Hasselhoff gegen Corona: Das Corona Update vom 8. Juni 2021

Glückwunsch an das kleinste der 16 Bundesländer – Bremen hat zwar keinen Erstligisten mehr, aber als erstes Bundesland hat Bremen mehr als die Hälfte seiner Bevölkerung gegen Corona geimpft, und ein Viertel der Bremerinnen und Bremer haben sogar schon die Zweitimpfung erhalten.

Gute Nachrichten für Studierende

Die Hochschulen und Universitäten in Nordrhein-Westfalen können angesichts der positiven Entwicklung der Corona-Lage nun schrittweise in den Präsenzbetrieb zurückkehren. Es gibt natürlich Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, wie ein negativer Corona-Test und um den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, können die Hochschulen Personenhöchstzahlen für Veranstaltungen festlegen heißt es vom Wissenschaftsministerium. Spätestens mit dem Beginn des Wintersemesters könnte der Präsenzbetrieb aber wieder zur Regel werden.

Abruptes Urlaubsende für viele Briten 

Mitten im schönsten Portugal-Urlaub hat eine Entscheidung in der Heimat, tausende britische Touristen kalt erwischt. Ihre Feriendestination ist von der Regierung in London, nach nur drei Wochen wieder von der grünen Liste gestrichen worden. Länder auf der grünen Liste dürfen die Briten wieder bereisen, ohne bei der Rückkehr in Quarantäne zu müssen. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte bei sky-news, Portugal jetzt wieder von der Liste zu streichen habe er nicht gern getan, aber die Regierung sei absolut entschlossen, Großbritannien vor neuartigen Virus-Varianten aus Übersee zu schützen. Für die britischen Urlauber in Portugal hieß das am Wochenende Urlaub abbrechen, umbuchen und zurückfliegen bevor die Regelung heute in Kraft trat, und sie für zehn Tage hätten in Quarantäne gehen müssen.

Baywatch-Star wirbt für Impfung

Einen internationalen Promi bringt das Bundesgesundheitsministerium an den Start. David Hasselhoff, der ja in Deutschland immer noch ein Welt-Star ist, beteiligt sich an der Impf-Werbekampagne #Ärmelhoch. Die Geschichte geht so: der Impffluencer, bekannt für seine Hauptrollen in Baywatch, Knight Rider und dem Fall der Berliner Mauer hat lange nach der Freiheit gesucht und sie nun dank seiner Corona-Impfung gefunden. Muss der Knight Rider nur noch ein Problem lösen: KITT, besorg mehr Impfstoff!

Impfgipfel zwischen Bund und Ländern: Das Corona Update vom 27. Mai 2021

Beim Impfgipfel sprechen die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin in der Bund-Länder-Schalte das weitere Vorgehen beim Impfen. Es gibt viel zu besprechen.

Unter anderem die Lieferengpässe bei Biontech/Pfizer.  Laut Bundesgesundheits-Ministerium werden in den ersten beiden Juni Wochen weniger Dosen geliefert als zugesagt. Danach soll aber mehr Nachschub kommen. Und selbstverständlich auch das Impfen für Kinder und Jugendliche wird Thema sein.

Können Eltern bald ihre Kinder impfen lassen?

Wird es ein Impfangebot für Kinder- und Jugendliche geben? Die Ständige Impfkommission wird wohl erstmal keine generelle Impf-Empfehlung für Kinder aussprechen. Die Europäische Arzneimittelbehörde gibt vermutlich morgen ihre Entscheidung bekannt, ob sie den Biontech-Impfstoff für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren zulässt. Moderna würde auch nachziehen wollen. Wie werden sich also unsere Politiker entscheiden? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon bereits angekündigt, dass er Kindern und Jugendlichen auch ohne allgemeine Empfehlung der STIKO ein Impfangebot machen wolle. Niedersachsens Ministerpräsident Weil würde ebenfalls gerne allen Kindern ab 12 Jahren ein Impfangebot anbieten. Auch Berlins regierender Bürgermeister Müller ist für zeitnahe Impfungen.

