Sommercamps für Schüler, erste Öffnungsschritte geplant: Das Corona Update vom 5. Mai

Drei mal Drei: Was war das nochmal? Ja, die Pandemie lässt gerade die kleinsten Schülerinnen und Schüler vieles vergessen, was sie eigentlich schon gelernt hatten. Gerade in Mathe, Deutsch und Fremdsprachen.

Darum hat die Bundesregierung jetzt ein Aufholprogramm beschlossen. In speziellen Sommercamps können die Schüler dann versäumtes Wissen aufholen – und das ist bitter nötig, sagt Bildungsministerin Karliczek: „Wir müssen davon ausgehen, dass 20 bis 25 Prozent deutliche Lernrückstände bedingt durch die Pandemie haben.“ Deswegen seien sie überzeugt, dass sie zusätzliche Unterstützung benötigen. Zudem bekommen bedürftige Familien 100 Euro pro Kind zum Beispiel für Sport-oder Freizeitaktivitäten.

Corona-Lage in Deutschland nicht mehr angespannt

Die Corona-Lage entspannt sich weiter. Gestern infizierten 4200 Menschen weniger als noch vor einer Woche. Schon am Wochenende sollen für Geimpfte und Genesene viele Lockerungen greifen. Viele Bundesländer wollen Gastronomie und Kultur in Regionen mit niedrigen Inzidenzen öffnen – Bundesgesundheitsminister Spahn sieht das im „ZDF“ mit Sorge: „Andere Länder auf der Welt haben gezeigt. Wer zu schnell öffnet, den kann das ganz schnell wieder einholen.“

Der digitale Impfpass soll indes bis zu den Sommerferien fertig sein soll – also rechtzeitig zur Reisesaison.

Will Smith macht eine Fitness-Doku

In dieser Woche hatte Hollywoodstar Will Smith mit einem Foto auf Instagram für Aufsehen gesorgt. Da hatte er doch glatt ein etwas unvorteilhaftes Portrait von sich gepostet. Zu sehen war nämlich eine veritable Corona-Plauze. Die soll jetzt weg. Und zwar mit einer Fitness-Doku auf Youtube. Er wolle wieder in die beste Form seines Lebens kommen, so der Schauspieler auf seinem Instagram-Account.

Urlaub an Pfingsten, Geimpfte und Genesene dürfen hoffen: Das Corona Update vom 4. Mai 2021

Schon am kommenden Wochenende sollen doppelt Geimpfte und Genesene ihre Grundrechte zurückbekommen. Die Bundesregierung hat das heute beschlossen, jetzt müssen nur noch Bundestag-und Rat zustimmen. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) ist sich sicher, dass das bis Samstag klappt. „Es wird in Zukunft so sein, dass Geimpfte und Genesene bald keine Einschränkungen mehr bei Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen mehr haben werden“, so Lambrecht. Friseurbesuche müssen nicht mehr mit negativem Test attestiert werden.

Bayern und Niedersachsen öffnen – mit der Gastronomie

Die neuen Zahlen für Dienstag (4. Mai) sind Zahlen der Hoffnung. Nur noch 7.534 Neuinfektionen in Deutschland. Das sind rund 3.400 weniger als vor einer Woche. Die Inzidenz ist  von 167 auf 141 gesunken. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will darum jetzt sogar Pfingsturlaub in Bayern möglich machen. Und zwar überall da, wo die Inzidenz unter 100 liegt. „Es soll die Möglichkeit geschaffen, rechtzeitig vor den Pfingstferien, Öffnungen in Hotels, Ferien- oder Campinganlagen zu haben.“

Auch bei der Öffnung der Außengastronomie prescht Bayern vor. In Regionen mit einer Inzidenz unter 100 darf sie ab Montag unter Auflagen wieder öffnen. Auch in Niedersachen gibt es ab kommendem Wochenende ähnliche Lockerungen im Handel und in der Außengastronomie.

Die sogenannten Lollipoptests kommen

Ab kommenden Montag gibt es zwei Mal pro Woche an den Grund- und Förderschulen in NRW den sogenannten Lollitest. Er ist genauer als die Schnelltests, weil die Proben im Labor untersucht werden. Getestet wird die ganze Klasse als ein Pool. Schüler aus einem positiv-getesteten Pool müssen in Quarantäne und dürfen nur mit negativem PCR-Test zurück in die Schule. Durch den neuen Lollitest ändert sich auch der Wechselunterricht. Die Grundschüler sollen täglich zwischen Homeschooling und Schule wechseln.

