Der digitale Impfpass kommt: Das Corona Update vom 21. Mai 2021

Mit einer Corona-Impfung zum Millionen-Gewinn: Das ist jetzt Im US-Bundesstaat New York möglich. Dort werden Menschen nämlich ab Montag mit Lotterie-Tickets zur Impfung gelockt. Wer sich impfen lässt, bekommt ein Ticket geschenkt. Damit kann man dann Beträge zwischen 20 und 5 Millionen Dollar gewinnen.

Zahl der Corona-Geimpften in Deutschland steigt

Deutschland kommt beim Impfen endlich voran. 40 Prozent der Bevölkerung sind mittlerweile mindestens einmal geimpft. Der Rest hofft endlich auf einen Termin. Gesundheitsminister Jens Spahn hat da heute nochmal um Geduld gebeten:

„Wenn Sie unbedingt sauer sein wollen, weil es nicht gleich beim ersten Anruf klappt, dann seien Sie im Zweifel sauer auf mich.“

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Das ist doch mal ein Wort. Spahn ist sich sicher, dass jeder jetzt sogar schon früher als Ende des Sommers ein Impfangebot bekommt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reeker hat bei der Pressekonferenz des Robert Koch Instituts heute auch ein positives Fazit der Impf-Aktion in den Hochhaussiedlungen gezogen:

„Schon die Impfaktionen in den ersten beiden Sozialräumen haben gezeigt, dass wir mit diesem mobilen Impfangebot Menschen erreicht haben, für die eine Anmeldung im Impfzentrum oder auch der Besuch bei einem Hausarzt eine hohe Hürde darstellt.“

Henriette Reeker, Oberbürgermeisterin Köln

In den nächsten Wochen soll es darum weitere Impf-Aktionen in den Kölner Brennpunkten geben.

Digitaler Corona-Impfausweis bald auch in Deutschland

Nachdem sich die EU auf einen digitalen Impfausweis geeinigt hat – will jetzt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn endlich Gas geben. In den kommenden Wochen soll es den Ausweis geben. Hier wird dann digital erfasst, ob man zum Beispiel geimpft oder genesen ist. Spahn verspricht die Einführung des digitalen Impfausweises bis spätestens Ende Juni. Mit dem digitalen Impfpass soll das Reisen und Urlauben in der EU erleichtert werden, verspricht Spahn:

„Wenn wir es jetzt schaffen als Europäische Union mit 27 Mitgliedsstaaten, dass mit einem QR-Code auf meinem Handy ich in Italien im Restaurant das Ding vorzeige und der QR-Code-Leser in Italien das erkennt als Impfnachweis – oder in Finnland, oder in Portugal – dann ist das weltweit einmalig“.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Apotheker und Praxen sollen bei der Digitalisierung der analogen Impfpässe helfen, so Spahn. Sie sollen die Dokumente auch auf Echtheit prüfen und dafür bezahlt werden.

Erste Öffnungen von Außengastronomie zu Pfingsten

Am bevorstehenden Pfingstwochenende kann man endlich wieder mal einen Kaffee oder Bier im Biergarten genießen. In gut der Hälfte aller kreisfreien Städte und

Kreise in Nordrhein-Westfalen darf die Außengastronomie unter Auflagen wieder öffnen. Allerdings bleibt auch vieles geschlossen. Denn nach Schätzungen des Gaststättenverbandes will gut ein Drittel der Gastronomen nicht öffnen – und hier ist mal nicht der Corona-Virus schuld, sondern das schlechte Wetter.

Biergärten vor der Öffnung: Das Corona Update vom 20. Mai 2021

Das Pfingstwochenende steht vor der Tür. In Nordrhein-Westfalen machen sich viele Wirte bereit für eine Öffnung der Außengastronomie. Und: In Deutschland wird über eine Corona-Impfpflicht für Kinder diskutiert.

