Spahn über die aktuelle Lage in Deutschland, USA impft Rekord: Das Corona Update vom 29. April 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besucht morgen ein Impfzentrum, deshalb wurde die wöchentliche Pressekonferenz von Freitag auf heute vorverlegt. Zunächst blicken wir aber in die USA.

USA impft einen Rekord – Deutschland impft nicht ganz so schnell

In den USA hat sich Präsident Joe Biden anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt selbst beschenkt mit einem Impfrekord. Nicht 100 Millionen, wie ursprünglich versprochen, nicht 200 Millionen, nein, 220 Millionen Corona-Impfungen sind in diesen 100 Tagen in den USA verabreicht worden, sagte Biden.

„220 million Covid-shots“

Joe Biden, US-Präsident

Währenddessen in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler präsentieren nicht ganz so spektakuläre Zahlen aus Deutschland, aber immerhin:  “Mittlerweile sind es über 20 Millionen Menschen, die eine erste Impfung haben in Deutschland erhalten können gegen Covid-19 und die Zahl steigt weiter ständig.“

Biontech bald auch für Kinder ab zwölf Jahren?

Vom Impfmittel-Hersteller Biontech heißt es ein Corona-Impfstoffes für Kinder ab zwölf sei auf dem Weg, die Zulassung in der EU werde in Kürze beantragt. Eine gute Nachricht, auch für Jens Spahn: „Stand heute, wenn nichts Ungewöhnliches passiert: Spätestens in den Sommerferien werden wir die über 12-Jährigen dann impfen können, wenn die Zulassung da ist.“

Thema Freiheitsrechte für Voll-Geimpfte, dieser Punkt, so Spahn werde bis Ende Mai in einem Gesetzentwurf geregelt sein.

Intensivpfleger berichtet über Belastung

Zum Schluss soll Ricardo Lange zu Wort kommen. Er ist Intensivpfleger und war zur Pressekonferenz eingeladen, um seine Erfahrungen auf der Intensivstation zu schildern und das hat er eindrücklich getan. Wie sich das Sterben auf der Intensivstation unter Corona-Bedingungen verändert hat, wie anstrengend und wie psychisch belastend es ist die Toten in schwarze Leichensäcke zu packen:

„Wir legen sie dort hinein und ziehen den Reißverschluss zu. Und glauben sie mir, wenn ich ihnen sage, das macht was mit einem.“

Ricardo Lange, Intensivpfleger

Und Ricardo Lange hat ein Anliegen: „Als Intensivkrankenpfleger (…) ich sehe natürlich nur die schweren Verläufe…das bedeutet natürlich nicht, dass jeder in der Bevölkerung da draußen, einen schweren Covid-Verlauf erleiden wird, oder an dieser Erkrankung versterben wird. Aber, (…) jeder der nicht auf einer Intensivstation arbeitet, jeder der nicht im privaten Umfeld davon betroffen ist, sieht die leichten Verläufe, oder sieht vielleicht nur Menschen die gar nicht an Covid erkranken. Und das wiederum heißt nicht, dass es diese schweren Verläufe nicht gibt!“

Debatte um neues Infektionsschutzgesetz und NRW-Schulen öffnen wieder: Das Corona Update vom 15. April 2021

Weil morgen im Bundestag die Änderung des Infektionsschutzgesetzes debattiert wird, gab es schon heute die übliche Freitags-Pressekonferenz von Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler.

Spahn und Wieler weiterhin für konsequentes Handeln

Bundesweit ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf 160 gestiegen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schlägt Alarm:

„Die Zahlen sind zu hoch, und sie steigen täglich weiter.“

In logischer Konsequenz fordert der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, die Zahlen müssen runter:

„Wir müssen jetzt handeln, jetzt auf allen Ebenen. Wir müssen unsere Kontakte jetzt reduzieren, Infektionsketten jetzt unterbrechen“.

Fleißiges Testen sei ja schön und gut, aber es schütze halt nicht vor dem Virus, so Wieler:

„Es ist naiv zu glauben bei hohen Zahlen das Virus wegtesten zu können.“

Naiv oder besser gesagt leichtsinnig scheint es da, wenn Kommunen jetzt erst mal nichts tun, weil sie auf das Gesetz zur Bundes-Notbremse warten in der Annahme, das werde es schon richten. Falsche Annahme, sagt Jens Spahn:

„Das alleine, und auch das erst Ende nächster Woche in Kraft tretend, löst unser akutes Problem nicht“.

