Laschet stellt weitere Lockerungen in Aussicht – Das Corona Update vom 16. Juni 2021

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat im Landtag weitere Lockerungen in Aussicht gestellt. Die Maskenpflicht hält Laschet angesichts der weiter sinkenden Infektionszahlen für überflüssig – aber nicht überall: „Wir wollen kein Risiko eingehen und wo es nötig ist – in Innenräumen – weiter auf Masken setzen. Im Außenraum kann die Maskenpflicht, auch in den Städten und Kommunen wo sie immer noch gilt, beendet werden“. Auch Großveranstaltungen sollen ab September in NRW wieder möglich sein. „Wenn die Infektionszahlen niedrig bleiben, sind ab September auch wieder größere Veranstaltungen möglich. Musikfestivals, Sportfeste, Volksfeste und weitere Rücknahmen von Beschränkungen“, so Laschet. Trotzdem mahnt er weiter zur Vorsicht, damit eine vierte Welle durch die Delta-Variante im Herbst verhindert werden kann. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet nämlich damit, dass die indische Variante auch bei uns dann Probleme bereiten könnte.

Gesundheitsminister beraten sich

Am 16. Juni beraten die Gesundheitsminister der Länder unter anderem darüber, wie die Wiedereinreiseregeln nach dem Sommer-Urlaub aussehen könnten. Laut einer Beschlussvorlage könnte es bei der Testpflicht vor der Rückreise bleiben. Zudem wird auch eine zweite negative Testung nach fünf bis sieben Tagen diskutiert. Im Straßenverkehr und bei Bahn-Verbindungen aus ausländischen Risikogebieten soll es im Sommer „im grenznahen Bereich verstärkt stichprobenhafte Kontrollen“ geben. Damit soll verhindert werden, dass Virus-Mutationen eingeschleppt werden.

New York hebt alle Beschränkungen auf

Gute Nachrichten gibts für alle Mallorca-Urlauber. Da wird nämlich die Sperrstunde für Gastro-Betriebe und Nachtlokale ab Samstag auf 2 Uhr morgens verlegt. Clubs bleiben auf den Balearen aber noch bis mindestens bis Mitte Juli geschlossen.

In New York hat Gouverneur Andrew Cuomo sogar alle Beschränkungen aufgehoben – denn 70% der New Yorker sind geimpft.“Jetzt können wir wieder unser Leben leben“, so Cuomo. „Die richtigen, staatlichen Einschränkungen, die uns durch diese Pandemie gebracht haben, werden ab sofort aufgehoben.“ Dabei war New York vor einem Jahr das Epizentrum der Pandemie mit Hunderten Toten pro Tag. Jetzt wird das Ende der Pandemie groß gefeiert. Mit einem Feuerwerk heute Nacht.

Der digitale Impfpass kommt: Das Corona Update vom 21. Mai 2021

Mit einer Corona-Impfung zum Millionen-Gewinn: Das ist jetzt Im US-Bundesstaat New York möglich. Dort werden Menschen nämlich ab Montag mit Lotterie-Tickets zur Impfung gelockt. Wer sich impfen lässt, bekommt ein Ticket geschenkt. Damit kann man dann Beträge zwischen 20 und 5 Millionen Dollar gewinnen.

Zahl der Corona-Geimpften in Deutschland steigt

Deutschland kommt beim Impfen endlich voran. 40 Prozent der Bevölkerung sind mittlerweile mindestens einmal geimpft. Der Rest hofft endlich auf einen Termin. Gesundheitsminister Jens Spahn hat da heute nochmal um Geduld gebeten:

„Wenn Sie unbedingt sauer sein wollen, weil es nicht gleich beim ersten Anruf klappt, dann seien Sie im Zweifel sauer auf mich.“

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Das ist doch mal ein Wort. Spahn ist sich sicher, dass jeder jetzt sogar schon früher als Ende des Sommers ein Impfangebot bekommt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reeker hat bei der Pressekonferenz des Robert Koch Instituts heute auch ein positives Fazit der Impf-Aktion in den Hochhaussiedlungen gezogen:

„Schon die Impfaktionen in den ersten beiden Sozialräumen haben gezeigt, dass wir mit diesem mobilen Impfangebot Menschen erreicht haben, für die eine Anmeldung im Impfzentrum oder auch der Besuch bei einem Hausarzt eine hohe Hürde darstellt.“

Henriette Reeker, Oberbürgermeisterin Köln

In den nächsten Wochen soll es darum weitere Impf-Aktionen in den Kölner Brennpunkten geben.

