Delta-Variante bringt Sorgen mit sich: Das Corona Update vom 18. Juni 2021

Es ist Biergartenwetter, die Fußball EM läuft, dazu ein kühles Blondes und ein saftiges Steak vom Grill – da ist Corona plötzlich ganz weit weg. Aber nicht für den Chef des Robert Koch Instituts und obersten Pandemie-Mahner, Lothar Wieler: „Das Virus ist nicht verschwunden und es wird auch nicht mehr verschwinden“, lautet seine Ansage. Grund für die Besorgnis ist die Delta-Variante. Noch liegt ihr Anteil in Deutschland bei rund 6 Prozent. Aber: Es sei keine Frage „ob“, sondern „wann“ sich die indische Variante auch bei uns durchsetzen werde, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Die Herausforderung ist, dass diese Variante besonders ansteckend ist und sie eben auch dazu führen kann, Erfolge in der Pandemie-Bekämpfung wieder in Frage zu stellen. Das erlebt gerade das Vereinigte Königreich“, erklärt Spahn.

Delta-Variante: EM-Finale in Wembley in Gefahr

Dort ist die Inzidenz wieder auf 70 hochgeschnellt. Sogar die EM-Finalwoche im Londoner Wembley-Stadion könnte darum auf der Kippe stehen. Laut der „Times“ wird angeblich über eine Verlegung der Spiele nach Budapest diskutiert. Grund dafür sollen die strengen Quarantäne-Regeln für 2500 Uefa- und Fifa-Beamte, Politiker, Sponsoren und Journalisten sein. In Lissabon wird wegen der sich ausbreitenden Delta-Variante sogar die ganze Stadt übers Wochenende abgeriegelt.

CureVac-Rückschlag: Spahn beruhigt

Damit auch bei uns nicht wieder Lockerungen zurückgenommen werden müssen, sind Spahn und das RKI weiter für die Maskenpflicht in Innenräumen. Auch die Zweitimpfung sei im Kampf gegen die Delta-Variante von entscheidender Bedeutung. Und noch eine positive Nachricht: trotz des CureVac-Rückschlags gibt es laut Spahn bis Ende Juli genügend andere Impfstoffe, so dass sich jeder Erwachsene impfen lassen kann.

Kuriose Impfkampagne in Indonesien

Das Impfen hat auch in Indonesien derzeit oberste Priorität. Allerdings läuft die Impfkampagne eher schleppend an. Darum will die indonesische Regierung jetzt mit einer Impf-Prämie nachhelfen. Ältere Menschen auf dem Land bekommen ein lebendiges Huhn, wenn sie sich impfen lassen. Übrigens: bevor jetzt der ein oder andere dabei an den nächsten Grillabend denkt: Das Verschenken von Hühnern gilt in Indonesien als Zeichen der Zuneigung und des Respekts.

Delta-Variante und Kinoöffnungen – Das Corona Update vom 17. Juni 2021

Die sogenannte Delta,-oder auch indische Virus-Variante ist jetzt auch bei uns in NRW nachgewiesen worden. Im Kreis Viersen gibt es eine betroffene Familie. Delta sorgt derzeit auch in Großbritannien für Aufregung und wieder steigende Infektionszahlen.

Delta-Variante auf dem Vormarsch

Vermasselt uns die Delta-Variante den Impferfolg? Wie in Großbritannien? Da steigen die Infektionszahlen wieder stark an. Und auch bei uns breitet sich die indische Virus-Mutation aus. Innerhalb einer Woche hat sich der Anteil an den Infektionen in Deutschland verdoppelt. Noch ist er aber mit 6,2% relativ gering. Die indische Variante gilt als hochansteckend, sie führt zu schwereren Verläufen und die Impfstoffe wirken etwas weniger gut – besonders bei Menschen, die nur einmal geimpft sind. Experte Karl Lauterbach rechnet darum damit, dass sich die indische Variante bis Herbst auch bei uns durchsetzen wird: „Das ist meine Vermutung, dass besonders ungeimpfte und Kinder von der Variante betroffen sein werden (…) aber eine große Welle wird es nicht mehr geben.“

Die Delta-Variante sorgt auch dafür, dass die Regeln bei der Wiedereinreise für Urlaubsrückkehrer erstmal bleiben. Wer aus deinem Risikogebiet zurückkommt muss vor dem Abflug einen negativen Antigen-Test haben. Gesundheitsminister Jens Spahn: „Wir wollen Virusvarianten so lange es geht aus dem Land fernhalten.“

Deswegen soll im Straßen- und Bahnverkehr an den Grenzen verstärkt kontrolliert werden.