Viele Öffnungen zu Pfingsten in NRW erwartet

Vielleicht war es ja dieses Mal rechtzeitig. Die EU hat bei Biontech / Pfizer groß eingekauft. 1,8 Milliarden Impfstoff-Dosen. Darin enthalten sind Dosen für Kinder und Auffrischungsimpfungen für Erwachsene. Während dessen kärchern viele Gastronomen in Nordrhein-Westfalen schonmal ihre Terrassen. Denn zum Start des Pfingstwochenendes können in gut der Hälfte der Regionen NRWs die Außengastronomie sowie Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze unter Auflagen öffnen. Münster könnte am Freitag sogar die erste Stadt sein, in der die Innengastronomie öffnen darf. Die Inzidenz liegt in Münster unter 50.

Open Air-Veranstaltungen in NRW für den Spätsommer erwartet

Stehen wir im Spätsommer wieder in den Innenstädten vor Open Air-Bühnen – im Idealfall mit einem Bier in der Hand? Könnte sein. Denn NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kann sich dann erste regionale Volksfeste unter freiem Himmel vorstellen. Allerdings müssten sich die Infektionszahlen weiter so gut entwickeln und es muss nach Laumanns Vorstellungen ein Hygiene-Konzept und Kapazitätsgrenzen geben.

Diskussion um Corona-Impfpflicht für Kinder

Noch gibt es ja keinen Impfstoff für Kinder. Aber dafür eine Diskussion um eine mögliche Impfpflicht – wie etwa bei Masern. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht ist aber dagegen. Sie setzt darauf, dass sich Kinder freiwillig impfen lassen. Außerdem sei die Corona-Infektion nicht vergleichbar mit Masern, so Lambrecht

Britische Regierung prüft dritte Impfung zum Schutz vor Corona-Mutationen

Die indische Virus-Mutation breitet sich in Großbritannien weiter aus. Bislang gibt es 3.000 bestätigte Fälle. Das sind fast 30 Prozent mehr als noch zu Beginn der Woche. Nach ersten Beobachtungen wirken die Impfstoffe nur eingeschränkt gegen die indische Variante – sie würden aber auch nicht vollständig versagen, so die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Uniklinik Frankfurt. In Großbritannien fällt auf, dass besonders Ungeimpfte gefährdet sind, sagt Gesundheitsminister Hancock. Fast 90 Prozent der Krankenhauspatienten hätten keine zweite Impfung. Das zeige, wie wichtig die doppelte Impfung ist. Die britische Regierung will jetzt mit einer Studie untersuchen, wie effektiv sogar eine dritte Auffrischungs-Impfung im Kampf gegen Mutationen sein kann.

Zurück in die Schulen: Das Corona Update vom 19. Mai 2021

Pünktlich zum Pfingstwochenende lockern einige Nachbarländer die Corona-Verbote. In Österreich öffnen heute die Cafés und Restaurants auch die Innenbereiche. Zudem sind Hotelübernachtungen wieder unter Auflagen erlaubt. In Frankreich startet heute die Außengastronomie. Am 9. Juni sollen dann auch die Innenräume geöffnet werden.

Aufzuhebende Impfpriorisierung: Ärzte mahnen zu Geduld

Ab 7. Juni, darf sich ja jeder impfen lassen. Die Impfpriorisierung fällt dann weg. Doch das sorgt weiter für heftige Diskussionen. Denn nicht wenige fürchten ein „Hauen und Stechen“ in den Praxen, um an einen Impftermin zu kommen. Eugen Brysch von der Stiftung Patientenschutz wiederholte im ZDF bereits mehrfach geäußerte Beobachtungen von Medizinern:

„Der Druck auf die niedergelassenen Ärzte, die Praxen, das wirklich robuste Auftreten, das Einfordern in den Impfzentren, das wird stärker.“

Eugen Brysch von der Stiftung Patientenschutz im ZDF

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte heute, dass jeder, der ab dem 7. Juni geimpft werden will, Geduld mitbringen muss:

„Nicht jeder Bundesbürger kann ab dem 7. Juni am nächsten Tag eine Impfung haben. Aber die Wartezeit, die dann noch ansteht, die ist sehr überschaubar.“

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Digitale Impfpässe wollen die Hausärzte aber nur für die eigenen Patienten ausgeben. Praxen seien schließlich keine Bürgerämter, so KBV-Chef Gassen.

Laschet: Alle Schüler in NRW ab dem 31. Mai wieder in die Schulen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Erwartungen an schnelle Impfungen von Kindern gedämpft. Die Impfstoffentwicklung werde wohl noch etwas dauern. 

