Regeln für Reiserückkehrer: Das Corona Update vom 01. Juli 2021

Ab heute gelten für über 80 Staaten keine Reisewarnungen mehr. Und das europäische Impfzertifikat soll zeitgleich das Reisen innerhalb der EU erleichtern. Doch so leicht wird das Reisen im bevorstehenden Sommer-Urlaub gar nicht. Das hat Bundesgesundheitsminister Spahn heute klargestellt. Denn er rechnet damit, dass schon im Juli die hoch ansteckende Delta-Variante bis zu 80% des Infektionsgeschehens in Deutschland ausmachen könnte.

Regeln für Reiserückkehrer

Morgen startet NRW in die Sommerferien und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spielt jetzt schon mal den Spielverderber und erinnert schon vor der Abreise an die Regeln der Rückreise: „Wer aus einfachen Risikogebieten, aus Hochinzidenzgebieten oder Virusvariantengebieten kommt, muss eine digitale Einreiseanmeldung vorlegen. Jeder der sich in einen Flieger nach Deutschland setzt, muss ein negatives Testergebnis oder einen gültigen Impf- oder Genesenen-Nachweis vor Betreten des Flugzeugs vorweisen.“ Da steigt die doch die Urlaubsvorfreude in ungeahnte Höhen. Aber es geht noch eine Stufe höher. Bundesinnenminister Horst Seehofer hat heute verschärfte Kontrollen auch auf dem Landweg nach Deutschland angekündigt: „Da muss man nach derzeitigem Stand darauf hinweisen, dass die Schleierfahndung hinter der Grenze sich vor allem nach derzeitigem Stand darauf richten wird, wer aus der Balkanroute aus der Türkei zurückkommt oder die Auto-Route aus Großbritannien in die Bundesrepublik Deutschland. “ Seehofer kritisierte auch die UEFA scharf – Spiele in vollen Stadien stattfinden zu lassen sei „verantwortungslos“. 2000 schottische Fußballfans zum Beispiel hatten sich offenbar bei einem EM-Spiel in St. Petersburg infiziert. Und der scharfsinnige Horst hat da so eine Vermutung, warum die UEFA so entschieden hat: „Ich hab da ein bisschen den Verdacht, dass es da um Kommerz geht“.

Blick auf das nächste Schuljahr

Vor den Ferien ist nach den Ferien – und da siehts wohl unverändert aus. Nach zwei Corona-Schuljahren droht auch das kommende Schuljahr schwierig zu werden. Masken und Tests werden in NRW erstmal zum Alltag gehören. NRW Ministerpräsident Laschet will dann kurzfristig entscheiden, ob die Maskenpflicht im Unterricht wegfallen kann. Auch bei den Luftfiltern passiert wenig. Es gibt zwar ein Förderprogramm des Bundes – der sei für den Einbau aber nicht zuständig, sagt Gesundheitsminister Spahn: „Das Einbauen von Filtern in Schulräumen kann jedenfalls nicht der Bund anordnen oder vornehmen, das können nur Schulträger oder diejenigen, die in der Organisation zuständig sind.“ Und ich bin mal kühn und behaupte: damit meint Spahn wohl die Bundesländer.

Kinos machen wieder auf

Endlich kann man mal eine Netflix-Pause einschieben. Heute öffnen viele Kinos wieder. Zum Start gibts mit dem Oscar-Abräumer „Nomadland“ einen echten Blockbuster. Dazu gibts Action mit „Godzilla vs. Kong“ und „Catweazle“ mit Otto Waalkes, und der kann sich noch gut an die Corona-Drehbedingungen erinnern. „Die Kameraleute hatten schwarze Masken, die Ausstatter grüne, die Lichtleute rote, und die Hygienebeauftragten war immer da ‚halt, halt auseinander, Abstand einhalten'“.

Diskussion um Urlaubsrückkehrer: Das Corona Update vom 28. Juni 2021

Am Freitag startet NRW in die Ferien. Viele ziehts in den Süden Europas und da droht vielen Urlaubern Ungemach bei der Rückkehr. Portugal ist jetzt Virus-Mutationsgebiet, verbunden mit einer 14-tägigen Quarantäne bei der Rückkehr. Und auch bei der Wiedereinreise aus anderen Ländern drohen schärfere Regeln. Laut der BILD-Zeitung berät sich Kanzleramts-Chef Helge Braun heute mit den Chefs der Staatskanzleien, um neue Regeln für unseren Urlaub festzulegen.

Quarantäne nach dem Urlaub?

Die DELTA-Variante hat zunehmend das Potential uns den Sommer-Urlaub zu vermiesen. Immer mehr Länderchefs fordern härtere Kontrollen, mehr Tests und strengere Quarantäneregeln bei der Wiedereinreise auch aus normalen Risikogebieten. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bei n-tv: „Wir müssen tatsächlich die Impfnachweise und auch die Tests prüfen, die gemacht werden. Wir haben hier ja die besondere Situation, dass wir uns durch den Urlaub ein Problem ins Land holen können, das dann im Herbst viele betrifft.“
Wie schnell das gehen kann, zeigt aktuell ein Fall aus Spanien. Da haben sich fast 850 spanische Schüler nach Abschlussfahrten nach Mallorca infiziert. Allerdings mit der britischen Variante. Carsten Watzl von der Deutschen Gesellschaft für Immunologie glaubt jedoch, dass die noch ansteckendere Delta-Variante bis Ende Juli über 50% der Infektionen ausmachen wird. Watzl im Zweiten: „Das einzig Gute ist, dass das auf sehr niedrigem Niveau passiert. Das heißt, wir haben aktuell sehr niedrige Inzidenzen. Das heißt, wir haben einen gewissen Puffer und starten sehr niedrig.“
Auch Lauterbach rechnet mit einer Vierten Welle im Herbst. Die Frage sei nur, wie groß sie sein wird. Er fordert darum verpflichtende Tests vor der Rückreise und 5 Tage danach.