Rückschlag bei der Impfstoffentwicklung

Rückschlag beim Tübinger Impfstoff-Hersteller Curevac. Der entwickelte Impfstoff ist nur zu 47% wirksam. Die Bundesregierung hatte den Impfstoff fest eingeplant – mit 323 Millionen Dosen bis Ende des Jahres. Trotzdem soll der Rückschlag das Impftempo in Deutschland nicht beeinträchtigen, so ein Sprecher  des Bundesgesundheitsministeriums.

Erste Kinos in NRW machen wieder auf

Popcorn, Eis…Nachos….Heute geht es in einigen Kinos in NRW wieder los. In Köln, Bochum, Düsseldorf, Duisburg, Neuss und Paderborn öffnen heute erstmals wieder die UCI-Kinos. Es gelten aber ein Hygieneauflagen. Platz nehmen dürfen Getestete, Geimpfte und Genesene. Die Mehrheit der Kinos wartet mit dem Neustart allerdings bis 1. Juli.

Spahn – Digitale Impfnachweis kommt: Das Corona Update vom 10. Juni 2021

Wir haben einen zufriedenen Gesundheitsminister Jens Spahn erlebt – der sprach am Donnerstagmittag in Berlin von einem einzigartigen Erfolg: „Der CovPass wird dann in Rostock, Castrop-Rauxel und Tirschenreuth gleichermaßen verfügbar sein und akzeptiert werden. Und das Ziel ist, dass dann auch in Helsinki, Amsterdam oder auf Mallorca genau dieses digitale Impfzertifikat gelesen werden kann. Damit setzen wir als Europäische Union einen Standard, den es länderübergreifend auf der Welt bisher nicht gibt.“

Ab dem 10. Juni ist es möglich, dass Impfzentren, Hausärzte und Apotheken die Impf-Informationen digitalisieren und zur Verfügung stellen, damit wir mit dem Smartphone diesen Nachweis immer vorzeigen können. Die Apotheken sollen vor allem die Impfdaten nachträglich einscannen und dann als QR-Code zur Verfügung stellen. Spahn sagt aber auch – all diese Prozesse werden nicht von heute auf morgen gehen: „Es geht jetzt los. Schritt für Schritt werden Impfzentren, Arztpraxen, Apotheken angeschlossen. Aber nicht alle sind heute oder morgen schon angeschlossen.“ Zu nutzen ist das nicht nur über die neue App „Cov-Pass“ sondern auch über die schon bestehende Corona-Warn-App des Robert-Instituts. Wer eine Digitalisierung aus irgendwelchen Gründen nicht will oder nicht kann, kann natürlich auch wie früher auch seinen alten gelten Impfpass vorlegen.

Großbritanniens Inzidenz steigt weiter

In Großbritannien steigen die Corona-Zahlen wieder. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf 49 gestiegen, nachdem sie wochenlang bei rund 20 gelegen hatte. Wissenschaftler warnen vor dem Beginn einer neuen Welle. Verantwortlich dafür sei die Delta-Corona-Variante, die zuerst Indien aufgetaucht war.

Davon ist bei uns noch nichts spüren: Die Corona-Zahlen in Deutschland gehen weiter zurück. Das RKI meldet aktuell rund 3.200 Neuinfektionen – das sind etwa 1.400 weniger als vor einer Woche. Die bundesweite 7 Tages-Inzidenz liegt jetzt bei 19,3.

Keine PCR-Tests für Besuch in Niederlanden mehr nötig

Deshalb stufen die Niederlande uns nicht mehr als Hochrisiko-Gebiet ein. Ab heute braucht man keinen PCR-Test mehr, wenn man aus Deutschland kommt und sich länger als 12 Stunden in den Niederlanden aufhalten möchte. Andersrum bleibt es streng: Wer aus den Niederlanden nach Deutschland will, muss einen negativen Test, eine Impfung oder Genesung nachweisen oder in Quarantäne. Weil auch bei uns in NRW die Corona-Zahlen sinken, dürfen die die Freizeitparks öffnen. Nach monatelanger Zwangspause ging es auch im Phantasialand wieder los. Alle, die rein wollen, müssen vollständig geimpft, getestet oder genesen sein.