Spahn für einheitlichen Lockdown, vorerst keine MPK – Das Corona Update vom 08. April 2021

Mehr als 25 000 Neuinfektionen, Bundesgesundheitsminister wirkt Jens Spahn besorgt. „Das sind, um es ganz deutlich zu sagen, zu viele.“ So könne es nicht weitergehen. „Es braucht einen Lockdown um die aktuelle Welle zu brechen, und dauerhaft und stabil unter 100, deutlich unter 100 idealerweise bei der Inzidenz zu kommen.“ Es bräuchte also Maßnahmen und eigentlich sei die Bund-Länder-Runde hierfür das richtige Format. „Aber wenn manche schon die Einschätzung der Lage nicht teilen, dann wird es natürlich schwierig“, zeigte sich Spahn enttäuscht.

Spahn fordert: „Parteienstreit herunterfahren“

Und weil es eben so aussieht, als kämpfe der eine oder andere Politiker eher gegen den Lockdown als gegen das Coronavirus mahnt der Gesundheitsminister: „Ich empfehle uns allen, den Parteienstreit – Wahljahr hin oder her – herunterzufahren und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Bekämpfung der Pandemie.“ Ein bundesweiter, einheitlicher Lockdown wird erst mal nicht beschlossen werden. Da hilft nur an die Vernunft und die Geduld der Bevölkerung zu appellieren, weiter eigenverantwortlich Kontakte zu vermeiden wo es geht, ob im privaten, schulischen oder beruflichen Alltag.

Überhaupt keine Ministerpräsidentenkonferenz nächste Woche

Nicht nur die für Montag geplante Bund-Länder-Runde ist abgesagt worden, es wird in der kommenden Woche überhaupt keine Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin geben. Stattdessen will die Bundesregierung im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz verschärfen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer versicherte aber, das bedeute nicht, dass es überhaupt keine Bund-Länder-Runden mehr gebe. „Diese Einigung auf eine Änderung im Infektionsschutzgesetz ist in gutem Einvernehmen zwischen Bunde und Ländern gelaufen, sonst wäre eine solcher Änderung ja gar nicht möglich“, so Demmer. Ziel sei es, eine bundesweit einheitliche Notbremsen-Regelung zu schaffen – für Kreise ab einer Inzidenz von 100.

Notbremse, Schulstreit und Betrug: Das Corona Update vom 18. März 2021

Ist das noch Corona? Oder schon Wahlkampf. Einige vor allem SPD-geführte Kommunen wollen partout die Schulen vor Ostern schließen – weil es so viele Infektionen gibt. Das Land wittert Wahlkampf und wiegelt ab. Und: Der nächste Bund-Länder-Gipfel wirft seine Schatten voraus.

Söder fordert Einhalten der Corona-Notbremse  

Am Montag beraten die Ministerpräsidenten gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie es mit den Corona-Verboten weitergeht. Und wenn man Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder so hört, dann können wir das Thema Lockerungen wohl vergessen. Alle Bundesländer sollten sich gefälligst an die vereinbarte Notbremse bei einer 100er Inzidenz halten, fordert Söder: „Wir brauchen eine harte Notbremse, damit wir überhaupt richtig agieren können. Und im Moment stehen wir auf einem Sprungbrett zur nächsten Stufe einer exponentiellen Entwicklung. Deswegen muss och einmal alles auf dem Prüfstand stehen. Ich kann mir jetzt weitere große Öffnungen nicht vorstellen“. Söder ist außerdem dafür, Astrazeneca-Exporte aus der EU in andere Länder zu stoppen, besonders in die Länder, die selbst herstellen und nicht in die EU exportieren

Immer mehr Kommunen in NRW fordern Schulschließungen vor den Oster-Ferien

Auch in Nordrhein-Westfalen steigen die Infektionen weiter stark an. Die landesweite Inzidenz liegt bei 92,1 – also kurz vor der 100er Marke für die vereinbarte Notbremse, wo Schluss ist mit Lockerungen. Und jetzt bahnt sich auch noch Streit an zwischen einzelnen Kommunen und der Landesregierung. Die Stadt Dortmund nimmt heute bei der Landesregierung einen neuen Anlauf mit dem Ziel, ab Montag die Schulen wieder zu schließen. In Dortmund hätte sich der Anteil der Infizierten unter 20 Jahre verdreifacht, so Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal: „Wir haben die Situation, dass die britische Variante des Virus das Ruder des Infektionsgeschehens in Deutschland übernimmt“. Nach Duisburg und Dortmund fordert jetzt auch Wuppertal Schulschließungen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung ist aber weiter dagegen. Erst müssten andere Maßnahmen getroffen werden, und in jedem Fall muss das Land zustimmen, heißt es in einem Erlass. Auch dem geplanten Kita-Notbetrieb in Duisburg erteilte NRW-Familienminister Joachim Stamp heute eine Absage.