Digitaler Corona-Impfausweis bald auch in Deutschland

Nachdem sich die EU auf einen digitalen Impfausweis geeinigt hat – will jetzt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn endlich Gas geben. In den kommenden Wochen soll es den Ausweis geben. Hier wird dann digital erfasst, ob man zum Beispiel geimpft oder genesen ist. Spahn verspricht die Einführung des digitalen Impfausweises bis spätestens Ende Juni. Mit dem digitalen Impfpass soll das Reisen und Urlauben in der EU erleichtert werden, verspricht Spahn:

„Wenn wir es jetzt schaffen als Europäische Union mit 27 Mitgliedsstaaten, dass mit einem QR-Code auf meinem Handy ich in Italien im Restaurant das Ding vorzeige und der QR-Code-Leser in Italien das erkennt als Impfnachweis – oder in Finnland, oder in Portugal – dann ist das weltweit einmalig“.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Apotheker und Praxen sollen bei der Digitalisierung der analogen Impfpässe helfen, so Spahn. Sie sollen die Dokumente auch auf Echtheit prüfen und dafür bezahlt werden.

Erste Öffnungen von Außengastronomie zu Pfingsten

Am bevorstehenden Pfingstwochenende kann man endlich wieder mal einen Kaffee oder Bier im Biergarten genießen. In gut der Hälfte aller kreisfreien Städte und

Kreise in Nordrhein-Westfalen darf die Außengastronomie unter Auflagen wieder öffnen. Allerdings bleibt auch vieles geschlossen. Denn nach Schätzungen des Gaststättenverbandes will gut ein Drittel der Gastronomen nicht öffnen – und hier ist mal nicht der Corona-Virus schuld, sondern das schlechte Wetter.

Biergärten vor der Öffnung: Das Corona Update vom 20. Mai 2021

Das Pfingstwochenende steht vor der Tür. In Nordrhein-Westfalen machen sich viele Wirte bereit für eine Öffnung der Außengastronomie. Und: In Deutschland wird über eine Corona-Impfpflicht für Kinder diskutiert.

Viele Öffnungen zu Pfingsten in NRW erwartet

Vielleicht war es ja dieses Mal rechtzeitig. Die EU hat bei Biontech / Pfizer groß eingekauft. 1,8 Milliarden Impfstoff-Dosen. Darin enthalten sind Dosen für Kinder und Auffrischungsimpfungen für Erwachsene. Während dessen kärchern viele Gastronomen in Nordrhein-Westfalen schonmal ihre Terrassen. Denn zum Start des Pfingstwochenendes können in gut der Hälfte der Regionen NRWs die Außengastronomie sowie Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze unter Auflagen öffnen. Münster könnte am Freitag sogar die erste Stadt sein, in der die Innengastronomie öffnen darf. Die Inzidenz liegt in Münster unter 50.

Open Air-Veranstaltungen in NRW für den Spätsommer erwartet

Stehen wir im Spätsommer wieder in den Innenstädten vor Open Air-Bühnen – im Idealfall mit einem Bier in der Hand? Könnte sein. Denn NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kann sich dann erste regionale Volksfeste unter freiem Himmel vorstellen. Allerdings müssten sich die Infektionszahlen weiter so gut entwickeln und es muss nach Laumanns Vorstellungen ein Hygiene-Konzept und Kapazitätsgrenzen geben.

Diskussion um Corona-Impfpflicht für Kinder

Noch gibt es ja keinen Impfstoff für Kinder. Aber dafür eine Diskussion um eine mögliche Impfpflicht – wie etwa bei Masern. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht ist aber dagegen. Sie setzt darauf, dass sich Kinder freiwillig impfen lassen. Außerdem sei die Corona-Infektion nicht vergleichbar mit Masern, so Lambrecht

Britische Regierung prüft dritte Impfung zum Schutz vor Corona-Mutationen

Die indische Virus-Mutation breitet sich in Großbritannien weiter aus. Bislang gibt es 3.000 bestätigte Fälle. Das sind fast 30 Prozent mehr als noch zu Beginn der Woche. Nach ersten Beobachtungen wirken die Impfstoffe nur eingeschränkt gegen die indische Variante – sie würden aber auch nicht vollständig versagen, so die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Uniklinik Frankfurt. In Großbritannien fällt auf, dass besonders Ungeimpfte gefährdet sind, sagt Gesundheitsminister Hancock. Fast 90 Prozent der Krankenhauspatienten hätten keine zweite Impfung. Das zeige, wie wichtig die doppelte Impfung ist. Die britische Regierung will jetzt mit einer Studie untersuchen, wie effektiv sogar eine dritte Auffrischungs-Impfung im Kampf gegen Mutationen sein kann.