Hausärzteverband NRW empfiehlt keine allgemeine Corona-Impfung von Kindern

Und die Mediziner? Der Hausärzteverband in Nordrhein-Westfalen lehnt eine allgemeine Corona-Impfung von Kindern ab. Da sprechen sie allerdings nicht für alle Ärzte. Kinderärztin Mehrsad Klemm spricht sich für Impfungen aus: „Wir wären sofort bereit und würden das auch organisatorisch hinbekommen. Denn wir glauben, dass der Ausweg nur darin besteht, dass wir die Jugendlichen und Kinder impfen.“ Auch der geplante digitale Impfnachweis, der noch vor den Sommerferien kommen soll und auch die Verteilung von Impfstoffen für die Bundesländer werden heute Themen in der Schalte sein.

USA untersuchen Ursprung der Corona-Pandemie

US-Präsident Joe Biden hat neue Geheimdienst-Untersuchungen zum Ursprung der Corona-Pandemie angeordnet. Die Nachrichtendienste sollen herausfinden, ob es sich doch um einen Laborunfall im chinesischen Wuhan handelt. Hatte Donald Trump also doch recht? Der ehemalige US-Präsident hatte das Corona-Virus immer wieder als China-Virus bezeichnet, weil es ja dort herstammen würden. Zudem auch der Wink mit dem Zaunpfahl, es könne durch Menschenhand entstanden sein. Auch der Top-Virologe der USA Anthony Fauci hatte die natürliche Herkunft des Virus hinterfragt. Laut Biden sollen wir in 90 Tagen schlauer seien.

Impf-Auffrischungen und Strafen für Impfpass-Fälscher: Das Corona Update vom 17. Mai 2021

Urlaub in Schleswig-Holstein wird wieder möglich, das nördlichste Bundesland lockert die Corona-Verbote. Und wird werden wohl im kommenden Jahr eine Auffrischung der Impfung gegen den Corona-Virus benötigen.

Nach Corona-Lockdown: Schleswig-Holstein öffnet für Touristen

Kurz vor den Pfingst-Ferien lockert Schleswig-Holstein die Corona-Verbote und macht ab heute wieder für Touristen auf. Nun kann man im nördlichsten Bundesland wieder übernachten. Zudem dürfen Restaurants auch die Innenräume öffnen. Allerdings muss man einen negativen Test vorlegen und sich als Tourist alle drei Tage testen lassen. In Baden-Württemberg haben einige Regionen bereits seit dem Wochenende wieder für Touristen geöffnet.

Großbritannien für Deutsche wieder Corona-Risikogebiet

Heute öffnet auch in Großbritannien die Innengastronomie. Auch Theater, Kinos, Hotels, Sportstätten und Museen werden geöffnet. Die Briten dürfen auch wieder verreisen. Die Bundesregierung hat Großbritannien trotzdem wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft. Grund ist die indische Virus-Variante, die sich dort ausbreitet. Sie soll bis zu 50 Prozent ansteckender sein als die ohnehin schon hoch ansteckende britische Mutation. Trotzdem gibt Gesundheitsminister Matt Hancock bei Skynews leise Entwarnung. Es gebe erste klinische Daten der Universität Oxford, so Hancock, dass die Impfstoffe auch gegen die indische Mutation wirkten, aber sie sei klar ansteckender und breite sich schnell aus, daher müsse man sehr wachsam sein.

NRW Justizminister spricht sich für harte Strafen für Impfpass-Fälscher aus

Wer einen Impfausweis fälscht, soll künftig härter bestraft werden. Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) will sich dafür einsetzen – und zwar beim Treffen mit seinen Kollegen aus den anderen Bundesländern im Juni. Die Kölner Polizei hat bereits eine eigene Ermittlungsgruppe gegründet, um Impfpass-Fälscher aufzuspüren. Bei einer Autokontrolle wurden nämlich mehrere gefälschte Blanko-Impfpässe gefunden. Angeblich ausgestellt von einem Kölner Arzt, der inzwischen Anzeige erstattet hat.

