Einfachere Einreise nach Frankreich und Ende der Impfpriorisierung: Das Corona Update vom 4. Juni 2021

Am Montag (7. Juni) fällt die Impfpriorisierung weg. Das heißt, dann kann sich jeder der will um einen Impftermin bemühen. Das heißt aber nicht, dass das dann auch klappt, weil wer, wann geimpft werden kann, das bestimmt nicht so sehr die Priorisierung als vielmehr die Menge an vorhandenem Impfstoff. Und der ist weiterhin nur begrenzt verfügbar.

Videocall für die Nationalmannschaft

Bei großen Fußball-Turnieren schneit Bundeskanzlerin Angela Merkel gerne mal überraschend bei der deutschen Nationalmannschaft rein. Das soll auch am kommenden Donnerstagabend so sein, also einen Tag vor Beginn der paneuropäischen Europameisterschaft, aber leider nicht persönlich, so Regierungssprecher Steffen Seibert „Es hat in den vergangenen Jahren vor den großen Turnieren wie Sie wissen immer wieder persönliche Besuche im Trainingslager gegeben das ist dieses Mal nicht möglich also findet der Termin in dieser digitalen Form kurz vor der EM statt.“

In München, wo alle drei Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft ausgetragen werden, gibt es jetzt auch endgültige Klarheit über die zugelassene Zuschauermenge im Stadion. Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt 14.000 Fans dürften hinein, das gebe die Inzidenz her: „…da auch München deutlich unter 35 liegt, Bayern insgesamt unter 30 liegt, ist es insgesamt möglich mit einem strengen Hygiene- Konzept …mit Test… mit Maske…glauben wir dass das vertretbar ist in dem Fall bis zu 20% der Zuschauer zuzulassen das sind die ca 14.000.“

Die Partien vor Zuschauern könnten als Pilotprojekt für den weiteren Profisport betrachtet werden sagte Söder.

Einfachere Einreise für EU-Bürger nach Frankreich 

Frankreich erleichtert ab dem kommenden Mittwoch die Einreise für EU-Bürger: wie der Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari in einem Fernsehinterview mitgeteilt hat, dass ab dem 9. Juni vollständig geimpfte EU-Bürger keinen negativen Corona-Test mehr vorweisen müssen, um nach Frankreich einreisen zu können. Für alle anderen reicht dann ein höchstens 72 Stunden alter Schnelltest statt des bisher vorgeschriebenen PCR-Tests. Es soll auch weiter gelockert werden in Frankreich. Ab Mittwoch dürfen Gäste wieder in die Innenräume von Cafés und Restaurants und die nächtliche Ausgangssperre beginnt dann erst um 23 Uhr statt bisher um 21 Uhr.

Corona: Dreharbeiten vom neuen Mission Impossible Film unterbrochen

Die Dreharbeiten zu dem Action-Streifen „Mission Impossible 7“ sind wegen eines positiven Coronavirus-Tests am Set gestoppt worden. Die Crew rund um Hollywoodstar Tom Cruise dreht gerade in London. Die Daily Mail berichtet von 14 Personen die positiv getestet worden seien. Wir fragen uns, wer da wohl jetzt gefeuert wird, denn Tom Cruise ist im vergangenen Dezember schon mal ausgerastet, als er Mitarbeiter am Filmset erwischt hat, die sich nicht an die AHA-Regeln gehalten haben. Sein Wutausbruch ist aufgenommen worden. Tausende Jobs hängen von dieser Produktion ab schimpfte Cruise und sollte er das noch mal sehen werde jemand gefeuert. Jetzt soll Cruise eine Szene in einem Nachtclub mit vier Tänzerinnen gefilmt haben, die später positiv getestet wurden. Cruise und das gesamte 60-köpfige Filmteam befinden sich jetzt zwei Wochen in Quarantäne.

Eskalation in Indien und Hilfe aus Deutschland: Das Corona Update vom 27. April 2021

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich mit Kunst- und Kulturschaffenden, um über deren Situation in der Corona-Pandemie zu sprechen. Währenddessen ist die Lage in Indien katastrophal.