Zurück in die Schulen: Das Corona Update vom 19. Mai 2021

Pünktlich zum Pfingstwochenende lockern einige Nachbarländer die Corona-Verbote. In Österreich öffnen heute die Cafés und Restaurants auch die Innenbereiche. Zudem sind Hotelübernachtungen wieder unter Auflagen erlaubt. In Frankreich startet heute die Außengastronomie. Am 9. Juni sollen dann auch die Innenräume geöffnet werden.

Aufzuhebende Impfpriorisierung: Ärzte mahnen zu Geduld

Ab 7. Juni, darf sich ja jeder impfen lassen. Die Impfpriorisierung fällt dann weg. Doch das sorgt weiter für heftige Diskussionen. Denn nicht wenige fürchten ein „Hauen und Stechen“ in den Praxen, um an einen Impftermin zu kommen. Eugen Brysch von der Stiftung Patientenschutz wiederholte im ZDF bereits mehrfach geäußerte Beobachtungen von Medizinern:

„Der Druck auf die niedergelassenen Ärzte, die Praxen, das wirklich robuste Auftreten, das Einfordern in den Impfzentren, das wird stärker.“

Eugen Brysch von der Stiftung Patientenschutz im ZDF

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte heute, dass jeder, der ab dem 7. Juni geimpft werden will, Geduld mitbringen muss:

„Nicht jeder Bundesbürger kann ab dem 7. Juni am nächsten Tag eine Impfung haben. Aber die Wartezeit, die dann noch ansteht, die ist sehr überschaubar.“

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Digitale Impfpässe wollen die Hausärzte aber nur für die eigenen Patienten ausgeben. Praxen seien schließlich keine Bürgerämter, so KBV-Chef Gassen.

Laschet: Alle Schüler in NRW ab dem 31. Mai wieder in die Schulen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Erwartungen an schnelle Impfungen von Kindern gedämpft. Die Impfstoffentwicklung werde wohl noch etwas dauern. 

Trotzdem sollen in Nordrhein-Westfalen alle Schüler ab dem 31. Mai landesweit wieder zurück in die Schule. Das hat Ministerpräsident Armin Laschet heute angekündigt. Der Präsenzunterricht gilt für alle Schulformen und bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100.

Fußball EM: Toni Kroos geht es schon etwas besser

Fußball-Nationalspieler Toni Kroos hat sich aus der Quarantäne gemeldet. Er habe sich bei seiner Frau mit dem Corona-Virus angesteckt, so Kroos in seinem Podcast – so weit gehe es ihm aber gut:

„Also das Fieber ist ein bisschen runter. Ich kann nicht versprechen, dass das nicht noch einmal kommt. Insgesamt ist es schon so, dass ich schlapp bin, also man merkt das schon. Es bleibt dabei: Ich kann das keinem weiterempfehlen“.

Toni Kroos, EM-Spieler

Bleibt noch eine wichtige Frage zu klären. Ist womöglich die EM-Teilnahme des Chefstrategen der Nationalmannschaft in Gefahr? Dazu Kroos:

„Auf jeden Fall werde ich natürlich bereit sein. So viel kann ich schon mal sagen“:

Toni Kroos, EM-Spieler

Impf-Auffrischungen und Strafen für Impfpass-Fälscher: Das Corona Update vom 17. Mai 2021

Urlaub in Schleswig-Holstein wird wieder möglich, das nördlichste Bundesland lockert die Corona-Verbote. Und wird werden wohl im kommenden Jahr eine Auffrischung der Impfung gegen den Corona-Virus benötigen.

