Kinder sollen von Lockerungen profitieren – Schummelei bei Schnelltests: Das Corona Update vom 28. Mai 2021

Kriegen Kinder und Jugendliche einen unbeschwerten Sommer mit Urlauben und Schwimmbadbesuchen? Wenn es nach der neuen Bundesfamilienministern Christine Lambrecht gehe, dann sollten Kinder und Jugendliche auch von allen Lockerungen profitieren. Allerdings unabhängig von einer Corona-Impfung. Wie wir auch mittlerweile wissen, ist ja ohnehin nicht mehr vorgesehen, dass die Länder vom Bund zusätzliche Impfdosen für Kinder und Jugendliche erhalten sollen. Also macht sich Skepsis breit.

So zum Beispiel beim Deutschen Lehrerverband. Der Vorsitzende Meidinger zweifelt beim „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, ob die neusten Beschlüsse positive Auswirkungen auf den Schulbetrieb im nächsten Schuljahr hätten. Hier bei uns in NRW soll es auch laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann keine Corona-Impfungen in Schulen geben. Man müsse die Empfehlung der Ständigen Impfkommission erst einmal abwarten und es soll kein Druck auf Eltern ausgeübt werden.

Ungewöhnliche Methode für Klassenunterricht

Da ab dem 31. Mai in NRW wieder Präsenzunterricht bei einer Inzidenz unter 100 gilt, könnte man ja nochmal überlegen, ob man die Klassenräume bis dahin optimieren mag. Wie wäre es denn mit Unterricht im Festzelt? Im niederbayrischen Deggendorf haben zwei Schulen ihre Schüler dahin geschickt, wo sonst die Maßkrüge fliegen. Kam bei Schule und Schülern gut an – schließlich hatten sie mehr Freiräume um Abstände halten zu können. Ob allerdings auf der Schulbank getanzt wurde, wissen wir nicht.

MediCan-Schnelltestzentrenten unter Betrugsverdacht

Erst gefälschte Impfpässe, jetzt Betrug in Schnelltestzentren. Offenbar wird deren Arbeit nur selten kontrolliert. Denn nach Medienberichten des Westdeutschen- und Norddeutschen Rundfunks und der „Süddeutschen Zeitung“ müssen die Betreiber nur mitteilen, wie viele Personen sie getestet haben – dann kann ohne jeden Beleg abgerechnet werden. 18 Euro können pro Test in Rechnung gestellt werden. Journalisten haben mehrere Testzentren in Nordrhein-Westfalen überprüft und Besucherdaten mit der Datenbank des Landes abgeglichen. Demnach wurden deutlich mehr Menschen gemeldet als getestet.

Links

Betrugsverdacht bei MediCan-Schnelltestzentren

Lockerungen in NRW ab 28. Mai

Unterricht in Bayern in einem Festzelt

Bundesrat beschließt die Corona-Notbremse: Das Corona Update vom 22. April 2021

Fast 30.000 Corona-Neuinfektionen und eine Wocheninzidenz von rund 161. Die Zahlen sind weiter hoch, aber das exponentielle Wachstum, vor dem Spitzenpolitiker und Virologen gewarnt haben, scheint sich nicht einzustellen. Trotzdem hat auch der Bundesrat die Corona-Notbremse beschlossen. Das neue Corona-Update mit Michael Boom.

Bundesärztekammer: Durchseuchung Deutschlands sollte erforscht werden

Wie schön, dass jetzt endlich gemeinsame Maßnahmen kommen, von denen sich kein Ministerpräsident mehr frei machen kann. Die Frage ist nur: Braucht es das jetzt eigentlich noch, nach über einem Jahr Pandemie und der mittlerweile gut laufenden Impf-Kampagne? Die Bundesäztekammer empfiehlt der Bundesregierung, das mal erforschen zu lassen, wie es schon seit langem in Großbritannien gemacht wird. Wie steht es aktuell um die Durchseuchung, wie viele Menschen haben vielleicht schon eine Erkrankung hinter sich, ohne es bemerkt zu haben? Die Ärzte ärgern sich darüber, dass man immer noch nicht weiß, wie gefährlich es ist, die Schulen geöffnet zu halten. Entscheidungen treffen auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen wird gefordert.