In Indien eskaliert die Lage

Den sechsten Tag in Folge hat Indien die weltweit höchste Anzahl an Corona-Neuinfektionen zu verzeichnen. Mehr als 323.000 neue Fälle und 2771 Corona-Tote. Und das sind nur die offiziellen Zahlen. Indien ist gegen die verheerende zweite Corona-Welle nicht gewappnet. Krankenhäuser und Krematorien sind überfordert, es gibt zu wenig von allem – Sauerstoff, Medikamente, Krankenhausbetten alles fehlt. In einem Video der BBC schildert ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation die Situation: „So etwas Schreckliches habe ich noch nie gesehen, ich kann nicht glauben, dass wir in Indiens Hauptstadt Neu Dehli sind. Die Menschen bekommen keinen Sauerstoff, sie sterben wie die Tiere. Und uns fehlt es an Holz um sie zu verbrennen.“ Im Hinduismus werden die Toten traditionell auf einem Platz im Freien verbrannt. Ärzte in der Hauptstadt Neu-Delhi berichten von abgewiesenen Patienten, die auf der Straße sterben. Der Arzt Tarqeem Haider vom Pentamed Krankenhaus im BBC-Interview: „Wir verbringen seit einer Woche schlaflose Nächte, manchmal wollen wir nur noch weinen, weil wir den Patienten nicht richtig helfen können.“ Die Familien der Covid-Kranken werden aufgefordert selbst Sauerstoff zu besorgen.

Hilfe für Indien auch aus Deutschland

Mehrere Länder einschließlich Deutschland haben Indien ihre Unterstützung zugesichert. Regierungssprecher Steffen Seibert: „In der Tat prüft die Bundesregierung jetzt genau mit dieser Dringlichkeit, welche Unterstützung gegeben werden kann. Da kommen in Frage Sauerstoffanlagen, Beatmungsgeräte, Medikamente.“

Eine Reihe von Ländern wie Australien haben Flüge aus Indien wegen der dortigen Coronavirus-Variante B.1.617 ausgesetzt. Auch Deutschland hat die Einreise aus Indien stark eingeschränkt. Die Lufthansa hält ihre Flugverbindungen nach Indien aber vorerst weiter aufrecht.

Impfpriorisierung wird spätestens Juni aufgehoben: Das Corona Update vom 26. April SONDERAUSGABE

Eine gute, vielleicht sogar die beste Nachricht dieses Impfgipfels: es ging flott, und ohne große Zerwürfnisse. Die Bundeskanzlerin ist zufrieden. „Es war eine gute, konstruktive Diskussion für die ich mich sehr bedanke“, sagte sie im Anschluss an den Gipfel auf der Pressekonferenz. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ging noch weiter. „Heute ging es eigentlich um Freiheit und Freiheiten. Insofern war das heute eine Hoffnungs-MPK“, so Söder.

Es geht vorwärts beim Impfen – Priorisierung wird spätestens Juni aufgehoben

MPK der Hoffnung also, keine MPK der Beschlüsse wohlgemerkt. Worauf können wir also hoffen? Nun, dass es vorwärts geht beim Impfen. Und zwar in so großen Schritten, dass immerhin schon ein Ende der Priorisierung in Sicht ist. Spätestens im Juni, sagt Angela Merkel. Sie gab aber zu bedenken: „Das heißt nicht, dass dann jeder sofort geimpft werden kann. Aber dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühe.“

Keine Einigungen über Lockerungen für Geimpfte und Genesene

Das war dann auch schon so ziemlich das konkreteste Ergebnis dieser Sitzung. Die umstrittenste Frage nämlich, die wie es mit den Grundrechten für Geimpfte und auch Genesene vom Coronavirus aussieht, wurde vertagt. Das Robert Koch Institut hatte festgestellt, von Menschen, die bereits beide Impfungen erhalten haben, geht 14 Tage nach der zweiten Impfung keine relevante Infektionsgefahr mehr aus. Dieser wissenschaftlichen Erkenntnis müsse Rechnung getragen werden, sagte Markus Söder: „Am Ende ist es für mich ganz klar, da muss es dann eben mehr Möglichkeiten für diejenigen die geimpft sind. Es ist doch völlig absurd, dass jemand der geimpft ist den gleichen Test vorlegen muss, wie jemand der nicht geimpft ist.“

