Impfgipfel zwischen Bund und Ländern: Das Corona Update vom 27. Mai 2021

Beim Impfgipfel sprechen die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin in der Bund-Länder-Schalte das weitere Vorgehen beim Impfen. Es gibt viel zu besprechen.

Unter anderem die Lieferengpässe bei Biontech/Pfizer.  Laut Bundesgesundheits-Ministerium werden in den ersten beiden Juni Wochen weniger Dosen geliefert als zugesagt. Danach soll aber mehr Nachschub kommen. Und selbstverständlich auch das Impfen für Kinder und Jugendliche wird Thema sein.

Können Eltern bald ihre Kinder impfen lassen?

Wird es ein Impfangebot für Kinder- und Jugendliche geben? Die Ständige Impfkommission wird wohl erstmal keine generelle Impf-Empfehlung für Kinder aussprechen. Die Europäische Arzneimittelbehörde gibt vermutlich morgen ihre Entscheidung bekannt, ob sie den Biontech-Impfstoff für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren zulässt. Moderna würde auch nachziehen wollen. Wie werden sich also unsere Politiker entscheiden? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon bereits angekündigt, dass er Kindern und Jugendlichen auch ohne allgemeine Empfehlung der STIKO ein Impfangebot machen wolle. Niedersachsens Ministerpräsident Weil würde ebenfalls gerne allen Kindern ab 12 Jahren ein Impfangebot anbieten. Auch Berlins regierender Bürgermeister Müller ist für zeitnahe Impfungen.

Hausärzteverband NRW empfiehlt keine allgemeine Corona-Impfung von Kindern

Und die Mediziner? Der Hausärzteverband in Nordrhein-Westfalen lehnt eine allgemeine Corona-Impfung von Kindern ab. Da sprechen sie allerdings nicht für alle Ärzte. Kinderärztin Mehrsad Klemm spricht sich für Impfungen aus: „Wir wären sofort bereit und würden das auch organisatorisch hinbekommen. Denn wir glauben, dass der Ausweg nur darin besteht, dass wir die Jugendlichen und Kinder impfen.“ Auch der geplante digitale Impfnachweis, der noch vor den Sommerferien kommen soll und auch die Verteilung von Impfstoffen für die Bundesländer werden heute Themen in der Schalte sein.

USA untersuchen Ursprung der Corona-Pandemie

US-Präsident Joe Biden hat neue Geheimdienst-Untersuchungen zum Ursprung der Corona-Pandemie angeordnet. Die Nachrichtendienste sollen herausfinden, ob es sich doch um einen Laborunfall im chinesischen Wuhan handelt. Hatte Donald Trump also doch recht? Der ehemalige US-Präsident hatte das Corona-Virus immer wieder als China-Virus bezeichnet, weil es ja dort herstammen würden. Zudem auch der Wink mit dem Zaunpfahl, es könne durch Menschenhand entstanden sein. Auch der Top-Virologe der USA Anthony Fauci hatte die natürliche Herkunft des Virus hinterfragt. Laut Biden sollen wir in 90 Tagen schlauer seien.

Impfpriorisierung wird spätestens Juni aufgehoben: Das Corona Update vom 26. April SONDERAUSGABE

Eine gute, vielleicht sogar die beste Nachricht dieses Impfgipfels: es ging flott, und ohne große Zerwürfnisse. Die Bundeskanzlerin ist zufrieden. „Es war eine gute, konstruktive Diskussion für die ich mich sehr bedanke“, sagte sie im Anschluss an den Gipfel auf der Pressekonferenz. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ging noch weiter. „Heute ging es eigentlich um Freiheit und Freiheiten. Insofern war das heute eine Hoffnungs-MPK“, so Söder.

