Dritte Welle scheint gebrochen, Impffortschritt beeindruckend: Das Corona Update vom 7. Mai 2021

Wenn der oberste Virus-Wächter der Republik bei der Pressekonferenz so ein gutgelauntes „Guten Morgen“ flötet, dann gibt’s gute Nachrichten zu verkünden – pünktlich zum Wochenende. Denn die Infektions-Zahlen gehen weiter zurück, die 3. Welle scheint gebrochen, so RKI-Chef, Lothar Wieler: „Die gegenwärtige Entwicklung, mit einer sinkenden Inzidenz, einer zumindest leicht sinkenden Belegung mit Covid-19-Patienten und einer steigenden Durchimpfung, ist sehr positiv.“ Bald könne die Pandemie wohl kontrollierbar sein. Mit zunehmender Durchimpfung im Juni könnten weitere Lockerungen folgen, so Wieler. Deshalb warnt Gesundheitsminister Jens Spahn davor, kurz vor Schluss die Geduld zu verlieren: „Zu viele öffnen gerade ziemlich viel, bei relativ hoher Ausgangsindizenz. Das bringt ein Risiko mit sich.“ In der kommenden Woche vom 10. bis 15. Mai gibt es auch mehr Impfstoff für die Arztpraxen. Eine Million Astrazeneca-Dosen werden geliefert. Damit darf sich dann jeder Erwachsene in Absprache mit dem Hausarzt impfen lassen.

Geimpfte und Genesene dürfen jubeln – Lockerungen kommen

Bei einigen vollständig Geimpften und Genesenen dürften am Wochenende die Sektkorken knallen.  Der Bundesrat hat ihnen heute die Grundrechte wiedergegeben. Am Wochenende werden für diese Gruppe damit zum Beispiel Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Man kann dann also wieder längst vergessenen Tätigkeiten nachgehen. Auch die Testpflicht beim Einkaufen und für den Frisör fällt weg. Dennoch bittet NRW-Ministerpräsident Armin Laschet alle Geimpften, die Sektkorken möglichst leise knallen zu lassen. „Die, die geimpft wurden, sollten jetzt nicht in triumphalistischen Überschwang reagieren, sondern auch eine Geste des Respekts zeigen, über denen, die noch nicht geimpft werden konnten.“

Sommerurlaub 2021 darf gebucht werden

Der Sommer-Urlaub scheint in trockenen Tüchern. Das sagt zumindest der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß im „ZDF“. „Fast jeder Deutsche kann im Juni einmal geimpft werden. Ich hoffe, dass im Juni viel passiert und der Sommerurlaub damit gesichert ist.“

Sommercamps für Schüler, erste Öffnungsschritte geplant: Das Corona Update vom 5. Mai

Drei mal Drei: Was war das nochmal? Ja, die Pandemie lässt gerade die kleinsten Schülerinnen und Schüler vieles vergessen, was sie eigentlich schon gelernt hatten. Gerade in Mathe, Deutsch und Fremdsprachen.

Darum hat die Bundesregierung jetzt ein Aufholprogramm beschlossen. In speziellen Sommercamps können die Schüler dann versäumtes Wissen aufholen – und das ist bitter nötig, sagt Bildungsministerin Karliczek: „Wir müssen davon ausgehen, dass 20 bis 25 Prozent deutliche Lernrückstände bedingt durch die Pandemie haben.“ Deswegen seien sie überzeugt, dass sie zusätzliche Unterstützung benötigen. Zudem bekommen bedürftige Familien 100 Euro pro Kind zum Beispiel für Sport-oder Freizeitaktivitäten.

Corona-Lage in Deutschland nicht mehr angespannt

Die Corona-Lage entspannt sich weiter. Gestern infizierten 4200 Menschen weniger als noch vor einer Woche. Schon am Wochenende sollen für Geimpfte und Genesene viele Lockerungen greifen. Viele Bundesländer wollen Gastronomie und Kultur in Regionen mit niedrigen Inzidenzen öffnen – Bundesgesundheitsminister Spahn sieht das im „ZDF“ mit Sorge: „Andere Länder auf der Welt haben gezeigt. Wer zu schnell öffnet, den kann das ganz schnell wieder einholen.“

Der digitale Impfpass soll indes bis zu den Sommerferien fertig sein soll – also rechtzeitig zur Reisesaison.