Trotzdem sollen in Nordrhein-Westfalen alle Schüler ab dem 31. Mai landesweit wieder zurück in die Schule. Das hat Ministerpräsident Armin Laschet heute angekündigt. Der Präsenzunterricht gilt für alle Schulformen und bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100.

Fußball EM: Toni Kroos geht es schon etwas besser

Fußball-Nationalspieler Toni Kroos hat sich aus der Quarantäne gemeldet. Er habe sich bei seiner Frau mit dem Corona-Virus angesteckt, so Kroos in seinem Podcast – so weit gehe es ihm aber gut:

„Also das Fieber ist ein bisschen runter. Ich kann nicht versprechen, dass das nicht noch einmal kommt. Insgesamt ist es schon so, dass ich schlapp bin, also man merkt das schon. Es bleibt dabei: Ich kann das keinem weiterempfehlen“.

Toni Kroos, EM-Spieler

Bleibt noch eine wichtige Frage zu klären. Ist womöglich die EM-Teilnahme des Chefstrategen der Nationalmannschaft in Gefahr? Dazu Kroos:

„Auf jeden Fall werde ich natürlich bereit sein. So viel kann ich schon mal sagen“:

Toni Kroos, EM-Spieler

Impfpriorisierung fällt und Maskenpflicht bei Kindern Das Corona Update vom 18. Mai 2021

Die Fitness-Studios machen ab Freitag unter Auflagen wieder auf – leider erst einmal nur in Bayern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nämlich heute einige Lockerungen für Bayern angekündigt. Aber wenn „Team Vorsicht“ schon so vorprescht, dann kann es beim Rest der Republik nicht mehr so lange dauern.

Impfpriorisierung ab dem 7. Juni in Deutschland aufgehoben

Ab dem 7. Juni wird der ein oder andere Hausarzt wahrscheinlich eine Woche Urlaub einschieben. Dann endet nämlich die Impfpriorisierung und der „Run“ auf die Hausarztpraxen wird einsetzen. Auch in den Impfzentren darf sich dann jeder um einen Impftermin bewerben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bittet darum schon mal um ein bisschen Geduld:

„Auch wenn wir die Priorisierung aufheben, wird es nicht möglich sein, alle innerhalb des Junis schon zu impfen, die geimpft werden wollen, sondern wir werden die Impfkampagne wie geplant bis weit in den Sommer hinein fortsetzen müssen.“

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Corona-Ausbruch in Velberter Hochhäusern

In zwei Hochhäusern in Velbert hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. 19 Bewohner wurden positiv getestet – einer auch auf die besonders ansteckende indische Virus-Variante. Rund 200 Bewohner sind in Quarantäne.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach glaubt bei n-tv aber nicht, dass die indische Mutation eine große Gefahr für Deutschland ist. Denn er hat sich die neusten Labordaten aus den USA genau angesehen und ist darum überzeugt,

„dass der Schutz vor schweren Verläufen auch bei den Mutationen, die wir bisher haben, von fast allen Impfstoffen weltweit gewährleistet ist – zumindest von allen, die wir in Deutschland verwenden.“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bei n-tv

Der Anteil der indischen Variante liegt in Deutschland derzeit bei zwei Prozent, er steigt aber leicht an.

Bald keine FFP2-Maskenpflicht für Kinder und Jugendliche mehr

Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren müssen künftig wohl nur noch eine sogenannte OP-Maske tragen – und keine spezielle FFP2-Maske mehr. Laut Bild hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das so für das Infektionsschutz-Änderungsgesetz vorgesehen. Das Gesetz könnte Ende Mai beschlossen werden.

Österreich: Corona-Tests für Touristen

Österreich will den Tourismus mit mehr Tests ankurbeln. Ab nächster Woche können sich Touristen unter anderem in Hotels und Gasthöfen testen lassen. Damit soll dann auch ein spontaner Restaurantbesuch möglich sein.

Pink hat weinseelige Pläne für die Zeit nach Corona

Rockstar Pink hat schon ziemlich exakte Pläne, was sie nach der Corona-Krise machen will – außer Musik. Sie will unbedingt Deutschlands Weinregionen besuchen – sie steht nämlich auf Riesling, seit sie vor einem Konzert in Stuttgart im Lokal eines Weinhändlers war.