Nach Corona-Lockdown: Schleswig-Holstein öffnet für Touristen

Kurz vor den Pfingst-Ferien lockert Schleswig-Holstein die Corona-Verbote und macht ab heute wieder für Touristen auf. Nun kann man im nördlichsten Bundesland wieder übernachten. Zudem dürfen Restaurants auch die Innenräume öffnen. Allerdings muss man einen negativen Test vorlegen und sich als Tourist alle drei Tage testen lassen. In Baden-Württemberg haben einige Regionen bereits seit dem Wochenende wieder für Touristen geöffnet.

Großbritannien für Deutsche wieder Corona-Risikogebiet

Heute öffnet auch in Großbritannien die Innengastronomie. Auch Theater, Kinos, Hotels, Sportstätten und Museen werden geöffnet. Die Briten dürfen auch wieder verreisen. Die Bundesregierung hat Großbritannien trotzdem wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft. Grund ist die indische Virus-Variante, die sich dort ausbreitet. Sie soll bis zu 50 Prozent ansteckender sein als die ohnehin schon hoch ansteckende britische Mutation. Trotzdem gibt Gesundheitsminister Matt Hancock bei Skynews leise Entwarnung. Es gebe erste klinische Daten der Universität Oxford, so Hancock, dass die Impfstoffe auch gegen die indische Mutation wirkten, aber sie sei klar ansteckender und breite sich schnell aus, daher müsse man sehr wachsam sein.

NRW Justizminister spricht sich für harte Strafen für Impfpass-Fälscher aus

Wer einen Impfausweis fälscht, soll künftig härter bestraft werden. Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) will sich dafür einsetzen – und zwar beim Treffen mit seinen Kollegen aus den anderen Bundesländern im Juni. Die Kölner Polizei hat bereits eine eigene Ermittlungsgruppe gegründet, um Impfpass-Fälscher aufzuspüren. Bei einer Autokontrolle wurden nämlich mehrere gefälschte Blanko-Impfpässe gefunden. Angeblich ausgestellt von einem Kölner Arzt, der inzwischen Anzeige erstattet hat.

2022 werden wohl Auffrischungen der Corona-Impfung nötig

Die ersten Restaurants machen die Außenbereiche auf und das hat offensichtlich auch Einfluss auf die Impfbereitschaft. Die ist nämlich in den vergangenen fünf Monaten deutlich gestiegen. Fast drei Viertel der über 18-Jährigen wollen sich nach einer Yougov-Umfrage impfen lassen. Derweil zeichnet sich jetzt schon ab, dass im kommenden Jahr wohl eine Auffrischung der Corona-Impfung notwendig ist. Entweder weil der Impfschutz nachlässt oder sich neue Mutationen ausbreiten könnten. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach meinte dazu im ZDF:

„Die großen Impfhersteller arbeiten jetzt bereits an einer Veränderung ihrer Impfstoffe. Hier sind auch sogenannte polyvalente Impfstoffe in Vorbereitung. Also Impfstoffe, die gegen viele Varianten gleichzeitig schützen können“.

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, im ZDF

Lauterbach rechnet damit, dass man nach einer Impfung rund sechs Monate immun gegen den Corona-Virus ist.

Urlaub an Pfingsten, Geimpfte und Genesene dürfen hoffen: Das Corona Update vom 4. Mai 2021

Schon am kommenden Wochenende sollen doppelt Geimpfte und Genesene ihre Grundrechte zurückbekommen. Die Bundesregierung hat das heute beschlossen, jetzt müssen nur noch Bundestag-und Rat zustimmen. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) ist sich sicher, dass das bis Samstag klappt. „Es wird in Zukunft so sein, dass Geimpfte und Genesene bald keine Einschränkungen mehr bei Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen mehr haben werden“, so Lambrecht. Friseurbesuche müssen nicht mehr mit negativem Test attestiert werden.

Bayern und Niedersachsen öffnen – mit der Gastronomie

Die neuen Zahlen für Dienstag (4. Mai) sind Zahlen der Hoffnung. Nur noch 7.534 Neuinfektionen in Deutschland. Das sind rund 3.400 weniger als vor einer Woche. Die Inzidenz ist  von 167 auf 141 gesunken. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will darum jetzt sogar Pfingsturlaub in Bayern möglich machen. Und zwar überall da, wo die Inzidenz unter 100 liegt. „Es soll die Möglichkeit geschaffen, rechtzeitig vor den Pfingstferien, Öffnungen in Hotels, Ferien- oder Campinganlagen zu haben.“

Auch bei der Öffnung der Außengastronomie prescht Bayern vor. In Regionen mit einer Inzidenz unter 100 darf sie ab Montag unter Auflagen wieder öffnen. Auch in Niedersachen gibt es ab kommendem Wochenende ähnliche Lockerungen im Handel und in der Außengastronomie.