Will Smith macht eine Fitness-Doku

In dieser Woche hatte Hollywoodstar Will Smith mit einem Foto auf Instagram für Aufsehen gesorgt. Da hatte er doch glatt ein etwas unvorteilhaftes Portrait von sich gepostet. Zu sehen war nämlich eine veritable Corona-Plauze. Die soll jetzt weg. Und zwar mit einer Fitness-Doku auf Youtube. Er wolle wieder in die beste Form seines Lebens kommen, so der Schauspieler auf seinem Instagram-Account.

Lockerungen für Geimpfte auf dem Weg: Das Corona Update vom 3. Mai 2021

Wer geimpft ist, darf sich auf Lockerungen freuen. Man darf sich wohl bald wieder ohne Beschränkungen treffen, auch nachts wieder raus, und man muss nach der Rückreise aus einem Risikogebiet nicht in Quarantäne – auch die Testpflicht fällt dann weg. Shoppen und der Friseurbesuch soll dann ebenfalls ohne Test möglich sein.

Urlaub an Pfingsten? Wohl eher nicht – Juni wohl eher

Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet damit, dass die Lockerungen schon in dieser Woche im Bundestag und -Rat beschlossen werden könnten. Ausweisen kann man sich dann mit dem schriftlichen Impfpass aber bald auch mit einem digitalen. „Ziel ist, ein digitaler Impfnachweis spätestens zwischen Mitte Mai und Anfang Juni verfügbar zu haben“, so Spahn. Ab Juni könnte Urlaub in Deutschland auch wieder möglich sein. Pfingsten siehts dagegen eher mau aus, sagt der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß gegenüber der „BILD“.

Johnson & Johnson für Kölner Hochinzidenzviertel

Mobile Teams impfen ab heute verstärkt in Kölner Corona-Brennpunktvierteln und Hochhaussiedlungen. Im Rahmen eines Pilotprojekts werden über 1000 Dosen des Herstellers Johnson und Johnson verimpft. Grund sind Inzidenzzahen, die teilweise bei knapp 700 liegen. Für Virologe Hendrik Streeck ein nachvollziehbarer Schritt. Gegenüber „ntv“ sagt er, es sei vor allem mit der Wohnsituation zusammenhängend. „Was sich abzeichnet ist, dass Menschen, die in Armut leben, eher infizieren.“

Bundesrat beschließt die Corona-Notbremse: Das Corona Update vom 22. April 2021

Fast 30.000 Corona-Neuinfektionen und eine Wocheninzidenz von rund 161. Die Zahlen sind weiter hoch, aber das exponentielle Wachstum, vor dem Spitzenpolitiker und Virologen gewarnt haben, scheint sich nicht einzustellen. Trotzdem hat auch der Bundesrat die Corona-Notbremse beschlossen. Das neue Corona-Update mit Michael Boom.

Bundesärztekammer: Durchseuchung Deutschlands sollte erforscht werden

Wie schön, dass jetzt endlich gemeinsame Maßnahmen kommen, von denen sich kein Ministerpräsident mehr frei machen kann. Die Frage ist nur: Braucht es das jetzt eigentlich noch, nach über einem Jahr Pandemie und der mittlerweile gut laufenden Impf-Kampagne? Die Bundesäztekammer empfiehlt der Bundesregierung, das mal erforschen zu lassen, wie es schon seit langem in Großbritannien gemacht wird. Wie steht es aktuell um die Durchseuchung, wie viele Menschen haben vielleicht schon eine Erkrankung hinter sich, ohne es bemerkt zu haben? Die Ärzte ärgern sich darüber, dass man immer noch nicht weiß, wie gefährlich es ist, die Schulen geöffnet zu halten. Entscheidungen treffen auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen wird gefordert.