Es geht vorwärts beim Impfen – Priorisierung wird spätestens Juni aufgehoben

MPK der Hoffnung also, keine MPK der Beschlüsse wohlgemerkt. Worauf können wir also hoffen? Nun, dass es vorwärts geht beim Impfen. Und zwar in so großen Schritten, dass immerhin schon ein Ende der Priorisierung in Sicht ist. Spätestens im Juni, sagt Angela Merkel. Sie gab aber zu bedenken: „Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann. Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühe.“

Keine Einigungen über Lockerungen für Geimpfte und Genesene

Das war dann auch schon so ziemlich das konkreteste Ergebnis dieser Sitzung. Die umstrittenste Frage nämlich, die wie es mit den Grundrechten für Geimpfte und auch Genesene vom Coronavirus aussieht, wurde vertagt. Das Robert Koch Institut hatte festgestellt, von Menschen, die bereits beide Impfungen erhalten haben, geht 14 Tage nach der zweiten Impfung keine relevante Infektionsgefahr mehr aus. Dieser wissenschaftlichen Erkenntnis müsse Rechnung getragen werden, sagte Markus Söder: „Am Ende ist es für mich ganz klar, da muss es dann eben mehr Möglichkeiten für diejenigen die geimpft sind. Es ist doch völlig absurd, dass jemand der geimpft ist den gleichen Test vorlegen muss, wie jemand der nicht geimpft ist.“

Ein geordnetes Verfahren ist notwendig, um zu verhindern, dass sich im Laufe der Impfkampagne Gräben zwischen Geimpften und Noch-Nicht-Geimpften auftun. Wahrscheinlich im Mai soll eine entsprechende Verordnung von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden, die das klären soll. Auf verbindliche Aussagen was mit dem Pfingst- oder Sommerurlaub ist, ließ sich die Kanzlerin nicht festnageln. „Wann wir jetzt wieder darüber nachdenken können, Hotels öffenn zu können, das wissen wir jetzt noch nicht“, erläuterte Merkel.

Zusage von Merkel zum Impfangebot für Alle

Immerhin bleibt Angela Merkel bei ihrer Zusage, bis Ende des Sommers werde jeder Deutsche ein Impfangebot erhalten. Die Kanzlerin erklärte: „Von der Zahl der uns zugesagten Impfstoffe, können wir bis Ende des Sommers jedem ein Impfangebot machen.“

Impfgipfel und #allesdichtmachen: Das Corona Update vom 26. April 2021

Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel treffen sich zum Impfgipfel. Zum ersten Mal seit der vermurksten Osterruhe vor einem Monat. Thema sollen mehr Freiheiten für Geimpfte und die Freigabe der Impfpriorisierung sein.

Mehr Freiheiten für Geimpfte?

In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut inzwischen mehr als 25 Millionen Impfungen verabreicht, das heißt mehr als 23 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Ob nun Doppelt-Geimpfte früher ihre Grundrechte zurückerhalten sollten als Ungeimpfte, das ist eine Frage mit der sich die Ministerpräsidenten-Konferenz befassen wird. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel sind laut Bild-Zeitung vollständig Geimpfte nicht mit Getesteten gleichzusetzen, weil die Sicherheit der Impfung viel robuster sei als die Sicherheit von Tests.

In Sachen Impfpriorisierung ist der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dafür jetzt jüngere Menschen vielleicht vorzuziehen. Im Fernsehsender Phoenix erklärte Reinhardt, das könnte eine vernünftige Strategie sein, weil die Jungen in der Regel zwar nicht so schwer erkranken, sie aber natürlich viel unterwegs sind. Unter anderem wird von ihnen erwartet, dass sie in die Schulen und in die Kitas gehen.

Wäre schön, wenn dieser Impfgipfel mal etwas zügig entscheiden und eindeutig regeln würde.

#allesdichtmachen ging völlig daneben

Kommen wir nochmal auf die völlig vergeigte Satire-Aktion #allesdichtmachen der deutschen Schauspielelite zu sprechen. Die hat schmerzlich erfahren müssen, dass bei unsachgemäßer Handhabung, mit Ironie nicht zu spaßen ist. Die Notärztin Carola Holzner von der Uni-Klinik Essen, im Internet als Doc Caro bekannt, hat auf Instagram mit einem Video reagiert. An die Schauspieler gerichtet sagt sie: „Sie haben eine Grenze überschritten, und zwar eine Schmerzgrenze. Das sage ich jetzt für alle, die tagtäglich seit über einem Jahr in diesem Gesundheitssystem stehen, handeln, helfen, immer wieder aufstehen und immer noch da sind.“ Holzner hat ihrerseits den Hashtag #allemalneschichtmachen ins Leben gerufen.

