Keine Erstimpfungen in Impfzentren, Notbremse kostet Umsatz: Das Corona Update vom 2. Juni 2021

Diese Nachricht dürfte bei vielen für Frust sorgen: In den Impfzentren NRWs werden bis Mitte Juni keine Termine mehr für Erstimpfungen vergeben.  Das hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mitgeteilt. Hintergrund ist die Impfstoff-Knappheit. Eigentlich war der kommende Montag, der 7. Juni, als großer Tag angekündigt worden, an dem die Impfpriorisierung wegfallen würde. Doch die bittere Wahrheit ist: Wegfall hin oder her –  die Impfstoff-Bestände sind alle für die Zweitimpfungen reserviert. Wörtlich sagt Laumann: Zum jetzigen Zeitpunkt habe man keinen Puffer mehr. Das bedeutet auch: Der Druck auf die Hausärzte steigt. Bei den Hausärzten stehen die Telefone nicht mehr still. Auch sie stellen fest: Der Impfstoff ist knapp und ein Teil der Impfdosen muss auch hier für die Zweitimpfungen reserviert werden.

Stiko will sich Zeit lassen bei Zulassung für Kinder-Impfstoff

Die Ständige Impfkommission (Stiko) will sich bei ihrer Entscheidung zu Impfungen für Kinder weiter Zeit lassen. Das kündigte Stiko-Chef Thomas Mertens im „NDR“ an. Man biete den Kindern ja kein Lakritzbonbon an – das sei ein medizinischer Eingriff. Die Daten aus der Zulassungsstudie des Herstellers reichten aber nicht aus, sagte Mertens. Außerdem müsse man das Krankheitsrisiko für Kinder berücksichtigen. Schwere Covid-19-Erkrankungen bei Kindern seien wirklich selten.

Einzelhandel büßt ordentlich an Umsatz ein

Die bundesweite Notbremse hat dem Einzelhandel das Geschäft vermiest. Von März auf April sanken die Umsätze um rund fünfeinhalb Prozent, sagt das Statistische Bundesamt. Vier Wochen davor hatte es im Einzelhandel noch ein kräftiges Umsatz-Plus gegeben – von 7,7 Prozent.

Zum Schluss noch eine Vorhersage: Menschen mit Masken wird es wohl noch länger geben. Fast die Hälfte der Bundesbürger will zum Schutz vor Krankheiten auch nach der Corona-Pandemie Masken tragen. 44,7 Prozent gaben das in einer Civey-Umfrage für die „Augsburger Allgemeine“ an. Unter anderem durch die Maske ist die Zahl anderer Infektionskrankheiten deutlich zurückgegangen. Die normale Grippesaison fiel fast komplett aus. 

Bundestag stimmt für die Corona-Notbremse: Das Corona Update vom 21. April 2021

Der Bundestag hat die bundesweite Corona-Notbremse wie erwartet beschlossen. Damit gibt es voraussichtlich am Freitag für Landkreise oder Städte mit einer Inzidenz von mehr als 100 zum Beispiel die umstrittenen Ausgangssperren.

Morgen muss noch der Bundesrat der Corona-Notbremse zustimmen

Jetzt soll es ganz schnell gehen, morgen schon sind die Änderungen am Infektionsschutzgesetz Thema im Bundesrat. Auch dort sind Stand jetzt keine Probleme zu erwarten, nachdem vorab lange vermittelt wurde. Am Freitag könnte die bundesweite Corona-Notbremse in Kraft treten. Und was heißt das nun für uns alle? Haben Städte oder Kreise drei Tage in Folge eine Inzidenz von mehr als 100, dann muss die Notbremse gezogen werden. Man darf sich nur noch mit einer Person treffen, Geschäfte dürfen Kunden nur mit Termin und negativem Corona-Test reinlassen und dann gibt es eben die Ausgangssperren von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr. Ausnahmen gibt es fürs Allein-Joggen-Gehen, die Runde mit dem Hund oder für die Fahrt zur Arbeit.

