Impfpriorisierung aufgehoben, Impfstoff bleibt knapp: Das Corona Update vom 7. Juni 2021

Die gute Nachricht – seit heute gibt es keine Impfpriorisierung mehr. Jeder der will, kann sich ab sofort gegen Corona impfen lassen, unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen oder Systemrelevanz. Auch für Kinder ab zwölf Jahren können nun Impftermine vereinbart werden. Die schlechte Nachricht – es gibt nach wie vor keinen Impfstoff. Das ist wie Freibier für alle rufen, wenn die Fässer leer sind. Trotzdem theoretisch kann jetzt jeder bei Impfzentren, Ärzten und Betriebsärzten einen Impftermin vereinbaren. Vom Bundesgesundheitsministerium kommt die Schätzung, bis Mitte Juli würden 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland geimpft sein.

Spahns Maskenaffäre bringt Bundesgesundheitsminister in Erklärungsnot

Wie schnell doch aus einer, auf den ersten Blick noblen Geste, ein Skandal werden kann – an Obdachlose und Menschen mit Behinderung Masken zu verteilen das ist ein anständiger Zug denkt man. Wenn sich dann aber herausstellt, dass es sich dabei um minderwertige Masken handelt, entsteht der Eindruck hier könnte ein Fehleinkauf von unzertifizierten Masken an arglose Bedürftige verramscht worden sein, Das wäre dann mindestens schäbig. Jedenfalls ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mal wieder in Erklärungsnot geraten. Aber erklären kann er ja immer ganz gut: „Sie sind sicher. Sie haben keine EU-Zertifizierung aber sie sind beim Infektionsschutz sicher und das ist das Entscheidende um das es geht.“

Die Masken seien also völlig in Ordnung gewesen, und im übrigen sei die Verteilaktion gar nicht auf seinem Mist gewachsen sagte Spahn. „Es war übrigens eine Idee des Arbeitsministeriums selbst, in einem Sonderkontingent an Obdachlose und Eingliederungshilfe Masken zu verteilen“, so der Gesundheitsminister.

Testbetrug? Zahlen an durchgeführten Tests deutlich gesunken

Noch was aus der Kategorie „Na, guck mal einer an“: Seit gegen einen Testcenter-Betreiber wegen möglichen Betrugs bei der Abrechnung von Corona-Tests ermittelt wird, sind die gemeldeten Zahlen an Tests „deutlich eingebrochen“. Das steht in einem Bericht des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums an den Landtag. Die Schlussfolgerung des Ministeriums-Berichts: „Dies deutet durchaus auf ein tatsächlich illegales Vorgehen hin“. Entweder das, oder es handelt sich um einen echt witzigen Zufall. Vor rund einer Woche haben Reporter aufgedeckt, dass in manchen Testzentren wesentlich mehr Tests abgerechnet wurden als Kunden da waren. Zwei Firmenverantwortliche sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Kinder sollen von Lockerungen profitieren – Schummelei bei Schnelltests: Das Corona Update vom 28. Mai 2021

Kriegen Kinder und Jugendliche einen unbeschwerten Sommer mit Urlauben und Schwimmbadbesuchen? Wenn es nach der neuen Bundesfamilienministern Christine Lambrecht gehe, dann sollten Kinder und Jugendliche auch von allen Lockerungen profitieren. Allerdings unabhängig von einer Corona-Impfung. Wie wir auch mittlerweile wissen, ist ja ohnehin nicht mehr vorgesehen, dass die Länder vom Bund zusätzliche Impfdosen für Kinder und Jugendliche erhalten sollen. Also macht sich Skepsis breit.

So zum Beispiel beim Deutschen Lehrerverband. Der Vorsitzende Meidinger zweifelt beim „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, ob die neusten Beschlüsse positive Auswirkungen auf den Schulbetrieb im nächsten Schuljahr hätten. Hier bei uns in NRW soll es auch laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann keine Corona-Impfungen in Schulen geben. Man müsse die Empfehlung der Ständigen Impfkommission erst einmal abwarten und es soll kein Druck auf Eltern ausgeübt werden.

Ungewöhnliche Methode für Klassenunterricht

Da ab dem 31. Mai in NRW wieder Präsenzunterricht bei einer Inzidenz unter 100 gilt, könnte man ja nochmal überlegen, ob man die Klassenräume bis dahin optimieren mag. Wie wäre es denn mit Unterricht im Festzelt? Im niederbayrischen Deggendorf haben zwei Schulen ihre Schüler dahin geschickt, wo sonst die Maßkrüge fliegen. Kam bei Schule und Schülern gut an – schließlich hatten sie mehr Freiräume um Abstände halten zu können. Ob allerdings auf der Schulbank getanzt wurde, wissen wir nicht.

MediCan-Schnelltestzentrenten unter Betrugsverdacht

Erst gefälschte Impfpässe, jetzt Betrug in Schnelltestzentren. Offenbar wird deren Arbeit nur selten kontrolliert. Denn nach Medienberichten des Westdeutschen- und Norddeutschen Rundfunks und der „Süddeutschen Zeitung“ müssen die Betreiber nur mitteilen, wie viele Personen sie getestet haben – dann kann ohne jeden Beleg abgerechnet werden. 18 Euro können pro Test in Rechnung gestellt werden. Journalisten haben mehrere Testzentren in Nordrhein-Westfalen überprüft und Besucherdaten mit der Datenbank des Landes abgeglichen. Demnach wurden deutlich mehr Menschen gemeldet als getestet.

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Betrugsverdacht bei MediCan-Schnelltestzentren

Lockerungen in NRW ab 28. Mai

Unterricht in Bayern in einem Festzelt