Kreuzimpfung von Stiko empfohlen: Das Corona Update vom 02. Juli 2021

Die Ständige Impfkommission reagiert auf die Delta-Variante. Die Stiko empfiehlt Menschen, die bereits einmal mit Astrazeneca geimpft wurden die Zweitimpfung mit Biontech oder Moderna. Grund: Die Kombination aus Astrazeneca und einem mRNA-Impfstoff wirkt laut einer Studie der Oxford-Universität deutlich besser. Gesundheitsminister Spahn sagte dazu: „Wir haben viele Dosen von Astrazeneca, die uns in diesen Tagen geliefert werden und die weitergeleitet werden an die Länder vorrätig, um viele Impfwillige kurzfristig mit einer ersten Impfung Astrazeneca impfen zu können. Die Kombination Astrazeneka und Biontech schützt mindestens so gut wie Biontech/Biontech.“ Zusätzlich kann bei dieser sogenannten Kreuzimpfung der Zeitraum zwischen Erst-und Zweitimpfung auf 4 Wochen verkürzt werden.

Corona-Lage in Portugal spitzt sich zu

Die Corona-Lage in Portugal spitzt sich weiter zu. Die Regierung hat darum eine Ausgangssperre zwischen 23 und 5 Uhr verhängt. Auch Spanien warnt zum Ferienstart jetzt wieder vor steigenden Infektionszahlen. Auf Mallorca ist die Sieben-Tage-Inzidenz in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen und liegt jetzt bei über 70. Grund sind unteranderem Abschlussfahrten spanischer Schulklassen. Darum wird es bei der Rückkehr nach Deutschland strenge Kontrollen geben, sagt Berlins regierender Bürgermeister Müller im „ZDF“: „Wir haben die Chance über die Fluggesellschaften zu klären, wer steigt mit welchem Status ein und die Testnachweise müssen erbracht werden. Wir können bei uns an den Flughäfen lückenlos kontrollieren und landseitig wer mit dem Auto und der Bahn kommt, können wir mindestens Stichproben machen.“

Videokonferenzen bei Deutschen unbeliebt

Homeoffice ja – aber am liebsten ohne Videokonferenzen. Das ist das Ergebnis einer Yougov-Umfrage. Danach würde die Mehrheit der Deutschen nach der Pandemie gerne auf Videokonferenzen und -chats verzichten. Stattdessen möchten die meisten lieber wieder mit dem guten alten Telefon oder Messengerdiensten kommunizieren. Schade, wir werden sie vermissen: die Video-Fails mit Mitarbeitern auf dem Klo, in Unterhosen oder die Videochats unserer Politiker.

Unser Update zur Coronakrise

Corona sorgt immer noch Tag für Tag für zahlreiche Meldung. Wir helfen, den Überblick zu behalten und filtern für Euch die Nachrichten. Viel Spaß mit unserem Snack-Podcast für Zwischendurch!

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Das Corona-Update

Neuere Lockerungen in zwei Wochen in NRW: Das Corona Update vom 23. Juni 2021

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat weitere Lockerungen in zwei Wochen angekündigt. „Es wird jetzt um die Fragen gehen: Brauchen wir für alle Bereiche noch Testpflichten? In welchen Bereichen ist die Maske noch erforderlich? Wir haben jetzt für den Außenbereich die Maskenpflicht abgeschafft. Ich denke mal, wir haben noch wenige Tage bis zu den Schulferien, so dass wir hier jetzt im Innenbereich an der Maskenpflicht nichts ändern“, so der Kanzlerkandidat der Union. Und: Die Schulen sollen nach den Ferien offen bleiben.