Probleme für Fußball-Fans in Wembley

Corona spielt auch im bevorstehenden Länderspielkracher England – Deutschland eine Rolle. Denn auf den Rängen heißt die Begegnung: 40.000 England-Fans gegen 2000 Deutsche. Grund sind die strengen Einreise-Regeln für Fans. Robin Goosens motiviert das aber sogar: „Is immer geil, wenn die Hütte mit eigenen Fans gefüllt ist. Aber, fast genauso geil ist es, wenn das ganze Stadion gegen einen ist und man kann die gegnerischen Fans zum Verstummen bringen…“

Britischer Gesundheitsminister muss zurücktreten

Und wir bleiben noch kurz auf der Insel. Da musste jetzt der Gesundheitsminister zurücktreten – also die britische Ausgabe von Jens Spahn. Der pikante Grund: er hatte trotz Kontaktbeschränkungen, die er selbst verordnet hat, eine enge Mitarbeiterin im Büro geküsst. Blöd nur, dass eine Überwachungskamera das private Techtelmechtel aufgenommen hat: Der Minister dazu schmallippig: „Diejenigen, die die Regeln machen, müssen sie auch einhalten.“
Möglich, dass ihm nach dem politischen „Aus“ jetzt auch noch der Rauswurf zu Hause droht. Hancock ist nämlich verheiratet – oder war es bisher.

Viel Kritik und keine Quarantäne: Das Corona Update vom 23. März 2021

Ostern macht Deutschland dicht – was vielleicht den ein oder anderen auf die Idee bringen könnte, zum Shoppen nach Mallorca zu fliegen. Aber lassen wir das. Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin haben sich in einem stundenlangen Sitzungsmarathon bis tief in die Nacht darauf geeinigt, dass wieder einmal nur ein Shutdown hilft. Dafür hagelt es heute Kritik von allen Seiten.

Es war eine lange Nacht in Berlin

Ja, so ein Corona-Gipfel kann auch ganz schön lang sein. Manche sagen ja, er hätte nur deshalb bis tief in die Nacht gedauert, weil Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Candy Crush dreimal am Stück durchspielen wollte – Ironie aus. Immerhin ist so ein Bund-Länder-Gipfel zu Corona mittlerweile berechenbar – man weiß vorher schon was definitiv nicht dabei rauskommt: nämlich schnelles Impfen. Vom Testen mal ganz zu schweigen.

Kritische Stimmen zu den neuen Corona-Beschlüssen

Darum gibt es heute auch viel Kritik am harten Oster-Lockdown. Zu unkreativ, findet FDP-Chef Christian Lindner bei WELT – und angesichts der Ergebnisse ringt selbst der Rhetorik-Profi nach passenden Worten: „Es ist ein erschütterndes Konzept der… Konzeptlosigkeit.“ Aus Sicht des Robert Koch Instituts könnten die Maßnahmen jedoch helfen. Auch für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sind die Beschlüsse, Zitat: „brauchbar“. Und wenn Lauterbach etwas nicht gleich schlecht findet, heißt das ja auch schonmal was… Darum hat das „Team Vorsicht“ mit Mannschaftskapitän Markus Söder die Notbremse wegen der britischen Mutante heute nochmal verteidigt: „Die Mutation bedeutet de facto eine deutlich höhere Sterblichkeit, eine deutlich höhere Ansteckung, eine deutlich längere Verweildauer auf Intensivstationen, und – Achtung, wichtig – eben nicht nur für die Älteren, sondern gerade auch bei den Jüngeren“.

Werden Gründonnerstag und Ostersamstag zu Feiertagen?

Söder hat dabei auch nochmal konkretisiert – was genau „Ruhephase“ über Ostern bedeutet – besonders für die eigentlichen Werktage Gründonnerstag und Ostersamstag: „Dort entscheidet der Bund heute, macht die Rechtsgrundlage dafür, dass die Tage wie Sonn- und Feiertage zu behandeln sind. Das heißt für die Arbeitnehmer würde das Zuschläge bedeuten, wenn man am Sonn- oder Feiertag arbeiten müsste“.

Keine Quarantäne für Reise-Rückkehrer von Mallorca

Für alle die bei dem Chaos nach Mallorca flüchten wollen: Immerhin gibts bei der Rückkehr keine Quarantäne. Die Fluggesellschaften wollen die Rückkehrer vorher testen. Sie hoffen, dass das Testen vor dem Fliegen ein Zukunftsmodell sein kann – auch für den bevorstehenden Sommer-Urlaub. Und ich hoffe, damit ist der Sommer-Urlaub in diesem Jahr gemeint.

Corona Update – Der Podcast: 13. Januar 2021