Die sogenannten Lollipoptests kommen

Ab kommenden Montag gibt es zwei Mal pro Woche an den Grund- und Förderschulen in NRW den sogenannten Lollitest. Er ist genauer als die Schnelltests, weil die Proben im Labor untersucht werden. Getestet wird die ganze Klasse als ein Pool. Schüler aus einem positiv-getesteten Pool müssen in Quarantäne und dürfen nur mit negativem PCR-Test zurück in die Schule. Durch den neuen Lollitest ändert sich auch der Wechselunterricht. Die Grundschüler sollen täglich zwischen Homeschooling und Schule wechseln.

München bleibt EM-Austragungsort und das Abi startet: Das Corona Update vom 23. April 2021

In Nordrhein-Westfalen bekommen wir um Mitternacht die bundesweite Corona-Notbremse zu spüren. Fast überall treten Ausgangssperren in Kraft, denn Städte und Landkreise unter einer Wocheninzindenz von 100 findet man kaum noch. Die Städte und Gemeinden sind aufgefordert worden, das heute noch bekannt zu geben. Das Corona-Update mit Michael Boom:

Der Wandel der Corona-Politik in den vergangenen Monaten

Und dabei haben wir in der Pandemie-Bekämpfung mal so stark angefangen – vor etwas mehr als einem Jahr. Zustände wie in Bergamo haben wir damals mit entschlossenem Handeln verhindert und Leben gerettet. Vor genau einem Jahr hat das Fachmagazin „the Atlantic“ in den USA geschrieben, an der Spitze der Regierung in Berlin habe eine Chef-Wissenschaftlerin die Corona-Krise bisher mit „charakteristischer Rationalität, verbunden mit uncharakteristischer Sentimentalität“ relativ erfolgreich bewältigt. Heute muss man hervorheben, Ja, Kanzlerin Merkel war gemeint. Leider sind uns nach der ersten Welle die Ideen ausgegangen und wir waren immer einen Schritt zu spät. Wo war die bundesweite Corona-Notbremse als im Dezember und Januar täglich eintausend Menschen starben.

München bleibt Austragungsort der Fußball-EM

So, her mit den guten Meldungen der Pandemie. München bleibt Gastgeber von insgesamt vier Partien bei der Fußball-EM. Drei Gruppenspiele und ein Viertelfinale sind dabei. Die UEFA hat die Entscheidung getroffen, nachdem klar war, dass bei allen Spielen mindestens 14 500 Zuschauer dabei sein dürfen. Für 79.000 Schüler in Nordrhein-Westfalen sind trotz Pandemie heute die Abi-Prüfungen gestartet. Heute gab es die Klausuren in Englisch. Mehr als 22 Prozent der Bundesbürger haben jetzt zumindest eine Corona-Impfung bekommen, sind also schon gut vor einer schweren Ansteckung geschützt. Und laut der Landesstatistiker in NRW sind im vergangenen Monat deutlich weniger Menschen gestorben als im März letzten Jahres. Es gab einen Rückgang um mehr als elf Prozent.

Bundestag stimmt für die Corona-Notbremse: Das Corona Update vom 21. April 2021

Der Bundestag hat die bundesweite Corona-Notbremse wie erwartet beschlossen. Damit gibt es voraussichtlich am Freitag für Landkreise oder Städte mit einer Inzidenz von mehr als 100 zum Beispiel die umstrittenen Ausgangssperren.

Morgen muss noch der Bundesrat der Corona-Notbremse zustimmen

Jetzt soll es ganz schnell gehen, morgen schon sind die Änderungen am Infektionsschutzgesetz Thema im Bundesrat. Auch dort sind Stand jetzt keine Probleme zu erwarten, nachdem vorab lange vermittelt wurde. Am Freitag könnte die bundesweite Corona-Notbremse in Kraft treten. Und was heißt das nun für uns alle? Haben Städte oder Kreise drei Tage in Folge eine Inzidenz von mehr als 100, dann muss die Notbremse gezogen werden. Man darf sich nur noch mit einer Person treffen, Geschäfte dürfen Kunden nur mit Termin und negativem Corona-Test reinlassen und dann gibt es eben die Ausgangssperren von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr. Ausnahmen gibt es fürs Allein-Joggen-Gehen, die Runde mit dem Hund oder für die Fahrt zur Arbeit.