Delta-Variante wohl weiter verbreitet – Drosten mit leichter Entwarnung

Die Delta-Variante ist offenbar zumindest in Teilen Deutschlands auf dem Vormarsch. Bundesweit liegt der Anteil bei rund 6% aber im Raum München liegt der Anteil schon bei rund 25%. Auch in Hessen breitet sich die indische Virus-Mutation weiter aus, sagt Gesundheitsminister Kai Klose. „Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon in über 25% der Fälle dominiert, daran sehen sie, dass das sehr schnell geht.“

Deutschlands Top-Virologe Prof. Christian Drosten wirkt da auch etwas ratlos. Er hält es auch für möglich, dass Delta in Deutschland einen anderen Verlauf nehmen könnte als in Großbritannien, wo die Infektionen in den vergangene Wochen wieder stark angestiegen sind. „Ich glaube eine Sache, die man sich für Deutschland zu Gute halten kann ist, dass wenn es so sein sollte, dass im Juli die Fallzahlen wieder ansteigen, dann werden wahrscheinlich die Schulferien, die kommen, wieder eine Entspannung bringen. Und diese Möglichkeit hatten natürlich unsere Kollegen in England nicht.“

Drosten geht davon aus, dass die Inzidenzen im Herbst auf jeden Fall wieder steigen. Darum müssten bis dahin jetzt möglichst viele Menschen komplett geimpft werden. Besonders Eltern von Schulkindern. Der Impfstoffhersteller Biontech geht außerdem weiter davon aus, dass man den Impfstoff nicht wegen der Delta-Variant anpassen muss. Allerdings könnte eine Auffrischung im Herbst nötig sein.

Impftermin-Vergabe in Impfzentren – aber nur priorisiert

Ab heute kann man in den Impfzentren in NRW wieder einen Termin für die erste Impfung vereinbaren. Die Terminbuchung ist online möglich über www.116117.de und  telefonisch über die zentrale Rufnummer 116 117. Allerdings ist die Erstimpfung weiter den über 60-jährigen und Vorerkrankten vorbehalten – trotz Wegfall der Priorisierung. Alle anderen noch ohne Impfangebot sollen es stattdessen zunächst bei den Haus- oder Betriebsärzten versuchen.

Laschet stellt weitere Lockerungen in Aussicht – Das Corona Update vom 16. Juni 2021

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat im Landtag weitere Lockerungen in Aussicht gestellt. Die Maskenpflicht hält Laschet angesichts der weiter sinkenden Infektionszahlen für überflüssig – aber nicht überall: „Wir wollen kein Risiko eingehen und wo es nötig ist – in Innenräumen – weiter auf Masken setzen. Im Außenraum kann die Maskenpflicht, auch in den Städten und Kommunen wo sie immer noch gilt, beendet werden“. Auch Großveranstaltungen sollen ab September in NRW wieder möglich sein. „Wenn die Infektionszahlen niedrig bleiben, sind ab September auch wieder größere Veranstaltungen möglich. Musikfestivals, Sportfeste, Volksfeste und weitere Rücknahmen von Beschränkungen“, so Laschet. Trotzdem mahnt er weiter zur Vorsicht, damit eine vierte Welle durch die Delta-Variante im Herbst verhindert werden kann. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet nämlich damit, dass die indische Variante auch bei uns dann Probleme bereiten könnte.

Gesundheitsminister beraten sich

Am 16. Juni beraten die Gesundheitsminister der Länder unter anderem darüber, wie die Wiedereinreiseregeln nach dem Sommer-Urlaub aussehen könnten. Laut einer Beschlussvorlage könnte es bei der Testpflicht vor der Rückreise bleiben. Zudem wird auch eine zweite negative Testung nach fünf bis sieben Tagen diskutiert. Im Straßenverkehr und bei Bahn-Verbindungen aus ausländischen Risikogebieten soll es im Sommer „im grenznahen Bereich verstärkt stichprobenhafte Kontrollen“ geben. Damit soll verhindert werden, dass Virus-Mutationen eingeschleppt werden.