Impf-Auffrischungen und Strafen für Impfpass-Fälscher: Das Corona Update vom 17. Mai 2021

Urlaub in Schleswig-Holstein wird wieder möglich, das nördlichste Bundesland lockert die Corona-Verbote. Und wird werden wohl im kommenden Jahr eine Auffrischung der Impfung gegen den Corona-Virus benötigen.

Nach Corona-Lockdown: Schleswig-Holstein öffnet für Touristen

Kurz vor den Pfingst-Ferien lockert Schleswig-Holstein die Corona-Verbote und macht ab heute wieder für Touristen auf. Nun kann man im nördlichsten Bundesland wieder übernachten. Zudem dürfen Restaurants auch die Innenräume öffnen. Allerdings muss man einen negativen Test vorlegen und sich als Tourist alle drei Tage testen lassen. In Baden-Württemberg haben einige Regionen bereits seit dem Wochenende wieder für Touristen geöffnet.

Großbritannien für Deutsche wieder Corona-Risikogebiet

Heute öffnet auch in Großbritannien die Innengastronomie. Auch Theater, Kinos, Hotels, Sportstätten und Museen werden geöffnet. Die Briten dürfen auch wieder verreisen. Die Bundesregierung hat Großbritannien trotzdem wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft. Grund ist die indische Virus-Variante, die sich dort ausbreitet. Sie soll bis zu 50 Prozent ansteckender sein als die ohnehin schon hoch ansteckende britische Mutation. Trotzdem gibt Gesundheitsminister Matt Hancock bei Skynews leise Entwarnung. Es gebe erste klinische Daten der Universität Oxford, so Hancock, dass die Impfstoffe auch gegen die indische Mutation wirkten, aber sie sei klar ansteckender und breite sich schnell aus, daher müsse man sehr wachsam sein.

NRW Justizminister spricht sich für harte Strafen für Impfpass-Fälscher aus

Wer einen Impfausweis fälscht, soll künftig härter bestraft werden. Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) will sich dafür einsetzen – und zwar beim Treffen mit seinen Kollegen aus den anderen Bundesländern im Juni. Die Kölner Polizei hat bereits eine eigene Ermittlungsgruppe gegründet, um Impfpass-Fälscher aufzuspüren. Bei einer Autokontrolle wurden nämlich mehrere gefälschte Blanko-Impfpässe gefunden. Angeblich ausgestellt von einem Kölner Arzt, der inzwischen Anzeige erstattet hat.

2022 werden wohl Auffrischungen der Corona-Impfung nötig

Die ersten Restaurants machen die Außenbereiche auf und das hat offensichtlich auch Einfluss auf die Impfbereitschaft. Die ist nämlich in den vergangenen fünf Monaten deutlich gestiegen. Fast drei Viertel der über 18-Jährigen wollen sich nach einer Yougov-Umfrage impfen lassen. Derweil zeichnet sich jetzt schon ab, dass im kommenden Jahr wohl eine Auffrischung der Corona-Impfung notwendig ist. Entweder weil der Impfschutz nachlässt oder sich neue Mutationen ausbreiten könnten. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach meinte dazu im ZDF:

„Die großen Impfhersteller arbeiten jetzt bereits an einer Veränderung ihrer Impfstoffe. Hier sind auch sogenannte polyvalente Impfstoffe in Vorbereitung. Also Impfstoffe, die gegen viele Varianten gleichzeitig schützen können“.

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, im ZDF

Lauterbach rechnet damit, dass man nach einer Impfung rund sechs Monate immun gegen den Corona-Virus ist.

Gute Aussichten für den Sommer und Lockerungen in Europa: Das Corona Update vom 10. Mai 2021

Die Zahl der Intensivpatienten geht wieder zurück. Momentan sind es 4.600 in Deutschland. Im April waren es noch rund 5.000. Die dritte Welle scheint also auch hier gebrochen. Trotzdem trauen selbst Experten dem Sinkflug der Corona-Zahlen noch nicht über den Weg.