Alle hätten jetzt schon die Möglichkeit zu handeln und sollten das auch tun. Die meisten Neuerkrankungen finden laut Wieler inzwischen bei den 15- bis 49-Jährigen statt. Zu 90 Prozent steckten sie sich mit der Variante B1.1.7 an.

Immer mehr Betten auf deutschen Intensivstationen belegt

Auf den Intensivstationen der Republik wird es zunehmend eng. Wie eng, das erklärt der Intensivmediziner Steffen Weber-Carstens. Er sagt, in einigen Regionen gebe es nur noch zehn Prozent freie Kapazitäten:

„Was bedeuten zehn Prozent? Die durchschnittliche Größe der Intensivstationen ist zehn bis zwölf Betten. Das bedeutet: pro Intensivstation genau ein Bett. Dieses Bett haben sie für den Schlaganfall-, für den Herzinfarktpatienten, für den Unfallpatienten, den chirurgisch operierten Patienten und für den Covid-Patienten. Das ist die Situation wie sie im Moment ist“.

Angesichts dieser dramatischen Lage empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn erneut:

„Zwei, drei Wochen dieses Land so herunterzufahren, dass wir die dritte Welle brechen“.

NRW kehrt am Montag zum Wechselunterricht zurück

Ein weiterer akuter Problemherd sind die Schulen. Nordrhein-Westfalen kehrt am Montag zum Wechselunterricht zurück. Bis zu einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 ist dann Präsenzunterricht erlaubt. Dazu sagt RKI-Chef Wieler:

„Aus meiner Sicht ist die 200er Inzidenzgrenze zu hoch“.

Bei so einem Grenzwert, so Wieler, würden sich sehr viele Schülerinnen und Schüler infizieren, und am Ende würden wieder ganze Klassen zu Hause bleiben müssen. Jens Spahn fügt als Gesundheitsminister an:

„Gerade bei den Schulen, gerade mit den Erfahrungen, die wir mit der Mutation haben, kann ich mir auch deutlich früher als bei 200 diese Maßnahmen vorstellen – unbedingt“.

Impfen kommt ins Rollen und Probleme mit Vektorimpfstoffen: Das Corona Update vom 14. April 2021

Die Hersteller Biontech und Pfizer wollen bis Ende Juni zusätzlich 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an Deutschland und die übrigen EU-Staaten liefern. Dies teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit. Währenddessen will Dänemark offensichtlich vollständig auf den Impfstoff von Astrazeneca verzichten. Grund sind die Sicherheitsbedenken wegen der möglichen Nebenwirkungen des Impfstoffs.

Impfen läuft immer besser

Die Impfkampagne in Deutschland nimmt allmählich an Fahrt auf. Laut dem Impfmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben am Dienstag mehr als 530.000 Menschen in Deutschland eine Impfdosis erhalten. Mittlerweile sind insgesamt 14 Millionen Menschen mindestens ein Mal, und gut 5,2 Millionen Menschen zwei Mal geimpft worden.

Probleme mit Vektorimpfstoffen

Die seltenen schweren Nebenwirkungen nach der Impfung mit den Präparaten von Astrazeneca und Johnson & Johnson hängen deutschen Experten zufolge möglicherweise mit dem speziellen Typ dieser Impfstoffe zusammen. Beide sind sogenannte Vektorimpfstoffe. Dabei wird ein an sich harmloses Adenovirus als sogenannter Vektor genutzt, um Erbinformationen des Coronavirus in den Körper zu schleusen.

Beide Impfstoffe stehen im Verdacht in seltenen Fällen Sinusvenenthrombosen, also Blutgerinnsel im Gehirn auszulösen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt den Impfstoff von Astrazeneca dennoch weiter, der von Johnson & Johnson wird geprüft. Die Auslieferung der bestellten Dosen in Europa ist erst einmal gestoppt.

 Klarheit gibt es jetzt dagegen für die mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren, die in Deutschland bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben: Sie sollen bei der notwendigen Zweitimpfung auf einen mRNA-Impfstoff, von Biontech/Pfizer oder Moderna umsteigen können.

Die EU-Kommission will bei den nächsten Bestellungen für Corona-Impfstoffe vor allem auf die mRNA-Technologie setzen. Ein weiterer Impfstoff dieser Art könnte im Sommer zugelassen werden, der von Curevac.