New York hebt alle Beschränkungen auf

Gute Nachrichten gibts für alle Mallorca-Urlauber. Da wird nämlich die Sperrstunde für Gastro-Betriebe und Nachtlokale ab Samstag auf 2 Uhr morgens verlegt. Clubs bleiben auf den Balearen aber noch bis mindestens bis Mitte Juli geschlossen.

In New York hat Gouverneur Andrew Cuomo sogar alle Beschränkungen aufgehoben – denn 70% der New Yorker sind geimpft.“Jetzt können wir wieder unser Leben leben“, so Cuomo. „Die richtigen, staatlichen Einschränkungen, die uns durch diese Pandemie gebracht haben, werden ab sofort aufgehoben.“ Dabei war New York vor einem Jahr das Epizentrum der Pandemie mit Hunderten Toten pro Tag. Jetzt wird das Ende der Pandemie groß gefeiert. Mit einem Feuerwerk heute Nacht.

Laumann offen für Ende der Maskenpflicht draußen – Das Corona Update vom 15. Juni 2021

Draußen Ja  – drinnen Nein. Das ist die Linie, die sich bei der Debatte über den Wegfall des Maskenpflicht abzeichnet. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sagt: Bei den derzeit sinkenden Infektionszahlen könne er es sich vorstellen, die Maskenpflicht in bestimmten Außenbereichen zur Debatte zu stellen. Und Laumann schränkt direkt ein: es gebe Bereiche, in denen man weiterhin an der Maskenpflicht festhalten sollte, zum Beispiel bei größeren Menschenansammlungen, wie etwa Warteschlangen.

Drinnen aber werden wir es wohl noch länger mit Masken zu tun haben: Gernot Marx, der Chef der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, sagt in der Rheinischen Post: Damit auch drinnen die Maskenpflicht wegfällt, brauche man eine Impfquote von 70 Prozent. Im Moment stünden wir bei 26 Prozent. Das hat auch Folgen für die Schülerinnen und Schüler, die wohl noch länger mit Maske im Unterricht sitzen werden: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist dafür. Denn: Viele Klassenräume ließen sich gar nicht richtig lüften. 

Epidemische Lage wird in NRW beendet

Der nordrhein-westfälische Landtag wird die „epidemische Lage von landesweiter Tragweite“ nicht noch einmal verlängern. Das war eigentlich diese Woche geplant. Darauf haben sich die Regierungsfraktionen von CDU und FDP geeinigt. Damit entfallen ab dem 19. Juni schon besondere Befugnisse für die Landesregierung. Die durfte bisher zum Beispiel medizinisches Material einfach beschlagnahmen.

Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich insgesamt weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Robert-Koch-institut bundesweit bei 15,5. Bei uns in NRW liegt die die Sieben-Tage-Inzidenz bei 16,9. Inzwischen liegen alle kreisfreien Städte und Kreise in NRW jetzt unter der Schwelle von 35. Hagen hat mit 33,9 den höchsten Wert. Den niedrigsten Wert hat der Kreis Herford mit 5,6. 

Biontech und Astrazeneca gegen Delta-Variante wirksam

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer und Astrazeneca wirkt auch gegen die Delta-Variante. Das ist bei einer britischen Datenanalyse herausgekommen. Wer zwei Impfdosen erhalten hatte, war sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen geschützt , das haben die britischen Gesundheitsbehörden mitgeteilt. 

EM startet – Lauterbach hält Public Viewing für möglich: Das Corona Update vom 11. Juni

Am 11. Juni startet die Fußball EM und wahrscheinlich haben auch andere Teams mal eine Chance gegen die Tiki-Taka-Künstler aus Spanien. Denn einige Kicker des spanischen EM-Teams wurden heute kurz vor dem Start noch schnell durchgeimpft. Grund waren zwei Corona-Fälle im Team. Die Spanier hoffen, dass durch die Impfung weitere Fälle verhindert werden können, und sie hoffen wohl auch darauf, dass es keine heftigen Nebenwirkungen bei Spielern gibt.