2022 werden wohl Auffrischungen der Corona-Impfung nötig

Die ersten Restaurants machen die Außenbereiche auf und das hat offensichtlich auch Einfluss auf die Impfbereitschaft. Die ist nämlich in den vergangenen fünf Monaten deutlich gestiegen. Fast drei Viertel der über 18-Jährigen wollen sich nach einer Yougov-Umfrage impfen lassen. Derweil zeichnet sich jetzt schon ab, dass im kommenden Jahr wohl eine Auffrischung der Corona-Impfung notwendig ist. Entweder weil der Impfschutz nachlässt oder sich neue Mutationen ausbreiten könnten. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach meinte dazu im ZDF:

„Die großen Impfhersteller arbeiten jetzt bereits an einer Veränderung ihrer Impfstoffe. Hier sind auch sogenannte polyvalente Impfstoffe in Vorbereitung. Also Impfstoffe, die gegen viele Varianten gleichzeitig schützen können“.

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, im ZDF

Lauterbach rechnet damit, dass man nach einer Impfung rund sechs Monate immun gegen den Corona-Virus ist.

Dritte Welle scheint gebrochen, Impffortschritt beeindruckend: Das Corona Update vom 7. Mai 2021

Wenn der oberste Virus-Wächter der Republik bei der Pressekonferenz so ein gutgelauntes „Guten Morgen“ flötet, dann gibt’s gute Nachrichten zu verkünden – pünktlich zum Wochenende. Denn die Infektions-Zahlen gehen weiter zurück, die 3. Welle scheint gebrochen, so RKI-Chef, Lothar Wieler: „Die gegenwärtige Entwicklung, mit einer sinkenden Inzidenz, einer zumindest leicht sinkenden Belegung mit Covid-19-Patienten und einer steigenden Durchimpfung, ist sehr positiv.“ Bald könne die Pandemie wohl kontrollierbar sein. Mit zunehmender Durchimpfung im Juni könnten weitere Lockerungen folgen, so Wieler. Deshalb warnt Gesundheitsminister Jens Spahn davor, kurz vor Schluss die Geduld zu verlieren: „Zu viele öffnen gerade ziemlich viel, bei relativ hoher Ausgangsindizenz. Das bringt ein Risiko mit sich.“ In der kommenden Woche vom 10. bis 15. Mai gibt es auch mehr Impfstoff für die Arztpraxen. Eine Million Astrazeneca-Dosen werden geliefert. Damit darf sich dann jeder Erwachsene in Absprache mit dem Hausarzt impfen lassen.

Geimpfte und Genesene dürfen jubeln – Lockerungen kommen

Bei einigen vollständig Geimpften und Genesenen dürften am Wochenende die Sektkorken knallen.  Der Bundesrat hat ihnen heute die Grundrechte wiedergegeben. Am Wochenende werden für diese Gruppe damit zum Beispiel Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Man kann dann also wieder längst vergessenen Tätigkeiten nachgehen. Auch die Testpflicht beim Einkaufen und für den Frisör fällt weg. Dennoch bittet NRW-Ministerpräsident Armin Laschet alle Geimpften, die Sektkorken möglichst leise knallen zu lassen. „Die, die geimpft wurden, sollten jetzt nicht in triumphalistischen Überschwang reagieren, sondern auch eine Geste des Respekts zeigen, über denen, die noch nicht geimpft werden konnten.“

Sommerurlaub 2021 darf gebucht werden

Der Sommer-Urlaub scheint in trockenen Tüchern. Das sagt zumindest der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung Thomas Bareiß im „ZDF“. „Fast jeder Deutsche kann im Juni einmal geimpft werden. Ich hoffe, dass im Juni viel passiert und der Sommerurlaub damit gesichert ist.“

Sommercamps für Schüler, erste Öffnungsschritte geplant: Das Corona Update vom 5. Mai

Drei mal Drei: Was war das nochmal? Ja, die Pandemie lässt gerade die kleinsten Schülerinnen und Schüler vieles vergessen, was sie eigentlich schon gelernt hatten. Gerade in Mathe, Deutsch und Fremdsprachen.