Ein geordnetes Verfahren ist notwendig, um zu verhindern, dass sich im Laufe der Impfkampagne Gräben zwischen Geimpften und Noch-Nicht-Geimpften auftun. Wahrscheinlich im Mai soll eine entsprechende Verordnung von Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden, die das klären soll. Auf verbindliche Aussagen was mit dem Pfingst- oder Sommerurlaub ist, ließ sich die Kanzlerin nicht festnageln. „Wann wir jetzt wieder darüber nachdenken können, Hotels öffenn zu können, das wissen wir jetzt noch nicht“, erläuterte Merkel.

Zusage von Merkel zum Impfangebot für Alle

Immerhin bleibt Angela Merkel bei ihrer Zusage, bis Ende des Sommers werde jeder Deutsche ein Impfangebot erhalten. Die Kanzlerin erklärte: „Von der Zahl der uns zugesagten Impfstoffe, können wir bis Ende des Sommers jedem ein Impfangebot machen.“

Impfgipfel und #allesdichtmachen: Das Corona Update vom 26. April 2021

Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel treffen sich zum Impfgipfel. Zum ersten Mal seit der vermurksten Osterruhe vor einem Monat. Thema sollen mehr Freiheiten für Geimpfte und die Freigabe der Impfpriorisierung sein.

Mehr Freiheiten für Geimpfte?

In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut inzwischen mehr als 25 Millionen Impfungen verabreicht, das heißt mehr als 23 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Ob nun Doppelt-Geimpfte früher ihre Grundrechte zurückerhalten sollten als Ungeimpfte, das ist eine Frage mit der sich die Ministerpräsidenten-Konferenz befassen wird. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel sind laut Bild-Zeitung vollständig Geimpfte nicht mit Getesteten gleichzusetzen, weil die Sicherheit der Impfung viel robuster sei als die Sicherheit von Tests.

In Sachen Impfpriorisierung ist der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, dafür jetzt jüngere Menschen vielleicht vorzuziehen. Im Fernsehsender Phoenix erklärte Reinhardt, das könnte eine vernünftige Strategie sein, weil die Jungen in der Regel zwar nicht so schwer erkranken, sie aber natürlich viel unterwegs sind. Unter anderem wird von ihnen erwartet, dass sie in die Schulen und in die Kitas gehen.

Wäre schön, wenn dieser Impfgipfel mal etwas zügig entscheiden und eindeutig regeln würde.

#allesdichtmachen ging völlig daneben

Kommen wir nochmal auf die völlig vergeigte Satire-Aktion #allesdichtmachen der deutschen Schauspielelite zu sprechen. Die hat schmerzlich erfahren müssen, dass bei unsachgemäßer Handhabung, mit Ironie nicht zu spaßen ist. Die Notärztin Carola Holzner von der Uni-Klinik Essen, im Internet als Doc Caro bekannt, hat auf Instagram mit einem Video reagiert. An die Schauspieler gerichtet sagt sie: „Sie haben eine Grenze überschritten, und zwar eine Schmerzgrenze. Das sage ich jetzt für alle, die tagtäglich seit über einem Jahr in diesem Gesundheitssystem stehen, handeln, helfen, immer wieder aufstehen und immer noch da sind.“ Holzner hat ihrerseits den Hashtag #allemalneschichtmachen ins Leben gerufen.

Holzner dazu: „Ich lade sie herzlich ein unter dem #allemalneschichtmachen sowohl im Rettungsdienst 24 Stunden, als auch im Wechseldienst, in Notaufnahmen, Intensivstationen, Krankenhäusern, Impfzentren, Arztpraxen, was auch immer, mitzuarbeiten und sich danach noch mal für eine Kampagne zusammenzutun, ohne Sarkasmus und ohne Ironie.“ Wir glauben, dass das ihr voller Ernst ist, ganz ohne Ironie.