Holzner dazu: „Ich lade sie herzlich ein unter dem #allemalneschichtmachen sowohl im Rettungsdienst 24 Stunden, als auch im Wechseldienst, in Notaufnahmen, Intensivstationen, Krankenhäusern, Impfzentren, Arztpraxen, was auch immer, mitzuarbeiten und sich danach noch mal für eine Kampagne zusammenzutun, ohne Sarkasmus und ohne Ironie.“ Wir glauben, dass das ihr voller Ernst ist, ganz ohne Ironie.

Viel Kritik und keine Quarantäne: Das Corona Update vom 23. März 2021

Ostern macht Deutschland dicht – was vielleicht den ein oder anderen auf die Idee bringen könnte, zum Shoppen nach Mallorca zu fliegen. Aber lassen wir das. Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin haben sich in einem stundenlangen Sitzungsmarathon bis tief in die Nacht darauf geeinigt, dass wieder einmal nur ein Shutdown hilft. Dafür hagelt es heute Kritik von allen Seiten.

Es war eine lange Nacht in Berlin

Ja, so ein Corona-Gipfel kann auch ganz schön lang sein. Manche sagen ja, er hätte nur deshalb bis tief in die Nacht gedauert, weil Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Candy Crush dreimal am Stück durchspielen wollte – Ironie aus. Immerhin ist so ein Bund-Länder-Gipfel zu Corona mittlerweile berechenbar – man weiß vorher schon was definitiv nicht dabei rauskommt: nämlich schnelles Impfen. Vom Testen mal ganz zu schweigen.

Kritische Stimmen zu den neuen Corona-Beschlüssen

Darum gibt es heute auch viel Kritik am harten Oster-Lockdown. Zu unkreativ, findet FDP-Chef Christian Lindner bei WELT – und angesichts der Ergebnisse ringt selbst der Rhetorik-Profi nach passenden Worten: „Es ist ein erschütterndes Konzept der… Konzeptlosigkeit.“ Aus Sicht des Robert Koch Instituts könnten die Maßnahmen jedoch helfen. Auch für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sind die Beschlüsse, Zitat: „brauchbar“. Und wenn Lauterbach etwas nicht gleich schlecht findet, heißt das ja auch schonmal was… Darum hat das „Team Vorsicht“ mit Mannschaftskapitän Markus Söder die Notbremse wegen der britischen Mutante heute nochmal verteidigt: „Die Mutation bedeutet de facto eine deutlich höhere Sterblichkeit, eine deutlich höhere Ansteckung, eine deutlich längere Verweildauer auf Intensivstationen, und – Achtung, wichtig – eben nicht nur für die Älteren, sondern gerade auch bei den Jüngeren“.

Werden Gründonnerstag und Ostersamstag zu Feiertagen?

Söder hat dabei auch nochmal konkretisiert – was genau „Ruhephase“ über Ostern bedeutet – besonders für die eigentlichen Werktage Gründonnerstag und Ostersamstag: „Dort entscheidet der Bund heute, macht die Rechtsgrundlage dafür, dass die Tage wie Sonn- und Feiertage zu behandeln sind. Das heißt für die Arbeitnehmer würde das Zuschläge bedeuten, wenn man am Sonn- oder Feiertag arbeiten müsste“.

Keine Quarantäne für Reise-Rückkehrer von Mallorca

Für alle die bei dem Chaos nach Mallorca flüchten wollen: Immerhin gibts bei der Rückkehr keine Quarantäne. Die Fluggesellschaften wollen die Rückkehrer vorher testen. Sie hoffen, dass das Testen vor dem Fliegen ein Zukunftsmodell sein kann – auch für den bevorstehenden Sommer-Urlaub. Und ich hoffe, damit ist der Sommer-Urlaub in diesem Jahr gemeint.

Einzelhandel und Osterurlaub: Das Corona Update vom 22. März 2021

Heute Abend schauen viele wieder gebannt nach Berlin. Dort treffen sich in diesen Minuten die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin per Videoschalte. Es geht um die Frage: Wie geht es weiter mit dem Lockdown und den Corona-Einschränkungen angesichts steigender Infektionszahlen und der um sich greifenden britischen Virus-Mutation. Und als wenn das nicht schon schwierig genug wäre, ist jetzt auch noch das Oberverwaltungsgericht in Münster mit einem wichtigen Urteil dazwischen „gegrätscht“.