NRW: Razzia gegen mutmaßliche Coronahilfen-Betrüger

In NRW gab es heute eine Razzia wegen eines mutmaßlich großangelegten Betrugs mit Corona-Soforthilfen. Die Polizei hat 58 Wohnungen und Firmen in mehreren nordrhein-westfälischen Städten und in Berlin durchsucht. Ein per Haftbefehl gesuchter 52 Jahre alter Verdächtiger aus Grevenbroich wurde festgenommen. Die insgesamt rund 30 Verdächtigen sollen Corona-Soforthilfen im Gesamtumfang von 450.000 Euro zu Unrecht beantragt zu haben. Ausgezahlt wurden bereits 170.000 Euro.

Studie: Unter 65-Jährige nach Infektion weitgehend vor Corona geschützt

Wer Corona-infiziert war, ist in den Folgemonaten vor einer weiteren Infektion weitgehend geschützt. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Studie aus Dänemark – allerdings gibt es ein großes „Aber“. Denn bei Menschen über 65 kommt es häufiger zu Neuinfektionen als bei Jüngeren. Daher sollten sich gerade ältere Infizierte impfen lassen, so die Autoren der Studie.

Tests in Tübingen, Astrazeneca und Schimpansen-TV: Das Corona Update vom 17. März 2021

Wenn Ihr ab dem 1. Juni verreisen wollt, dann braucht ihr wahrscheinlich zwei Ausweise: Den Personalausweis oder Reisepass und den Corona-Impfpass. Den will die EU nämlich bis zur Sommerreise-Saison fertig haben. Damit könnte das Reisen für Geimpfte wieder leichter werden.

Tübingen: Groß angelegter Test für mehr Freiheiten in der Corona-Krise

Mal in Ruhe shoppen, oder ins Kino, danach noch ein kühles Helles im Biergarten…. Nein, das ist kein Rückblick in die Vor-Corona-Zeit, sondern das ist gerade Realität in Tübingen. Dort ist ein Pilotprojekt gestartet. An mehreren Stellen kann man sich in der Stadt testen lassen und mit einem negativen Test bekommt man dann ein Tagesticket. Das ist dann die Eintrittskarte fürs Theater, die Geschäfte oder eben das Straßencafé. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer: „Wir glauben sogar, dass eine Chance besteht, durch intensives Testen die Zahlen runter zu kriegen. Wenn es uns gelingt, diejenigen zu finden, die infiziert sind und die in Quarantäne zu schicken, dann können alle, die nicht infiziert sind, ins Theater, in die Außengastronomie und in den Handel gehen“. Auch eine Drogeriekette beteiligt sich mit einem Testzentrum an dem Modellprojekt. Und die Uni Tübingen begleitet den Versuch wissenschaftlich. Klar ist aber auch: Die Tübinger sollen sich nicht als Versuchskaninchen fühlen, sagt Notärztin Lisa Federle: „Was wir ganz klar bedenken müssen ist, dass wir niemanden gefährden. Und ich werde garantiert alles tun, dass es funktioniert. Wenn nicht, muss ich ganz klar sagen, müssen wir halt abbrechen“. Wäre ja schön, wenn das Modell Erfolg hat und auf andere Städte übertragen werden kann.

Hoffnung auf weitere Corona-Impfungen mit Astrazeneca

Es gibt wieder Hoffnung, dass der Astrazeneca-Impfstoff wieder verimpft werden kann. Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides macht vorsichtig Hoffnung auf einen schnellen Neustart mit Astrazeneca. Die gemeldeten Thrombose-Fälle bei Geimpften seien nach ersten Untersuchungen nicht höher als in der Gesamtbevölkerung

Die Schulen in NRW bleiben geöffnet

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen bleiben bis Ostern offen – trotz steigender Infektionen gerade bei den Jugendlichen. Das hat NRW Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bestätigt. Zuletzt hatten die Städte Dortmund und Duisburg sofortige Schulschließungen gefordert.