Aus Brüssel heißt es aber, dies bedeute nicht, dass Hersteller wie Astrazeneca und Johnson & Johnson bei künftigen Verträgen bereits aus dem Rennen seien oder deren Verträge nicht verlängert würden.

Schottischer Impferfolg

Die schottische Insel Fair Isle ist vermutlich der abgelegenste Flecken Erde des Vereinigten Königreichs, bekannt für Strickpullis, Seevögel und jetzt auch dafür, einer der Corona-sichersten Plätze des Landes zu sein, freut sich John Best einer der Bewohner von Fair Isle in der BBC: „It’s probably one oft the safest places in the country, really.“

Was die Insel so sicher macht ist die Tatsache, dass alle Insulaner ihre zweite Dosis Astrazeneca verabreicht bekommen, das heißt die gesamte Bevölkerung von Fair Isle ist vollständig geimpft, alle 48 Frauen und Männer. Jetzt können sie ihren Schafen was von Herdenimmunität erzählen.

Neuer Lockdown und kein Oster-Urlaub: Das Corona Update vom 19. März 2021

Gute Laune machen die Corona-Zahlen leider seit ein paar Wochen gar nicht mehr. Wir haben heute eine Inzidenz von 95,6. Hamburg hat jetzt die Corona-Notbremse gezogen, dort wurde an drei Tagen nacheinander die 100er Marke gerissen. Ab morgen werden einige Öffnungsschritte in Hamburg wieder zurückgenommen. Wenigstens eine gute Nachricht: Ab heute wird Astrazeneca wieder verimpft.

Astrazeneca wird wieder verimpft

Die EMA hat grünes Licht gegeben: Der Impfstoff Astrazeneca sei sicher, es gibt keine Einschränkungen für bestimmte Personengruppen, nur der Beipackzettel wird jetzt noch ein bisschen länger, um über Risiken in Sachen Thrombose aufzuklären. Und genau an der Stelle melden Forscher jetzt einen Durchbruch. Experten der medizinischen Universität in Greifswald haben offenbar die Ursache für die schweren Hirnthrombosen gefunden, die zum Impfstopp geführt hatten. Das meldet der NDR – und noch besser: Das geeignete Gegenmittel soll auch schon bereitstehen. Demjenigen, der nach einer Impfung mit Astrazeneca Probleme an einer Thrombose erkrankt, dem kann sofort mit diesem neuen Medikament geholfen werden.

Lauterbach: „Wir müssen zurück in den Lockdown“

Die Zahlen sind deutlich, die dritte Welle rollt, und zwar rasant. Wir sind nicht am Anfang, wir sind mittendrin, die Zahlen wachsen exponentiell. Der Vizechef des Robert Koch Instituts, Lars Schade, hat uns schonmal auf weitere harte Wochen

Vorbereitet: „Es ist sehr gut möglich, dass wir um Ostern eine ähnliche Lage haben wie vor Weihnachten, mit sehr hohen Fallzahlen, sehr vielen schweren Verläufen, vielen Todesfällen und Krankenhäusern, die stark belastet sind“. Und die steigenden Zahlen hätten auch nichts damit zu tun, dass mehr getestet wird. Für den SPD- Gesundheitsexperten Karl Lauterbach gibt es nur eine Lösung: „Man kann es drehen und wenden wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown“.

Robert Koch Institut mahnt: Über Ostern nicht verreisen

Gut zwei Wochen sind es noch bis Ostern. Die Flieger nach Mallorca sind ausgebucht. Fast zwei Drittel der Deutschen halten es für falsch, dass die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben worden ist sagt, so das Ergebnis einer YouGov-Umfrage. Und hier in Deutschland? Kopfschütteln darüber, dass Urlaub im eigenen Land nicht möglich sein soll. Aber RKI-Vize Lars Schade warnt deutlich: „Ich bitte Sie auch: Verzichten Sie auf Reisen im In- und Ausland. Mobilität und Kontakte sind die Treiber der Pandemie. Wenn an Ostern Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammenkommen, könnte die Pandemie zusätzlich angeheizt werden“. Wie, wo und ob wir zu Ostern Urlaub planen können, darüber wird wohl am Montag entschieden bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder.

