Biergärten vor der Öffnung: Das Corona Update vom 20. Mai 2021

Das Pfingstwochenende steht vor der Tür. In Nordrhein-Westfalen machen sich viele Wirte bereit für eine Öffnung der Außengastronomie. Und: In Deutschland wird über eine Corona-Impfpflicht für Kinder diskutiert.

Viele Öffnungen zu Pfingsten in NRW erwartet

Vielleicht war es ja dieses Mal rechtzeitig. Die EU hat bei Biontech / Pfizer groß eingekauft. 1,8 Milliarden Impfstoff-Dosen. Darin enthalten sind Dosen für Kinder und Auffrischungsimpfungen für Erwachsene. Während dessen kärchern viele Gastronomen in Nordrhein-Westfalen schonmal ihre Terrassen. Denn zum Start des Pfingstwochenendes können in gut der Hälfte der Regionen NRWs die Außengastronomie sowie Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze unter Auflagen öffnen. Münster könnte am Freitag sogar die erste Stadt sein, in der die Innengastronomie öffnen darf. Die Inzidenz liegt in Münster unter 50.

Open Air-Veranstaltungen in NRW für den Spätsommer erwartet

Stehen wir im Spätsommer wieder in den Innenstädten vor Open Air-Bühnen – im Idealfall mit einem Bier in der Hand? Könnte sein. Denn NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kann sich dann erste regionale Volksfeste unter freiem Himmel vorstellen. Allerdings müssten sich die Infektionszahlen weiter so gut entwickeln und es muss nach Laumanns Vorstellungen ein Hygiene-Konzept und Kapazitätsgrenzen geben.

Diskussion um Corona-Impfpflicht für Kinder

Noch gibt es ja keinen Impfstoff für Kinder. Aber dafür eine Diskussion um eine mögliche Impfpflicht – wie etwa bei Masern. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht ist aber dagegen. Sie setzt darauf, dass sich Kinder freiwillig impfen lassen. Außerdem sei die Corona-Infektion nicht vergleichbar mit Masern, so Lambrecht

Britische Regierung prüft dritte Impfung zum Schutz vor Corona-Mutationen

Die indische Virus-Mutation breitet sich in Großbritannien weiter aus. Bislang gibt es 3.000 bestätigte Fälle. Das sind fast 30 Prozent mehr als noch zu Beginn der Woche. Nach ersten Beobachtungen wirken die Impfstoffe nur eingeschränkt gegen die indische Variante – sie würden aber auch nicht vollständig versagen, so die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Uniklinik Frankfurt. In Großbritannien fällt auf, dass besonders Ungeimpfte gefährdet sind, sagt Gesundheitsminister Hancock. Fast 90 Prozent der Krankenhauspatienten hätten keine zweite Impfung. Das zeige, wie wichtig die doppelte Impfung ist. Die britische Regierung will jetzt mit einer Studie untersuchen, wie effektiv sogar eine dritte Auffrischungs-Impfung im Kampf gegen Mutationen sein kann.

Impfgipfel und #allesdichtmachen: Das Corona Update vom 26. April 2021

Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel treffen sich zum Impfgipfel. Zum ersten Mal seit der vermurksten Osterruhe vor einem Monat. Thema sollen mehr Freiheiten für Geimpfte und die Freigabe der Impfpriorisierung sein.

Mehr Freiheiten für Geimpfte?

In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut inzwischen mehr als 25 Millionen Impfungen verabreicht, das heißt mehr als 23 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Ob nun Doppelt-Geimpfte früher ihre Grundrechte zurückerhalten sollten als Ungeimpfte, das ist eine Frage mit der sich die Ministerpräsidenten-Konferenz befassen wird. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel sind laut Bild-Zeitung vollständig Geimpfte nicht mit Getesteten gleichzusetzen, weil die Sicherheit der Impfung viel robuster sei als die Sicherheit von Tests.

In Sachen Impfpriorisierung ist der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dafür jetzt jüngere Menschen vielleicht vorzuziehen. Im Fernsehsender Phoenix erklärte Reinhardt, das könnte eine vernünftige Strategie sein, weil die Jungen in der Regel zwar nicht so schwer erkranken, sie aber natürlich viel unterwegs sind. Unter anderem wird von ihnen erwartet, dass sie in die Schulen und in die Kitas gehen.

Wäre schön, wenn dieser Impfgipfel mal etwas zügig entscheiden und eindeutig regeln würde.

#allesdichtmachen ging völlig daneben

Kommen wir nochmal auf die völlig vergeigte Satire-Aktion #allesdichtmachen der deutschen Schauspielelite zu sprechen. Die hat schmerzlich erfahren müssen, dass bei unsachgemäßer Handhabung, mit Ironie nicht zu spaßen ist. Die Notärztin Carola Holzner von der Uni-Klinik Essen, im Internet als Doc Caro bekannt, hat auf Instagram mit einem Video reagiert. An die Schauspieler gerichtet sagt sie: „Sie haben eine Grenze überschritten, und zwar eine Schmerzgrenze. Das sage ich jetzt für alle, die tagtäglich seit über einem Jahr in diesem Gesundheitssystem stehen, handeln, helfen, immer wieder aufstehen und immer noch da sind.“ Holzner hat ihrerseits den Hashtag #allemalneschichtmachen ins Leben gerufen.

Holzner dazu: „Ich lade sie herzlich ein unter dem #allemalneschichtmachen sowohl im Rettungsdienst 24 Stunden, als auch im Wechseldienst, in Notaufnahmen, Intensivstationen, Krankenhäusern, Impfzentren, Arztpraxen, was auch immer, mitzuarbeiten und sich danach noch mal für eine Kampagne zusammenzutun, ohne Sarkasmus und ohne Ironie.“ Wir glauben, dass das ihr voller Ernst ist, ganz ohne Ironie.

Corona Update – Der Podcast: 12. Januar 2021