Laumann offen für Ende der Maskenpflicht draußen – Das Corona Update vom 15. Juni 2021

Draußen Ja  – drinnen Nein. Das ist die Linie, die sich bei der Debatte über den Wegfall des Maskenpflicht abzeichnet. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagt: Bei den derzeit sinkenden Infektionszahlen könne er es sich vorstellen, die Maskenpflicht in bestimmten Außenbereichen zur Debatte zu stellen. Und Laumann schränkt direkt ein: es gebe Bereiche, in denen man weiterhin an der Maskenpflicht festhalten sollte, zum Beispiel bei größeren Menschenansammlungen, wie etwa Warteschlangen.

Drinnen aber werden wir es wohl noch länger mit Masken zu tun haben: Gernot Marx, der Chef der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, sagt in der Rheinischen Post: Damit auch drinnen die Maskenpflicht wegfällt, brauche man eine Impfquote von 70 Prozent. Im Moment stünden wir bei 26 Prozent. Das hat auch Folgen für die Schülerinnen und Schüler, die wohl noch länger mit Maske im Unterricht sitzen werden: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist dafür. Denn: Viele Klassenräume ließen sich gar nicht richtig lüften. 

Epidemische Lage wird in NRW beendet

Der nordrhein-westfälische Landtag wird die „epidemische Lage von landesweiter Tragweite“ nicht noch einmal verlängern. Das war eigentlich diese Woche geplant. Darauf haben sich die Regierungsfraktionen von CDU und FDP geeinigt. Damit entfallen ab dem 19. Juni schon besondere Befugnisse für die Landesregierung. Die durfte bisher zum Beispiel medizinisches Material einfach beschlagnahmen.

Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich insgesamt weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert-Koch-institut bundesweit bei 15,5. Bei uns in NRW liegt die die Sieben-Tage-Inzidenz bei 16,9. Inzwischen liegen alle kreisfreien Städte und Kreise in NRW jetzt unter der Schwelle von 35. Hagen hat mit 33,9 den höchsten Wert. Den niedrigsten Wert hat der Kreis Herford mit 5,6. 

Biontech und Astrazeneca gegen Delta-Variante wirksam

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer und Astrazeneca wirkt auch gegen die Delta-Variante. Das ist bei einer britischen Datenanalyse herausgekommen. Wer zwei Impfdosen erhalten hatte, war sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen geschützt , das haben die britischen Gesundheitsbehörden mitgeteilt. 

EM startet – Lauterbach hält Public Viewing für möglich: Das Corona Update vom 11. Juni

Am 11. Juni startet die Fußball EM und wahrscheinlich haben auch andere Teams mal eine Chance gegen die Tiki-Taka-Künstler aus Spanien. Denn einige Kicker des spanischen EM-Teams wurden heute kurz vor dem Start noch schnell durchgeimpft. Grund waren zwei Corona-Fälle im Team. Die Spanier hoffen, dass durch die Impfung weitere Fälle verhindert werden können, und sie hoffen wohl auch darauf, dass es keine heftigen Nebenwirkungen bei Spielern gibt.

Es startet auch eine weitere Großveranstaltung: der G7-Gipfel im englischen Cornwall. Ebenfalls ist unter den Beteiligten auch die Aufregung groß – denn im Hotel von Merkels Sicherheitsleuten hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Einer von Merkels Security-Leuten ist in Quarantäne. Die Kanzlerin wird trotzdem am Gipfel teilnehmen. Sie ist ja geimpft.

Lauterbach: Public Viewing möglich – Warnung vor vierter Welle bleibt aber

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hält doch tatsächlich Public Viewing Veranstaltungen während der Fußball-EM für möglich – für Geimpfte, Getestete und Genesene. Und wenn er das sagt, dann muss das Infektionsrisiko quasi unter 0% liegen. Er plädiere dafür, dass während der EM die Außengastronomie länger geöffnet bleiben sollte, damit sich die Menschen auch weiter draußen aufhalten.

Trotz alledem hält es Lauterbach weiterhin für plausibel, über eine vierte Welle im Herbst zu sprechen: „Wir sind in einer Situation, wo wir in Innenräumen Probleme bekommen können. Wenn die indische Variante kommt und davon gehe ich aus, bedeutet das, dass sich Ungeimpfte damit infizieren könnten – auch Kinder“, so Lauterbach gegenüber ntv.

Digitaler Impfnachweis ab Montag

Der neue digitale Impfnachweis startet ab Montag – dann kann man seinen analogen Impfnachweis digitalisieren lassen und hat ihn dann griffbereit in einer App auf dem Smartphone. Allerdings braucht man in NRW wohl wieder einmal Geduld. Die Praxen und Impfzentren werden noch keine elektronischen Impfzertifikate ausstellen können, so die Kassenärztlichen Vereinigungen. Damit bleibt am Anfang für vollständig Geimpfte nur der Weg über die Apotheken zum digitalen Impfnachweis. Einige von ihnen wollen bereits am Montag mit diesem Service starten.

Impfpriorisierung aufgehoben, Impfstoff bleibt knapp: Das Corona Update vom 7. Juni 2021

Die gute Nachricht – seit heute gibt es keine Impfpriorisierung mehr. Jeder der will, kann sich ab sofort gegen Corona impfen lassen, unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen oder Systemrelevanz. Auch für Kinder ab zwölf Jahren können nun Impftermine vereinbart werden. Die schlechte Nachricht – es gibt nach wie vor keinen Impfstoff. Das ist wie Freibier für alle rufen, wenn die Fässer leer sind. Trotzdem theoretisch kann jetzt jeder bei Impfzentren, Ärzten und Betriebsärzten einen Impftermin vereinbaren. Vom Bundesgesundheitsministerium kommt die Schätzung, bis Mitte Juli würden 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland geimpft sein.