Drosten: „Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland“

Maximale Verwirrung herrscht heute in Corona-Deutschland. Während „Team Vorsicht“ Markus Söder bei Bild eine Lockdown-Verlängerung bis in den Juli nicht ausschließt mit den Worten:

„Bloß, weil ein Gesetz endet, ist Corona nicht vorbei“,

Markus Söder, Ministerpräsident Bayern, bei BILD

spricht „Team Übervorsicht“ Chef-Virologe Christian Drosten im ZDF gar von einem guten Sommer:

„Ja, der Sommer kann ganz gute werden in Deutschland. Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmalig wirklich Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind“.

Christian Drosten, Chef-Virologe der Charité, im ZDF

Worin sich beide wiederum einig sind: Trotz weiter sinkender Infektionszahlen dürfe man jetzt nicht zu unvorsichtig öffnen. Allenfalls Außengastronomie und Grillen mit Freunden seien eine Option. Das sieht auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn so:

„Das Gefühl ist im Augenblick besser als die Lage. Und es gibt Zuversicht. Jetzt darf aus der Zuversicht kein Übermut werden. Wir lockern gerade bei deutlich höheren Inzidenzen als die meisten anderen Länder mit deutlich höheren Impfquoten gelockert haben“.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Darum drückt Jens Spahn weiter aufs Impftempo.

Priorisierung bei Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson aufgehoben

Ein Drittel der Deutschen sind mindestens einmal geimpft. Heute wurde die Priorisierung für den Impfstoff von Johnson & Johnson aufgehoben. Eingesetzt werden soll er aber nur bei Menschen über 60. Nach ärztlicher Aufklärung können sich aber auch Jüngere mit Johnson & Johnson impfen lassen – genauso wie bei Astrazeneca.

Spanien und Großbritannien lockern Corona-Verbote

Ein Blick ins Ausland. In Spanien haben am Wochenende Tausende das Ende des Corona-Notstands gefeiert. Man darf im Land reisen, die Außengastronomie öffnet teils bis Mitternacht, und Ausgangssperren fallen vielerorts weg – allerdings nicht auf Mallorca. Hier schließt die Gastronomie weiter um 22.30 Uhr. Lockerungen sind auch in Großbritannien und Frankreich geplant. In Frankreich öffnet die Außengastronomie am 19. Mai und in Großbritannien will die Regierung Zitat „vertraute Kontakte“ wie Umarmungen und Küsse bei Begrüßungen und Abschieden wieder erlauben – na darauf werden sich die eher berührungsempfindlichen Briten besonders freuen…

Italienerin bekommt sechsfache Dosis Biontech-Impfstoff

Und zum Schluss. Eine Italienerin hat versehentlich die sechsfache Dosis des Biontech- Impfstoffs gespritzt bekommen – also ein komplettes Fläschchen. Es geht der 23-Jjährigen aber gut. Und das Virus wird um diese Frau künftig wohl einen besonders großen Bogen machen.

Rücknahme und Entschuldigung: Das Corona Update vom 24. März 2021

Was ein denkwürdiger Tag! Die Kanzlerin entschuldigt sich bei uns – der Bevölkerung und kippt die umstrittene Oster-Ruhe. Gründonnerstag und Ostersamstag werden also keine Feiertage.

Merkel nimmt die Osterruhe zurück und entschuldigt sich bei der Bevölkerung

Der Corona-Gipfel der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin war offenbar dann doch nicht nur für Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow zu viel: „Ich habe sechs Stunden auf einen Bildschirm geschaut und mich gefragt, was hier eigentlich passiert“. Und schlimmer noch – es war auch noch alles vergebens. Das „Team Vorsicht“ ist nämlich über das „Team Volkszorn“ gestolpert. Nach der massiven Kritik an der Osterruhe hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die beschlossene Regelung heute ganz überraschend wieder einkassiert. Der eilig zusammengetrommelten Presse erklärte Merkel zur Kehrtwende in Sachen Osterruhe: „Sie hatte ihre guten Gründe, war aber in der Kürze der Zeit nicht gut genug umsetzbar – wenn sie überhaupt jemals so umsetzbar ist, dass Aufwand und Nutzen in einem halbwegs vernünftigen Verhältnis stehen. Und dafür bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung“. Trotzdem könnten die Kommunen aber weiter auf steigende Zahlen reagieren, so Merkel: „Mit der Notbremse, mit der Möglichkeit von regional zu entscheidenden Ausgangsbegrenzungen und Kontaktbeschränkungen, mit dem Ausbau des Testens“.