Corona-Regeln für den Einzelhandel von Gericht „kassiert“

Es ist die zweite Hammer-Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster. Erst haben die Richter die Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer in NRW gekippt – jetzt die ungleichen Regeln im Einzelhandel, wie Terminbuchung und Kundenbeschränkung pro Quadratmeter. Anwalt Arnd Kempgens verrät uns, was hinter der Entscheidung steckt: „Supermärkte dürfen mit einer Mindestfläche öffnen ohne Termin. Und es gibt die Betriebe, die nur mit Termin öffnen dürfen. Und da sagt das Oberverwaltungsgericht: Das ist ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“. Jetzt muss sich das Land kurzfristig neue Regeln für den Einzelhandel aufstellen.

Mallorca ja, Ostsee nein: Diskussionen um den Osterurlaub gehen weiter

Nach dem vergangenen Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Krise sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach: „Das Ganze ist – glaube ich – jetzt ein Konzept der Verlässlichkeit“. Zum Glück hatte sie damals schon das „glaube ich“ eingeschoben. Denn von dem Öffnungsplan in fünf Schritten ist jetzt noch ein Zurücktreten mit einem großen Schritt geblieben. Die dritte Corona-Welle ist da, der Impfstoff nicht und die Teststrategie auch nicht – also drohen heute beim Bund-Länder-Gipfel erneut Einschränkungen. Der Lockdown soll bis zum 18. April verlängert werden, und es droht sogar eine nächtliche Ausgangssperre für Regionen mit hoher Inzidenz. Streit droht auch beim Thema Osterurlaub. Die Küstenländer wollen für ihre Einwohner zumindest Urlaub im eigenen Bundesland möglich machen – in Ferienwohnungen oder im Wohnmobil. Während das umstritten ist, hebt ein Flieger nach dem anderen fröhlich Richtung Mallorca ab. Für Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil im ZDF schwer zu erklären: „Wir merken, dass die Mallorca-Entscheidung der Bundesregierung ein richtiger Stimmungskiller ist, weil Leute natürlich fragen „warum darf ich eigentlich nicht in die Lüneburger Heide in ein Ferienhaus fahren, aber ich darf einen Flieger buchen nach Mallorca“. Die Antwort der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin könnte heute eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer sein – egal, ob sie jetzt aus einem Risikogebiet kommen, oder nicht. Gemeinsames Eiersuchen im engsten Familienkreis könnte Ostern aber möglich sein. Treffen mit vier weiteren Mitgliedern aus dem engsten Familienkreis und aus anderen Hausständen, zuzüglich Kindern, sollen erlaubt werden heißt es im aktualisierten Beschlussentwurf.

Astrazeneca: Neue Studien mit guten Ergebnissen

Eine neue Untersuchung des Astrazeneca-Impfstoffs hat ergeben, dass es kein erhöhtes Thromboserisiko gibt. Laut einer unabhängigen Expertengruppe gebe es darum keine Sicherheitsbedenken. Außerdem schützt Astrazeneca laut einer neuen großangelegten US-Studie zu 80% vor einer Infektion und sogar zu 100% vor einem schweren Verlauf.

Neuer Lockdown und kein Oster-Urlaub: Das Corona Update vom 19. März 2021

Gute Laune machen die Corona-Zahlen leider seit ein paar Wochen gar nicht mehr. Wir haben heute eine Inzidenz von 95,6. Hamburg hat jetzt die Corona-Notbremse gezogen, dort wurde an drei Tagen nacheinander die 100er Marke gerissen. Ab morgen werden einige Öffnungsschritte in Hamburg wieder zurückgenommen. Wenigstens eine gute Nachricht: Ab heute wird Astrazeneca wieder verimpft.

Astrazeneca wird wieder verimpft

Die EMA hat grünes Licht gegeben: Der Impfstoff Astrazeneca sei sicher, es gibt keine Einschränkungen für bestimmte Personengruppen, nur der Beipackzettel wird jetzt noch ein bisschen länger, um über Risiken in Sachen Thrombose aufzuklären. Und genau an der Stelle melden Forscher jetzt einen Durchbruch. Experten der medizinischen Universität in Greifswald haben offenbar die Ursache für die schweren Hirnthrombosen gefunden, die zum Impfstopp geführt hatten. Das meldet der NDR – und noch besser: Das geeignete Gegenmittel soll auch schon bereitstehen. Demjenigen, der nach einer Impfung mit Astrazeneca Probleme an einer Thrombose erkrankt, dem kann sofort mit diesem neuen Medikament geholfen werden.