Impfpriorisierung aufgehoben, Impfstoff bleibt knapp: Das Corona Update vom 7. Juni 2021

Die gute Nachricht – seit heute gibt es keine Impfpriorisierung mehr. Jeder der will, kann sich ab sofort gegen Corona impfen lassen, unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen oder Systemrelevanz. Auch für Kinder ab zwölf Jahren können nun Impftermine vereinbart werden. Die schlechte Nachricht – es gibt nach wie vor keinen Impfstoff. Das ist wie Freibier für alle rufen, wenn die Fässer leer sind. Trotzdem theoretisch kann jetzt jeder bei Impfzentren, Ärzten und Betriebsärzten einen Impftermin vereinbaren. Vom Bundesgesundheitsministerium kommt die Schätzung, bis Mitte Juli würden 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland geimpft sein.

Spahns Maskenaffäre bringt Bundesgesundheitsminister in Erklärungsnot

Wie schnell doch aus einer, auf den ersten Blick noblen Geste, ein Skandal werden kann – an Obdachlose und Menschen mit Behinderung Masken zu verteilen das ist ein anständiger Zug denkt man. Wenn sich dann aber herausstellt, dass es sich dabei um minderwertige Masken handelt, entsteht der Eindruck hier könnte ein Fehleinkauf von unzertifizierten Masken an arglose Bedürftige verramscht worden sein, Das wäre dann mindestens schäbig. Jedenfalls ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mal wieder in Erklärungsnot geraten. Aber erklären kann er ja immer ganz gut: „Sie sind sicher. Sie haben keine EU-Zertifizierung aber sie sind beim Infektionsschutz sicher und das ist das Entscheidende um das es geht.“

Die Masken seien also völlig in Ordnung gewesen, und im übrigen sei die Verteilaktion gar nicht auf seinem Mist gewachsen sagte Spahn. „Es war übrigens eine Idee des Arbeitsministeriums selbst, in einem Sonderkontingent an Obdachlose und Eingliederungshilfe Masken zu verteilen“, so der Gesundheitsminister.

Testbetrug? Zahlen an durchgeführten Tests deutlich gesunken

Noch was aus der Kategorie „Na, guck mal einer an“: Seit gegen einen Testcenter-Betreiber wegen möglichen Betrugs bei der Abrechnung von Corona-Tests ermittelt wird, sind die gemeldeten Zahlen an Tests „deutlich eingebrochen“. Das steht in einem Bericht des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums an den Landtag. Die Schlussfolgerung des Ministeriums-Berichts: „Dies deutet durchaus auf ein tatsächlich illegales Vorgehen hin“. Entweder das, oder es handelt sich um einen echt witzigen Zufall. Vor rund einer Woche haben Reporter aufgedeckt, dass in manchen Testzentren wesentlich mehr Tests abgerechnet wurden als Kunden da waren. Zwei Firmenverantwortliche sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Diskussion um Schulen, RKI-Chef Wieler gegen weitere Lockerungen: Das Corona Update vom 1. Juni 2021

Auch die EU-Kommission hat jetzt Grünes Licht für die Verwendung des Corona-Impfstoffs von Biontech / Pfizer bei Kindern ab zwölf Jahren Grünes Licht gegeben. Das heißt: Rein rechtlich steht einer Impfung bei Kindern nichts mehr im Wege. Aber: Die Ständige Impfkommission in Deutschland hat noch keine Empfehlung ausgesprochen. Dort wird darüber nachgedacht, eine Empfehlung nur für Kinder mit Vorerkrankungen gegeben werden sollte.

Sieben-Tage-Inzidenz bei 35,2: Lage stabilisiert sich weiter

So langsam stabilisiert sich die Lage: Das Robert Koch-Institut hat die Gefahrenlage für Deutschland offiziell von “sehr hoch” auf “hoch” heruntergestuft. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit bei 35,2. Das ist zwar ein ganz leichter Anstieg – weil sie gestern noch 35,1 lag. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, er blicke trotzdem optimistisch auf die kommenden Tage. Das könne ein guter Sommer werden, sagte er.