Kritik vom Lehrerverband: Zahl von 165 ist „irgendwie gegriffen“

Es gibt die große Angst, dass diese sehr spät kommenden bundesweiten Regeln und Verbote vom Bundesverfassungsgericht direkt wieder gekippt werden. Ausgangssperren sind ein heftiger Eingriff in die Grundrechte und es stellt sich die Frage, wie man so einen Schritt im Fall von geimpften Personen begründen will. Und dann gibt es da die Skeptiker die sagen, diese Ausgangssperren bringen die Leute doch nur dazu, sich früher zu treffen und dann vielleicht die ganze Nacht durch beieinander zu bleiben. Auch die alleinige Abstellung auf Inzidenzwerte, die natürlich steigen, wenn wir jetzt viel testen, sorgt für Ärger. Das trifft natürlich auch die Schulen, die ab einer Inzidenz von 165 in den Distanzunterricht wechseln müssen. Die Zahl 165 ist für den Präsidenten des Lehrverbandes, Heinz-Peter Meidinger, ist das im ZDF nicht nachvollziehbar:

„Es ist auf jeden Fall besser als die 200, die ja auch keine Empfehlung von medizinischen Experten war. Allerdings erscheint die Zahl 165 tatsächlich irgendwie gegriffen. Ich glaube man hat geschaut, wie hoch ist die durchschnittliche Zahl in Deutschland. Und dann kann man ungefähr die Hälfte der Schulen offen lassen. Anders kann ich mir die Zahl nicht erklären.“

Heinz-Peter Meidinger, Präsidenten des Lehrverbandes, im ZDF

CDU-Fraktionschef Brinkhaus: „Nie war so viel Demokratie in der Pandemiebekämpfung wir jetzt“

Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, hat gesagt, man könne sich nicht von hohen Zahlen heruntertesten. Es brauche jetzt bundesweite Maßnahmen und die Kritik, dass jetzt die Demokratie abgeschafft werde, sei Blödsinn, so Brinkhaus im Bundestag:

„Nie war so viel Demokratie in der Pandemiebekämpfung wie jetzt. Es ist so, dass dieser deutsche Bundestag als höchstes Verfassungsorgan eindeutig entscheidet: Wenn a) passiert dann muss b) die Folge sein. Da gibt es keinen Spielraum für die Bundesregierung, das ist Demokratie“.

Ralph Brinkhaus (CDU) am 21. April 2021 im Bundestag

Die AFD dagegen sah es anders. Fraktionschef Gauland sprach von einer Blaupause für andere Lagen – zum Beispiel den Klimawandel. Auch dann könnten wieder Grundrechte eingeschränkt werden, weil man ja mit dem Klimawandel – genau wie mit einem Virus – auch nicht verhandeln könne.

Diskussion um richtigen Richtwert und Notbremsen-Nachbesserung: Das Corona Update vom 19. April 2021

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen will einfach nicht sinken. Die dritte Welle ebbt nicht ab, obwohl wir doch jetzt deutlich mehr Impfen.

Drohendes Aus für alle Modellregionen in NRW

Seit gut 14 Monaten leben wir jetzt mit Corona, und diese Beziehung nervt immer mehr. Wo man am Anfang noch versucht hat, auch die Vorteile dieser Auszeit vom Alltag zu sehen, muss man jetzt mal feststellen: „Boah, die Alte muss weg“. Nach über einem Jahr haben wir ja vermeintlich kluge Konzepte – fast schon STRATEGIEN. Wir öffnen die Schulen wieder, aber in wechselnden Gruppen und alle müssen sich testen. Ähnlich die Idee des NRW-Wirtschaftsministers Andreas Pinkwart, sich 14 Kommunen rauszupicken und sie zu Modellregionen zu erklären. Dort sollten Geschäfte und Museen wieder öffnen und es sollte auch wieder möglich sein, in einen Biergarten zu gehen. Verrückt. Die Parallele zu den Schulen: auch in den Modellregionen sollte mehr getestet werden. Und das ist die Krux: Klar, testest Du mehr, dann kriegst Du auch mehr positive Ergebnisse. Und diese steigenden Zahlen sorgen dafür, dass von den 14 Modellregionen aktuell nur noch zwei überhaupt infrage kommen für den Modellversuch. Aber Coesfeld und Münster stehen so knapp vor der Hunderter-Inzidenz, dass sie lieber verzichten.

Diskussion um den richtigen Richtwert ebbt nicht ab

So und damit zur Frage: „Warum bemerken wir in den Infektionszahlen denn nicht unseren Fortschritt beim Impfen?“. Mittlerweile hat jeder fünfte Bundesbürger zumindest die erste Impfung bekommen. Problem dabei: Infizieren können sich diese Personen theoretisch trotzdem noch, ihr Risiko schwer zu erkranken ist aber deutlich kleiner. Wir sollten also bei all unseren Richtungsentscheidungen in der Pandemie nicht nur auf die Inzidenz gucken, sondern lieber auf die Zahl der schwer Erkrankten, sagen die Experten. Dann können Schulen, Biergärten und ganze Kommunen vielleicht mit besserem Gefühl geöffnet werden.