Darum hat die Bundesregierung jetzt ein Aufholprogramm beschlossen. In speziellen Sommercamps können die Schüler dann versäumtes Wissen aufholen – und das ist bitter nötig, sagt Bildungsministerin Karliczek: „Wir müssen davon ausgehen, dass 20 bis 25 Prozent deutliche Lernrückstände bedingt durch die Pandemie haben.“ Deswegen seien sie überzeugt, dass sie zusätzliche Unterstützung benötigen. Zudem bekommen bedürftige Familien 100 Euro pro Kind zum Beispiel für Sport-oder Freizeitaktivitäten.

Corona-Lage in Deutschland nicht mehr angespannt

Die Corona-Lage entspannt sich weiter. Gestern infizierten 4200 Menschen weniger als noch vor einer Woche. Schon am Wochenende sollen für Geimpfte und Genesene viele Lockerungen greifen. Viele Bundesländer wollen Gastronomie und Kultur in Regionen mit niedrigen Inzidenzen öffnen – Bundesgesundheitsminister Spahn sieht das im „ZDF“ mit Sorge: „Andere Länder auf der Welt haben gezeigt. Wer zu schnell öffnet, den kann das ganz schnell wieder einholen.“

Der digitale Impfpass soll indes bis zu den Sommerferien fertig sein soll – also rechtzeitig zur Reisesaison.

Will Smith macht eine Fitness-Doku

In dieser Woche hatte Hollywoodstar Will Smith mit einem Foto auf Instagram für Aufsehen gesorgt. Da hatte er doch glatt ein etwas unvorteilhaftes Portrait von sich gepostet. Zu sehen war nämlich eine veritable Corona-Plauze. Die soll jetzt weg. Und zwar mit einer Fitness-Doku auf Youtube. Er wolle wieder in die beste Form seines Lebens kommen, so der Schauspieler auf seinem Instagram-Account.

Biontech vor Zulassung von Impfstoff für Kinder: Das Corona Update vom 30. April 2021

Vom deutschen Impfmittel-Hersteller Biontech kommen gute Nachrichten. Biontech und sein US-Partner Pfizer haben bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA, die Zulassung ihres Corona-Vakzins für Kinder und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren beantragt.

In der Regel braucht die EMA wenige Wochen, um Zulassungsanträge für Corona-Impfstoffe zu prüfen. Was das heißt hat gestern schon Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gesagt: „Stand heute, wenn nichts Ungewöhnliches passiert: Spätestens in den Sommerferien werden wir die über 12-Jährigen dann impfen können, wenn die Zulassung da ist.“ Biontech und Pfizer hatten kürzlich mitgeteilt, dass eine klinische Studie des Impfstoffs in den USA habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent ergeben. Die Impfung sei von den 12- bis 15-jähirgen gut vertragen worden.

 Neue Regeln für Geimpfte?

Wie soll mit den Corona-Einschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene weiter verfahren werden? Das ist noch unklar und wird sicher noch einige Diskussionen verursachen. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hatte

einen Vorschlag für eine entsprechende Verordnung unterbreitet. Darin heißt es insbesondere Voll-Geimpfte und Genesene sollten von Beschränkungen für private Treffen und von nächtlichen Ausgangssperren ausgenommen werden. Bevor Bundestag und Bundesrat darüber befinden, wolle die Bundesregierung sich Anfang der Woche im Klaren darüber sein, wie sie zu diesem Verordnungsentwurf steht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

 „Wir wünschen uns einen schnellen Durchlauf durchs Parlament, deswegen wollen wir einen Entwurf einbringen, der so mit Bundestag und Bundesrat geeint ist, dass er mehrheitsfähig ist und ein schneller Durchlauf durchs Parlament möglich ist. Das ist der ehrgeizige Zeitplan, den wir haben.“

Bislang steht das Datum 28. Mai für eine Verabschiedung der Verordnung im Raum.

Oktoberfest vor dem aus?