Lauterbach: „Wir müssen zurück in den Lockdown“

Die Zahlen sind deutlich, die dritte Welle rollt, und zwar rasant. Wir sind nicht am Anfang, wir sind mittendrin, die Zahlen wachsen exponentiell. Der Vizechef des Robert Koch Instituts, Lars Schade, hat uns schonmal auf weitere harte Wochen

Vorbereitet: „Es ist sehr gut möglich, dass wir um Ostern eine ähnliche Lage haben wie vor Weihnachten, mit sehr hohen Fallzahlen, sehr vielen schweren Verläufen, vielen Todesfällen und Krankenhäusern, die stark belastet sind“. Und die steigenden Zahlen hätten auch nichts damit zu tun, dass mehr getestet wird. Für den SPD- Gesundheitsexperten Karl Lauterbach gibt es nur eine Lösung: „Man kann es drehen und wenden wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown“.

Robert Koch Institut mahnt: Über Ostern nicht verreisen

Gut zwei Wochen sind es noch bis Ostern. Die Flieger nach Mallorca sind ausgebucht. Fast zwei Drittel der Deutschen halten es für falsch, dass die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben worden ist sagt, so das Ergebnis einer YouGov-Umfrage. Und hier in Deutschland? Kopfschütteln darüber, dass Urlaub im eigenen Land nicht möglich sein soll. Aber RKI-Vize Lars Schade warnt deutlich: „Ich bitte Sie auch: Verzichten Sie auf Reisen im In- und Ausland. Mobilität und Kontakte sind die Treiber der Pandemie. Wenn an Ostern Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammenkommen, könnte die Pandemie zusätzlich angeheizt werden“. Wie, wo und ob wir zu Ostern Urlaub planen können, darüber wird wohl am Montag entschieden bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder.

Corona Update – Der Podcast: 2. März 2021

Merkel will Lockdown bis Ostern verlängern

Team Locker gegen Team Lockdown. Vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt es offenen Streit darüber, wie es mit dem Lockdown weitergehen soll. Merkel will den Lockdown offenbar bis zum 28. März verlängern. Auf dieser Linie liegt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: „Ich finde, das Schlimmste ist, wenn wir jetzt alles öffnen ohne Plan, ohne Konzept und dann in drei Wochen wieder vor einem Scherbenhaufen stehen“.

Ostern könnten Familienbesuche erlaubt werden

Einige Lockerungen könnte es laut einem Vorschlag aus dem Kanzleramt aber geben. Zum Beispiel bei den Kontaktbeschränkungen. Ostern sollen sogar Familientreffen möglich sein. Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte könnten mit Auflagen öffnen. Kostenlose Schnelltests sollen die Lockerungen absichern.

Luca-App soll Kontaktverfolgung erleichtern

Eine wichtige Rolle könnte morgen auch Smudo von den Fantastischen Vier spielen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet ist großer Fan seiner App „Luca“, mit der man sich digital per QR-Code in Restaurants, Bars, Clubs und sogar Stadien einloggen kann. „Luca“ kann die Kontaktverfolgung vereinfachen und vor allem beschleunigen, so Smudo: „Das heißt, selbst ohne einen Rückruf vom Gesundheitsamt, bekommt man mit, dass man im Risiko gewesen ist“. Dazu kann die App „Luca“ laut Smudo auch besonders infektiöse Superspreader aufspüren, die gleich viele Menschen auf einmal anstecken.