Es startet auch eine weitere Großveranstaltung: der G7-Gipfel im englischen Cornwall. Ebenfalls ist unter den Beteiligten auch die Aufregung groß – denn im Hotel von Merkels Sicherheitsleuten hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Einer von Merkels Security-Leuten ist in Quarantäne. Die Kanzlerin wird trotzdem am Gipfel teilnehmen. Sie ist ja geimpft.

Lauterbach: Public Viewing möglich – Warnung vor vierter Welle bleibt aber

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hält doch tatsächlich Public Viewing Veranstaltungen während der Fußball-EM für möglich – für Geimpfte, Getestete und Genesene. Und wenn er das sagt, dann muss das Infektionsrisiko quasi unter 0% liegen. Er plädiere dafür, dass während der EM die Außengastronomie länger geöffnet bleiben sollte, damit sich die Menschen auch weiter draußen aufhalten.

Trotz alledem hält es Lauterbach weiterhin für plausibel, über eine vierte Welle im Herbst zu sprechen: „Wir sind in einer Situation, wo wir in Innenräumen Probleme bekommen können. Wenn die indische Variante kommt und davon gehe ich aus, bedeutet das, dass sich Ungeimpfte damit infizieren könnten – auch Kinder“, so Lauterbach gegenüber ntv.

Digitaler Impfnachweis ab Montag

Der neue digitale Impfnachweis startet ab Montag – dann kann man seinen analogen Impfnachweis digitalisieren lassen und hat ihn dann griffbereit in einer App auf dem Smartphone. Allerdings braucht man in NRW wohl wieder einmal Geduld. Die Praxen und Impfzentren werden noch keine elektronischen Impfzertifikate ausstellen können, so die Kassenärztlichen Vereinigungen. Damit bleibt am Anfang für vollständig Geimpfte nur der Weg über die Apotheken zum digitalen Impfnachweis. Einige von ihnen wollen bereits am Montag mit diesem Service starten.

Impfpriorisierung aufgehoben, Impfstoff bleibt knapp: Das Corona Update vom 7. Juni 2021

Die gute Nachricht – seit heute gibt es keine Impfpriorisierung mehr. Jeder der will, kann sich ab sofort gegen Corona impfen lassen, unabhängig von Alter oder Vorerkrankungen oder Systemrelevanz. Auch für Kinder ab zwölf Jahren können nun Impftermine vereinbart werden. Die schlechte Nachricht – es gibt nach wie vor keinen Impfstoff. Das ist wie Freibier für alle rufen, wenn die Fässer leer sind. Trotzdem theoretisch kann jetzt jeder bei Impfzentren, Ärzten und Betriebsärzten einen Impftermin vereinbaren. Vom Bundesgesundheitsministerium kommt die Schätzung, bis Mitte Juli würden 80 Prozent der Erwachsenen in Deutschland geimpft sein.

Spahns Maskenaffäre bringt Bundesgesundheitsminister in Erklärungsnot

Wie schnell doch aus einer, auf den ersten Blick noblen Geste, ein Skandal werden kann – an Obdachlose und Menschen mit Behinderung Masken zu verteilen das ist ein anständiger Zug denkt man. Wenn sich dann aber herausstellt, dass es sich dabei um minderwertige Masken handelt, entsteht der Eindruck hier könnte ein Fehleinkauf von unzertifizierten Masken an arglose Bedürftige verramscht worden sein, Das wäre dann mindestens schäbig. Jedenfalls ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mal wieder in Erklärungsnot geraten. Aber erklären kann er ja immer ganz gut: „Sie sind sicher. Sie haben keine EU-Zertifizierung aber sie sind beim Infektionsschutz sicher und das ist das Entscheidende um das es geht.“

Die Masken seien also völlig in Ordnung gewesen, und im übrigen sei die Verteilaktion gar nicht auf seinem Mist gewachsen sagte Spahn. „Es war übrigens eine Idee des Arbeitsministeriums selbst, in einem Sonderkontingent an Obdachlose und Eingliederungshilfe Masken zu verteilen“, so der Gesundheitsminister.