Kritik vom Lehrerverband: Zahl von 165 ist „irgendwie gegriffen“

Es gibt die große Angst, dass diese sehr spät kommenden bundesweiten Regeln und Verbote vom Bundesverfassungsgericht direkt wieder gekippt werden. Ausgangssperren sind ein heftiger Eingriff in die Grundrechte und es stellt sich die Frage, wie man so einen Schritt im Fall von geimpften Personen begründen will. Und dann gibt es da die Skeptiker die sagen, diese Ausgangssperren bringen die Leute doch nur dazu, sich früher zu treffen und dann vielleicht die ganze Nacht durch beieinander zu bleiben. Auch die alleinige Abstellung auf Inzidenzwerte, die natürlich steigen, wenn wir jetzt viel testen, sorgt für Ärger. Das trifft natürlich auch die Schulen, die ab einer Inzidenz von 165 in den Distanzunterricht wechseln müssen. Die Zahl 165 ist für den Präsidenten des Lehrverbandes, Heinz-Peter Meidinger, ist das im ZDF nicht nachvollziehbar:

„Es ist auf jeden Fall besser als die 200, die ja auch keine Empfehlung von medizinischen Experten war. Allerdings erscheint die Zahl 165 tatsächlich irgendwie gegriffen. Ich glaube man hat geschaut, wie hoch ist die durchschnittliche Zahl in Deutschland. Und dann kann man ungefähr die Hälfte der Schulen offen lassen. Anders kann ich mir die Zahl nicht erklären.“

Heinz-Peter Meidinger, Präsidenten des Lehrverbandes, im ZDF

CDU-Fraktionschef Brinkhaus: „Nie war so viel Demokratie in der Pandemiebekämpfung wir jetzt“

Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus, hat gesagt, man könne sich nicht von hohen Zahlen heruntertesten. Es brauche jetzt bundesweite Maßnahmen und die Kritik, dass jetzt die Demokratie abgeschafft werde, sei Blödsinn, so Brinkhaus im Bundestag:

„Nie war so viel Demokratie in der Pandemiebekämpfung wie jetzt. Es ist so, dass dieser deutsche Bundestag als höchstes Verfassungsorgan eindeutig entscheidet: Wenn a) passiert dann muss b) die Folge sein. Da gibt es keinen Spielraum für die Bundesregierung, das ist Demokratie“.

Ralph Brinkhaus (CDU) am 21. April 2021 im Bundestag

Die AFD dagegen sah es anders. Fraktionschef Gauland sprach von einer Blaupause für andere Lagen – zum Beispiel den Klimawandel. Auch dann könnten wieder Grundrechte eingeschränkt werden, weil man ja mit dem Klimawandel – genau wie mit einem Virus – auch nicht verhandeln könne.

Die Schattenseiten von Homeoffice und Homeschooling: Das Corona Update vom 20. April 2021

Der Impfstoff von Johnson & Johnson hat grünes Licht von der US-Arzneimittelbehörde EMA bekommen. Auch dieser wurde geprüft, weil es einige wenige Fälle von Blutgerinnseln gab. Es seien allerdings nur seltenen Nebenwirkungen und die Vorzüge des Impfstoffes würden überwiegen, sagt die EMA. Weitere aktuelle News hat jetzt Joschka Heinemann für euch:

Homeoffice eine Belastung während der Pandemie

Das Homeoffice macht faul? Von wegen es ist eher eine Belastung sagt der TÜV-Verband, viele Heimarbeiter haben körperliche Beschwerden und depressive Phasen. Außerdem lassen viele in ihrer Leistung nach, weil die klare Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt. Noch mal eben an den Rechner, gucken ob die Mail schon da ist oder die Rechnung schon geschrieben wurde. Vor allem Allein-Lebenden-Menschen fehlt außerdem der Austausch mit den Kollegen.

Der Distanzunterricht klappt nicht wirklich besser

Und auch das Homeschooling scheint im Moment noch keine Ideallösung zu sein. Das Ifo-Institut geht davon aus, dass Kindern und Jugendlichen pro Tag drei Stunden Lernzeit fehlen. Sie verbringen allerdings mehr Zeit pro Tag im Internet oder vor dem Fernseher. Richtig schlechte Noten gibt es für die Politiker. Denn das Ifo – Institut hat im zweiten Lockdown trotz langer Vorlaufzeit keine Verbesserungen im Distanzunterricht festgestellt.