Dritte Welle und Mallorca nicht mehr Risikogebiet: Das Corona Update vom 12. März 2021

Mit lautem Applaus können die Musiker in Oldenburg wohl nicht rechnen. In Oldenburg haben Bands ein Konzert vor 182 Topfpflanzen gespielt – und zwar in einem Theater. Mit der aktion wollen die Organisatoren die Künstlerszene in Oldenburg unterstützen. Vorbild ist ein Konzert 2020 in Barcelona vor 2.292 Topfpflanzen in einem Opernhaus.

RKI-Chef Wieler: „Wir stehen am Anfang der dritten Welle“

Lothar Wieler, der Chef des Robert Koch Instituts, hat es wieder gesagt – das böse Wort: „Jetzt stehen wir am Anfang der dritten Welle“. Die passende Analyse hat Wieler heute gleich mitgeliefert: „Bei den unter 60-Jährigen steigt die Inzidenz sogar wieder an. Und seit Mitte Februar steigt auch die Inzidenz bei den unter 15-Jährigen – und zwar sehr rasant. Wir sehen auch wieder mehr Kita-Ausbrüche. Es könnte sein, dass hier die noch ansteckendere Variante B.1.1.7. eine Rolle spielt“. Auch in den Krankenhäusern steigen die Patientenzahlen wieder. Positiv ist dagegen, dass Infektionen und Todesfälle bei den über 80-Jährigen weiter drastisch abnehmen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat heute auch nochmal den Astrazeneca-Impfstoff verteidigt. Mehrere Länder hatten die Impfungen mit dem Impfstoff aus Großbritannien zuletzt gestoppt, weil Patienten Thrombosen bekommen hatten. Spahn sieht keine erhöhte Gefahr: „Die Europäische Arzneimittelagentur hat nach Beratung der Experten erklärt, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe. Das Paul Ehrlich Institut analysiert die Lage parallel und kommt auch für Deutschland zu der selben Einschätzung“. Den späten Einstieg der Hausärzte beim Impfen hat Spahn damit begründet, dass er im April noch nicht genügend Impfstofflieferungen erwartet, um Hausärzte und Impfzentren parallel beliefern zu können.

Mallorca ist kein Corona-Risikogebiet mehr – keine Testpflicht mehr bei Rückkehr

Mallorca ist kein Risikogebiet mehr. Weil die Infektionszahlen auf Deutschlands Lieblings-Insel zuletzt stark gesunken sind, stuft das Robert Koch Institut Mallorca und die Balearen nicht mehr als Risikogebiet ein. Damit entfällt nach einer Rückkehr aus dem Osterurlaub zum Beispiel die Testpflicht.

Sasha spielt Konzert für eine Zuhörerin in Hamburger Arena

Dieses Konzert wird sicher in die deutsche Rock- und Popgeschichte eingehen. Sascha hat in der 15.000 Sitzplätze fassenden Barcley Card Arena in Hamburg ein ganz besonderes Konzert gegeben: „Einen Fan einzuladen zu einen One-On-One Campfire-Konzert in der großen Barcley Card Arena – ich glaube das hat es noch nie gegeben“. Ihr habt richtig gelesen – er hat vor nur einem Fan in der riesigen Arena gespielt. Die Sächsin Heike Hacker war die Glückliche. Sie hatte sich auf Sashas Insta-Aufruf hin beworben: „Die ersten Töne… es halt geschallt in dieser großen Arena – am ganzen Körper Gänsehaut“. Seit einem Jahr hat es in der Arena kein Konzert mehr gegeben – Sasha hat die Durststrecke jetzt beendet – wenn auch nur vorerst…

Debatte um Hausarzt-Impfung und Corona im Museum: Das Corona Update vom 11. März 2021

Ja, ja – Corona verändert vieles. Auch die Prioritäten. Eine Umfrage der Betriebskrankenkasse pronova hat ergeben: Video-Streaming ist für die Deutschen mittlerweile wichtiger als der eigene Partner. 51 Prozent der Befragten könnten darauf nicht mehr verzichten. Vor Corona war das noch nicht der Fall. Da stand der Partner noch an erster Stelle.