Tierische Entspannung: Schimpasen-Fernsehen

Und zum Schluss noch ein Tipp für echte Corona-Entspannung: Schimpansen-Fernsehen. Ja, gibt es wirklich. Weil den Schimpansen in den tschechischen Zoos der Lockdown zu langweilig war, haben sich ihre Pfleger was ganz Besonderes einfallen lassen. Über zwei Großbildschirme können sich die Schimpansen zweier Zoos gegenseitig beobachten. Und wie sehr wir von den Affen abstammen sieht man an ihrem Verhalten, sagt eine Pflegerin. Entweder geben sie vor ihren Artgenossen mit ihrem Essen an oder schauen ihren Pflegern beim Saubermachen zu. Und wir können beim Schimpansen-Fernsehen online auch dabei sein…

Corona Update – Der Podcast: 8. März 2021

Ja, es gibt sie noch – die guten Nachrichten in der Corona-Pandemie. Die Kriminalität in Nordrhein-Westfalen ist im vergangenen Jahr erneut leicht zurückgegangen. Um ein Prozent … immerhin. Stark gestiegen ist dagegen die Internetkriminalität.

Kommen die Corona-Lockerungen zu früh?

Heute starten die ersten Lockerungen der Corona-Verbote in Nordrhein-Westfalen. Zwei Haushalte mit fünf Personen dürfen sich treffen, Termin-Shopping ist möglich und Gartenmärkte, Zoos, Museen und Kosmetikstudios können wieder aufmachen. Eigentlich sollte das alles durch die drei wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Pandemie abgesichert werden: Impfen, Testen, digitale Apps. Das alles funktioniert ja gerade „bestens“ bei uns. Darum fürchtet SPD-Gesundheits-Experte Karl Lauterbach auch einen Anstieg der Infektionszahlen bis April und damit erneute Beschränkungen und Verbote.

Ab heute sind kostenlose Corona-Tests möglich

Ab heute darf sich auch jeder einmal pro Woche kostenlos testen lassen. Nur geht das gar nicht überall. Denn es gibt zu wenig Corona-Schnelltests und vielerorts noch keine Infrastruktur. Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, im Zweiten: „Personell, organisatorisch, vom Arbeitsschutz her sind das natürlich noch einmal ganz andere Anforderungen und Herausforderungen, die wir hier leisten müssen“. Auch in Nordrhein-Westfalen fehlen noch Schnelltest-Stationen – übernehmen sollen das künftig unter anderem Ärzte, Apotheken, medizinische Labore, und Rettungs- und Hilfsorganisationen Aber beim Thema Teststrategie naht ja auch Hilfe des neuen Dream-Teams – die „Taskforce Spahn-Scheuer“ soll es richten

CDU / CSU unter Druck: Der Fall Nüßlein und Löbel

Womit wir beim nächsten Skandal sind. Zwei Unions-Politiker sollen bei der Beschaffung von Masken selbst abkassiert haben. Nikolas Löbel und Georg Nüßlein sind bereits aus der Bundestags-Fraktion ausgetreten, Nüßlein will aber vorerst Bundestagsabgeordneter bleiben – wäre ja blöd, wenn die Rentenansprüche verfallen. Das kritisiert CSU-Chef Markus Söder jetzt im Zweiten: „Besser und konsequenter wäre es, noch das Mandat abzugeben, denn auch da entsteht der Eindruck „Warum jetzt noch drei, vier Monate das Mandat behalten“, möglicherweise aus anderen Motiven“. Während Löbel die Provisionszahlung in Höhe von 250.000 Euro einräumt, streitet Nüßlein die Vorwürfe ab. Löbel hat inzwischen auch reagiert und auch sein Bundestagsmandat niedergelegt.

Großbritannien: Freiwillige werden für Studie mit Corona infiziert

In Großbritannien hat jetzt eine Studie mit 90 Freiwilligen begonnen. Sie lassen sich freiwillig mit einer niedrigen Dosis Corona-Viren infizieren. So wollen die Wissenschaftler die künftige Entwicklung von Impfstoffen verbessen. Es ist weltweit die erste Studie dieser Art. Die Probanden werden zur Sicherheit rund um die Uhr von Medizinern überwacht.