Stadtausrufer in Großbritannien schreien still

Und während man in Deutschland auf das Oktoberfest verzichten musste, geht’s in Großbritannien auch an eine große Tradition. Eigentlich sollten die Stadtausrufer ihren Meister küren. Aber schreien ist wegen der Aerosole nicht drin. Die Stadtausrufer sind sowas wie Twitter nur in echt! In kurzen, pointierten und prägnanten Sätzen rufen sie den Menschen in Großbritannien seit mehreren hundert Jahren die neuesten Nachrichten und Regeln des Königshauses zu. In edlen Roben und mit Glocke in der Hand. Wegen der Pandemie dürfen die Stadtausrufer bei der Meisterschaft aber nur im Stillen, also vermutlich nur schriftlich teilnehmen. Tonaufnahmen sind nicht erlaubt, weil nicht jeder die Technik dafür hat…

Schriftlich schreien wegen Corona… Verrückte Welt!

Die Schattenseiten von Homeoffice und Homeschooling: Das Corona Update vom 20. April 2021

Mittlerweile muss man sich fragen, ob alle Corona-Impfstoffe Thrombosen in den Hirnvenen auslösen können. Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft jetzt auch das Mittel von Johnson und Johnson. In den USA gab es sechs Fälle dieser seltenen Blutgerinnsel. Heute beschäftigt sich das Corona-Update aber vor allem damit – was diese Pandemie mit unserer Psyche anstellt. Michael Boom fasst zusammen:

Große Party in Holland auch für Corona-Forschung

Möchte man jetzt gerade Jugendlicher sein oder junger Erwachsener – auf dem Zenit seiner geistigen und körperlichen Schaffenskraft. Dazu vielleicht noch solo – in seinem 2,5-Zimmer-Appartement? Man hat doch das Gefühl, das Leben zieht an einem vorbei, mit einem hämischen Grinsen. In den Niederlanden gibt es jetzt aber eine vom Staat bezahlte, richtig fette Party mit rund zehntausend jungen Leuten. Und man feiert da in Breda am 538. Oranje-Dag am Samstag auch noch im Namen der Wissenschaft. Party machen und Infektionsschutz sollen zusammen erprobt werden. Kurz zum Line-Up. Spielen werden Afrojack, Armin van Buuren und die Snollebollekes – das Letztere könnte aber auch was vom holländischen Imbiss mit Joppie Sauce sein.

TÜV: Homeoffice für viele Arbeitnehmer auch eine Belastung

Also eins dürfte klar sein. Das Corona-Virus hat dem Thema-Homeoffice aber mal so einen richtigen Tritt in den Hintern verpasst. Plötzlich war die Angst weg, dass sich die faulen Mitarbeiter zu Hause auf die Haut legen könnten. Der TÜV aber sagt nach einem Jahr Pandemie, viele Heimarbeiter haben körperliche Beschwerden und depressive Phasen. Außerdem lassen viele in ihrer Leistung nach, weil die klare Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt. Noch mal eben an den Rechner, gucken ob die Mail schon da ist oder die Rechnung schon geschrieben wurde. Vor allem Allein-Lebenden-Menschen fehlt außerdem der Austausch mit den Kollegen.

Homeschooling ist Schuld: Drei Stunden weniger Lernen pro Tag

Und damit noch mal zurück zur jungen Generation. Das Ifo-Institut geht davon aus, dass Kindern und Jugendlichen pro Tag drei Stunden Lernzeit fehlen. Sie verbringen damit mehr Zeit pro Tag im Internet. Richtig schlechte Noten gibt es für die Politiker. Denn das Ifo – Institut hat im zweiten Lockdown trotz langer Vorlaufzeit keine Verbesserungen im Distanzunterricht festgestellt. Digital ist der Unterricht oft nur deshalb, weil die Lehrer in ihrem Outlook-Fach einmal auf Senden drücken, wenn sie die Wochenaufgaben verschicken. Ja, immerhin werden diese Hausaufgaben dann in Nullen und Einsen umgewandelt und über das Internet verschickt. Verrückte neue Welt.