Chaos beim Impfen mit Astrazeneca lässt nicht nach

Beim Impfen mit Astrazeneca ist das Chaos wirklich perfekt. Wie übel der Ruf dieses Mittels beschädigt wurde ist offensichtlich. Selbst Wetterexperte Jörg Kachelmann hat von übler Nachrede gesprochen und gleich eine Liste mit guten Anwälten weitergeleitet. In Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern wird jetzt die Altersbeschränkung aufgehoben, weil man darauf hofft, dass sich wenigstens junge Menschen mit Astrazeneca schützen lassen, bevor sie weiter warten müssen. Nur so viel: Wissenschaftler haben das Sterberisiko nach einer Impfung mit Astrazeneca berechnet und herausgefunden, dass es ungefähr genauso groß ist, wie bei vier Tagen Ski-Urlaub auf der Piste zu sterben.

Impfen: Günther Jauch erhält zig Hass-Mails

Wir sind in der Endphase der Pandemie und es lohnt sich einfach nicht mehr, noch schlechter drauf zu sein. Zwei Fakten dazu: Kaum einer heiratet mehr. Es gibt nach Zahlen unserer NRW-Landesstatistiker aktuell einen historischen Tiefststand. Aber klar, tanzen, küssen und umarmen gehen schlecht zusammen mit Hygiene-Auflagen, Konaktbeschränkungen und Ausgangssperren. Außerdem gibt es mittlerweile so viele Corona-Skeptiker in Deutschland, dass selbst Günther Jauch offener Hass entgegen schlägt. Jauch hat bei „SternTV“ erzählt, dass er massenhaft Hass-Briefe bekommt, weil er für die Impf-Kampagne der Bundesregierung wirbt.

Spahn für einheitlichen Lockdown, vorerst keine MPK – Das Corona Update vom 08. April 2021

Mehr als 25 000 Neuinfektionen, Bundesgesundheitsminister wirkt Jens Spahn besorgt. „Das sind, um es ganz deutlich zu sagen, zu viele.“ So könne es nicht weitergehen. „Es braucht einen Lockdown um die aktuelle Welle zu brechen, und dauerhaft und stabil unter 100, deutlich unter 100 idealerweise bei der Inzidenz zu kommen.“ Es bräuchte also Maßnahmen und eigentlich sei die Bund-Länder-Runde hierfür das richtige Format. „Aber wenn manche schon die Einschätzung der Lage nicht teilen, dann wird es natürlich schwierig“, zeigte sich Spahn enttäuscht.

Spahn fordert: „Parteienstreit herunterfahren“

Und weil es eben so aussieht, als kämpfe der eine oder andere Politiker eher gegen den Lockdown als gegen das Coronavirus mahnt der Gesundheitsminister: „Ich empfehle uns allen, den Parteienstreit – Wahljahr hin oder her – herunterzufahren und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Bekämpfung der Pandemie.“ Ein bundesweiter, einheitlicher Lockdown wird erst mal nicht beschlossen werden. Da hilft nur an die Vernunft und die Geduld der Bevölkerung zu appellieren, weiter eigenverantwortlich Kontakte zu vermeiden wo es geht, ob im privaten, schulischen oder beruflichen Alltag.

Überhaupt keine Ministerpräsidentenkonferenz nächste Woche

Nicht nur die für Montag geplante Bund-Länder-Runde ist abgesagt worden, es wird in der kommenden Woche überhaupt keine Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin geben. Stattdessen will die Bundesregierung im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz verschärfen. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer versicherte aber, das bedeute nicht, dass es überhaupt keine Bund-Länder-Runden mehr gebe. „Diese Einigung auf eine Änderung im Infektionsschutzgesetz ist in gutem Einvernehmen zwischen Bunde und Ländern gelaufen, sonst wäre eine solcher Änderung ja gar nicht möglich“, so Demmer. Ziel sei es, eine bundesweit einheitliche Notbremsen-Regelung zu schaffen – für Kreise ab einer Inzidenz von 100.