Corona Update – Der Podcast: 4. März 2021

Werden Selbsttests das neue Klopapier? Denn ohne Test geht es bei der Wiedereröffnung von Biergärten und Kinos wohl nichts. Die ersten Drogerie- und Supermarktketten stehen darum schon in den Startlöchern. ALDI will sogar schon ab Samstag Selbsttests verkaufen – fünf Schnelltests für 25 Euro. Aber für jeden Kunden gibt es nur eine Packung – ihr wisst schon – wegen der Erfahrung mit dem Klopapier… DM und Rossmann starten den Verkauf ab Dienstag.

Merkel: Der Frühling 2021 wird anders sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel malte gestern Nacht in Berlin ein düsteres Bild: „Der Frühling 2021 wird anders sein als der Frühling vor einem Jahr“. Ja, nämlich vor allem deutlich komplizierter. Fünf Stufen, drei Inzidenzen, Notbremse, Öffnung mit und ohne Termine. Wer soll da noch durchblicken? Darum gab es heute durchwachsene Reaktionen auf die Beschlüsse von vergangener Nacht. Zu kompliziert, zu Inzidenz-fixiert – und Grünen-Chef Robert Habeck kritisiert bei WELT, wie jetzt die fehlenden Schnelltests beschafft werden sollen: „Statt also pragmatisch vorzugehen gründen wir einen Arbeitskreis aus sieben Ministerien unter der Führung des Gesundheits- und des Verkehrsministeriums. Als ich das gehört habe, habe ich gedacht, jetzt bin ich in der Comedy-Sendung gelandet“. Und wäre die Titanic ein deutsches Schiff gewesen, hätte man auf dem Schiff wahrscheinlich auch einen Arbeitskreis gebildet, um die Katastrophe zu verhindern…

Laschet kündigt Öffnungsschritte für den Handel in NRW an

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat heute im Düsseldorfer Landtag erste Öffnungsschritte für den Handel angekündigt. Ab Montag können Einzelhändler in NRW Einkaufstermine oder Click und Collect-Geschäfte anbieten. Und einige Freizeiteinrichtungen dürfen öffnen. Laschet: „Darüber hinaus können Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten ebenfalls mit Terminreservierung öffnen, und Individualsport und Sport in Gruppen ist entsprechend der Kontaktbeschränkungen ebenfalls möglich“.

Nichts Neues zu Schulen und Osterurlaub

Bei den Schulen gibt es wohl keine kurzfristigen Öffnungen. Da laufen noch Gespräche der Landesregierung mit Eltern- und Lehrervertretern. Auch das Thema Osterurlaub steht erst bei der nächsten Bund-Länder-Schalte am 22. März auf der Agenda.

EU prüft Zulassung von Impfstoff „Sputnik“

Neues gibt es auch in Sachen Impfstoff. Die Ständige Impfkommission empfiehlt laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Astrazeneca jetzt auch für über 65-Jährige.

Während dessen prüft die EU-Arzneimittelbehörde ab sofort, ob der russische Impfstoff Sputnik zugelassen werden kann. Laut der Studie in einer britischen Fachzeitschrift soll Sputnik eine Wirksamkeit von knapp 92 Prozent haben.

Corona Update – Der Podcast: 4. März 2021 SONDERAUSGABE

Corona Update – Der Podcast: 3. März 2021

Was kann wann öffnen und unter welchen Voraussetzungen? Allein diese drei Fragen werden heute für stundenlange Diskussionen sorgen, wenn sich die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin zur Videoschalte treffen. Der Druck zu lockern ist groß – aber die Vorschläge der Kanzlerin geben das offenbar nicht her.

Merkel wohl doch zu Zugeständnissen bereit

Der Lockdown wird wohl bis zum 28. März verlängert, aber einige regionale Lockerungen soll es geben – nur ab welcher Inzidenz? Die Kanzlerin ist jetzt wohl doch bereit, kleinere Lockerungen bei Corona-Inzidenzen schon unter 100 und über 35 zuzulassen, aber nur unter Bedingungen sagt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet: „Wenn man dann öffnen will trotz der nicht erreichten 35 braucht man andere Mittel, die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Und dazu gehört testen, impfen, verfolgen“. Geplant ist, dass jeder sich einmal pro Woche mit einem Schnelltest testen lassen darf, zum Beispiel in der Apotheke.  Ansonsten droht heute aber ein Öffnen in Trippelschritten. Gartenmärkte und Beautystudios könnten ab Montag wieder öffnen, und es könnte Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen geben. Demnach dürften sich bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen. Größere Lockerungen, wie etwa die Öffnung der Außengastronomie, Sport in Kleingruppen oder Shoppen, sollen erst ab stabilen Inzidenzen unter 35 möglich sein. Eine Notbremse soll es auch geben: Ab einer Inzidenz von mehr als 100 müssen Lockerungen wieder einkassiert werden.