Testbetrug? Zahlen an durchgeführten Tests deutlich gesunken

Noch was aus der Kategorie „Na, guck mal einer an“: Seit gegen einen Testcenter-Betreiber wegen möglichen Betrugs bei der Abrechnung von Corona-Tests ermittelt wird, sind die gemeldeten Zahlen an Tests „deutlich eingebrochen“. Das steht in einem Bericht des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums an den Landtag. Die Schlussfolgerung des Ministeriums-Berichts: „Dies deutet durchaus auf ein tatsächlich illegales Vorgehen hin“. Entweder das, oder es handelt sich um einen echt witzigen Zufall. Vor rund einer Woche haben Reporter aufgedeckt, dass in manchen Testzentren wesentlich mehr Tests abgerechnet wurden als Kunden da waren. Zwei Firmenverantwortliche sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Diskussion um Schulen, RKI-Chef Wieler gegen weitere Lockerungen: Das Corona Update vom 1. Juni 2021

Auch die EU-Kommission hat jetzt Grünes Licht für die Verwendung des Corona-Impfstoffs von Biontech / Pfizer bei Kindern ab zwölf Jahren Grünes Licht gegeben. Das heißt: Rein rechtlich steht einer Impfung bei Kindern nichts mehr im Wege. Aber: Die Ständige Impfkommission in Deutschland hat noch keine Empfehlung ausgesprochen. Dort wird darüber nachgedacht, eine Empfehlung nur für Kinder mit Vorerkrankungen gegeben werden sollte.

Sieben-Tage-Inzidenz bei 35,2: Lage stabilisiert sich weiter

So langsam stabilisiert sich die Lage: Das Robert Koch-Institut hat die Gefahrenlage für Deutschland offiziell von “sehr hoch” auf “hoch” heruntergestuft. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit bei 35,2. Das ist zwar ein ganz leichter Anstieg – weil sie gestern noch 35,1 lag. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, er blicke trotzdem optimistisch auf die kommenden Tage. Das könne ein guter Sommer werden, sagte er.

Für neue Lockerungen reicht es im Moment aber noch nicht, so RKI-Chef Lothar Wieler. Um wirklich sicher zu sein, müssten rund 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger vollständig geimpft sein. Aktuell sind es aber erst 18 Prozent. 

Lehrerverbände diskutieren schon wieder über Schulschließungen

Die Schulen haben jetzt den zweiten Tag in Folge in Vollpräsenz geöffnet – schon wird darüber diskutiert, ob und wann sie wieder geschlossen werden sollten: Die Frage von Schulschließungen sollte nach Ansicht des Lehrerverbandes auch im nächsten Schuljahr weiter an die Inzidenz gekoppelt werden. Solange nicht alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit zur Impfung hätten, habe der Schulbetrieb Rücksicht zu nehmen – das sagt Verbandspräsident Meidinger. Überhaupt wird auch unter den Eltern darüber diskutiert, ob die jetzigen Schulöffnungen zur richtigen Zeit kommen. Das ist das Top-Thema in unserem Podcast „Corona. Und jetzt“ – den gibt es ab Donnerstag (2. Juni) überall dort, wo es Podcasts gibt.

Privatinsolvenzen deutlich häufiger als zuvor

Die Zahl der Privat-Insolvenzen ist durch die Corona-Pandemie deutlich angestiegen. In den ersten drei Monaten des aktuellen Jahres gab es rund 31.800 Privatinsolvenzen in Deutschland. Das sind nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel knapp 57 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 

Eine gute Nachricht noch zum Schluss: Damit Firmen in der Corona-Pandemie weiter ausbilden, gibt es ab heute eine höhere Prämie. Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern erhalten pro Azubi bis zu 6000 Euro. Das ist doppelt so viel wie bisher. 