Hoffentlich stimmt diese Meldung nicht, aber angeblich gibt es Überlegungen das Münchner Oktoberfest 2021 wegen Corona wieder ausfallen zu lassen. Und es kommt noch dicker. Angeblich will Dubai die Wiesn in die Wüste holen! In einem Land, in dem es verboten ist Alkohol zu trinken das weltgrößte Bierfestival abzufeiern, da plumpst dem Dromedar glatt der Höcker in die Datteln. Der Plan ist, so berichtet die Bild-Zeitung, das Dubaier Oktoberfest ab dem 7. Oktober in 32 Zelten für ein halbes Jahr stattfinden zu lassen. Oktoberfest in Dubai. Das ist so bescheuert als würde man eine Fußball-Weltmeisterschaft in, was weiß ich, zum Beispiel, in Katar austragen.

Spahn über die aktuelle Lage in Deutschland, USA impft Rekord: Das Corona Update vom 29. April 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besucht morgen ein Impfzentrum, deshalb wurde die wöchentliche Pressekonferenz von Freitag auf heute vorverlegt. Zunächst blicken wir aber in die USA.

USA impft einen Rekord – Deutschland impft nicht ganz so schnell

In den USA hat sich Präsident Joe Biden anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt selbst beschenkt mit einem Impfrekord. Nicht 100 Millionen, wie ursprünglich versprochen, nicht 200 Millionen, nein, 220 Millionen Corona-Impfungen sind in diesen 100 Tagen in den USA verabreicht worden, sagte Biden.

„220 million Covid-shots“

Joe Biden, US-Präsident

Währenddessen in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Chef des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler präsentieren nicht ganz so spektakuläre Zahlen aus Deutschland, aber immerhin:  “Mittlerweile sind es über 20 Millionen Menschen, die eine erste Impfung haben in Deutschland erhalten können gegen Covid-19 und die Zahl steigt weiter ständig.“

Biontech bald auch für Kinder ab zwölf Jahren?

Vom Impfmittel-Hersteller Biontech heißt es ein Corona-Impfstoffes für Kinder ab zwölf sei auf dem Weg, die Zulassung in der EU werde in Kürze beantragt. Eine gute Nachricht, auch für Jens Spahn: „Stand heute, wenn nichts Ungewöhnliches passiert: Spätestens in den Sommerferien werden wir die über 12-Jährigen dann impfen können, wenn die Zulassung da ist.“

Thema Freiheitsrechte für Voll-Geimpfte, dieser Punkt, so Spahn werde bis Ende Mai in einem Gesetzentwurf geregelt sein.

Intensivpfleger berichtet über Belastung

Zum Schluss soll Ricardo Lange zu Wort kommen. Er ist Intensivpfleger und war zur Pressekonferenz eingeladen, um seine Erfahrungen auf der Intensivstation zu schildern und das hat er eindrücklich getan. Wie sich das Sterben auf der Intensivstation unter Corona-Bedingungen verändert hat, wie anstrengend und wie psychisch belastend es ist die Toten in schwarze Leichensäcke zu packen:

„Wir legen sie dort hinein und ziehen den Reißverschluss zu. Und glauben sie mir, wenn ich ihnen sage, das macht was mit einem.“

Ricardo Lange, Intensivpfleger

Und Ricardo Lange hat ein Anliegen: „Als Intensivkrankenpfleger (…) ich sehe natürlich nur die schweren Verläufe…das bedeutet natürlich nicht, dass jeder in der Bevölkerung da draußen, einen schweren Covid-Verlauf erleiden wird, oder an dieser Erkrankung versterben wird. Aber, (…) jeder der nicht auf einer Intensivstation arbeitet, jeder der nicht im privaten Umfeld davon betroffen ist, sieht die leichten Verläufe, oder sieht vielleicht nur Menschen die gar nicht an Covid erkranken. Und das wiederum heißt nicht, dass es diese schweren Verläufe nicht gibt!“

Impfpriorisierung wird spätestens Juni aufgehoben: Das Corona Update vom 26. April SONDERAUSGABE

Eine gute, vielleicht sogar die beste Nachricht dieses Impfgipfels: es ging flott, und ohne große Zerwürfnisse. Die Bundeskanzlerin ist zufrieden. „Es war eine gute, konstruktive Diskussion für die ich mich sehr bedanke“, sagte sie im Anschluss an den Gipfel auf der Pressekonferenz. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ging noch weiter. „Heute ging es eigentlich um Freiheit und Freiheiten. Insofern war das heute eine Hoffnungs-MPK“, so Söder.