Schlechte Karten für den Osterurlaub

Auch für Familienbesuche über Ostern und Reisen sieht es mau aus. In der aktuellen Beschlussvorlage ist davon nicht mehr die Rede. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hofft aber noch und sagte im ZDF, „dass es überhaupt gar keinen Grund dafür gibt, in der jetzigen Phase generell eine Absage an den Tourismus über Ostern auszusprechen“. Die große Frage ist aber ohnehin: Was bleibt am Ende von den gemeinsamen Beschlüssen übrig? Denn wenn die Ministerpräsidenten anschließend wieder ihre eigenen Regeln beschließen, droht erneut ein Flickenteppich.

Astrazeneca bald auch an über 65-Jährige impfen?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass der Astrazeneca-Impfstoff demnächst auch bei den über 65-Jährigen verimpft wird. Neue Daten aus Großbritannien würden zeigen, dass Astrazeneca auch bei Älteren gut wirke, so Spahn. Er will auch das Impfen in den Impfzentren beschleunigen. Die Testreihenfolge soll zwar bleiben, aber die Impfzentren sollten flexibler entscheiden, wer geimpft werden kann – mit einem «prinzipiengeleiteten Pragmatismus» – was immer das auch heißt.

Corona Update – Der Podcast: 2. März 2021

Merkel will Lockdown bis Ostern verlängern

Team Locker gegen Team Lockdown. Vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt es offenen Streit darüber, wie es mit dem Lockdown weitergehen soll. Merkel will den Lockdown offenbar bis zum 28. März verlängern. Auf dieser Linie liegt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: „Ich finde, das Schlimmste ist, wenn wir jetzt alles öffnen ohne Plan, ohne Konzept und dann in drei Wochen wieder vor einem Scherbenhaufen stehen“.

Ostern könnten Familienbesuche erlaubt werden

Einige Lockerungen könnte es laut einem Vorschlag aus dem Kanzleramt aber geben. Zum Beispiel bei den Kontaktbeschränkungen. Ostern sollen sogar Familientreffen möglich sein. Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte könnten mit Auflagen öffnen. Kostenlose Schnelltests sollen die Lockerungen absichern.

Luca-App soll Kontaktverfolgung erleichtern

Eine wichtige Rolle könnte morgen auch Smudo von den Fantastischen Vier spielen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ist großer Fan seiner App „Luca“, mit der man sich digital per QR-Code in Restaurants, Bars, Clubs und sogar Stadien einloggen kann. „Luca“ kann die Kontaktverfolgung vereinfachen und vor allem beschleunigen, so Smudo: „Das heißt, selbst ohne einen Rückruf vom Gesundheitsamt, bekommt man mit, dass man im Risiko gewesen ist“. Dazu kann die App „Luca“ laut Smudo auch besonders infektiöse Superspreader aufspüren, die gleich viele Menschen auf einmal anstecken.

Britische Studie: Impfstoff von Astrazeneca wirkt bei Älteren genauso gut wie der von Biontech / Pfizer

Die Briten schwören weiter auf den bei uns verschmähten Astrazeneca-Impfstoff. Nach einer neuen Studie soll er genauso gut bei älteren Menschen wirken, wie der von Biontech / Pfizer, sagt Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock. Selbst die erste Impfung von Astrazeneca oder Biontech verhindere schwere Verläufe bei den über 70-Jährigen und beide Impfstoffe verringerten die Krankenhausaufenthalte um 80 Prozent. Der Schutz vor einer Infektion 35 Tage nach der Impfung sei beim Astrazeneca-Impfstoff sogar etwas besser als bei dem von Biontech / Pfizer. Auch bei uns in Deutschland hat die Ständige Impfkommission angekündigt, den Impfstoff von Astrazeneca schon bald auch für ältere Menschen empfehlen zu wollen.

Auf Mallorca öffnen Restaurants und Bars wieder

Und noch eine schöne Nachricht zum Schluss: Nach sieben Wochen Lockdown dürfen ab heute die Kneipen und Restaurants auf Mallorca wieder öffnen – erstmal allerdings nur im Außenbereich und nur bis 17.00 Uhr. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf Mallorca liegt derzeit unter 35. Darum überlegen erste Hotels jetzt schon den Saisonstart vorzuziehen und so Osterurlaub möglich zu machen.