Infektionsschutzgesetz im Bundestag und Großbritannien kein Risikogebiet mehr: Das Corona Update vom 16. April 2021

Finanzminister Olaf Scholz ist heute mit Astrazeneca geimpft worden. Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel soll heute ihre erste Astrazeneca-Dosis gespritzt bekommen. Am Vormittag war Merkel noch im Bundestag und hat die von der Regierung geplante Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes verteidigt.

Merkel wirbt für Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag

Zu Beginn der Bundestags-Sitzung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel mit sehr eindringlichen Worten vor dem Zusammenbruch des deutschen Gesundheitssystems gewarnt:

„Die Intensivmediziner senden einen Hilferuf nach dem anderen. Wer sind wir denn, wenn wir diese Notrufe überhören würden?“

Angela Merkel

Merkel versuchte die Abgeordneten daran zu erinnern, dass nicht die Gesetzesänderung, sondern das Corona-Virus der Feind ist.

„Das Virus verzeiht keine Halbherzigkeiten. Das Virus verzeiht kein Zögern.“

Angela Merkel

Trotzdem gab es hitzige Wortgefechte vor allem wegen der vorgesehenen Ausgangssperre ab 21.00 Uhr. Die sieht die Bundes-Notbremse vor für Landkreise und Städte mit einer Sieben-Tages-Inzidenz über 100. Da hatte Karl Lauterbach einen kurzen Auftritt als Stimme der Vernunft. Der Gesundheitsexperte der SPD verwies bei der Diskussion über Ausgangssperren auf die Erfahrungen in anderen Ländern:

„Wir brauchen Pragmatismus und keine gegenseitige Aufklärerei was alles nicht funktioniert. Es wird alleine nicht reichen, aber in keinem Land ist es gelungen, eine Welle mit Variante B.1.1.7 noch einmal in den Griff zu bekommen, ohne dass man nicht auch das Instrument der Ausgangsbeschränkung, und nicht -sperre, genutzt hätte“.

Karl Lauterbach

Mit seinem Einwand hat sich Lauterbach an FDP-Chef Christian Lindner gewandt. Lindner mahnte Änderungen an dem Gesetz an, sonst werde die FDP vors Bundesverfassungsgericht ziehen.

Großbritannien ist aus deutscher Sicht kein Risikogebiet mehr

Noch vor nicht allzu langer Zeit war die Corona-Lage in Großbritannien katastrophal. Doch mit der Impfkampagne kam die Wende. Inzwischen hat das Land mit die niedrigsten Infektionszahlen in ganz Europa. Deshalb ist Großbritannien aus deutscher Sicht kein Risikogebiet mehr. Damit entfällt für Einreisende aus Großbritannien die Quarantänepflicht. Zwei beliebte Urlaubsregionen in Portugal werden wegen steigender Infektionszahlen dagegen wieder als Risikogebiete eingestuft: Die Algarve und die Azoren im Atlantik. Wer von dort nach Deutschland einreist, muss sich ab Sonntag wieder für zehn Tage selbst isolieren und kann sich erst nach fünf Tagen freitesten.

Bundes-Notbremse kommt und Testpflicht am Arbeitsplatz: Das Corona Update vom 13. April 2021

Die Bundesregierung hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Damit sollen bundesweit einheitliche Einschränkungen für Corona-Hotspots auf den Weg gebracht werden.

Schluss mit Unklarheit, was ist erlaubt was nicht. Die Bundes-Notbremse kommt. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnet sie als überfällig: „Die Notbremse ist dann nicht mehr Auslegungssache, sondern sie greift automatisch.“ Bei einer Inzidenz von über 100 greifen künftig harte Maßnahmen. Kontaktbeschränkungen, Schließungen von Geschäften, Kultur- und Sporteinrichtungen, nächtliche Ausgangssperren, so der Plan, sagt Merkel. Nächtliche Ausgangssperre bedeutet, dass wir von 21 Uhr bis 5 Uhr früh zu Hause bleiben müssen. Die Bundes-Notbremse soll ein Instrument sein, um die dritte Corona-Welle zu brechen.