Bundesweite Notbremse wird nachgebessert

So, und leider muss man ja sagen: „So richtig viel gelernt haben wir in den vergangenen 14 Monaten nicht“. Inzidenzen, Notbremse und Lockdown sind weiter unsere Mittel der Wahl. In dieser Woche soll die bundesweite Notbremse durch Bundestag und Bundesrat. Die Inzidenz allein soll die Notbremsung auslösen. Zufrieden ist damit so richtig niemand und man merkt, dass in Berlin im Hintergrund hart daran gearbeitet wird, für die nötigen Mehrheiten zu sorgen. Die Ausgangssperren sind jetzt um eine Stunde nach hinten auf 22.00 Uhr verlegt worden. Die FDP fordert außerdem Ausnahmen für Geimpfte und Menschen, die sich haben testen lassen.

Debatte um neues Infektionsschutzgesetz und NRW-Schulen öffnen wieder: Das Corona Update vom 15. April 2021

Weil morgen im Bundestag die Änderung des Infektionsschutzgesetzes debattiert wird, gab es schon heute die übliche Freitags-Pressekonferenz von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler.

Spahn und Wieler weiterhin für konsequentes Handeln

Bundesweit ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf 160 gestiegen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schlägt Alarm:

„Die Zahlen sind zu hoch, und sie steigen täglich weiter.“

In logischer Konsequenz fordert der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, die Zahlen müssen runter:

„Wir müssen jetzt handeln, jetzt auf allen Ebenen. Wir müssen unsere Kontakte jetzt reduzieren, Infektionsketten jetzt unterbrechen“.

Fleißiges Testen sei ja schön und gut, aber es schütze halt nicht vor dem Virus, so Wieler:

„Es ist naiv zu glauben bei hohen Zahlen das Virus wegtesten zu können.“

Naiv oder besser gesagt leichtsinnig scheint es da, wenn Kommunen jetzt erst mal nichts tun, weil sie auf das Gesetz zur Bundes-Notbremse warten in der Annahme, das werde es schon richten. Falsche Annahme, sagt Jens Spahn:

„Das alleine, und auch das erst Ende nächster Woche in Kraft tretend, löst unser akutes Problem nicht“.

Alle hätten jetzt schon die Möglichkeit zu handeln und sollten das auch tun. Die meisten Neuerkrankungen finden laut Wieler inzwischen bei den 15- bis 49-Jährigen statt. Zu 90 Prozent steckten sie sich mit der Variante B1.1.7 an.

Immer mehr Betten auf deutschen Intensivstationen belegt

Auf den Intensivstationen der Republik wird es zunehmend eng. Wie eng, das erklärt der Intensivmediziner Steffen Weber-Carstens. Er sagt, in einigen Regionen gebe es nur noch zehn Prozent freie Kapazitäten:

„Was bedeuten zehn Prozent? Die durchschnittliche Größe der Intensivstationen ist zehn bis zwölf Betten. Das bedeutet: pro Intensivstation genau ein Bett. Dieses Bett haben sie für den Schlaganfall-, für den Herzinfarktpatienten, für den Unfallpatienten, den chirurgisch operierten Patienten und für den Covid-Patienten. Das ist die Situation wie sie im Moment ist“.

Angesichts dieser dramatischen Lage empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn erneut:

„Zwei, drei Wochen dieses Land so herunterzufahren, dass wir die dritte Welle brechen“.

NRW kehrt am Montag zum Wechselunterricht zurück

Ein weiterer akuter Problemherd sind die Schulen. Nordrhein-Westfalen kehrt am Montag zum Wechselunterricht zurück. Bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 ist dann Präsenzunterricht erlaubt. Dazu sagt RKI-Chef Wieler:

„Aus meiner Sicht ist die 200er Inzidenzgrenze zu hoch“.

Bei so einem Grenzwert, so Wieler, würden sich sehr viele Schülerinnen und Schüler infizieren, und am Ende würden wieder ganze Klassen zu Hause bleiben müssen. Jens Spahn fügt als Gesundheitsminister an:

„Gerade bei den Schulen, gerade mit den Erfahrungen, die wir mit der Mutation haben, kann ich mir auch deutlich früher als bei 200 diese Maßnahmen vorstellen – unbedingt“.

