung will morgen das Infektionsschutzgesetz so ändern, dass es einheitliche Regeln für die Notbremse gibt. Eile wäre geboten, die Neuinfektionen steigen, aber so schnell wird es wohl auch nicht gehen, es gibt Widerstand im Bundestag, in den Ländern und in den Kommunen.

Boris Johnson verschiebt sein erstes Bier im Pub aus Respekt

Zwei Dinge hatte sich Premierminister Boris Johnson vorgenommen, wenn nach Monaten des Lockdowns heute wieder geöffnet wird in England. Er wollte endlich zum Friseur gehen, und Boris Johnson wollte im Außenbereich eines Pubs vorsichtig, aber unwiderruflich ein Bier trinken. Doch daraus wird nichts. Aus Respekt vor dem verstorbenen Ehemann der Queen, Prinz Philipp, hat Johnson sein öffentliches Biertrinken abgesagt. Dank der weit fortgeschrittenen Impfkampagne und dem langen, harten Lockdown hat sich die Corona-Infektionslage in Großbritannien mittlerweile deutlich entspannt. Neben der Außengastronomie dürfen in England wie gesagt jetzt auch wieder Friseure, Geschäfte, Fitnessstudios und Zoos öffnen.

Lauterbach hält Fußball-EM für „verantwortungslos“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist kein Fan davon, die Fußball Europameisterschaft in diesem Sommer durchzuführen. Das wäre „verantwortungslos“ sagte Lauterbach in einem Interview mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Dabei sorgte er sich vor allem um die Gesundheit der Fußballer. Mit Blick auf die möglichen Langzeitschäden einer Covid-19-Erkrankung, dem sogenannten Long Covid, müsse den Fußballprofis deutlich gemacht werden, dass eine Erkrankung das „sofortige Karriereende bedeuten“ könne. Die UEFA will am kommenden Montag, dem 19. April, entscheiden, ob die auf dieses Jahr verlegte Europameisterschaft wie geplant in zwölf Ländern gespielt werden kann.

Mehrheit der Japaner gegen olympische Spiele zum geplanten Zeitpunkt

Und auch das zweite sportliche Großereignis in diesem Jahr steht in der Kritik. Aus Furcht vor einer neuen Corona-Welle ist die große Mehrheit der Japaner, nämlich 72 Prozent, der Meinung es sei besser die olympischen Sommerspiele entweder ein weiteres Mal zu verschieben oder gleich ganz abzusagen. Bislang ist geplant, die Spiele in Tokio am 23. Juli zu eröffnen.