Merkel: Sorge um Krankenhaus-Personal

Die Kanzlerin sorgt sich um das Personal in den Krankenhäusern. Abzuwarten, bis alle Intensivbetten belegt seien, wäre zu spät, sagte sie. „Wir dürfen die Ärzte und Pfleger, (…) nicht alleine mit dieser Herkules-Aufgabe lassen. Wir dürfen sie nicht im Stich lassen, wir müssen ihnen helfen.“ Die Gesetzesvorlage muss aber noch den Bundestag und den Bundesrat passieren, dies soll in einem beschleunigten Verfahren geschehen.

  „Ich kann aus meiner Perspektive nur sagen: Je schneller es geht, umso besser das natürlich ist – sowohl im Bundestag als auch dann im Bundesrat.“ Die Gesetzesänderung ist im Bundesrat nicht zustimmungspflichtig.

Testpflicht am Arbeitsplatz

Was heute auch beschlossen wurde ist die Testpflicht am Arbeitsplatz. Die hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil angekündigt. Konkret heiße das, Arbeitgeber*Innen müssten mindestens einmal pro Woche einen Antigen-Schnelltest anbieten, für alle Mitarbeiter*Innen die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, so Heil.

Probleme beim Johnson & Johnson-Impfstoff?

Der Impfstoff von Johnson & Johnson droht in Verruf zu geraten. Gesundheitsbehörden in den USA fordern, vorerst niemanden mehr damit zu impfen. Die „New York Times“ berichtet, innerhalb von zwei Wochen habe es sechs Fälle von Blutgerinnseln gegeben. Es handele sich ausschließlich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren. Eine der Frauen sei gestorben, eine Zweite befinde sich in einem kritischen Zustand. Laut „New York Times“ sind fast sieben Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft worden. Nach Deutschland sollen bis zum Sommer gut 10 Millionen Dosen geliefert werden. Anders als die anderen Impfstoffe muss der von Johnson & Johnson nur einmal gespritzt werden.

Rücknahme und Entschuldigung: Das Corona Update vom 24. März 2021

Was ein denkwürdiger Tag! Die Kanzlerin entschuldigt sich bei uns – der Bevölkerung und kippt die umstrittene Oster-Ruhe. Gründonnerstag und Ostersamstag werden also keine Feiertage.

Merkel nimmt die Osterruhe zurück und entschuldigt sich bei der Bevölkerung

Der Corona-Gipfel der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin war offenbar dann doch nicht nur für Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow zu viel: „Ich habe sechs Stunden auf einen Bildschirm geschaut und mich gefragt, was hier eigentlich passiert“. Und schlimmer noch – es war auch noch alles vergebens. Das „Team Vorsicht“ ist nämlich über das „Team Volkszorn“ gestolpert. Nach der massiven Kritik an der Osterruhe hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die beschlossene Regelung heute ganz überraschend wieder einkassiert. Der eilig zusammengetrommelten Presse erklärte Merkel zur Kehrtwende in Sachen Osterruhe: „Sie hatte ihre guten Gründe, war aber in der Kürze der Zeit nicht gut genug umsetzbar – wenn sie überhaupt jemals so umsetzbar ist, dass Aufwand und Nutzen in einem halbwegs vernünftigen Verhältnis stehen. Und dafür bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung“. Trotzdem könnten die Kommunen aber weiter auf steigende Zahlen reagieren, so Merkel: „Mit der Notbremse, mit der Möglichkeit von regional zu entscheidenden Ausgangsbegrenzungen und Kontaktbeschränkungen, mit dem Ausbau des Testens“.