Bundes-Notbremse kommt und Testpflicht am Arbeitsplatz: Das Corona Update vom 13. April 2021

Die Bundesregierung hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Damit sollen bundesweit einheitliche Einschränkungen für Corona-Hotspots auf den Weg gebracht werden.

Schluss mit Unklarheit, was ist erlaubt was nicht. Die Bundes-Notbremse kommt. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet sie als überfällig: „Die Notbremse ist dann nicht mehr Auslegungssache, sondern sie greift automatisch.“ Bei einer Inzidenz von über 100 greifen künftig harte Maßnahmen. Kontaktbeschränkungen, Schließungen von Geschäften, Kultur- und Sporteinrichtungen, nächtliche Ausgangssperren, so der Plan, sagt Merkel. Nächtliche Ausgangssperre bedeutet, dass wir von 21 Uhr bis 5 Uhr früh zu Hause bleiben müssen. Die Bundes-Notbremse soll ein Instrument sein, um die dritte Corona-Welle zu brechen.

Merkel: Sorge um Krankenhaus-Personal

Die Kanzlerin sorgt sich um das Personal in den Krankenhäusern. Abzuwarten, bis alle Intensivbetten belegt seien, wäre zu spät, sagte sie. „Wir dürfen die Ärzte und Pfleger, (…) nicht alleine mit dieser Herkules-Aufgabe lassen. Wir dürfen sie nicht im Stich lassen, wir müssen ihnen helfen.“ Die Gesetzesvorlage muss aber noch den Bundestag und den Bundesrat passieren, dies soll in einem beschleunigten Verfahren geschehen.

  „Ich kann aus meiner Perspektive nur sagen: Je schneller es geht, umso besser das natürlich ist – sowohl im Bundestag als auch dann im Bundesrat.“ Die Gesetzesänderung ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig.

Testpflicht am Arbeitsplatz

Was heute auch beschlossen wurde ist die Testpflicht am Arbeitsplatz. Die hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil angekündigt. Konkret heiße das, Arbeitgeber*Innen müssten mindestens einmal pro Woche einen Antigen-Schnelltest anbieten, für alle Mitarbeiter*Innen die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, so Heil.

Probleme beim Johnson & Johnson-Impfstoff?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson droht in Verruf zu geraten. Gesundheitsbehörden in den USA fordern, vorerst niemanden mehr damit zu impfen. Die „New York Times“ berichtet, innerhalb von zwei Wochen habe es sechs Fälle von Blutgerinnseln gegeben. Es handele sich ausschließlich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren. Eine der Frauen sei gestorben, eine Zweite befinde sich in einem kritischen Zustand. Laut „New York Times“ sind fast sieben Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft worden. Nach Deutschland sollen bis zum Sommer gut 10 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als die anderen Impfstoffe muss der von Johnson & Johnson nur einmal gespritzt werden.

Zoff um die Notbremse, Reiserückkehrer brauchen negativen Test : Das Corona Update vom 29. März 2021

On NRW liegen 41 von 53 Kreisen und kreisfreien Städten über der Inzidenzmarke von 100. Das heißt eigentlich: es müsste dort die Notbremse gezogen werden. Doch das sieht NRW Ministerpräsident Laschet wie viele seiner Kolleg*innen anders. Mehr zum Zoff in Berlin gibt’s in dieser Ausgabe unseres Corona Updates von Thorsten Ortmann.

Wechsel vom Krisen- in den Kampfmodus: Merkel kritisiert Laschets Weg

Die Kanzlerin wechselt vom Krisen in den Kampfmodus: Bei Anne Will in der ARD drohte sie jetzt den Ministerpräsidenten, ganz im Stile einer „Mutti“, der gerade die Kinder den Gehorsam verweigern. „Ich werde jetzt nicht tatenlos 14 Tage zusehen und es passiert nichts, was nicht wirklich eine Trendumkehr verspricht.“

Merkel fordert die Ministerpräsidenten auf, sie sollen doch bitteschön die vereinbarte Notbremse auch eins-zu-eins umzusetzen und nicht nach Lust und Laune zu lockern. „Wenn sie das jetzt nicht wird, ist das sozusagen ein Verstoß, die wir beschlossen haben“, so Merkel.