Es geht vorwärts beim Impfen – Priorisierung wird spätestens Juni aufgehoben

MPK der Hoffnung also, keine MPK der Beschlüsse wohlgemerkt. Worauf können wir also hoffen? Nun, dass es vorwärts geht beim Impfen. Und zwar in so großen Schritten, dass immerhin schon ein Ende der Priorisierung in Sicht ist. Spätestens im Juni, sagt Angela Merkel. Sie gab aber zu bedenken: „Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann. Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühe.“

Keine Einigungen über Lockerungen für Geimpfte und Genesene

Das war dann auch schon so ziemlich das konkreteste Ergebnis dieser Sitzung. Die umstrittenste Frage nämlich, die wie es mit den Grundrechten für Geimpfte und auch Genesene vom Coronavirus aussieht, wurde vertagt. Das Robert Koch Institut hatte festgestellt, von Menschen, die bereits beide Impfungen erhalten haben, geht 14 Tage nach der zweiten Impfung keine relevante Infektionsgefahr mehr aus. Dieser wissenschaftlichen Erkenntnis müsse Rechnung getragen werden, sagte Markus Söder: „Am Ende ist es für mich ganz klar, da muss es dann eben mehr Möglichkeiten für diejenigen die geimpft sind. Es ist doch völlig absurd, dass jemand der geimpft ist den gleichen Test vorlegen muss, wie jemand der nicht geimpft ist.“

Ein geordnetes Verfahren ist notwendig, um zu verhindern, dass sich im Laufe der Impfkampagne Gräben zwischen Geimpften und Noch-Nicht-Geimpften auftun. Wahrscheinlich im Mai soll eine entsprechende Verordnung von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden, die das klären soll. Auf verbindliche Aussagen was mit dem Pfingst- oder Sommerurlaub ist, ließ sich die Kanzlerin nicht festnageln. „Wann wir jetzt wieder darüber nachdenken können, Hotels öffenn zu können, das wissen wir jetzt noch nicht“, erläuterte Merkel.

Zusage von Merkel zum Impfangebot für Alle

Immerhin bleibt Angela Merkel bei ihrer Zusage, bis Ende des Sommers werde jeder Deutsche ein Impfangebot erhalten. Die Kanzlerin erklärte: „Von der Zahl der uns zugesagten Impfstoffe, können wir bis Ende des Sommers jedem ein Impfangebot machen.“

Impfen kommt ins Rollen und Probleme mit Vektorimpfstoffen: Das Corona Update vom 14. April 2021

Die Hersteller Biontech und Pfizer wollen bis Ende Juni zusätzlich 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an Deutschland und die übrigen EU-Staaten liefern. Dies teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit. Währenddessen will Dänemark offensichtlich vollständig auf den Impfstoff von Astrazeneca verzichten. Grund sind die Sicherheitsbedenken wegen der möglichen Nebenwirkungen des Impfstoffs.

Impfen läuft immer besser

Die Impfkampagne in Deutschland nimmt allmählich an Fahrt auf. Laut dem Impfmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben am Dienstag mehr als 530.000 Menschen in Deutschland eine Impfdosis erhalten. Mittlerweile sind insgesamt 14 Millionen Menschen mindestens ein Mal, und gut 5,2 Millionen Menschen zwei Mal geimpft worden.

Probleme mit Vektorimpfstoffen

Die seltenen schweren Nebenwirkungen nach der Impfung mit den Präparaten von Astrazeneca und Johnson & Johnson hängen deutschen Experten zufolge möglicherweise mit dem speziellen Typ dieser Impfstoffe zusammen. Beide sind sogenannte Vektorimpfstoffe. Dabei wird ein an sich harmloses Adenovirus als sogenannter Vektor genutzt, um Erbinformationen des Coronavirus in den Körper zu schleusen.