Tübingen als Modell für Städte in NRW

Der Geist von Tübingen weht nach Ostern auch durch Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Armin Laschet hat für die Zeit nach Ostern Öffnungsmodelle nach dem Beispiel Tübingens angekündigt. Bedeutet: Städte, in denen für Menschen mit negativem Test wieder ansatzweise normales Leben möglich sein könnte, so Laschet: „Warum nicht auch bei uns jemandem mit Testergebnis ermöglichen, dass man wieder öffnet, in ein Kino geht, in ein Restaurant geht, in eine Sportveranstaltung geht, warum nicht unter sicheren Bedingungen einmal probieren, kriegen wir das hin?“ Im Gespräch sind fünf bis sechs Modell-Kommunen, so Laschet. Es sollen sowohl große Städte, als auch kleinere und Kreise dabei sein.

Rekord für Banksy-Werk zu Corona

Neuer Rekord für ein bekanntes Werk des britischen Streetart-Künstlers Banksy. Ein Kunstfreund hat dafür in einer Auktion 19,5 Millionen Euro auf den Tisch des Auktionshauses geblättert. Banksy hatte das Bild an das Krankenhaus in Southampton geschickt, um sich für den Einsatz des Personals in der Pandemie zu bedanken. Es zeigt einen Jungen mit einer Krankenschwester-Puppe in Superman-Pose. Dahinter liegen die Figuren von Batman und Spiderman in einem Papierkorb. Der Erlös geht an die Uniklinik in Southhampton und an das britische Gesundheitssystem

Viel Kritik und keine Quarantäne: Das Corona Update vom 23. März 2021

Ostern macht Deutschland dicht – was vielleicht den ein oder anderen auf die Idee bringen könnte, zum Shoppen nach Mallorca zu fliegen. Aber lassen wir das. Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin haben sich in einem stundenlangen Sitzungsmarathon bis tief in die Nacht darauf geeinigt, dass wieder einmal nur ein Shutdown hilft. Dafür hagelt es heute Kritik von allen Seiten.

Es war eine lange Nacht in Berlin

Ja, so ein Corona-Gipfel kann auch ganz schön lang sein. Manche sagen ja, er hätte nur deshalb bis tief in die Nacht gedauert, weil Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Candy Crush dreimal am Stück durchspielen wollte – Ironie aus. Immerhin ist so ein Bund-Länder-Gipfel zu Corona mittlerweile berechenbar – man weiß vorher schon was definitiv nicht dabei rauskommt: nämlich schnelles Impfen. Vom Testen mal ganz zu schweigen.

Kritische Stimmen zu den neuen Corona-Beschlüssen

Darum gibt es heute auch viel Kritik am harten Oster-Lockdown. Zu unkreativ, findet FDP-Chef Christian Lindner bei WELT – und angesichts der Ergebnisse ringt selbst der Rhetorik-Profi nach passenden Worten: „Es ist ein erschütterndes Konzept der… Konzeptlosigkeit.“ Aus Sicht des Robert Koch Instituts könnten die Maßnahmen jedoch helfen. Auch für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sind die Beschlüsse, Zitat: „brauchbar“. Und wenn Lauterbach etwas nicht gleich schlecht findet, heißt das ja auch schonmal was… Darum hat das „Team Vorsicht“ mit Mannschaftskapitän Markus Söder die Notbremse wegen der britischen Mutante heute nochmal verteidigt: „Die Mutation bedeutet de facto eine deutlich höhere Sterblichkeit, eine deutlich höhere Ansteckung, eine deutlich längere Verweildauer auf Intensivstationen, und – Achtung, wichtig – eben nicht nur für die Älteren, sondern gerade auch bei den Jüngeren“.

Werden Gründonnerstag und Ostersamstag zu Feiertagen?

Söder hat dabei auch nochmal konkretisiert – was genau „Ruhephase“ über Ostern bedeutet – besonders für die eigentlichen Werktage Gründonnerstag und Ostersamstag: „Dort entscheidet der Bund heute, macht die Rechtsgrundlage dafür, dass die Tage wie Sonn- und Feiertage zu behandeln sind. Das heißt für die Arbeitnehmer würde das Zuschläge bedeuten, wenn man am Sonn- oder Feiertag arbeiten müsste“.