Laschet verteidigt seinen Kurs mit der Mini-Notbremse für NRW

Gut: spätestens nach der letzten Bund-Länder-Konferenz wissen wir ja, dass das Umsetzen von Beschlüssen bei den Ministerpräsident*innen so eine Sache ist. Darum gabs heute auch kräftigen Gegenwind für die Maßregelung der Kanzlerin. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat die Strategie zu lockern bei Vorlage eines negativen Tests verteidigt. In Nordrhein-Westfalen wollen das mittlerweile 31 Städte und Kreise so umsetzen. Trotzdem würde die Notbremse in NRW eingehalten so Laschet, aber ergänzt –  mit Tests. „Der Weg, Geschäfte mit Terminvereinbarung zu öffnen und einen zertifizierten Test als Voraussetzung mitzubringen eine Möglichkeit, mehr Menschen, die zurzeit nicht entdeckt werden, zu entdecken und dort Infektionskette zu durchbrechen“, erläutert der CDU-Vorsitzende.

Das bedeutet: Der Parteichef interpretiert die Notbremse ganz anders als seine Kanzlerin – pikant. Laschet hat außerdem gesagt, dass die nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin nicht mehr als Videokonferenz stattfindet, sondern im kleineren Kreis in Berlin.

Hoffnung auf vernünftigen Urlaub an Pfingsten und im Sommer – oder nicht?

Ab Dienstag, 30. März, brauchen alle Reiserückkehrer vor dem Rückflug einen negativen Corona-Test. Ein generelles Reiseverbot wird es nach Einschätzung des Tourismusbeauftragten der Bundesregiering, Bareiß wohl nicht geben. Bareiß machte bei „n-tv“ aber Hoffnung auf Pfingsturlaub in Deutschland und Sonne Strand und Meer im Sommer. „Ende Juni werden wir fast 80 Millionen Impfdosen zur Verfügung haben. Deshalb ist das Reisen und der Urlaub im Sommer eine große Chance“. Allerdings müssten sich die Reisenden auch im Sommer weiter auf eine Testpflicht einstellen. Kanzleramtsminister Helge Braun ist dagegen weniger optimistisch. Er rechnet damit, dass wir erst ab August wieder verreisen können.

Die neue Welle könnte Schlimmer werden und NRW geht einen eigenen Weg bei der Notbremse: Das Corona Update vom 25. März 2021

Jens Spahn und Lothar Wieler – die Zweifaltigkeit der Pandemie-Bekämpfung hat ihre Botschaften zum Osterfest verkündet. Lockerungen sind in weite Ferne gerückt.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, dass wenn sich Menschen treffen, dann möglichst nur draußen. Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts ergänzte, mit der Virus-Variante B.1.1.7 sei noch weniger zu spaßen als mit dem Original-Virus. „Es gibt sehr deutliche Signale, dass diese Welle noch schlimmer werden kann als die ersten beiden Wellen.“

Empfehlungen an die Bundesländer

Den Bundesländern empfiehlt Spahn, wenn die Inzidenzzahlen auf über 100 steigen, einfach mal was zu unternehmen. „Ich appelliere daher an die Länder, die vereinbarte Notbremse beim Überschreiten der Inzidenz von 100 auch konsequent anzuwenden.“ Die Notbremse, das zu Erinnerung, soll gezogen werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region oder einem Land an drei aufeinander folgenden Tagen auf über 100 steigt. Und da kommt jetzt Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ins Spiel. Der sagt: „Wir müssen die Gefahren durch die Mutation eindämmen, darum ziehen wird in Nordrhein-Westfalen auch die Notbremse.“ Aber, obwohl die Inzidenz landesweit bei 121 liegt, wird die Notbremse ganz konsequent nicht nur in den betroffenen Regionen gezogen. Nur in Kommunen mit hoher Inzidenz müssen Läden, Sportstätten, Kultureinrichtungen und Zoos schließen. Aber auch da gibt es Ausnahmen. Der Besuch von Frisören und der Fußpflege bleiben erlaubt und ein Kreis darf auch Ausnahmen machen für Menschen, die einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorlegen können. „Da kann er sagen, mit einem Test der nicht älter als 24 Stunden ist kannst du in den Baumarkt gehen, kannst du in ein Textilgeschäft gehen.“, so Laumann

Impfquote weiter vergleichsweise niedrig

Noch kurz ein Blick auf Deutschlands Impfstatus: etwa 8,3 Millionen Menschen haben mindestens eine Impfspritze bekommen. Und nach Ostern solls erst richtig losgehen verspricht Jens Spahn: „Allein der Umstand, dass wir im April mehr Impfdosen erwarten dürfen, nämlich 15 Millionen, als im ganzen ersten Quartal verimpft worden sind, macht deutlich wie die Impfkampagne an Dynamik gewinnen kann und gewinnen wird.“ US-Präsident Joe Biden hat sein Ziel in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit 100 Millionen Menschen zu impfen korrigiert, weil es schon erreicht sei. Neue Zielmarke seien 200 Millionen Impfungen in Bidens ersten 100 Tagen.