Tübingen als Modell für Städte in NRW

Der Geist von Tübingen weht nach Ostern auch durch Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Armin Laschet hat für die Zeit nach Ostern Öffnungsmodelle nach dem Beispiel Tübingens angekündigt. Bedeutet: Städte, in denen für Menschen mit negativem Test wieder ansatzweise normales Leben möglich sein könnte, so Laschet: „Warum nicht auch bei uns jemandem mit Testergebnis ermöglichen, dass man wieder öffnet, in ein Kino geht, in ein Restaurant geht, in eine Sportveranstaltung geht, warum nicht unter sicheren Bedingungen einmal probieren, kriegen wir das hin?“ Im Gespräch sind fünf bis sechs Modell-Kommunen, so Laschet. Es sollen sowohl große Städte, als auch kleinere und Kreise dabei sein.

Rekord für Banksy-Werk zu Corona

Neuer Rekord für ein bekanntes Werk des britischen Streetart-Künstlers Banksy. Ein Kunstfreund hat dafür in einer Auktion 19,5 Millionen Euro auf den Tisch des Auktionshauses geblättert. Banksy hatte das Bild an das Krankenhaus in Southampton geschickt, um sich für den Einsatz des Personals in der Pandemie zu bedanken. Es zeigt einen Jungen mit einer Krankenschwester-Puppe in Superman-Pose. Dahinter liegen die Figuren von Batman und Spiderman in einem Papierkorb. Der Erlös geht an die Uniklinik in Southhampton und an das britische Gesundheitssystem

Viel Kritik und keine Quarantäne: Das Corona Update vom 23. März 2021

Ostern macht Deutschland dicht – was vielleicht den ein oder anderen auf die Idee bringen könnte, zum Shoppen nach Mallorca zu fliegen. Aber lassen wir das. Die Ministerpräsidenten und die Bundeskanzlerin haben sich in einem stundenlangen Sitzungsmarathon bis tief in die Nacht darauf geeinigt, dass wieder einmal nur ein Shutdown hilft. Dafür hagelt es heute Kritik von allen Seiten.

Es war eine lange Nacht in Berlin

Ja, so ein Corona-Gipfel kann auch ganz schön lang sein. Manche sagen ja, er hätte nur deshalb bis tief in die Nacht gedauert, weil Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Candy Crush dreimal am Stück durchspielen wollte – Ironie aus. Immerhin ist so ein Bund-Länder-Gipfel zu Corona mittlerweile berechenbar – man weiß vorher schon was definitiv nicht dabei rauskommt: nämlich schnelles Impfen. Vom Testen mal ganz zu schweigen.

Kritische Stimmen zu den neuen Corona-Beschlüssen

Darum gibt es heute auch viel Kritik am harten Oster-Lockdown. Zu unkreativ, findet FDP-Chef Christian Lindner bei WELT – und angesichts der Ergebnisse ringt selbst der Rhetorik-Profi nach passenden Worten: „Es ist ein erschütterndes Konzept der… Konzeptlosigkeit.“ Aus Sicht des Robert Koch Instituts könnten die Maßnahmen jedoch helfen. Auch für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach sind die Beschlüsse, Zitat: „brauchbar“. Und wenn Lauterbach etwas nicht gleich schlecht findet, heißt das ja auch schonmal was… Darum hat das „Team Vorsicht“ mit Mannschaftskapitän Markus Söder die Notbremse wegen der britischen Mutante heute nochmal verteidigt: „Die Mutation bedeutet de facto eine deutlich höhere Sterblichkeit, eine deutlich höhere Ansteckung, eine deutlich längere Verweildauer auf Intensivstationen, und – Achtung, wichtig – eben nicht nur für die Älteren, sondern gerade auch bei den Jüngeren“.

Werden Gründonnerstag und Ostersamstag zu Feiertagen?