Keine Quarantäne für Reise-Rückkehrer von Mallorca

Für alle die bei dem Chaos nach Mallorca flüchten wollen: Immerhin gibts bei der Rückkehr keine Quarantäne. Die Fluggesellschaften wollen die Rückkehrer vorher testen. Sie hoffen, dass das Testen vor dem Fliegen ein Zukunftsmodell sein kann – auch für den bevorstehenden Sommer-Urlaub. Und ich hoffe, damit ist der Sommer-Urlaub in diesem Jahr gemeint.

Lockdown und Oster-Ruhe: Das Corona Update vom 23. März 2021 SONDERAUSGABE

Das war ja mal eine Marathon-Sitzung! Bis tief in die Nacht haben die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin um die neue Corona-Strategie gerungen. Ergebnis: der Lockdown wird wieder verlängert, und zwar bis zum 18. April. Und für die Osterfeiertage wird eine strenge Ruhepause gelten, in der das öffentliche Leben fast komplett heruntergefahren wird.

Ostern wird zur Ruhepause für Deutschland

Das ist wohl der überraschendste Beschluss: Ostern wird eine Ruhephase. Man könnte es auch Knallhart-Lockdown nennen. Das ganze Land soll von Gründonnerstag bis Ostermontag runtergefahren werden. Das Motto laut Bundeskanzlerin Angela Merkel „Wir bleiben zu Hause.“ Heißt: Das wirtschaftliche und private Leben soll ruhen. Bereits geöffnete Außengastronomie muss schließen, es gibt ein Versammlungsverbot. Supermärkte öffnen nur am Karsamstag. Kirchen und andere Religionsgemeinschaften sollen Gottesdienste nur online anbieten. Nach Ostern soll dann verstärkt getestet werden – in Schulen, Kitas und Testzentren.

Es bleibt bei harten Kontaktverbtoten

Die Kontaktbeschränkungen werden Ostern nicht gelockert, so die Kanzlerin: „Private Zusammenkünfte sind in dieser Zeit im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands und mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt“. Kinder unter 14 zählen dabei nicht.

Notbremse soll bei Inzident von mehr als 100 gezogen werden

Die vereinbarte Notbremse bei Inzidenzen über 100 soll bundesweit in den betroffenen Regionen umgesetzt werden. Auch für Nordrhein-Westfalen hat das Folgen. Alle bereits umgesetzten Öffnungsschritte werden in NRW zurückgenommen. Ministerpräsident Armin Laschet: „Es bedeutet insbesondere – was besonders bedauerlich ist – „Click and Meet“, also mit einem Termin in einem Laden einkaufen zu können, wird dann zurück genommen werden müssen“.  NRW werd die Notbremse in den kommenden Tagen ein zu eins umsetzen, so Laschet. In Regionen mit Inzidenzen von mehr als 100 sollen die Corona-Beschränkungen sogar nochmal verschärft werden. Zum Beispiel müssen dann Mitfahrer in privaten Autos Masken tragen. Möglich sind auch schärfere Kontaktbeschränkungen und regional beschränkte Ausgangssperren in Hotspots.

Urlaub zu Ostern fällt weitgehend ins Wasser

Ein Punkt über den besonders lange gestritten wurde. Der Urlaub im eigenen Bundesland ist gestrichen und alle, die aus dem Ausland per Flugzeug zurückreisen, müssen sich vor dem Abflug testen lassen. Im Detail erklärte Merkel nach der Bund-Länder-Runde: „Deshalb haben wir mit den Fluggesellschaften vereinbarten, dass Tests von Crew und Passagieren vor dem Rückflug stattfinden“. Besonders die Mallorca-Urlauber will die Kanzlerin im Blick behalten, denn zu groß ist die Angst vor der brasilianischen Mutation, die auf der Insel aufgetaucht ist. Darum arbeitet auch NRW bereits an einem Testkonzept an den Flughäfen. Ministerpräsident Laschet erklärte bereits in der Nacht: „Verkehrsminister Hendrik Wüst hat mit den Geschäftsführern der großen nordrhein-westfälischen Flughäfen gesprochen, um Modalitäten für Testungen nach der Landung jetzt bereits vorzubereiten“. Dass dieser Lockdown nach Ostern endet, ist auch noch nicht ausgemacht. Denn dazu müssten die Inzidenzen deutlich und stabil unter 100 sinken…