Britische Studie: Impfstoff von Astrazeneca wirkt bei Älteren genauso gut wie der von Biontech / Pfizer

Die Briten schwören weiter auf den bei uns verschmähten Astrazeneca-Impfstoff. Nach einer neuen Studie soll er genauso gut bei älteren Menschen wirken, wie der von Biontech / Pfizer, sagt Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock. Selbst die erste Impfung von Astrazeneca oder Biontech verhindere schwere Verläufe bei den über 70-Jährigen und beide Impfstoffe verringerten die Krankenhausaufenthalte um 80 Prozent. Der Schutz vor einer Infektion 35 Tage nach der Impfung sei beim Astrazeneca-Impfstoff sogar etwas besser als bei dem von Biontech / Pfizer. Auch bei uns in Deutschland hat die Ständige Impfkommission angekündigt, den Impfstoff von Astrazeneca schon bald auch für ältere Menschen empfehlen zu wollen.

Auf Mallorca öffnen Restaurants und Bars wieder

Und noch eine schöne Nachricht zum Schluss: Nach sieben Wochen Lockdown dürfen ab heute die Kneipen und Restaurants auf Mallorca wieder öffnen – erstmal allerdings nur im Außenbereich und nur bis 17.00 Uhr. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf Mallorca liegt derzeit unter 35. Darum überlegen erste Hotels jetzt schon den Saisonstart vorzuziehen und so Osterurlaub möglich zu machen.

Corona Update – Der Podcast: 26. Februar 2021

Spahn: Erste Erfolge beim Impfen

Es hat lange gedauert – aber mittlerweile zeigen sich laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erste Erfolge der Impfkampagne. Fast alle Bewohner von Pflege- und Altenheimen seien geimpft, in einigen Bundesländern sogar auch die Mehrheit der über 80-Jährigen – mit positiven Folgen, so Spahn: „Das Risiko, an Corona zu erkranken, hat sich für unsere höchstbetagten Bürgerinnen und Bürger deutlich reduziert. Die 7-Tage-Inzidenz lag in der Altersgruppe der über 80-Jährigen Anfang Februar noch bei fast 200, inzwischen ist sie bei 70“.

Lockerungen bleiben ein Diskussions-Thema

Beim Thema Lockerungen tritt Spahn aber vor dem Bund-Länder-Treffen in der kommenden Woche auf die Bremse. Er will nur schrittweise lockern und danach gucken, wie sich das jeweils auf das Infektionsgeschehen auswirkt. Der Chef des Robert Koch Instituts, Lothar Wieler, warnt zudem davor, die Schnelltests als Wunderwaffe zu sehen: „Der Test ist tatsächlich eine Momentaufnahme und es kann sein, dass man zum Testzeitpunkt eben nicht ansteckend war, aber es ist kurz darauf vielleicht der Fall.“ Einige Bundesländer schaffen bei den Lockerungen aber schon mal Fakten und öffnen ab März zum Beispiel Bau- und Gartenmärkte.

EU-Impfpass wird kommen

Er kommt doch – der europäische Impfpass. Das haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten auf ihrem Gipfeltreffen beschlossen. Die Vorbereitungen für den europäischen Impfpass laufen bereits. Der Pass soll Geimpften ihre Rechte zurückgeben. Allerdings ist noch nicht klar welche das sind, so Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ihn zu haben ist für die Zukunft auf jeden Fall richtig. Das heißt aber nicht, dass nur reisen darf, wer einen Impfpass hat.“ Die EU-Staaten sollen selbst entscheiden können, welche Rechte mit dem Pass verbunden werden. Die Urlaubsländer am Mittelmeer wollen vor allem Tourismus so wieder möglich machen. Darum jubelt der Reiseveranstalter TUI bereits: „Reisen im Sommer wird möglich sein, sicher und verantwortungsvoll“, sagt Tui-Chef Fritz Joussen. Der europäische Impfpass und Schnelltests könnten dabei helfen

Auch die Queen ist nun geimpft

Die britische Queen Elisabeth II. ist jetzt auch geimpft – das hat sie in einer Videokonferenz verraten – obwohl Informationen zur Gesundheit eigentlich Privatsache sind. Der Piekser in den royalen Arm war gar nicht schlimm, sagt die 94jährige. Es sei harmlos, schnell und schmerzlos gewesen – und jetzt fühle sie sich geschützt. Und dann konnte die Queen sich ganz „unroyal“ auch eine kleine Spitze gegen alle Impfverweigerer nicht verkneifen: Sie habe zwar Verständnis für Ängste – aber die Leute sollten eher an andere als an sich denken.

Corona Update – Der Podcast: 29. Dezember 2020