Chaos beim Impfen mit Astrazeneca lässt nicht nach

Beim Impfen mit Astrazeneca ist das Chaos wirklich perfekt. Wie übel der Ruf dieses Mittels beschädigt wurde ist offensichtlich. Selbst Wetterexperte Jörg Kachelmann hat von übler Nachrede gesprochen und gleich eine Liste mit guten Anwälten weitergeleitet. In Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern wird jetzt die Altersbeschränkung aufgehoben, weil man darauf hofft, dass sich wenigstens junge Menschen mit Astrazeneca schützen lassen, bevor sie weiter warten müssen. Nur so viel: Wissenschaftler haben das Sterberisiko nach einer Impfung mit Astrazeneca berechnet und herausgefunden, dass es ungefähr genauso groß ist, wie bei vier Tagen Ski-Urlaub auf der Piste zu sterben.

Impfen: Günther Jauch erhält zig Hass-Mails

Wir sind in der Endphase der Pandemie und es lohnt sich einfach nicht mehr, noch schlechter drauf zu sein. Zwei Fakten dazu: Kaum einer heiratet mehr. Es gibt nach Zahlen unserer NRW-Landesstatistiker aktuell einen historischen Tiefststand. Aber klar, tanzen, küssen und umarmen gehen schlecht zusammen mit Hygiene-Auflagen, Konaktbeschränkungen und Ausgangssperren. Außerdem gibt es mittlerweile so viele Corona-Skeptiker in Deutschland, dass selbst Günther Jauch offener Hass entgegen schlägt. Jauch hat bei „SternTV“ erzählt, dass er massenhaft Hass-Briefe bekommt, weil er für die Impf-Kampagne der Bundesregierung wirbt.

Spahn für einheitlichen Lockdown, vorerst keine MPK – Das Corona Update vom 08. April 2021

Mehr als 25 000 Neuinfektionen, Bundesgesundheitsminister wirkt Jens Spahn besorgt. „Das sind, um es ganz deutlich zu sagen, zu viele.“ So könne es nicht weitergehen. „Es braucht einen Lockdown um die aktuelle Welle zu brechen, und dauerhaft und stabil unter 100, deutlich unter 100 idealerweise bei der Inzidenz zu kommen.“ Es bräuchte also Maßnahmen und eigentlich sei die Bund-Länder-Runde hierfür das richtige Format. „Aber wenn manche schon die Einschätzung der Lage nicht teilen, dann wird es natürlich schwierig“, zeigte sich Spahn enttäuscht.

Spahn fordert: „Parteienstreit herunterfahren“

Und weil es eben so aussieht, als kämpfe der eine oder andere Politiker eher gegen den Lockdown als gegen das Coronavirus mahnt der Gesundheitsminister: „Ich empfehle uns allen, den Parteienstreit – Wahljahr hin oder her – herunterzufahren und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Bekämpfung der Pandemie.“ Ein bundesweiter, einheitlicher Lockdown wird erst mal nicht beschlossen werden. Da hilft nur an die Vernunft und die Geduld der Bevölkerung zu appellieren, weiter eigenverantwortlich Kontakte zu vermeiden wo es geht, ob im privaten, schulischen oder beruflichen Alltag.

Überhaupt keine Ministerpräsidentenkonferenz nächste Woche

Nicht nur die für Montag geplante Bund-Länder-Runde ist abgesagt worden, es wird in der kommenden Woche überhaupt keine Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin geben. Stattdessen will die Bundesregierung im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz verschärfen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer versicherte aber, das bedeute nicht, dass es überhaupt keine Bund-Länder-Runden mehr gebe. „Diese Einigung auf eine Änderung im Infektionsschutzgesetz ist in gutem Einvernehmen zwischen Bunde und Ländern gelaufen, sonst wäre eine solcher Änderung ja gar nicht möglich“, so Demmer. Ziel sei es, eine bundesweit einheitliche Notbremsen-Regelung zu schaffen – für Kreise ab einer Inzidenz von 100.