Notbremse, Schulstreit und Betrug: Das Corona Update vom 18. März 2021

Ist das noch Corona? Oder schon Wahlkampf. Einige vor allem SPD-geführte Kommunen wollen partout die Schulen vor Ostern schließen – weil es so viele Infektionen gibt. Das Land wittert Wahlkampf und wiegelt ab. Und: Der nächste Bund-Länder-Gipfel wirft seine Schatten voraus.

Söder fordert Einhalten der Corona-Notbremse  

Am Montag beraten die Ministerpräsidenten gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie es mit den Corona-Verboten weitergeht. Und wenn man Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder so hört, dann können wir das Thema Lockerungen wohl vergessen. Alle Bundesländer sollten sich gefälligst an die vereinbarte Notbremse bei einer 100er Inzidenz halten, fordert Söder: „Wir brauchen eine harte Notbremse, damit wir überhaupt richtig agieren können. Und im Moment stehen wir auf einem Sprungbrett zur nächsten Stufe einer exponentiellen Entwicklung. Deswegen muss och einmal alles auf dem Prüfstand stehen. Ich kann mir jetzt weitere große Öffnungen nicht vorstellen“. Söder ist außerdem dafür, Astrazeneca-Exporte aus der EU in andere Länder zu stoppen, besonders in die Länder, die selbst herstellen und nicht in die EU exportieren

Immer mehr Kommunen in NRW fordern Schulschließungen vor den Oster-Ferien

Auch in Nordrhein-Westfalen steigen die Infektionen weiter stark an. Die landesweite Inzidenz liegt bei 92,1 – also kurz vor der 100er Marke für die vereinbarte Notbremse, wo Schluss ist mit Lockerungen. Und jetzt bahnt sich auch noch Streit an zwischen einzelnen Kommunen und der Landesregierung. Die Stadt Dortmund nimmt heute bei der Landesregierung einen neuen Anlauf mit dem Ziel, ab Montag die Schulen wieder zu schließen. In Dortmund hätte sich der Anteil der Infizierten unter 20 Jahre verdreifacht, so Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal: „Wir haben die Situation, dass die britische Variante des Virus das Ruder des Infektionsgeschehens in Deutschland übernimmt“. Nach Duisburg und Dortmund fordert jetzt auch Wuppertal Schulschließungen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung ist aber weiter dagegen. Erst müssten andere Maßnahmen getroffen werden, und in jedem Fall muss das Land zustimmen, heißt es in einem Erlass. Auch dem geplanten Kita-Notbetrieb in Duisburg erteilte NRW-Familienminister Joachim Stamp heute eine Absage.

NRW: Razzia gegen mutmaßliche Coronahilfen-Betrüger

In NRW gab es heute eine Razzia wegen eines mutmaßlich großangelegten Betrugs mit Corona-Soforthilfen. Die Polizei hat 58 Wohnungen und Firmen in mehreren nordrhein-westfälischen Städten und in Berlin durchsucht. Ein per Haftbefehl gesuchter 52 Jahre alter Verdächtiger aus Grevenbroich wurde festgenommen. Die insgesamt rund 30 Verdächtigen sollen Corona-Soforthilfen im Gesamtumfang von 450.000 Euro zu Unrecht beantragt zu haben. Ausgezahlt wurden bereits 170.000 Euro.

Studie: Unter 65-Jährige nach Infektion weitgehend vor Corona geschützt

Wer Corona-infiziert war, ist in den Folgemonaten vor einer weiteren Infektion weitgehend geschützt. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Studie aus Dänemark – allerdings gibt es ein großes „Aber“. Denn bei Menschen über 65 kommt es häufiger zu Neuinfektionen als bei Jüngeren. Daher sollten sich gerade ältere Infizierte impfen lassen, so die Autoren der Studie.