Einzelhandel und Osterurlaub: Das Corona Update vom 22. März 2021

Heute Abend schauen viele wieder gebannt nach Berlin. Dort treffen sich in diesen Minuten die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin per Videoschalte. Es geht um die Frage: Wie geht es weiter mit dem Lockdown und den Corona-Einschränkungen angesichts steigender Infektionszahlen und der um sich greifenden britischen Virus-Mutation. Und als wenn das nicht schon schwierig genug wäre, ist jetzt auch noch das Oberverwaltungsgericht in Münster mit einem wichtigen Urteil dazwischen „gegrätscht“.

Corona-Regeln für den Einzelhandel von Gericht „kassiert“

Es ist die zweite Hammer-Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster. Erst haben die Richter die Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer in NRW gekippt – jetzt die ungleichen Regeln im Einzelhandel, wie Terminbuchung und Kundenbeschränkung pro Quadratmeter. Anwalt Arnd Kempgens verrät uns, was hinter der Entscheidung steckt: „Supermärkte dürfen mit einer Mindestfläche öffnen ohne Termin. Und es gibt die Betriebe, die nur mit Termin öffnen dürfen. Und da sagt das Oberverwaltungsgericht: Das ist ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“. Jetzt muss sich das Land kurzfristig neue Regeln für den Einzelhandel aufstellen.

Mallorca ja, Ostsee nein: Diskussionen um den Osterurlaub gehen weiter

Nach dem vergangenen Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Krise sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach: „Das Ganze ist – glaube ich – jetzt ein Konzept der Verlässlichkeit“. Zum Glück hatte sie damals schon das „glaube ich“ eingeschoben. Denn von dem Öffnungsplan in fünf Schritten ist jetzt noch ein Zurücktreten mit einem großen Schritt geblieben. Die dritte Corona-Welle ist da, der Impfstoff nicht und die Teststrategie auch nicht – also drohen heute beim Bund-Länder-Gipfel erneut Einschränkungen. Der Lockdown soll bis zum 18. April verlängert werden, und es droht sogar eine nächtliche Ausgangssperre für Regionen mit hoher Inzidenz. Streit droht auch beim Thema Osterurlaub. Die Küstenländer wollen für ihre Einwohner zumindest Urlaub im eigenen Bundesland möglich machen – in Ferienwohnungen oder im Wohnmobil. Während das umstritten ist, hebt ein Flieger nach dem anderen fröhlich Richtung Mallorca ab. Für Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil im ZDF schwer zu erklären: „Wir merken, dass die Mallorca-Entscheidung der Bundesregierung ein richtiger Stimmungskiller ist, weil Leute natürlich fragen „warum darf ich eigentlich nicht in die Lüneburger Heide in ein Ferienhaus fahren, aber ich darf einen Flieger buchen nach Mallorca“. Die Antwort der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin könnte heute eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer sein – egal, ob sie jetzt aus einem Risikogebiet kommen, oder nicht. Gemeinsames Eiersuchen im engsten Familienkreis könnte Ostern aber möglich sein. Treffen mit vier weiteren Mitgliedern aus dem engsten Familienkreis und aus anderen Hausständen, zuzüglich Kindern, sollen erlaubt werden heißt es im aktualisierten Beschlussentwurf.

Astrazeneca: Neue Studien mit guten Ergebnissen

Eine neue Untersuchung des Astrazeneca-Impfstoffs hat ergeben, dass es kein erhöhtes Thromboserisiko gibt. Laut einer unabhängigen Expertengruppe gebe es darum keine Sicherheitsbedenken. Außerdem schützt Astrazeneca laut einer neuen großangelegten US-Studie zu 80% vor einer Infektion und sogar zu 100% vor einem schweren Verlauf.