Söder hat dabei auch nochmal konkretisiert – was genau „Ruhephase“ über Ostern bedeutet – besonders für die eigentlichen Werktage Gründonnerstag und Ostersamstag: „Dort entscheidet der Bund heute, macht die Rechtsgrundlage dafür, dass die Tage wie Sonn- und Feiertage zu behandeln sind. Das heißt für die Arbeitnehmer würde das Zuschläge bedeuten, wenn man am Sonn- oder Feiertag arbeiten müsste“.

Keine Quarantäne für Reise-Rückkehrer von Mallorca

Für alle die bei dem Chaos nach Mallorca flüchten wollen: Immerhin gibts bei der Rückkehr keine Quarantäne. Die Fluggesellschaften wollen die Rückkehrer vorher testen. Sie hoffen, dass das Testen vor dem Fliegen ein Zukunftsmodell sein kann – auch für den bevorstehenden Sommer-Urlaub. Und ich hoffe, damit ist der Sommer-Urlaub in diesem Jahr gemeint.

Einzelhandel und Osterurlaub: Das Corona Update vom 22. März 2021

Heute Abend schauen viele wieder gebannt nach Berlin. Dort treffen sich in diesen Minuten die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin per Videoschalte. Es geht um die Frage: Wie geht es weiter mit dem Lockdown und den Corona-Einschränkungen angesichts steigender Infektionszahlen und der um sich greifenden britischen Virus-Mutation. Und als wenn das nicht schon schwierig genug wäre, ist jetzt auch noch das Oberverwaltungsgericht in Münster mit einem wichtigen Urteil dazwischen „gegrätscht“.

Corona-Regeln für den Einzelhandel von Gericht „kassiert“

Es ist die zweite Hammer-Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster. Erst haben die Richter die Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer in NRW gekippt – jetzt die ungleichen Regeln im Einzelhandel, wie Terminbuchung und Kundenbeschränkung pro Quadratmeter. Anwalt Arnd Kempgens verrät uns, was hinter der Entscheidung steckt: „Supermärkte dürfen mit einer Mindestfläche öffnen ohne Termin. Und es gibt die Betriebe, die nur mit Termin öffnen dürfen. Und da sagt das Oberverwaltungsgericht: Das ist ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“. Jetzt muss sich das Land kurzfristig neue Regeln für den Einzelhandel aufstellen.

Mallorca ja, Ostsee nein: Diskussionen um den Osterurlaub gehen weiter

Nach dem vergangenen Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Krise sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach: „Das Ganze ist – glaube ich – jetzt ein Konzept der Verlässlichkeit“. Zum Glück hatte sie damals schon das „glaube ich“ eingeschoben. Denn von dem Öffnungsplan in fünf Schritten ist jetzt noch ein Zurücktreten mit einem großen Schritt geblieben. Die dritte Corona-Welle ist da, der Impfstoff nicht und die Teststrategie auch nicht – also drohen heute beim Bund-Länder-Gipfel erneut Einschränkungen. Der Lockdown soll bis zum 18. April verlängert werden, und es droht sogar eine nächtliche Ausgangssperre für Regionen mit hoher Inzidenz. Streit droht auch beim Thema Osterurlaub. Die Küstenländer wollen für ihre Einwohner zumindest Urlaub im eigenen Bundesland möglich machen – in Ferienwohnungen oder im Wohnmobil. Während das umstritten ist, hebt ein Flieger nach dem anderen fröhlich Richtung Mallorca ab. Für Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil im ZDF schwer zu erklären: „Wir merken, dass die Mallorca-Entscheidung der Bundesregierung ein richtiger Stimmungskiller ist, weil Leute natürlich fragen „warum darf ich eigentlich nicht in die Lüneburger Heide in ein Ferienhaus fahren, aber ich darf einen Flieger buchen nach Mallorca“. Die Antwort der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin könnte heute eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer sein – egal, ob sie jetzt aus einem Risikogebiet kommen, oder nicht. Gemeinsames Eiersuchen im engsten Familienkreis könnte Ostern aber möglich sein. Treffen mit vier weiteren Mitgliedern aus dem engsten Familienkreis und aus anderen Hausständen, zuzüglich Kindern, sollen erlaubt werden heißt es im aktualisierten Beschlussentwurf.