Kommt ein „Brücken-Lockdown“ oder nicht? – Das Corona Update vom 07. April 2021

CDU-Chef Armin Laschet hatte ja versucht Druck zu machen, damit die Bund-Länder-Gespräche über die Corona-Krise noch diese Woche stattfinden. Das wird wohl nicht passieren. Am Mittwoch hat Laschet in seiner Funktion als Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident eine Drive-In-Impfstation in Schwelm besucht. Anschließend hat er sich noch mal über seine Idee des Brücken-Lockdowns geäußert. Mehr dazu erfahrt ihr im neuen Corona-Update mit Timo Schnitzer .

Ein bisschen verzweifelt wirkt er schon, Armin Laschet, wie er da im Schneeregen vor dem Impfzelt für seinen Vorschlag wirbt. „Der Brückenlockdown ist ja bisher eine Anregung von mir, dass wir da zu einem Ergebnis kommen. Auch da geht’s nur bundesweit, wir können es nur zusammen machen“, erklärt der CDU-Parteichef. Nur so recht will keiner mitmachen. Wenigstens aus dem Lager der Bundeskanzlerin erhielt Laschet indirekt Rückendeckung. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte, angesichts der Lage sei „jede Forderung nach einem kurzen einheitlichen Lockdown richtig.“

Laschet fragt nach Gegenvorschlägen

Doch was sagt man eigentlich denen, die vom Brücken-Lockdown gar nichts halten? „jetzt ein Vorschlag auf dem Tisch und ich bitte einfach die anderen…Was sind denn eure Ideen?“, fragt Laschet. Noch ist der Brückenlockdown nicht ganz vom Tisch, aber der Papierkorb rückt näher. Wie es mit den Schulen in Nordrhein-Westfalen weitergeht, wäre auch interessant zu wissen. Immerhin sind am Montag die Ferien zu Ende. Da verweist Laschet auf die Kultusministerkonferenz, sagt allerdings: „„Eines ist für mich klar: Schule kann nur öffnen, wenn überall das Testen funktioniert.“

NRW zu inkonsequent bei der Notbremse? Laschet widerspricht

Dem Eindruck, in NRW werde nicht konsequent genug von der Notbremse Gebrauch gemacht, widerspricht der Ministerpräsident. „Die Notbremse wird in Nordrhein-Westfalen komplett umgesetzt, so wie beschlossen.“ Allerdings setze man darauf, dass in Verbindung mit Corona-Tests zum Beispiel das Einkaufen möglich ist.

Sein Kollege aus München, Markus Söder, könnte sich übrigens vorstellen, wenn schon nicht die Lockdownregelung so wenigstens das mit der Notbremse dem Bund zu überlassen. Damit es kein Gemauschel gibt. „Eine Notbremse bundesgesetzlich zu verankern, so dass sie für alle in gleicher Weise, gleich konsequent greift.“

Wichtig wäre wohl aber, dass sich alle Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten wirklich Gedanken darüber machen, worüber sie denn bei der nächsten Konferenz am Montag reden wollen, wenn sie denn am Montag stattfindet. Weil – um es vorsichtig zu formulieren – noch so „ein Quark“ wie die „Osterruhe“ brauchen sie niemandem aufzutischen.

Der Brücken-Lockdown, Johnson will Bier trinken – Das Corona Update vom 06. April 2021

Er hat versprochen nachzudenken und er hat geliefert – Armin Laschet ist über Ostern was eingefallen, was andere schon seit geraumer Zeit fordern. Damit seine Idee aber trotzdem irgendwie neu wirkt hat Laschet dafür einen frischen Begriff verwendet: „Brücken-Lockdown“. Mit diesem Brücken-Lockdown solle die Zeit überbrückt werden, bis so viele Menschen geimpft sind, dass wieder gelockert werden kann. Weil das Wort allein noch keine Strategie ist, wurde Laschets Idee nicht gerade kritiklos bejubelt, um es mal so zu formulieren. Im ZDF-Morgmenmagazin hat der CDU-Chef den Plan nochmal erläutert: „Wir haben so etwas ähnliches ja einmal erdacht, mit der Osterruhe.“ Nicht ausgeschlossen, dass den Brückenlockdown sogar das gleiche Schicksal ereilt wie die Osterruhe und Laschet die Kanzlerin zitieren muss.