Kinder sollen von Lockerungen profitieren – Schummelei bei Schnelltests: Das Corona Update vom 28. Mai 2021

Kriegen Kinder und Jugendliche einen unbeschwerten Sommer mit Urlauben und Schwimmbadbesuchen? Wenn es nach der neuen Bundesfamilienministern Christine Lambrecht gehe, dann sollten Kinder und Jugendliche auch von allen Lockerungen profitieren. Allerdings unabhängig von einer Corona-Impfung. Wie wir auch mittlerweile wissen, ist ja ohnehin nicht mehr vorgesehen, dass die Länder vom Bund zusätzliche Impfdosen für Kinder und Jugendliche erhalten sollen. Also macht sich Skepsis breit.

So zum Beispiel beim Deutschen Lehrerverband. Der Vorsitzende Meidinger zweifelt beim „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, ob die neusten Beschlüsse positive Auswirkungen auf den Schulbetrieb im nächsten Schuljahr hätten. Hier bei uns in NRW soll es auch laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann keine Corona-Impfungen in Schulen geben. Man müsse die Empfehlung der Ständigen Impfkommission erst einmal abwarten und es soll kein Druck auf Eltern ausgeübt werden.

Ungewöhnliche Methode für Klassenunterricht

Da ab dem 31. Mai in NRW wieder Präsenzunterricht bei einer Inzidenz unter 100 gilt, könnte man ja nochmal überlegen, ob man die Klassenräume bis dahin optimieren mag. Wie wäre es denn mit Unterricht im Festzelt? Im niederbayrischen Deggendorf haben zwei Schulen ihre Schüler dahin geschickt, wo sonst die Maßkrüge fliegen. Kam bei Schule und Schülern gut an – schließlich hatten sie mehr Freiräume um Abstände halten zu können. Ob allerdings auf der Schulbank getanzt wurde, wissen wir nicht.

MediCan-Schnelltestzentrenten unter Betrugsverdacht

Erst gefälschte Impfpässe, jetzt Betrug in Schnelltestzentren. Offenbar wird deren Arbeit nur selten kontrolliert. Denn nach Medienberichten des Westdeutschen- und Norddeutschen Rundfunks und der „Süddeutschen Zeitung“ müssen die Betreiber nur mitteilen, wie viele Personen sie getestet haben – dann kann ohne jeden Beleg abgerechnet werden. 18 Euro können pro Test in Rechnung gestellt werden. Journalisten haben mehrere Testzentren in Nordrhein-Westfalen überprüft und Besucherdaten mit der Datenbank des Landes abgeglichen. Demnach wurden deutlich mehr Menschen gemeldet als getestet.

Links

Betrugsverdacht bei MediCan-Schnelltestzentren

Lockerungen in NRW ab 28. Mai

Unterricht in Bayern in einem Festzelt

Impfpass-Betrüger auf dem Vormarsch, sicherer Sommerurlaub: Das Corona Update vom 6. Mai

Es war für Betrüger wohl noch nie so einfach Geld zu verdienen: Man bestellt Impfbücher bei Amazon und fälscht anschließend Arztstempel und Impfstoff-Aufkleber – fertig ist der Impfausweis. Solche Fälschungen werden derzeit besonders beim Nachrichtendienst „Telegram“ angeboten. Ein Anbieter zum Beispiel verkauft einen Pass für 99 Euro. Er wirbt sogar damit, dass Chargennummer und Impf-Datum übereinstimmen und man sich das Impfzentrum aussuchen kann. Den Fälschern wird es besonders einfach gemacht, weil viele in Social Media-Kanälen stolz ihre originalen Impfpässe posten. Die Daten nutzen die Betrüger dann für ihre Fälschungen. Darum der Tipp von Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei: „Wenn man geimpft ist, sollte man nicht den Ausweis stolz in eine Kamera halten. Man sieht, dass Original und Fälschung doch ziemlich gleich sind.“

Die Bundesregierung will darum im Juni gemeinsam mit der EU einen digitalen Impfpass einführen. Wer geimpft ist, bekommt dann einen QR-Code mitdem er den Impfnachweis im Handy speichern kann. Wer noch ein analoges Impfbuch hat, kann die Corona-Impfung vom Arzt oder Apotheker digitalisieren lassen.