Astrazeneca: Neue Studien mit guten Ergebnissen

Eine neue Untersuchung des Astrazeneca-Impfstoffs hat ergeben, dass es kein erhöhtes Thromboserisiko gibt. Laut einer unabhängigen Expertengruppe gebe es darum keine Sicherheitsbedenken. Außerdem schützt Astrazeneca laut einer neuen großangelegten US-Studie zu 80% vor einer Infektion und sogar zu 100% vor einem schweren Verlauf.

Notbremse, Schulstreit und Betrug: Das Corona Update vom 18. März 2021

Ist das noch Corona? Oder schon Wahlkampf. Einige vor allem SPD-geführte Kommunen wollen partout die Schulen vor Ostern schließen – weil es so viele Infektionen gibt. Das Land wittert Wahlkampf und wiegelt ab. Und: Der nächste Bund-Länder-Gipfel wirft seine Schatten voraus.

Söder fordert Einhalten der Corona-Notbremse  

Am Montag beraten die Ministerpräsidenten gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie es mit den Corona-Verboten weitergeht. Und wenn man Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder so hört, dann können wir das Thema Lockerungen wohl vergessen. Alle Bundesländer sollten sich gefälligst an die vereinbarte Notbremse bei einer 100er Inzidenz halten, fordert Söder: „Wir brauchen eine harte Notbremse, damit wir überhaupt richtig agieren können. Und im Moment stehen wir auf einem Sprungbrett zur nächsten Stufe einer exponentiellen Entwicklung. Deswegen muss och einmal alles auf dem Prüfstand stehen. Ich kann mir jetzt weitere große Öffnungen nicht vorstellen“. Söder ist außerdem dafür, Astrazeneca-Exporte aus der EU in andere Länder zu stoppen, besonders in die Länder, die selbst herstellen und nicht in die EU exportieren

Immer mehr Kommunen in NRW fordern Schulschließungen vor den Oster-Ferien

Auch in Nordrhein-Westfalen steigen die Infektionen weiter stark an. Die landesweite Inzidenz liegt bei 92,1 – also kurz vor der 100er Marke für die vereinbarte Notbremse, wo Schluss ist mit Lockerungen. Und jetzt bahnt sich auch noch Streit an zwischen einzelnen Kommunen und der Landesregierung. Die Stadt Dortmund nimmt heute bei der Landesregierung einen neuen Anlauf mit dem Ziel, ab Montag die Schulen wieder zu schließen. In Dortmund hätte sich der Anteil der Infizierten unter 20 Jahre verdreifacht, so Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal: „Wir haben die Situation, dass die britische Variante des Virus das Ruder des Infektionsgeschehens in Deutschland übernimmt“. Nach Duisburg und Dortmund fordert jetzt auch Wuppertal Schulschließungen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung ist aber weiter dagegen. Erst müssten andere Maßnahmen getroffen werden, und in jedem Fall muss das Land zustimmen, heißt es in einem Erlass. Auch dem geplanten Kita-Notbetrieb in Duisburg erteilte NRW-Familienminister Joachim Stamp heute eine Absage.

NRW: Razzia gegen mutmaßliche Coronahilfen-Betrüger

In NRW gab es heute eine Razzia wegen eines mutmaßlich großangelegten Betrugs mit Corona-Soforthilfen. Die Polizei hat 58 Wohnungen und Firmen in mehreren nordrhein-westfälischen Städten und in Berlin durchsucht. Ein per Haftbefehl gesuchter 52 Jahre alter Verdächtiger aus Grevenbroich wurde festgenommen. Die insgesamt rund 30 Verdächtigen sollen Corona-Soforthilfen im Gesamtumfang von 450.000 Euro zu Unrecht beantragt zu haben. Ausgezahlt wurden bereits 170.000 Euro.

Studie: Unter 65-Jährige nach Infektion weitgehend vor Corona geschützt

Wer Corona-infiziert war, ist in den Folgemonaten vor einer weiteren Infektion weitgehend geschützt. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Studie aus Dänemark – allerdings gibt es ein großes „Aber“. Denn bei Menschen über 65 kommt es häufiger zu Neuinfektionen als bei Jüngeren. Daher sollten sich gerade ältere Infizierte impfen lassen, so die Autoren der Studie.