Für neue Lockerungen reicht es im Moment aber noch nicht, so RKI-Chef Lothar Wieler. Um wirklich sicher zu sein, müssten rund 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger vollständig geimpft sein. Aktuell sind es aber erst 18 Prozent. 

Lehrerverbände diskutieren schon wieder über Schulschließungen

Die Schulen haben jetzt den zweiten Tag in Folge in Vollpräsenz geöffnet – schon wird darüber diskutiert, ob und wann sie wieder geschlossen werden sollten: Die Frage von Schulschließungen sollte nach Ansicht des Lehrerverbandes auch im nächsten Schuljahr weiter an die Inzidenz gekoppelt werden. Solange nicht alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit zur Impfung hätten, habe der Schulbetrieb Rücksicht zu nehmen – das sagt Verbandspräsident Meidinger. Überhaupt wird auch unter den Eltern darüber diskutiert, ob die jetzigen Schulöffnungen zur richtigen Zeit kommen. Das ist das Top-Thema in unserem Podcast „Corona. Und jetzt“ – den gibt es ab Donnerstag (2. Juni) überall dort, wo es Podcasts gibt.

Privatinsolvenzen deutlich häufiger als zuvor

Die Zahl der Privat-Insolvenzen ist durch die Corona-Pandemie deutlich angestiegen. In den ersten drei Monaten des aktuellen Jahres gab es rund 31.800 Privatinsolvenzen in Deutschland. Das sind nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel knapp 57 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 

Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Damit Firmen in der Corona-Pandemie weiter ausbilden, gibt es ab heute eine höhere Prämie. Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern erhalten pro Azubi bis zu 6000 Euro. Das ist doppelt so viel wie bisher. 

Diskussion um Kinder-Impfung: Das Corona Update vom 26. Mai 2021

Die Corona-Zahlen bei uns sinken immer weiter: Bundesweit ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf 46,8 gefallen. Damit liegen wir bundesweit zum ersten Mal seit Oktober unter der Marke von 50 Neu-Infektionen.

Gestern keine Corona-Toten in NRW

Auch bei uns in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Neuinfektionen weiter gesunken. Das Robert-Koch-Institut meldet eine landesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 51,6 für NRW. Und laut RKI wurde kein Todesfall registriert. 22 der 53 Kreise und Städte im Land liegen aktuell unter einer Inzidenz von 50. Aber Vorsicht: Wegen Pfingsten sind die Zahlen weniger verlässlich: An Feiertagen lassen sich weniger Menschen testen. 

Corona-Forschung: Kinder verbreiten weniger Aerosole als Erwachsene

Kinder verbreiten beim Sprechen und Singen viel weniger Aerosole als Erwachsene. Das haben Wissenschaftler der Charité und der Technischen Universität Berlin jetzt festgestellt. Fazit: Die Anzahl der feinsten Schwebeteilchen, die ein Mensch ausstößt, hängt stark von der Lautstärke ab. Wenn ein Kind spricht, stößt es so viele Aerosole aus, wie ein Erwachsener beim Atmen. Beim Singen stoßen Kinder so viel aus, wie ein Erwachsener beim Sprechen. Diese Erkenntnis wiederum – sagen die Wissenschaftler – lasse beim Singen in der Schule und in Kinderchören mehr Spielraum zu.

Gastronomen gegen harte Corona-Auflagen in Innenräumen

Die Gastronomen in Nordrhein-Westfalen sind unzufrieden. Das hat damit zu tun, dass die Corona-Schutz-Verordnung bei uns besonders streng ist, wenn es um die Abstandsregeln für Drinnen geht. Das Land hat verfügt, dass zwischen den Tischen ein Abstand von 2 Metern eingehalten werden muss. In anderen Bundesländern sind es nur 1 Meter 50. Der Hotel- und Gaststättenverband hat so laut gemeckert, dass das Gesundheitsministerium in Düsseldorf diese Regel jetzt überprüfen will.

Weiter Diskussion um Impfung für Kinder und Jugendliche

Wann sollen Schüler gegen Corona geimpft werden – das ist eine Frage, die schon länger diskutiert wird. Die Ständige Impfkommission, die Stiko, ist da eher vorsichtig. Stiko-Mitglied Rüdiger von Kries sagte dem RBB: Momentan wisse man kaum etwas über die Nebenwirkungen von Corona-Impfungen bei Kindern. Bei unklarem Risiko gebe es vorerst keine Impf-Empfehlung, sagte er sinngemäß. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern streben an, Kindern ab zwölf Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen. Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn sagte bei RTL, er wolle daran auch festhalten. Darüber soll auch morgen diskutiert werden, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder sich wieder mal zum Impfgipfel zusammenschalten. Nach jetzigem Stand wird es aber wohl keine Massenimpfungen bei Minderjährigen geben. 