Bei den Briten läufts einfach besser

Irgendwie besser als bei uns läuft es in Großbritannien. Im Kalender des britischen Premiers, Boris Johnson, steht für kommenden Montag 12. April der Termin: ein Bier trinken. An dem Tag werde er vorsichtig aber doch unverhinderbar ein Bierglas an seine Lippen heben. „Im Gegensatz zur deutschen Impfkampagne ist die britische weit fortgeschritten. Ebenfalls anders als in Deutschland, gibt es in Großbritannien eine klare, fünfstufige Exitstrategie. Am kommenden Montag steht schon Stufe drei an, mit dem Öffnen von Geschäften, Museen und eben den Außenbereichen der Pubs.“

Impfung in Hausarztpraxen startet

Ab dem 6. April darf auch offiziell in den Hausarztpraxen geimpft werden. Das soll der Impfkampagne einen richtigen Wumms geben. In der ersten Woche erhält jede Praxis rein rechnerisch 26 Impf-Dosen. Klingt eher nach Wümmschen, als nach Wumms. Ab Ende April soll es dann aber richtig losgehen, wenn an die Hausärzte mehr als drei Millionen Dosen geliefert werden sollen.

Links:
Fragen und Antworten zum Impfen in Arztpraxen

Armin Laschets „Brücken-Lockdown“-PK aus Aachen

Laschet unter Druck, Frankreich im Lockdown – Das Corona Update vom 01. April 2021

Die Osterruhe der Kanzlerin war ein Flop, hoffentlich kommen wir trotzdem alle ein bisschen runter vom Corona-Stress und können ein bisschen abschalten. So wie Armin Laschet.

Laschet gibt kein gutes Bild ab

Der CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident will die Feiertage nutzen um mal so richtig nachzudenken. Endlich Zeit für mich, denkt Armin Laschet. Im ZDF heute-journal wollte er sich nicht aus seiner Osterruhe bringen lassen. „Das hat nicht funktioniert und deshalb müssen wir jetzt gemeinsam über die Ostertage nachdenken, was ist denn eine Ersatzmöglichkeit.“ Das klingt als wäre das eine gute Idee. Hätte man nur vielleicht schon früher mal versuche sollen, dieses Nachdenken. Es ist nicht sicher, ob wir es uns erlauben können über Ostern einfach mal Pandemie sein zu lassen und gründlich darüber nachzudenken. Armin Laschet: „Nein, wir haben die Zeit nicht, aber wir haben an dem Beispiel Gründonnerstag/Karsamstag gesehen, dass, wenn man zu schnell was entscheidet, die Praktiker sagen: Es geht nicht.“
Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich noch mal zu Wort gemeldet, bevor er sich zum österlichen Nachdenken in Klausur begibt. Spahn äußerte sich zum Start der Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen kommende Woche: „Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger.“ Und er begrüßte die Meldung, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich werbewirksam und vorbildhaft mit dem umstrittenen Impfstoff Astrazeneca hat impfen lassen.

Frankreich verhängt Lockdown

Wie die deutsche, so hat auch die französische Regierung erhebliche Schwierigkeiten eine effektive Krisenpolitik zu etablieren. Frankreich muss jetzt zum dritten Mal in den Lockdown, das hat Präsident Emanuel Macron verkündet. Ab Samstag, ganz Frankreich, für vier Wochen. Das bedeutet: Geschäfte bleiben geschlossen, abendliche Ausgangssperre ab 19 Uhr, nicht weiter von der eigenen Wohnung entfernen als in einem 10 Kilometer-Radius. Besonders bitter für Präsident Macron – er musste die Schließung der Schulen für drei Wochen anordnen. Frankreich war besonders stolz darauf, dass es gelungen war die Schulen während der Krise offen zu halten. Sie waren nur während des ersten strengen Lockdowns im vergangenen Frühjahr geschlossen.

Aufarbeitung, Testen und das Saarland: Das Corona Update vom 25. März 2021

Nach der Entschuldigung gestern gabs heute die Aufarbeitung im Bundestag. Die Pandemie hätte beim Krisenmanagement gravierende Schwachstellen offengelegt, so die Kanzlerin. „Wir müssen als föderales System hier besser und schneller werden.“ Und das heißt für die kommenden Wochen laut Merkel vor allem mehr testen, testen , testen.