Beide Impfstoffe stehen im Verdacht in seltenen Fällen Sinusvenenthrombosen, also Blutgerinnsel im Gehirn auszulösen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt den Impfstoff von Astrazeneca dennoch weiter, der von Johnson & Johnson wird geprüft. Die Auslieferung der bestellten Dosen in Europa ist erst einmal gestoppt.

 Klarheit gibt es jetzt dagegen für die mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren, die in Deutschland bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben: Sie sollen bei der notwendigen Zweitimpfung auf einen mRNA-Impfstoff, von Biontech/Pfizer oder Moderna umsteigen können.

Die EU-Kommission will bei den nächsten Bestellungen für Corona-Impfstoffe vor allem auf die mRNA-Technologie setzen. Ein weiterer Impfstoff dieser Art könnte im Sommer zugelassen werden, der von Curevac.

Aus Brüssel heißt es aber, dies bedeute nicht, dass Hersteller wie Astrazeneca und Johnson & Johnson bei künftigen Verträgen bereits aus dem Rennen seien oder deren Verträge nicht verlängert würden.

Schottischer Impferfolg

Die schottische Insel Fair Isle ist vermutlich der abgelegenste Flecken Erde des Vereinigten Königreichs, bekannt für Strickpullis, Seevögel und jetzt auch dafür, einer der Corona-sichersten Plätze des Landes zu sein, freut sich John Best einer der Bewohner von Fair Isle in der BBC: „It’s probably one oft the safest places in the country, really.“

Was die Insel so sicher macht ist die Tatsache, dass alle Insulaner ihre zweite Dosis Astrazeneca verabreicht bekommen, das heißt die gesamte Bevölkerung von Fair Isle ist vollständig geimpft, alle 48 Frauen und Männer. Jetzt können sie ihren Schafen was von Herdenimmunität erzählen.

Gibt es bald Sputnik V für Deutschland? – Das Corona Update vom 08. April 2021

Der russische Impfstoff Sputnik V ist mittlerweile in 56 Ländern zugelassen, in der EU aber noch nicht. Die Bayern haben trotzdem schon mal eine Bestellung aufgegeben. Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, wenn alles passt werde eine Firma in Bayern den russischen Impfstoff produzieren. „Sollte Sputnik zugelassen werden in Europa, dann wird der Freistaat Bayern mit dieser Firma und über diese Firma, die in Bayern Illertissen tätig ist, zusätzliche Impfdosen, ich glaube es sind 2,5 Millionen Impfdosen, wohl im Juni dann erhalten“, erklärt Söder.

Auch Bundesgesundheitsminister Spahn für Einführung von Sputnik V

Auch Mecklenburg-Vorpommern hat sich noch vor der möglichen EU-Zulassung eine Option auf eine Million Dosen gesichert. Und auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angebissen. Es würden Gespräche mit Russland über eventuelle Sputnik-Lieferungen geführt. Spahn fordert aber von Russland weitere Daten für eine EU-weite Zulassung. Ohne die könne der Impfstoff in Deutschland nicht verwendet werden. Außerdem pocht Spahn auf verbindliche Aussagen über Liefermengen und -zeiten. Nach einer Anfang Februar in der britischen Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlichten Studie hat Sputnik V eine Wirksamkeit von 90 Prozent, ähnlich wie die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

Stiko-Vorsitzender optimistisch

Der Vorsitzende der Stiko, der Ständigen Impfkommission Thomas Mertens, sagte im ZDF das was er an Daten bezüglich Sputnik kenne, sehe sehr gut aus, denn, „wenn der Impfstoff geprüft und zugelassen wird, hätte ich persönlich auch nichts gegen den Einsatz des Impfstoffes einzuwenden.“ Dem russischen Impfstoff hat bislang keiner so recht über den Weg getraut. Das liegt auch daran, dass er so verdammt schnell fertig war – schon im August des vergangenen Jahres.