Spahns Maskenaffäre bringt Bundesgesundheitsminister in Erklärungsnot

Wie schnell doch aus einer, auf den ersten Blick noblen Geste, ein Skandal werden kann – an Obdachlose und Menschen mit Behinderung Masken zu verteilen das ist ein anständiger Zug denkt man. Wenn sich dann aber herausstellt, dass es sich dabei um minderwertige Masken handelt, entsteht der Eindruck hier könnte ein Fehleinkauf von unzertifizierten Masken an arglose Bedürftige verramscht worden sein, Das wäre dann mindestens schäbig. Jedenfalls ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mal wieder in Erklärungsnot geraten. Aber erklären kann er ja immer ganz gut: „Sie sind sicher. Sie haben keine EU-Zertifizierung aber sie sind beim Infektionsschutz sicher und das ist das Entscheidende um das es geht.“

Die Masken seien also völlig in Ordnung gewesen, und im übrigen sei die Verteilaktion gar nicht auf seinem Mist gewachsen sagte Spahn. „Es war übrigens eine Idee des Arbeitsministeriums selbst, in einem Sonderkontingent an Obdachlose und Eingliederungshilfe Masken zu verteilen“, so der Gesundheitsminister.

Testbetrug? Zahlen an durchgeführten Tests deutlich gesunken

Noch was aus der Kategorie „Na, guck mal einer an“: Seit gegen einen Testcenter-Betreiber wegen möglichen Betrugs bei der Abrechnung von Corona-Tests ermittelt wird, sind die gemeldeten Zahlen an Tests „deutlich eingebrochen“. Das steht in einem Bericht des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums an den Landtag. Die Schlussfolgerung des Ministeriums-Berichts: „Dies deutet durchaus auf ein tatsächlich illegales Vorgehen hin“. Entweder das, oder es handelt sich um einen echt witzigen Zufall. Vor rund einer Woche haben Reporter aufgedeckt, dass in manchen Testzentren wesentlich mehr Tests abgerechnet wurden als Kunden da waren. Zwei Firmenverantwortliche sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Kinder sollen von Lockerungen profitieren – Schummelei bei Schnelltests: Das Corona Update vom 28. Mai 2021

Kriegen Kinder und Jugendliche einen unbeschwerten Sommer mit Urlauben und Schwimmbadbesuchen? Wenn es nach der neuen Bundesfamilienministern Christine Lambrecht gehe, dann sollten Kinder und Jugendliche auch von allen Lockerungen profitieren. Allerdings unabhängig von einer Corona-Impfung. Wie wir auch mittlerweile wissen, ist ja ohnehin nicht mehr vorgesehen, dass die Länder vom Bund zusätzliche Impfdosen für Kinder und Jugendliche erhalten sollen. Also macht sich Skepsis breit.

So zum Beispiel beim Deutschen Lehrerverband. Der Vorsitzende Meidinger zweifelt beim „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, ob die neusten Beschlüsse positive Auswirkungen auf den Schulbetrieb im nächsten Schuljahr hätten. Hier bei uns in NRW soll es auch laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann keine Corona-Impfungen in Schulen geben. Man müsse die Empfehlung der Ständigen Impfkommission erst einmal abwarten und es soll kein Druck auf Eltern ausgeübt werden.

Ungewöhnliche Methode für Klassenunterricht

Da ab dem 31. Mai in NRW wieder Präsenzunterricht bei einer Inzidenz unter 100 gilt, könnte man ja nochmal überlegen, ob man die Klassenräume bis dahin optimieren mag. Wie wäre es denn mit Unterricht im Festzelt? Im niederbayrischen Deggendorf haben zwei Schulen ihre Schüler dahin geschickt, wo sonst die Maßkrüge fliegen. Kam bei Schule und Schülern gut an – schließlich hatten sie mehr Freiräume um Abstände halten zu können. Ob allerdings auf der Schulbank getanzt wurde, wissen wir nicht.

MediCan-Schnelltestzentrenten unter Betrugsverdacht

Erst gefälschte Impfpässe, jetzt Betrug in Schnelltestzentren. Offenbar wird deren Arbeit nur selten kontrolliert. Denn nach Medienberichten des Westdeutschen- und Norddeutschen Rundfunks und der „Süddeutschen Zeitung“ müssen die Betreiber nur mitteilen, wie viele Personen sie getestet haben – dann kann ohne jeden Beleg abgerechnet werden. 18 Euro können pro Test in Rechnung gestellt werden. Journalisten haben mehrere Testzentren in Nordrhein-Westfalen überprüft und Besucherdaten mit der Datenbank des Landes abgeglichen. Demnach wurden deutlich mehr Menschen gemeldet als getestet.

Links

Betrugsverdacht bei MediCan-Schnelltestzentren

Lockerungen in NRW ab 28. Mai

Unterricht in Bayern in einem Festzelt

Corona Update – Der Podcast: 30. Dezember 2020

Corona Update – Der Podcast: 29. Dezember 2020

Corona Update – Der Podcast: 28. Dezember 2020

Corona Update – Der Podcast: 23. Dezember 2020