Die Testungen soll auch vermehrt in den Unternehmen passieren. Wenn nicht 90 Prozent der Firmen einmal pro Woche Tests anbieten, will Merkel das per Gesetz vorschreiben. Aber auch jeder Bürger sollte sich regelmäßig in den Testzentren testen lassen, fordert die Kanzlerin. „Wenn ich aus Schulen, aus Betrieben höre, dass nur 30-40 Prozent der Möglichkeiten genutzt werden, dann hilft uns das nicht. Testen ist die Brücke, bis hin wir die Impfwirkung sehen.“

Merkel will, dass sich Bürger testen – Opposition will, dass gelockert wird – mit Testungen

Kritik gabs heute vor allem an der Ministerpräsident*Innen-Konferenz und den Entscheidungen hinter verschlossenen Türen.  FDP-Chef Christian Lindner sagt dazu: „Dieses Verfahren, was derzeit gewählt wird, führt systematisch zu falschen Abwägungen. Er fordert einen Strategiewechsel in der Pandemie, die lautet: Weniger Lockdown dafür mehr Lockerungen mit Tests.

Lockdown bald Geschichte: Modellprojekt Saarland zeigt, wie es mit Lockerungen funktionieren könnte

Wie das funktionieren könnte, will das Saarland nach Ostern ausprobieren. Ab 6. April sollen Kinos, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen. Im Freien dürfen sich bis zu zehn Menschen treffen. Auch Kontaktsport ist wieder möglich. Das hat Ministerpräsident Tobias Hans von der CDU verkündet: „Aber all das nur unter der Bedingung, der nach wie vor geltenden Hygiene-, Abstands- und sonstigen Schutzregeln. Und all das nur unter Vorlage eines tagesaktuellen Tests.

Übrigens: Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will das so in bis zu sechs Modellkommunen in NRW umsetzen.

Negativer Corona-Test für deutsche Urlauber wird zur Pflicht

Wer aus dem Ausland zurück nach Deutschland fliegt, braucht bald einen negativen Corona-Test – egal, ob er aus einem Risikogebiet kommt oder nicht. Das Bundesgesundheitsministerium plant einen Erlass, wonach alle Rückreisenden den Airlines vor der Rückreise einen negativen Test vorlegen müssen. Die Testpflicht könnte laut Entwurf schon ab morgen gelten. Ein generelles Verbot für Auslandsreisen könnte dagegen schwierig sein. Bayerns Ministerpräsident Söder glaubt, das es rechtlich nicht durchsetzbar ist. Die Bundesregierung prüft das aber weiter.

Viel Kritik und keine Quarantäne: Das Corona Update vom 23. März 2021

Ostern macht Deutschland dicht – was vielleicht den ein oder anderen auf die Idee bringen könnte, zum Shoppen nach Mallorca zu fliegen. Aber lassen wir das. Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin haben sich in einem stundenlangen Sitzungsmarathon bis tief in die Nacht darauf geeinigt, dass wieder einmal nur ein Shutdown hilft. Dafür hagelt es heute Kritik von allen Seiten.

Es war eine lange Nacht in Berlin

Ja, so ein Corona-Gipfel kann auch ganz schön lang sein. Manche sagen ja, er hätte nur deshalb bis tief in die Nacht gedauert, weil Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Candy Crush dreimal am Stück durchspielen wollte – Ironie aus. Immerhin ist so ein Bund-Länder-Gipfel zu Corona mittlerweile berechenbar – man weiß vorher schon was definitiv nicht dabei rauskommt: nämlich schnelles Impfen. Vom Testen mal ganz zu schweigen.

Kritische Stimmen zu den neuen Corona-Beschlüssen

Darum gibt es heute auch viel Kritik am harten Oster-Lockdown. Zu unkreativ, findet FDP-Chef Christian Lindner bei WELT – und angesichts der Ergebnisse ringt selbst der Rhetorik-Profi nach passenden Worten: „Es ist ein erschütterndes Konzept der… Konzeptlosigkeit.“ Aus Sicht des Robert Koch Instituts könnten die Maßnahmen jedoch helfen. Auch für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sind die Beschlüsse, Zitat: „brauchbar“. Und wenn Lauterbach etwas nicht gleich schlecht findet, heißt das ja auch schonmal was… Darum hat das „Team Vorsicht“ mit Mannschaftskapitän Markus Söder die Notbremse wegen der britischen Mutante heute nochmal verteidigt: „Die Mutation bedeutet de facto eine deutlich höhere Sterblichkeit, eine deutlich höhere Ansteckung, eine deutlich längere Verweildauer auf Intensivstationen, und – Achtung, wichtig – eben nicht nur für die Älteren, sondern gerade auch bei den Jüngeren“.

