Spahn über die aktuelle Lage in Deutschland, USA impft Rekord: Das Corona Update vom 29. April 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besucht morgen ein Impfzentrum, deshalb wurde die wöchentliche Pressekonferenz von Freitag auf heute vorverlegt. Zunächst blicken wir aber in die USA.

USA impft einen Rekord – Deutschland impft nicht ganz so schnell

In den USA hat sich Präsident Joe Biden anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt selbst beschenkt mit einem Impfrekord. Nicht 100 Millionen, wie ursprünglich versprochen, nicht 200 Millionen, nein, 220 Millionen Corona-Impfungen sind in diesen 100 Tagen in den USA verabreicht worden, sagte Biden.

„220 million Covid-shots“

Joe Biden, US-Präsident

Währenddessen in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler präsentieren nicht ganz so spektakuläre Zahlen aus Deutschland, aber immerhin:  “Mittlerweile sind es über 20 Millionen Menschen, die eine erste Impfung haben in Deutschland erhalten können gegen Covid-19 und die Zahl steigt weiter ständig.“

Biontech bald auch für Kinder ab zwölf Jahren?

Vom Impfmittel-Hersteller Biontech heißt es ein Corona-Impfstoffes für Kinder ab zwölf sei auf dem Weg, die Zulassung in der EU werde in Kürze beantragt. Eine gute Nachricht, auch für Jens Spahn: „Stand heute, wenn nichts Ungewöhnliches passiert: Spätestens in den Sommerferien werden wir die über 12-Jährigen dann impfen können, wenn die Zulassung da ist.“

Thema Freiheitsrechte für Voll-Geimpfte, dieser Punkt, so Spahn werde bis Ende Mai in einem Gesetzentwurf geregelt sein.

Intensivpfleger berichtet über Belastung

Zum Schluss soll Ricardo Lange zu Wort kommen. Er ist Intensivpfleger und war zur Pressekonferenz eingeladen, um seine Erfahrungen auf der Intensivstation zu schildern und das hat er eindrücklich getan. Wie sich das Sterben auf der Intensivstation unter Corona-Bedingungen verändert hat, wie anstrengend und wie psychisch belastend es ist die Toten in schwarze Leichensäcke zu packen:

„Wir legen sie dort hinein und ziehen den Reißverschluss zu. Und glauben sie mir, wenn ich ihnen sage, das macht was mit einem.“

Ricardo Lange, Intensivpfleger

Und Ricardo Lange hat ein Anliegen: „Als Intensivkrankenpfleger (…) ich sehe natürlich nur die schweren Verläufe…das bedeutet natürlich nicht, dass jeder in der Bevölkerung da draußen, einen schweren Covid-Verlauf erleiden wird, oder an dieser Erkrankung versterben wird. Aber, (…) jeder der nicht auf einer Intensivstation arbeitet, jeder der nicht im privaten Umfeld davon betroffen ist, sieht die leichten Verläufe, oder sieht vielleicht nur Menschen die gar nicht an Covid erkranken. Und das wiederum heißt nicht, dass es diese schweren Verläufe nicht gibt!“

Laschet im Landtag, Lockerungen in den Niederlanden: Das Corona Update vom 28. April 2021

Kanzlerkandidat und CDU-Chef Armin Laschet ist mal wieder in seiner Funktion als Ministerpräsident aufgetreten. Im Landtag in Düsseldorf hat Laschet eine Erklärung zur Corona-Situation in Nordrhein-Westfalen abgegeben. Unter anderem kündigte Laschet eine Impfkampagne in Problemvierteln an.

Arme Menschen sind häufiger infiziert 

Gerade in Großstädten wie Köln geht die Infektions-Schere weiter auseinander. Heißt: in Problem-Vierteln mit ärmerer Bevölkerung infizieren sich viel mehr Menschen als in Vierteln mit wohlhabenderen Einwohnern. Für solche sozialen Brennpunkte kündigte Ministerpräsident Armin Laschet besondere Impfaktionen mit mobilen Teams und einer Informationskampagne an. Laschet: „Wir wollen auch den Menschen, die vielleicht aus einer anderen kulturellen Erfahrung, Skepsis haben beim Impfen, die Chancen erklären die mit dem Impfen verbunden sind.“ Wo die Menschen enger zusammenlebten als anderswo müsse ein Impfschwerpunkt gesetzt werden sagte Laschet. „Wenn die ganze Gesellschaft zusammenhalten soll, darf es nicht von der Postleitzahl abhängen wo die Inzidenzen hoch sind.“

In den Niederlanden wird gelockert – trotz hoher Zahlen

Die Inzidenzzahl kann nicht der Grund sein, die liegt nämlich bei etwa 220, aber bei unseren niederländischen Nachbarn wird ab heute trotzdem großzügig geöffnet. Die Ausgangssperre ist vorbei, Geschäfte dürfen wieder Kunden empfangen, ohne vorher Termine vereinbaren zu müssen, Restaurants dürfen auf den Terrassen wieder Gäste bewirten. Ihre optimistische Entscheidung der Regierung basiert auf der Hoffnung, dass die Infektionszahlen wegen der Impfungen schnell abnehmen werden. Premier Mark Rutte spricht von einem „kalkulierten Risiko“. Die Landräte von grenznahen Kreisen in NRW, wie Heinsberg oder Borken, appellierten an ihre Bürger trotzdem besser auf Ausflüge ins Nachbarland zu verzichten und selbst wenn es schwer fällt den Lockungen der brodelnden Fischfritteusen zu widerstehen.

Auch in den USA wird gelockert

Gelockert wird auch in den USA. Dort sind mittlerweile fast 30 Prozent der Bevölkerung schon doppelt geimpft. Diese Menschen sollen jetzt wieder etwas mehr Freiheiten erhalten und beim Spazierengehen, Radfahren, Treffen in kleineren Gruppen oder Restaurantbesuche nicht mehr unbedingt eine Maske tragen müssen. US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Lockerungen als Anreiz für alle noch nicht Geimpften, sich die Spritze geben zu lassen.

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