Debatte um Corona-Impfstart bei den Hausärzten

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist ein wenig optimistisch: „Man sieht ja doch Licht am Ende des Tunnels“. Also ich sehe da noch nichts – und die Hausärzte auch nicht. Jetzt sollen sie laut Bundesregierung erst ab dem 19. April großflächig mitimpfen. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hält das Datum 19. April im ZDF für zu optimistisch: „Der Impfstoff geht jetzt weiter prioritär in die Impfzentren, so dass ich die Haus- und Fachärzte im April eher nicht im Impfgeschehen sehe, weil sie schlicht und ergreifend nicht genügend Impfstoff bekommen werden, so dass wir auf diese Ressourcen wohl erst im Mai zurückgreifen können“. Damit wären wir wieder bei der aktuellen Durchhalteparole der Kanzlerin: „Das sind jetzt noch der, vier schwere Monate. März, April, Mai, Juni – und ich glaube dann wird es deutlich besser“. Auch das ist nicht gesetzt, denn der Chef des Robert Koch Instituts, Lothar Wieler, sieht nach wie vor die dritte Infektions-Welle auf uns zu rollen. Heute zählt das RKI 2.400 Infektionen mehr als noch vor einer Woche. Der Anteil der hochansteckenden britischen Mutation steigt weiter auf mittlerweile 55 Prozent. Die Experten besorgt auch eine neue Studie. Danach ist die britische Mutation um 64 Prozent tödlicher als das Ursprungsvirus.

NRW: Hausärzte sollen zunächst chronisch Kranke vorrangig impfen

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karls-Josef Laumann hat heute verraten, wer in NRW zuerst ab April in den Hausarztpraxen geimpft wird. „Die Hausärzte wissen, wer von ihren Patienten chronisch krank ist und sie sollen sie impfen“. Ab Anfang April werden auch die Impfeinladungen an die über 70-Jährigen verschickt. Außerdem wird bald die Maskenpflicht in den Altenheimen aufgehoben und gemeinschaftliche Aktivitäten sollen wieder möglich sein.

Ins Museum: Erste Flasche von Corona-Impfdosis wird in den USA ausgestellt

Corona ist jetzt auch reif fürs Museum. Das Fläschchen der ersten Impfdosis in den USA wird bald im Nationalmuseum für Amerikanische Geschichte in Washington ausgestellt. Und dann steht es wahrscheinlich direkt neben der Mitarbeiterkarte und dem Kittel der New Yorker Krankenschwester Sandra Lindsay – sie war die erste US-Bürgerin, die am 14. Dezember 2020 geimpft wurde.

Corona Update – Der Podcast: 5. März 2021

Tja, wären wir mit dem Impfen mal so schnell wie die Briten. Die haben ihre Handtücher jetzt schon ausgerollt. Zypern lässt ab Mai nämlich geimpfte Touristen aus Großbritannien einreisen. Ein negativer Test ist dann nicht mehr nötig. Wie es bei uns mit dem Oster-Urlaub aussieht, das wird wohl erst bei der nächsten Sitzung der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin am 22. März beschlossen.

Corona-Schnelltests in den Discountern

Ab morgen gibt es bestimmt wieder Schlangen bei ALDI. Der Discounter verkauft nämlich als erster Selbsttests. In der kommenden Woche folgen dann auch Rossmann und DM. Bei den kostenlosen Schnelltests, die ab Montag eigentlich bundesweit starten sollten, könnte es in Nordrhein-Westfalen zu Beginn noch einige Engpässe geben, sagt NRW-Gesundheitsminister Karl Josef-Laumann: „Wir werden sicherstellen, dass unsere Apotheken das auch außerhalb der Apotheke machen dürfen. Es gibt sehr viele Anbieter auch von großen, bekannten Ketten aus dem Drogeriebereich, die haben wir ja auch in allen Städten, so dass ich sicher bin, dass wir diese Struktur ganz schnell aufgestellt kriegen“. Die Selbsttests könnten schon bald ein wichtiger Baustein sein, um zum Beispiel wieder ins Kino, Theater oder Restaurant gehen zu können. In NRW wäre das ab 22. März im Außenbereich möglich, und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat auch schon eine Idee, wie das praktisch aussehen könnte: „Tisch 15, fünf Leute, kommt um 19.15 Uhr, da ist draußen vielleicht ein kleines Zelt aufgebaut, macht den Selbsttest unter Aufsicht, kriegt dabei ein Getränk, geht dann rein“.