USA machen weiter Tempo bei der Corona-Impfung

Und zum Schluss noch ein Blick in die USA: Dort ist inzwischen die Hälfte aller Erwachsenen vollständig geimpft. 130 Millionen Menschen innerhalb von fünf Monaten. Dort kann man sich in Apotheken im Rathaus ohne Termin impfen lassen. Bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli will US-Präsident Joe Biden 70 Prozent aller Erwachsenen geimpft haben.

War es doch ein Laborunfall? Das Corona Update vom 25. Mai 2021

58,4 – das ist die heutige Inzidenz in Deutschland. Bundesweit sind wir also weiter auf einem guten Weg, wenn man die Zahlen so sieht. Letzte Woche Dienstag war die Zahl noch bei 79,5. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir ein langes Wochenende hatten und deswegen auch weniger Neuinfektionen gemeldet wurden. Aber wir haben einfach mal die Hoffnung, dass trotz der Öffnungen von Außen- und Innengastronomie die Zahlen weiter runtergehen und nicht steigen.

FDP und Linke fordern konkrete Schritte für niedrige Inzidenz im Sommer

Die 35er-Schwelle bei der Sieben-Tage-Inzidenz dürfte, wenn es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht, gerne diesen Sommer konstant unterboten werden. Er hatte der Bild am Sonntag als Zielmarke für Lockerungen im Sommer eine Corona-Inzidenz von unter 20 genannt. Dafür bekommt er aber nun Kritik von der FDP- und Linksfraktion. Sie fordern konkrete Problemlösungen anstatt „schwurbeliger Ankündigungen“. Die Probleme lägen bei Impfstoffmangel, schlechten Testsituationen in Schulen und Wechselunterricht.

Mehrheit der Deutschen für baldige Rückkehr zum Präsenz-Unterricht an den Schulen

Apropos Wechselunterricht. Der würde nach dem Wunsch von fast zwei Dritteln der Deutschen bald vorbei sein. Das hat eine Civey-Umfrage für die FDP ergeben. Deutliche Mehrheit der Befragten wünscht sich demnach eine sofortige Rückkehr der Schulen zum Präsenzunterricht – wenn Test- und Hygienekonzepte eingehalten werden.

USA: Hinweise auf Labor-Unfall als Quelle der Corona-Pandemie

Und zum Schluss kommt wie fast so häufig nochmal Donald Trump um die Ecke. Der Ex-US-Präsident hat den Corona-Virus ja schon während seiner Amtszeit als „China-Virus“ betitelt. Er wollte damals schon seine Theorie untermauern, das Virus entstamme aus einem Labor-Unfall. Jetzt bekommt er tatsächlich Unterstützung für die Theorie. Selbst US-Chef-Virologe Fauci schließt nicht mehr aus, dass ein Laborunfall am Virusforschungsinstitut von Wuhan den Corona-Virus hat entstehen lassen. In einer Zeitschrift antwortet er auf die Frage, ob er an eine natürliche Entstehung des Virus glaube, dass er nicht mehr davon überzeugt sei und die Herkunft weiter untersucht werde.

Der digitale Impfpass kommt: Das Corona Update vom 21. Mai 2021

Mit einer Corona-Impfung zum Millionen-Gewinn: Das ist jetzt Im US-Bundesstaat New York möglich. Dort werden Menschen nämlich ab Montag mit Lotterie-Tickets zur Impfung gelockt. Wer sich impfen lässt, bekommt ein Ticket geschenkt. Damit kann man dann Beträge zwischen 20 und 5 Millionen Dollar gewinnen.