Corona-Schutzversicherung für den Urlaub

Da ein Sommer-Urlaub immer wahrscheinlicher wird, bieten viele Reiseanbieter eine vermeintlich sichere Buchung mit einer Corona-Schutzversicherung an. Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland, sagt, dass „zum Beispiel abgesichert ist, dass wenn man aufgrund Corona in Isolation muss, oder aber auch im Urlaub an Corona erkrankt, frühzeitig abreisen oder in Quarantäne muss. Aber: Eine Stornierung, weil man kurzfristig Angst hat zu verreisen, sei dagegen meist nicht abgedeckt.

Influencerin wird von Bali nach Hause geschickt

Das ist wohl nach hinten losgegangen. Nach dem Maskengate der russischen Influencerin Leia Se auf Bali gibts jetzt Konsequenzen. Sie war mit einer aufgemalten OP-Maske im Supermarkt shoppen und fand das total funny. Das Prank-Video ging viral. Die indonesische Regierung allerdings fand das weniger funny sondern ziemlich bescheuert – mit Recht. Darum wurde Leia Se alias „Leisha“ jetzt in den nächsten Flieger zurück nach Moskau geschickt – da half dann auch ein offizielles „sorry“ -Video nichts.

Links:

Maskenprank der Influencerin Leia Se

Sommercamps für Schüler, erste Öffnungsschritte geplant: Das Corona Update vom 5. Mai

Drei mal Drei: Was war das nochmal? Ja, die Pandemie lässt gerade die kleinsten Schülerinnen und Schüler vieles vergessen, was sie eigentlich schon gelernt hatten. Gerade in Mathe, Deutsch und Fremdsprachen.

Darum hat die Bundesregierung jetzt ein Aufholprogramm beschlossen. In speziellen Sommercamps können die Schüler dann versäumtes Wissen aufholen – und das ist bitter nötig, sagt Bildungsministerin Karliczek: „Wir müssen davon ausgehen, dass 20 bis 25 Prozent deutliche Lernrückstände bedingt durch die Pandemie haben.“ Deswegen seien sie überzeugt, dass sie zusätzliche Unterstützung benötigen. Zudem bekommen bedürftige Familien 100 Euro pro Kind zum Beispiel für Sport-oder Freizeitaktivitäten.

Corona-Lage in Deutschland nicht mehr angespannt

Die Corona-Lage entspannt sich weiter. Gestern infizierten 4200 Menschen weniger als noch vor einer Woche. Schon am Wochenende sollen für Geimpfte und Genesene viele Lockerungen greifen. Viele Bundesländer wollen Gastronomie und Kultur in Regionen mit niedrigen Inzidenzen öffnen – Bundesgesundheitsminister Spahn sieht das im „ZDF“ mit Sorge: „Andere Länder auf der Welt haben gezeigt. Wer zu schnell öffnet, den kann das ganz schnell wieder einholen.“

Der digitale Impfpass soll indes bis zu den Sommerferien fertig sein soll – also rechtzeitig zur Reisesaison.

Will Smith macht eine Fitness-Doku

In dieser Woche hatte Hollywoodstar Will Smith mit einem Foto auf Instagram für Aufsehen gesorgt. Da hatte er doch glatt ein etwas unvorteilhaftes Portrait von sich gepostet. Zu sehen war nämlich eine veritable Corona-Plauze. Die soll jetzt weg. Und zwar mit einer Fitness-Doku auf Youtube. Er wolle wieder in die beste Form seines Lebens kommen, so der Schauspieler auf seinem Instagram-Account.