Werden Gründonnerstag und Ostersamstag zu Feiertagen?

Söder hat dabei auch nochmal konkretisiert – was genau „Ruhephase“ über Ostern bedeutet – besonders für die eigentlichen Werktage Gründonnerstag und Ostersamstag: „Dort entscheidet der Bund heute, macht die Rechtsgrundlage dafür, dass die Tage wie Sonn- und Feiertage zu behandeln sind. Das heißt für die Arbeitnehmer würde das Zuschläge bedeuten, wenn man am Sonn- oder Feiertag arbeiten müsste“.

Keine Quarantäne für Reise-Rückkehrer von Mallorca

Für alle die bei dem Chaos nach Mallorca flüchten wollen: Immerhin gibts bei der Rückkehr keine Quarantäne. Die Fluggesellschaften wollen die Rückkehrer vorher testen. Sie hoffen, dass das Testen vor dem Fliegen ein Zukunftsmodell sein kann – auch für den bevorstehenden Sommer-Urlaub. Und ich hoffe, damit ist der Sommer-Urlaub in diesem Jahr gemeint.

Lockdown und Oster-Ruhe: Das Corona Update vom 23. März 2021 SONDERAUSGABE

Das war ja mal eine Marathon-Sitzung! Bis tief in die Nacht haben die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin um die neue Corona-Strategie gerungen. Ergebnis: der Lockdown wird wieder verlängert, und zwar bis zum 18. April. Und für die Osterfeiertage wird eine strenge Ruhepause gelten, in der das öffentliche Leben fast komplett heruntergefahren wird.

Ostern wird zur Ruhepause für Deutschland

Das ist wohl der überraschendste Beschluss: Ostern wird eine Ruhephase. Man könnte es auch Knallhart-Lockdown nennen. Das ganze Land soll von Gründonnerstag bis Ostermontag runtergefahren werden. Das Motto laut Bundeskanzlerin Angela Merkel „Wir bleiben zu Hause.“ Heißt: Das wirtschaftliche und private Leben soll ruhen. Bereits geöffnete Außengastronomie muss schließen, es gibt ein Versammlungsverbot. Supermärkte öffnen nur am Karsamstag. Kirchen und andere Religionsgemeinschaften sollen Gottesdienste nur online anbieten. Nach Ostern soll dann verstärkt getestet werden – in Schulen, Kitas und Testzentren.

Es bleibt bei harten Kontaktverbtoten

Die Kontaktbeschränkungen werden Ostern nicht gelockert, so die Kanzlerin: „Private Zusammenkünfte sind in dieser Zeit im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands und mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt“. Kinder unter 14 zählen dabei nicht.

Notbremse soll bei Inzident von mehr als 100 gezogen werden

Die vereinbarte Notbremse bei Inzidenzen über 100 soll bundesweit in den betroffenen Regionen umgesetzt werden. Auch für Nordrhein-Westfalen hat das Folgen. Alle bereits umgesetzten Öffnungsschritte werden in NRW zurückgenommen. Ministerpräsident Armin Laschet: „Es bedeutet insbesondere – was besonders bedauerlich ist – „Click and Meet“, also mit einem Termin in einem Laden einkaufen zu können, wird dann zurück genommen werden müssen“.  NRW werd die Notbremse in den kommenden Tagen ein zu eins umsetzen, so Laschet. In Regionen mit Inzidenzen von mehr als 100 sollen die Corona-Beschränkungen sogar nochmal verschärft werden. Zum Beispiel müssen dann Mitfahrer in privaten Autos Masken tragen. Möglich sind auch schärfere Kontaktbeschränkungen und regional beschränkte Ausgangssperren in Hotspots.