Zahl der Corona-Geimpften in Deutschland steigt

Deutschland kommt beim Impfen endlich voran. 40 Prozent der Bevölkerung sind mittlerweile mindestens einmal geimpft. Der Rest hofft endlich auf einen Termin. Gesundheitsminister Jens Spahn hat da heute nochmal um Geduld gebeten:

„Wenn Sie unbedingt sauer sein wollen, weil es nicht gleich beim ersten Anruf klappt, dann seien Sie im Zweifel sauer auf mich.“

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Das ist doch mal ein Wort. Spahn ist sich sicher, dass jeder jetzt sogar schon früher als Ende des Sommers ein Impfangebot bekommt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reeker hat bei der Pressekonferenz des Robert Koch Instituts heute auch ein positives Fazit der Impf-Aktion in den Hochhaussiedlungen gezogen:

„Schon die Impfaktionen in den ersten beiden Sozialräumen haben gezeigt, dass wir mit diesem mobilen Impfangebot Menschen erreicht haben, für die eine Anmeldung im Impfzentrum oder auch der Besuch bei einem Hausarzt eine hohe Hürde darstellt.“

Henriette Reeker, Oberbürgermeisterin Köln

In den nächsten Wochen soll es darum weitere Impf-Aktionen in den Kölner Brennpunkten geben.

Digitaler Corona-Impfausweis bald auch in Deutschland

Nachdem sich die EU auf einen digitalen Impfausweis geeinigt hat – will jetzt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn endlich Gas geben. In den kommenden Wochen soll es den Ausweis geben. Hier wird dann digital erfasst, ob man zum Beispiel geimpft oder genesen ist. Spahn verspricht die Einführung des digitalen Impfausweises bis spätestens Ende Juni. Mit dem digitalen Impfpass soll das Reisen und Urlauben in der EU erleichtert werden, verspricht Spahn:

„Wenn wir es jetzt schaffen als Europäische Union mit 27 Mitgliedsstaaten, dass mit einem QR-Code auf meinem Handy ich in Italien im Restaurant das Ding vorzeige und der QR-Code-Leser in Italien das erkennt als Impfnachweis – oder in Finnland, oder in Portugal – dann ist das weltweit einmalig“.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Apotheker und Praxen sollen bei der Digitalisierung der analogen Impfpässe helfen, so Spahn. Sie sollen die Dokumente auch auf Echtheit prüfen und dafür bezahlt werden.

Erste Öffnungen von Außengastronomie zu Pfingsten

Am bevorstehenden Pfingstwochenende kann man endlich wieder mal einen Kaffee oder Bier im Biergarten genießen. In gut der Hälfte aller kreisfreien Städte und

Kreise in Nordrhein-Westfalen darf die Außengastronomie unter Auflagen wieder öffnen. Allerdings bleibt auch vieles geschlossen. Denn nach Schätzungen des Gaststättenverbandes will gut ein Drittel der Gastronomen nicht öffnen – und hier ist mal nicht der Corona-Virus schuld, sondern das schlechte Wetter.

Impfpriorisierung fällt und Maskenpflicht bei Kindern Das Corona Update vom 18. Mai 2021

Die Fitness-Studios machen ab Freitag unter Auflagen wieder auf – leider erst einmal nur in Bayern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nämlich heute einige Lockerungen für Bayern angekündigt. Aber wenn „Team Vorsicht“ schon so vorprescht, dann kann es beim Rest der Republik nicht mehr so lange dauern.

Impfpriorisierung ab dem 7. Juni in Deutschland aufgehoben

Ab dem 7. Juni wird der ein oder andere Hausarzt wahrscheinlich eine Woche Urlaub einschieben. Dann endet nämlich die Impfpriorisierung und der „Run“ auf die Hausarztpraxen wird einsetzen. Auch in den Impfzentren darf sich dann jeder um einen Impftermin bewerben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bittet darum schon mal um ein bisschen Geduld:

„Auch wenn wir die Priorisierung aufheben, wird es nicht möglich sein, alle innerhalb des Junis schon zu impfen, die geimpft werden wollen, sondern wir werden die Impfkampagne wie geplant bis weit in den Sommer hinein fortsetzen müssen.“

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Corona-Ausbruch in Velberter Hochhäusern

In zwei Hochhäusern in Velbert hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. 19 Bewohner wurden positiv getestet – einer auch auf die besonders ansteckende indische Virus-Variante. Rund 200 Bewohner sind in Quarantäne.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt bei n-tv aber nicht, dass die indische Mutation eine große Gefahr für Deutschland ist. Denn er hat sich die neusten Labordaten aus den USA genau angesehen und ist darum überzeugt,

„dass der Schutz vor schweren Verläufen auch bei den Mutationen, die wir bisher haben, von fast allen Impfstoffen weltweit gewährleistet ist – zumindest von allen, die wir in Deutschland verwenden.“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bei n-tv

Der Anteil der indischen Variante liegt in Deutschland derzeit bei zwei Prozent, er steigt aber leicht an.

Bald keine FFP2-Maskenpflicht für Kinder und Jugendliche mehr

Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren müssen künftig wohl nur noch eine sogenannte OP-Maske tragen – und keine spezielle FFP2-Maske mehr. Laut Bild hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das so für das Infektionsschutz-Änderungsgesetz vorgesehen. Das Gesetz könnte Ende Mai beschlossen werden.

Österreich: Corona-Tests für Touristen

Österreich will den Tourismus mit mehr Tests ankurbeln. Ab nächster Woche können sich Touristen unter anderem in Hotels und Gasthöfen testen lassen. Damit soll dann auch ein spontaner Restaurantbesuch möglich sein.

Pink hat weinseelige Pläne für die Zeit nach Corona

Rockstar Pink hat schon ziemlich exakte Pläne, was sie nach der Corona-Krise machen will – außer Musik. Sie will unbedingt Deutschlands Weinregionen besuchen – sie steht nämlich auf Riesling, seit sie vor einem Konzert in Stuttgart im Lokal eines Weinhändlers war.

Leichtere Einreise und mehr Lockerungen: Das Corona Update vom 12. Mai 2021

Die Zahlen sinken, die Corona-Verbote werden nach und nach zurückgefahren. Das betrifft zum Beispiel die Einreise nach Deutschland. Aber auch in vielen deutschen Städten und Regionen werden die Freiheitsrechte nach und nach wieder in Kraft gesetzt.

Bundesregierung lockert die Einreise-Beschränkungen

Die Bundesregierung hat neue, bundesweite Einreiseregeln für Reisende und Urlauber beschlossen. Nachweislich komplett Geimpfte und Genesene bis maximal sechs Monate nach der Infektion müssen sich nicht mehr testen lassen oder in Quarantäne wenn sie aus Risikogebieten zurückkommen. Allerdings bleibt es bei der Testpflicht vor der Einreise, wenn man nicht geimpft oder genesen ist. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärt dazu:

„Bei Risikogebieten kann direkt nach der Einreise durch eine Negativtestung, die aktiv nachgewiesen werden muss, die aber auch online hochgeladen werden kann bei der Einreise-Anmeldung, die Quarantäne verkürzt werden, was insbesondere auch für manche Eltern, die mit Kindern reisen, eine Lösung ist.“

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Für das Freitesten aus der Quarantäne reicht ein Antigen-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist – oder ein PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Reisende aus einem Hochrisiko- oder Mutationsgebiet müssen dagegen weiter nach der Einreise in Quarantäne.

Immer mehr Lockerungen in verschiedenen deutschen Städten und Regionen

Heute wird in Soest gelockert. Cafés und Restaurants öffnen ihre Außenbereiche für angemeldete Gäste mit negativem Test und vollständig Geimpfte. Möglich macht das ein Modellprojekt. Auch in anderen Regionen wird wieder aufgemacht. In Hamburg fällt die Ausgangssperre weg. In Schleswig-Holstein werden die Regeln ab Montag gelockert, vor allem im Tourismus und in der Gastronomie. Mecklenburg-Vorpommern öffnet die Gastronomie ab Pfingstsonntag. Touristen dürfen ab dem 7. Juni unter Auflagen wieder Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern machen.

Drosten: Wer sich nicht impfen lässt wird sich infizieren

Deutschlands Top-Virologe Christian Drosten schätzt, dass die Bevölkerung in Deutschland erst in eineinhalb Jahren immun gegen das Corona-Virus sein wird. Wer sich gegen eine Impfung entscheide, werde sich bis dahin sicher infizieren. Das sieht auch Gesundheitsminister Jens Spahn ähnlich:

„Eigentlich haben wir genau eine Wahl: Entweder wird man geimpft oder man wird infiziert. Jeder wird dieses Virus erleben.“

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Der Virus werde sich auch im bevorstehenden Herbst und Winter weiter verbreiten und auch zu schweren Verläufen auf den Intensivstationen führen, so Drosten im NDR-Podcast.