Robert Koch Institut hat weiter Angst vor Mutationen

Sorgen bereitet dem Robert Koch Institut weiter die Ausbreitung der britischen Virusmutation. Mittlerweile liegt der Anteil bei 40 Prozent – und das RKI rechnet darum mit weiter steigenden Infektionszahlen. Aber es zeigen sich auch erste Erfolge beim Impfen. RKI-Chef Lothar Wiehler: „Was mich auch sehr freut, dass in den Altersgruppen, in denen geimpft wird, auch die Inzidenzen deutlich zurück gehen – also besonders bei den über 80-Jährigen“. Ab Ende März soll auch in den Hausarztpraxen in NRW geimpft werden. Die ersten sind die chronisch Kranken.

Kita-Betrieb in NRW weiter eingeschränkt, Schulen bald komplett offen

In NRW bleibt der Kita-Betrieb bis mindestens Ostern eingeschränkt, so NRW-Familienminister Joachim Stamp heute. Ab 15. März holt NRW auch alle Schüler der weiterführenden Schulen wieder zurück – zumindest tageweise. Der Wechselmodus soll dann bis zum Sommer gelten und kein Schüler soll länger als 1 Woche ohne Präsenzunterricht bleiben.

Corona Update – Der Podcast: 26. Februar 2021

Spahn: Erste Erfolge beim Impfen

Es hat lange gedauert – aber mittlerweile zeigen sich laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erste Erfolge der Impfkampagne. Fast alle Bewohner von Pflege- und Altenheimen seien geimpft, in einigen Bundesländern sogar auch die Mehrheit der über 80-Jährigen – mit positiven Folgen, so Spahn: „Das Risiko, an Corona zu erkranken, hat sich für unsere höchstbetagten Bürgerinnen und Bürger deutlich reduziert. Die 7-Tage-Inzidenz lag in der Altersgruppe der über 80-Jährigen Anfang Februar noch bei fast 200, inzwischen ist sie bei 70“.

Lockerungen bleiben ein Diskussions-Thema

Beim Thema Lockerungen tritt Spahn aber vor dem Bund-Länder-Treffen in der kommenden Woche auf die Bremse. Er will nur schrittweise lockern und danach gucken, wie sich das jeweils auf das Infektionsgeschehen auswirkt. Der Chef des Robert Koch Instituts, Lothar Wieler, warnt zudem davor, die Schnelltests als Wunderwaffe zu sehen: „Der Test ist tatsächlich eine Momentaufnahme und es kann sein, dass man zum Testzeitpunkt eben nicht ansteckend war, aber es ist kurz darauf vielleicht der Fall.“ Einige Bundesländer schaffen bei den Lockerungen aber schon mal Fakten und öffnen ab März zum Beispiel Bau- und Gartenmärkte.

EU-Impfpass wird kommen

Er kommt doch – der europäische Impfpass. Das haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten auf ihrem Gipfeltreffen beschlossen. Die Vorbereitungen für den europäischen Impfpass laufen bereits. Der Pass soll Geimpften ihre Rechte zurückgeben. Allerdings ist noch nicht klar welche das sind, so Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ihn zu haben ist für die Zukunft auf jeden Fall richtig. Das heißt aber nicht, dass nur reisen darf, wer einen Impfpass hat.“ Die EU-Staaten sollen selbst entscheiden können, welche Rechte mit dem Pass verbunden werden. Die Urlaubsländer am Mittelmeer wollen vor allem Tourismus so wieder möglich machen. Darum jubelt der Reiseveranstalter TUI bereits: „Reisen im Sommer wird möglich sein, sicher und verantwortungsvoll“, sagt Tui-Chef Fritz Joussen. Der europäische Impfpass und Schnelltests könnten dabei helfen

Auch die Queen ist nun geimpft

Die britische Queen Elisabeth II. ist jetzt auch geimpft – das hat sie in einer Videokonferenz verraten – obwohl Informationen zur Gesundheit eigentlich Privatsache sind. Der Piekser in den royalen Arm war gar nicht schlimm, sagt die 94jährige. Es sei harmlos, schnell und schmerzlos gewesen – und jetzt fühle sie sich geschützt. Und dann konnte die Queen sich ganz „unroyal“ auch eine kleine Spitze gegen alle Impfverweigerer nicht verkneifen: Sie habe zwar Verständnis für Ängste – aber die Leute sollten eher an andere als an sich denken.

Corona Update – Der Podcast: 19. Februar 2021

Corona Update – Der Podcast: 12. Februar 2021