Urlaub zu Ostern fällt weitgehend ins Wasser

Ein Punkt über den besonders lange gestritten wurde. Der Urlaub im eigenen Bundesland ist gestrichen und alle, die aus dem Ausland per Flugzeug zurückreisen, müssen sich vor dem Abflug testen lassen. Im Detail erklärte Merkel nach der Bund-Länder-Runde: „Deshalb haben wir mit den Fluggesellschaften vereinbarten, dass Tests von Crew und Passagieren vor dem Rückflug stattfinden“. Besonders die Mallorca-Urlauber will die Kanzlerin im Blick behalten, denn zu groß ist die Angst vor der brasilianischen Mutation, die auf der Insel aufgetaucht ist. Darum arbeitet auch NRW bereits an einem Testkonzept an den Flughäfen. Ministerpräsident Laschet erklärte bereits in der Nacht: „Verkehrsminister Hendrik Wüst hat mit den Geschäftsführern der großen nordrhein-westfälischen Flughäfen gesprochen, um Modalitäten für Testungen nach der Landung jetzt bereits vorzubereiten“. Dass dieser Lockdown nach Ostern endet, ist auch noch nicht ausgemacht. Denn dazu müssten die Inzidenzen deutlich und stabil unter 100 sinken…

Neuer Lockdown und kein Oster-Urlaub: Das Corona Update vom 19. März 2021

Gute Laune machen die Corona-Zahlen leider seit ein paar Wochen gar nicht mehr. Wir haben heute eine Inzidenz von 95,6. Hamburg hat jetzt die Corona-Notbremse gezogen, dort wurde an drei Tagen nacheinander die 100er Marke gerissen. Ab morgen werden einige Öffnungsschritte in Hamburg wieder zurückgenommen. Wenigstens eine gute Nachricht: Ab heute wird Astrazeneca wieder verimpft.

Astrazeneca wird wieder verimpft

Die EMA hat grünes Licht gegeben: Der Impfstoff Astrazeneca sei sicher, es gibt keine Einschränkungen für bestimmte Personengruppen, nur der Beipackzettel wird jetzt noch ein bisschen länger, um über Risiken in Sachen Thrombose aufzuklären. Und genau an der Stelle melden Forscher jetzt einen Durchbruch. Experten der medizinischen Universität in Greifswald haben offenbar die Ursache für die schweren Hirnthrombosen gefunden, die zum Impfstopp geführt hatten. Das meldet der NDR – und noch besser: Das geeignete Gegenmittel soll auch schon bereitstehen. Demjenigen, der nach einer Impfung mit Astrazeneca Probleme an einer Thrombose erkrankt, dem kann sofort mit diesem neuen Medikament geholfen werden.

Lauterbach: „Wir müssen zurück in den Lockdown“

Die Zahlen sind deutlich, die dritte Welle rollt, und zwar rasant. Wir sind nicht am Anfang, wir sind mittendrin, die Zahlen wachsen exponentiell. Der Vizechef des Robert Koch Instituts, Lars Schade, hat uns schonmal auf weitere harte Wochen

Vorbereitet: „Es ist sehr gut möglich, dass wir um Ostern eine ähnliche Lage haben wie vor Weihnachten, mit sehr hohen Fallzahlen, sehr vielen schweren Verläufen, vielen Todesfällen und Krankenhäusern, die stark belastet sind“. Und die steigenden Zahlen hätten auch nichts damit zu tun, dass mehr getestet wird. Für den SPD- Gesundheitsexperten Karl Lauterbach gibt es nur eine Lösung: „Man kann es drehen und wenden wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown“.

Robert Koch Institut mahnt: Über Ostern nicht verreisen

Gut zwei Wochen sind es noch bis Ostern. Die Flieger nach Mallorca sind ausgebucht. Fast zwei Drittel der Deutschen halten es für falsch, dass die Reisewarnung für Mallorca aufgehoben worden ist sagt, so das Ergebnis einer YouGov-Umfrage. Und hier in Deutschland? Kopfschütteln darüber, dass Urlaub im eigenen Land nicht möglich sein soll. Aber RKI-Vize Lars Schade warnt deutlich: „Ich bitte Sie auch: Verzichten Sie auf Reisen im In- und Ausland. Mobilität und Kontakte sind die Treiber der Pandemie. Wenn an Ostern Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammenkommen, könnte die Pandemie zusätzlich angeheizt werden“. Wie, wo und ob wir zu Ostern Urlaub planen können, darüber wird wohl am Montag entschieden bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder.